Knochenmarkentzündung

Eine Knochenmarkentzündung, fachmedizinisch Osteomyelitis genannt, stellt eine entzündliche Erkrankung des Knochens und des Knochenmarks dar. Meistens beginnt sie im Knochenmark und breitet sich anschließend auf die umliegenden Bestandteile des betroffenen Knochens aus. Von einer Osteomyelitis können also auch die Knochensubstanz und die Knochenhaut betroffen werden. Die häufigsten Auslöser von einer Osteomyelitis sind bakterielle Infektionen des Marks, weshalb bei einer Therapie meistens Antibiotika verwendet werden.

In den meisten verzeichneten Fällen ist das Bakterium Staphylococcus aureus die Ursache der Entzündung. Allerdings gibt es unterschiedliche Wege, auf denen das Bakterium seinen Weg ins Knochenmark finden kann. Daher gibt es auch unterschiedliche Ausbreitungs- und Entzündungsarten der Knochenmarkentzündung. Betroffen werden können Patienten aller Altersklassen, wobei vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem gefährdet sind. Die Heilungschancen einer Knochenmarksentzündung hängen zum einen ebenfalls von der gesundheitlichen Verfassung des Patienten ab. Zum anderen davon, welche Art der Entzündung vorliegt.

Knochenmarkentzündung Ursachen

Knochenmarkentzuendung Symptome und UrsachenBei der Knochenmarkentzündung unterscheidet man zwischen zwei Arten: zwischen der endogenen und der exogenen Osteomyelitis. Bei der endogenen, oft auch hämatogenen, Osteomyelitis gelangen die Krankheitserreger von innen (auf dem Blutweg) in das Innere des Knochens. Mögliche Ursachen hierfür können unterschiedlichste Entzündungen im Körper sein – von der Mandelentzündung bis hin zu entzündeten Wunden.

Von der endogenen Knochenmarkentzündung sind sehr häufig Kinder und Jugendliche betroffen, da ihr Knochenmark noch viel stärker durchblutet wird, als es bei älteren Menschen der Fall ist. Dennoch sind Jungen und junge Männer häufiger betroffen als Mädchen und junge Frauen. Die exogene Osteomyelitis wird häufig durch Unfälle ausgelöst, bei denen der Knochen oder die Knochenhaut verletzt und beschädigt wird. Die Infektionsherde dringen dabei von außen in das Innere des Knochens vor. Manchmal sind auch Operationen die Ursache einer exogenen Knochenmarkentzündung. Von dieser Art der Knochenmarkenzündung sind vor allem Menschen betroffen, deren Immunsystem geschwächt ist – zum Beispiel durch vorhergegangene Erkrankungen oder chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus. Hier sind ebenfalls Männer häufiger betroffen als Frauen.

Knochenmarkentzündung Symptome

Auch bei den Symptomen wird zwischen zwei verschiedene Arten der Knochenmarksentzündung unterschieden – zwischen der akuten und der chronischen Osteomyelitis.

Eine akute Knochenmarkentzündung wird meistens durch krankheitstypische Symptome wie Schmerzen im betroffenen Knochenbereich, Unwohlsein und oft auch Fieber begleitet. Manchmal werden auch Übelkeit und Erbrechen verzeichnet und sehr häufig Schmerzen und Funktionsbeschwerden im gesamten betroffenen Körperbereich (zum Beispiel dem gesamten Bein). Typisch für eine akute Knochenmarkentzündung ist außerdem ein sehr drastischer und prägnanter Krankheitsverlauf. Das bedeutet, dass die Symptome und Beschwerden plötzlich und stark auftreten.

Etwas anders zeigen sich die Symptome einer chronischen Osteomyelitis. Hier treten außerdem sehr unterschiedliche Symptome auf. Meistens geht eine chronische Knochenmarkentzündung jedoch mit Funktionsstörungen und Schmerzen im betroffenen Körperbereich einher. Außerdem ist die betroffene Körperregion „überwärmt“, wird vom Patienten oftmals sogar als unangenehm „heiß“ empfunden. Hinzukommen können Fieber, Unwohlsein, Übelkeit und sogar der Befall der umliegenden Organe, des Gewebes und der Muskeln. Bei der chronischen Knochenmarkentzündung ist die Schwere der Infektion und der Beschwerden allerdings nicht stetig gleichbleibend.

Knochenmarkentzündung Diagnose

Eine Knochenmarkentzündung lässt sich zum einen durch verschiedene Laboruntersuchungen (etwa ein Blutbild), aber auch durch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen diagnostizieren. Bei unterschiedlichen Bluttests wird beispielsweise nach möglichen Bakterienstämmen und veränderten Blutkörperchen gesucht. Bei den bildlichen Untersuchungen werden die scheinbar betroffenen Körperstellen auf sichtbare Veränderungen untersucht.

Sowohl auf Röntgenbildern als auch beim Ultraschall machen sich entzündete Knochen nämlich durch eine fleckige und erhellte Oberfläche bemerkbar. Der Grund hierfür sind Verkalkungen und manchmal sogar abgestorbene Teile der Knochenhaut. Durch den Ultraschall lassen sich außerdem auch Abszesse und abgehobene und absterbende Knochenhaut erkennen. Ein weiteres Diagnoseverfahren ist die moderne Skelettszintigrafie. Bei dieser verabreicht der behandelnde Arzt schwache radioaktive Präparate. Durch die anschließende Verteilung im Körper lassen sich entzündliche Prozesse im Körper, zum Beispiel bei einem folgenden Ultraschall, besser ersehen und nachweisen. Die Diagnose einer Knochenmarkentzündung ist aber nicht immer einfach und verbindlich – zum Beispiel dann nicht, wenn die Krankheit noch nicht weit genug fortgeschritten ist. Denn bildlich lässt sich die Knochenmarkentzündung oft erst nach drei Wochen feststellen.

Knochenmarkentzündung Therapie / Behandlung

Eine Osteomyelitis wird oft direkt mithilfe von Antibiotika behandelt. Diese sollen die vorliegende Infektion bekämpfen und dem Körper die Möglichkeit geben, diese auszuheilen. Dafür ist es aber, vor allem bei einer akuten Knochenmarkentzündung, manchmal von Nöten, wenigstens Teile des befallenen Gewebes oder Knochens operativ zu entfernen. Grundlegend immer muss der betroffene Körperteil allerdings für eine variable Zeit komplett stillgelegt werden – etwa durch einen Gips oder eine entsprechende Schiene.

Denn bei einer akuten Knochenmarkentzündung kann der Erfolg der Therapie letztendlich darüber entscheiden, ob die Entzündung abheilt oder zu einer chronischen Knochenmarkentzündung übergeht. Bei der chronischen Osteomyelitis handelt es sich um eine lang anhaltende und manchmal sogar dauerhafte Entzündung des Knochenmarks. Hier muss lange Zeit Antibiotika eingesetzt werden und häufig sind, über einen längeren Zeitraum hinweg, verschiedene operative Eingriffe von Nöten. Bei diesen werden zum Beispiel immer wieder Teile des entzündeten Knochengewebes entfernt. Außerdem kann es bei einer längeren und schweren Erkrankung auf kurz oder lang nötig sein, den befallenen Knochen gänzlich durch Spongiosaplastiken zu ersetzen. Beispielsweise um eine Funktionsfähigkeit der Gliedmaßen zu erhalten, aber auch um die Beschwerden zu lindern.

Knochenmarkentzündung Verlauf

Eine Knochenmarkentzündung kann je nach Entzündungsherd und Krankheitsverlauf unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Eine akute Osteomyelitis zeigt meistens einen plötzlichen und heftigen Verlauf mit stark ausgeprägten Krankheitssymptomen. Die chronische Osteomyelitis verläuft hingegen sehr wechselhaft. Bei ihr kann die Knocheninfektion plötzlich auftreten, wieder für lange Zeit abflachen und schließlich umso heftiger wieder aufkeimen. Die alleinigen Symptome der Knochenmarkentzündung, egal welcher Art sie letztendlich sein mag, sind aber nicht die einzigen Risiken und Problematiken, die mit einer Entzündung des Knochenmarks auftreten können.

Eine Knochenmarkentzündung kann eine ganze Reihe anderwärtiger erheblicher Krankheiten und Beschwerden auslösen – zum Beispiel eine Blutvergiftung, eine Blutarmut oder einen Flexibilitätsverlust der Knochen. Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung kann eine akute Knochenmarkentzündung oft gänzlich geheilt werden. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass das Leiden nicht doch chronisch ist und irgendwann, manchmal sogar Jahre später, wieder ausbrechen könnte. In etwa zehn Prozent der behandelten und verzeichneten Fälle endet auch eine therapierte akute Knochenmarkentzündung in einer chronischen Form.

Knochenmarkentzündung Vorbeugen

Einer Knochenmarkentzündung lässt sich nur sehr bedingt vorbeugen. Mögliche Maßnahmen zur Vorbeugung einer exogenen Osteomyelitis bestehen beispielsweise darin, vor einer Knochenoperation oder nach unfallbedingten Knochenverletzungen umgehend Antibiotika zu verabreichen. Etwas schwieriger wird es bei einer endogenen Knochenmarkentzündung, da bei der Behandlung von anderen Entzündungen im Körper bereits Antibiotika eingesetzt wurden. Hier spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle, welches so gut es geht gestärkt werden sollte. Außerdem spielt die richtige Hygiene vor, während und nach Operationen und Unfällen eine enorm wichtige Rolle.

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