Keuchhusten

Keuchhusten, medizinisch Pertussis, gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten. Weniger bekannt ist, dass auch Jugendliche und Erwachsene an der Infektion erkranken können. Die hochinfektiöse Erkrankung wird durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst. Gegen Keuchhusten wirkt eine gut verträgliche Impfung, die inzwischen nicht mehr zu gefährlichen Nebenwirkungen führt wie noch vor 20 Jahren.

Durch die Impfmüdigkeit der vergangenen Jahrzehnte haben die Keuchhusten-Erkrankungen in den letzten Jahren wieder zugenommen. Vor allem Säuglinge sind durch die Atemwegsinfektion gefährdet, sie können durch Atemstillstand lebensbedrohliche Komplikationen erleiden. Zu den Folgeschäden gelten Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen. Auch Hirnschädigungen können nach Erkrankung an Keuchhusten nicht ausgeschlossen werden. Keuchhusten macht sich durch krampfartige Hustenanfälle bemerkbar, die über lange Zeit andauern können und dabei verschiedene Phasen durchlaufen.

Die Ansteckungsgefahr ist vor allem in der ersten Zeit sehr hoch. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion zum Beispiel beim Husten übertragen. Im Gegensatz zu anderen Kinderkrankheiten besteht nach Abklingen der Erkrankung kein lebenslanger Schutz gegen eine Neuerkrankung. Auch die Impfung wirkt nur begrenzt, nach zehn Jahren ist eine erneute Impfung zur Auffrischung notwendig. Diese Impfempfehlung gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, die als häufigste Überträger der nicht ungefährlichen Infektion gelten. Erkrankte dürfen vor allem in der ersten Zeit keine Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten aufsuchen. Todesfälle, die in erster Linie bei Neugeborenen und Säuglingen auftreten können, müssen an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Keuchhusten Ursachen

Keuchhusten Ursachen + SymptomeKeuchhusten wird durch eine Infektion mit dem hochansteckenden Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst, das durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege von Mensch zu Mensch übertragen wird. Das Bakterium setzt sich in den oberen Atemwegen, in den Bronchien und der Luftröhre fest. Dabei schädigen sie durch Zellgifte die Flimmerhärchen, die in den oberen Atemwegen als Filter dienen. Auch die Schleimhäute entzünden sich durch die Bakterien. Außerdem stößt das Bakterium ein Toxin, ein Gift, aus, das ins Gehirn gelangt und dort im sogenannten Hustenzentrum die Hustenanfälle auslöst. Da die Immunität nach einer überstandenen Erkrankung nur ungefähr zehn Jahre anhält, können sich alle Menschen immer wieder neu anstecken, wenn sie Kontakt mit an Keuchhusten erkrankten Personen haben.

Keuchhusten Symptome

Die wichtigsten Symptome sind der Stakkato-Husten, der den Erkrankten plagt. Der quälende Husten, der vor allem nachts auftritt, kann bis zum Erbrechen führen. Die Atmung ist keuchend und pfeifend. Vor allem nach längeren Hustenattacken können durch die Anstrengung Blutungen der Nase oder Augen auftreten. Durch die Hustenattacken ist der Erkrankte häufig sehr geschwächt und kraftlos. Bei Erwachsenen treten selten die typischen Symptome auf. Bei länger anhaltendem Reizhusten sollte ein Arzt zur Abklärung der Diagnose aufgesucht werden.

Keuchhusten Diagnose

Der deutlichste Hinweis auf eine Ansteckung mit Keuchhusten ist das stakkatoähnliche Husten des Erkrankten. Ein Abstrich des Rachens erfolgt im ersten Stadium und kann die Diagnose erhärten. Antikörper lassen sich erst zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung im Blut nachweisen. Im Anfangsstadium lassen sich auch die Erreger durch Bakterienkulturen aufspüren, hierfür wird aus dem Nasen- und Rachenraum Sekret entnommen. Sehr zuverlässig ist diese Art der Diagnose allerdings nicht. Eine weitaus zuverlässigere Diagnose ist die PCR (Polymerase Chain Reaction = Polymerase-Kettenreaktion), mit der sich die Erbsubstanz der Erreger aufdecken lässt. Allerdings ist diese Untersuchungsmethode noch sehr aufwendig und kostspielig.

Keuchhusten Therapie / Behandlung

Als wichtigste Maßnahme gilt es, die Hustenanfälle zu mildern. Auch die Krankheitsdauer kann durch eine geeignete Therapie verkürzt werden. Die Infektionsgefahr muss ebenfalls gesenkt werden. Zu Beginn der Erkrankung wird ein Antibiotikum zur Abtötung der Bakterien eingesetzt. Dadurch verkürzen sich die Dauer und Ansteckungsgefahr erheblich. Die Hustenanfälle setzen sich auch nach Abtötung der Bakterien fort, eine Erkrankung an Keuchhusten erfordert von allen Beteiligten viel Geduld.

Frische Luft, viel Flüssigkeit und leichte Kost unterstützen den Heilungsverlauf. Anstrengungen jeder Art sind zu vermeiden, um nicht weitere Hustenanfälle auszulösen. Inhalationen mit Meerwasser entlasten die Flimmerhärchen. Vor allem aber brauchen gerade Kinder viel Zuwendung und Trost durch die Eltern. Pflegende Angehörige, die nicht gegen Keuchhusten immun oder geimpft sind, sollten in den ersten Wochen ebenfalls ein Antibiotikum zur Vorbeugung einnehmen. Säuglinge, die an Keuchhusten erkrankt sind, werden am besten im Krankenhaus behandelt. Da die Hustenanfälle lebensbedrohlich werden können, ist professionelle Hilfe dringend notwendig. Im Krankenhaus erhält das Kind die notwendige Pflege, die zuhause nicht möglich ist, wie zum Beispiel bei Bedarf den Schleim abzusaugen und die Atemnot zu lindern.

Keuchhusten Verlauf

Keuchhusten verläuft in drei Stadien. Die Inkubationszeit beträgt zwischen sieben und 20 Tagen nach der Ansteckung. Zunächst sind die Symptome nicht eindeutig erkennbar. Der für die Erkrankung typische Husten macht sich erst später bemerkbar. Gerade in der Anfangszeit, in der die Anzeichen nicht deutlich sind, ist die Ansteckungsgefahr für andere Personen ohne Immunschutz am größten.

  1. Im ersten Stadium, dem Stadium catarrhale, zeigen sich Erkältungssymptome wie Schnupfen, etwas erhöhte Temperatur und leichter Husten. Der Erkrankte fühlt sich in diesem ein bis zwei Wochen andauernden Zeitraum müde und abgeschlagen.
  2. Das zweite Stadium ist das Stadium comvulsivum. Die Temperatur geht in der Regel zurück. Dafür setzt ein sehr heftiger Hustenreiz ein. Vor allem nachts machen krampfartige Hustenanfälle, die auch Stakkatohusten genannt werden, das Durchschlafen unmöglich. Der Husten ist sehr trocken, die Erkrankten haben mitunter das Gefühl zu ersticken. Durch die Anstrengungen kann das Gesicht blau anlaufen. Das Geräusch beim Einatmen ist pfeifend und keuchend, wodurch sich der Name Keuchhusten eingebürgert hat. Nach einem Anfall stellt sich durch zähen Schleim Brechreiz ein. Kopfschmerzen und Muskelkater können ebenfalls auftreten. Diese zweite Phase kann sich bis zu sechs Wochen hinziehen. Im dritten Stadium, dem Stadium decrementi, klingen die Hustenanfälle allmählich ab. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann dieses Stadium noch weitere sechs Wochen andauern, bis der Keuchhusten ganz abgeklungen ist.

Bei Säuglingen verläuft die Krankheit meist nicht typisch. Bei ihnen fehlen die starken Hustenanfälle, sie lassen stattdessen ein Piepsgeräusch hören. Da die Atemwege eines Babys schnell anschwellen können, besteht die Gefahr der Atemnot und sogar des Atemstillstands. Auch harmlos erscheinende Erkältungskrankheiten bei einem Säugling gehören immer in die Hände des Kinderarztes. Erwachsene leiden selten unter den Stakkato-Hustenanfällen. Bei ihnen ähnelt der Keuchhusten einer Bronchitis. Bei einem lange andauernden oder einem chronischen Husten sollte immer auch an eine Infektion durch Bordetella pertussis Bakterien gedacht werden.

Keuchhusten Vorbeugen

Die einzige zuverlässige Vorbeugung gegen Keuchhusten ist die Impfung. Nur sie allein kann den Körper für eine Zeit von circa zehn Jahren gegen die Bakterien immunisieren. Da keine lebenslängliche Immunität nach einer Keuchhustenerkrankung besteht, muss die Impfung in Abständen von zehn Jahren wiederholt werden. Auch wenn die Krankheitsverläufe bei Erwachsenen selten problematisch werden, sollten auch sie sich regelmäßig impfen lassen. Sie gelten als die häufigste Infektionsquelle bei Säuglingen und Kindern.

Vor allem Menschen, die in Kindertagesstätten, Schulen oder anderen Einrichtungen mit Kindern arbeiten, sollten durch eine Impfung dafür sorgen, dass sie nicht zur Ansteckungsquelle werden können. Frauen, die ein Kind wünschen, sollten vor der Schwangerschaft dafür sorgen, dass bei ihnen eine Immunität vor Keuchhusten vorhanden ist. So kann in vielen Fällen auch das Kind geschützt werden.

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