Juckreiz

Auslöser der juckenden Symptome sind semiochemikale Neurotransmitter, die sogenannten Botenstoffe. Die Neutransmitter werden vom Körper aus Gewebshormonen gebildet und fungieren zwischen den Körperzellen als Kommunikatoren. Die einzelnen Zellen des Körpers unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion. In den Mastzellen befinden sich körpereigene Abwehrstoffe sowie die Neurotransmitter, beide werden bei Bedarf aktiviert und lösen den symptomatischen Juckreiz aus.

Die menschliche Haut besitzt drei Schichten: die Unter-, die Leder und die Oberhaut. Die Unterhaut liegt direkt auf dem Muskelgewebe auf, diese Hautschicht ist mit einem dichten Nervengeflecht durchzogen und reagiert bei Verletzung und Erkrankung mit einer hohen Sensibilität bis zur Empfindung von Schmerzen. Über der Unterhaut liegt die Lederhaut, sie ist mit Blutgefäßen durchzogen. Bei Verletzungen werden in dieser Hautschicht Abwehrkräfte freigesetzt, um Entzündungen oder gar Wundbrand möglichst zu verhindern. Die Oberhaut ist die äußere Hautschicht, sie übernimmt die Schutzfunktion vor intensiver Sonneneinstrahlung und kühlt mittels Schweißbildung.

Juckreiz Ursachen

Juckreiz Symptome & UrsachenReaktionen der Haut Die Oberhaut erneuert sich permanent, was mitunter einen Juckreiz auslöst. Kratzen entfernt alte Hautschuppen und der Regenerationsprozess der Haut wird beschleunigt. In welchen zeitlichen Abläufen dieser Erneuerungsprozess vollzogen wird, hängt von der Befindlichkeit der Person ab. Hormonelle Veränderungen, wie sie bei Frauen in den Wechseljahren auftreten, können hierbei Juckreize auslösen. Eine nervöse Überreizung durch Schlafentzug beschleunigt oder verlangsamt den Reinigungsvorgang der Haut. Darüber hinaus sind nicht selten Überforderungen der Haut schuld.

Ein zu häufiges Duschen unterminiert den Selbstschutzfaktor der Haut. Oder ein ständiger Ortswechsel, wie es in reisenden Berufen der Fall ist, setzt die Haut einer unentwegt anderen Flora von Mikroorganismen aus. Juckreiz auf Grund von äußeren Hauterkrankungen Immunologische Störungen als Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente oder Reinigungsmittel äußern sich in Form von Hautrötungen. Der juckende und brennende Ausschlag wird im Volksmund als Nesselsucht bezeichnet. Sobald der Patient mit dem Auslöser nicht mehr in Kontakt kommt, klingt die Nesselsucht innerhalb von sechs Wochen von selbst ab. Zu weiteren immunologischen Störungen gehören allergische Reaktionen. Allergien sind Überreaktionen des Immunsystems, die ebenfalls bei Berührung oder Inhalation von bestimmten Stoffen oder bei der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel auftreten. Allergien sind jedoch chronische Reaktionen. Mittels medikamentöser Behandlungen sind sie einzudämmen, aber sehr selten sind sie heilbar.

Beim Umgang mit aggressiven Stoffen wie einigen Pflanzenschutzmitteln entstehen Ödeme in der Lederhaut, genannt Quaddeln. Diese Wasseransammlungen beginnen ebenfalls mit einer Rötung und einem Juckreiz, führen jedoch zu Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden. Trotz dieser intensiven Reaktion verklingen die schlimmsten Beschwerden bereits nach etwa dreißig Minuten, vorausgesetzt der Patient kommt mit dem Auslöser nicht länger in Berührung oder atmet die Dämpfe nicht mehr ein.

Ekzeme werden durch Infekte ausgelöst und zeigen an den betroffenen Stellen Hautverdickungen. Meist treten Ekzeme wiederholt auf oder werden chronisch. Der anhaltende Juckreiz löst ein vermehrtes Kratzen aus, so dass Entzündungen bis zur Eiterbildung entstehen können. Eine medikamentöse Behandlung ist fast immer unumgänglich.

Dermatomykosen, sogenannte Hautpilze, sind verschiedene Mikropilze, die Hautoberflächen befallen und sich durch rötliche bis bräunliche Verfärbungen bemerkbar machen. Übertragbar sind sie beim direkten Körperkontakt, in Schwimmbädern, bei mangelnder Hygiene oder in hoher Luftfeuchtigkeit. Hautpilze werden mit Säurelösungen äußerlich behandelt. Wenn sich nach Monaten keine Besserung zeigt, erfolgt eine Verschreibung von Medikamenten. Verursachte Juckreize durch Erkrankung der inneren Organe Unter- oder Überfunktionen sämtlicher Körperorgane lösen eine sich fortsetzende Kettenreaktion aus, die zu Juckreiz auf der Haut, in den Haaren oder auf Schleimhäuten sowie im Analbereich führen kann. Erzeugt wird diese Art von Juckreiz durch schwere Lebererkrankungen oder Gallenleiden.

Beide Erkrankungen sind die Folge einer cholesterinlastigen und fettreichen Ernährung oder eines zu hohen Alkoholkonsums. Ein weiterer Auslöser für Juckreiz ist die Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit. Diese Stoffwechselstörung zieht die Nieren in Mitleidenschaft. Sowohl die Diabetes als auch eine Nierenfunktionsstörung machen sich über verstärkte Juckreize bemerkbar. Die Milz ist ein Blutbildregulator. Langanhaltende Milzerkrankungen ziehen Folgeschäden nach sich wie Lymphknotenbildung, chronische Blutarmut, Leukämie oder Knochenmarkleiden. Eine zunehmende Körperschwäche und ein auffallend starker Juckreiz sind ein mögliches Indiz für eine Störung des Blutbilds.

Es ist nicht allein eine ungesunde Ernährung der Grund für eine Schwächung der Körperorgane. Zuwenig Bewegung an frischer Luft, der Genuss von Tabakwaren aber auch die genetisch bedingte Vererbung – beispielsweise Tumorerkrankungen – sind dafür verantwortlich. Daneben sind Infektionen Schuld an Funktionsstörungen eines Körperorgans. Insbesondere die Leber ist anfällig für virale Infekte, häufig macht sich dieser Befall erst im Spätstadium bemerkbar. Dahingegen ist der Darm sehr anfällig für bakterielle und mykotische Keime. Der Darmtrakt kann nur noch bedingt die Vitamine aus der verdauten Nahrung lösen. Die daraus resultierenden Mangelerscheinungen führen ihrerseits zu Folgeerkrankungen.

Psychologische und psychosomatische Juckreizungen Stressfaktoren können einen akuten Juckreiz auslösen. Plötzlich eintretende Stresssituationen sowie lang anhaltende Belastungen bewirken im Körper eine Ausschüttung von Stresshormonen. Diese Vorgänge werden über die Neurotransmitter an die Haut weitergegeben. Psychisch bedingte Juckreize, die nicht auf die Ausschüttung von körpereigenen Stresshormonen zurückgehen, entstehen auf spiegelneurotischer Basis. Zu den Spiegelneurosen gehören sämtliche Handlungen, die reflexartig nachgeahmt werden. Sobald sich eine Person kratzt, kann dies bei den Anwesenden einen Scheinjuckreiz auslösen, worauf diese sich ebenfalls kratzen.

Juckreiz Symptome

Die Haut ist das größte Organ des Körpers, sie dient als Schutzschicht und als Leiter von Symptomen, wozu auch der Juckreiz gehört. Dieser Reiz ist eine neurologische Rückwirkung der Haut. Diese Rückwirkung löst eine instinktive Kratzreaktion aus, die das Jucken vorübergehend stoppt. Bei unaufhörlichem Juckreiz bewirkt Kratzen eine Überreizung der Haut, Rötungen, Überhitzungen oder Entzündungen entstehen an den betroffenen Körperstellen.

Juckreiz Diagnose

Ein sehr starker oder chronischer Juckreiz ist in jedem Fall ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte. Bei einer Untersuchung werden zuerst Hauttests unternommen, die Allergien oder einen Infektbefall aufdecken. Bei negativen Befunden wird eine gründliche Blutbilduntersuchung durchgeführt, ein Blutzuckertest ist inbegriffen. Sind auch diese Befunde negativ, wird nach psychischen oder psychosomatischen Ursachen gesucht.

Juckreiz Therapie / Behandlung

Gegen dermatologisch bedingten Juckreiz werden Heilsalben verschrieben, bei Bedarf wird eine medikamentöse Behandlung oder Lichttherapie unterstützend hinzugefügt. Bei infektiös bedingtem Juckreiz werden Salben und Medikamente verordnet, deren Inhaltsstoffe den Infekt gezielt angehen. Sobald eine Erkrankung eines Körperorgans vorliegt, werden medikamentöse Behandlungen eingesetzt oder operative Eingriffe vorgenommen. Des Weiteren werden Kurprogramme verordnet. Wenn der Juckreiz psychisch bedingt ist, werden neben reizlindernden Salben oder Medikamenten Ergotherapien eingesetzt. Letztere unterbinden das Gewohnheitskratzen und lenken dieses in eine gerade ausgeführte Alltagstätigkeit um.

Juckreiz Verlauf

Speziell in der Dermatologie sind lichttherapeutische Behandlungen mittels Ultraviolett-Bestrahlungen eine überaus wirksame Heilmethode. Die hochaktive Ultraviolettstrahlung wohldosiert eingesetzt unterstützt die dermatologische Regenerierung, die Haut beruhigt sich und der Juckreiz klingt ab. Gegen infektiöse Juckreize werden reizmildernde Präparate für den Haut-, Haar-, Anal- oder Schleimhautbereich verordnet. Diese Salben, Lösungen oder Tabletten enthalten die entsprechenden Anti-Stoffe des jeweiligen Infekts.

Bei organischen Erkrankungen müssen bei der Verordnung von Behandlungen und Medikamenten auf schädliche Wechselwirkungen geachtet werden. Eventuell sind nur therapeutische Maßnahmen empfehlenswert und das Auflegen von Kühlkompressen, um den Juckreiz zu mildern. Stressfaktoren und Spiegelneurosen lösen psychosomatische Juckerscheinungen aus. Sie treten situationsbedingt auf und sind deshalb schwer heilbar. Im Einzelfall werden daher stressreduzierende Faktoren eingesetzt. Eine Erholung an frischer Luft kann diesbezüglich viel bewirken.

Juckreiz Vorbeugen

Juckreiz ist zwar behandelbar aber selten heilbar. Um eine Juckreizentstehung zu verhindern, werden kalte Druckkompressen empfohlen. Die Kühle lindert den Juckreiz ohne dessen Warnfunktion außer Kraft zu setzen. Eine regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchung und ein regelmäßiger Blutzuckertest sollten unbedingt wahrgenommen werden. Darüber hinaus sind eine ungesunde Ernährung, lange Aufenthalte in geschlossenen Räumen oder ausgiebige Sonnenbäder, aggressive Kosmetika und Putzmittel sowie Stress und Schlafmangel zu vermeiden.

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