Impotenz

In der medizinischen Fachsprache wird Impotenz als erektile Dysfunktion, abgekürzt ED bezeichnet. Volkstümlich wird das Leiden auch als Potenzstörung bezeichnet. Trotzdem die allgemeine Freizügigkeit in Dingen, die die Sexualität betreffen, in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat, ist eine ED oft noch ein Tabu-Thema. Viele Betroffene gehen aus falscher Scham nicht zum Arzt, sondern leiden lieber schweigend. Die Gründe dafür liegen in der teilweisen Überbewertung der Sexualität in diversen Medien.

Vom Mann wird dort erwartet, dass er zuverlässig wie eine gute Maschine funktioniert und auf Kommando eine starke und ausdauernde Erektion bekommt, um seine Partnerin(nen) zu beglücken. Die Realität sieht aber leider anders aus. Impotenz ist weit verbreitet und kann jeden Mann treffen. Es handelt sich dabei nicht um eine Bagatellerkrankung, sondern kann Symptom oder erstes Anzeichen einer lebensbedrohenden Krankheit sein. Ganz davon abgesehen ist schon manche Beziehung an einer Impotenz zerbrochen. Betroffene sollten daher immer einen Facharzt wie zum Beispiel einen Andrologen oder Urologen aufsuchen. Gelegentliches Versagen wird übrigens nicht als Impotenz gewertet. Nur wenn in der Mehrzahl der Fälle die Erektion des Penis nicht stark genug ist, um den Akt durchzuführen, spricht man von einer Impotenz oder ED im medizinischen Sinn.

Impotenz Ursachen

Impotenz: Symptome und UrsachenDie Ursachen der Impotenz sind äußerst vielfältig. Während die Mediziner früher meist psychische Probleme verantwortlich machten, ist heute bekannt, dass zahlreiche Fälle von Impotenz auch organische oder andere Ursachen haben können. Eine Erektion des Penis kommt dadurch zustande, dass sich die Schwellkörper des männlichen Geschlechtsorgans mit Blut füllen. Falls die Blutversorgung zum Penis gestört ist, kann das Impotenz verursachen. Störungen oder Schädigungen der Blutgefäße können die verschiedensten Ursachen haben. Dazu zählen zum Beispiel Arteriosklerose, Diabetes, ein Aneurysma, Hypertonie und andere Stoffwechselerkrankungen.

Impotenz kann mitunter sogar der Vorbote eines drohenden Herzinfarkts sein. Der Missbrauch von Genussmitteln, insbesondere von Tabak oder Alkohol, aber auch manche Drogen kann ebenfalls Impotenz auslösen. Bestimmte Medikamente wie Antiepileptika oder Antidrepressiva bewirken Impotenz als Nebeneffekt. Auch nach Operationen, insbesondere an der Prostata oder generell im Bereich des Unterleibs ist die Entstehung einer Impotenz möglich. Nicht zuletzt können auch Hormonstörungen wie beispielsweise ein Mangel des männlichen Sexualhormons Testosteron eine Impotenz nach sich ziehen.

Psychische Probleme wie Prüfungs- oder Versagensangst, Leistungsdruck, Trennung vom Partner, Treuebruch des Partners/der Partnerin und andere psychisch sehr belastende Situationen können zur Impotenz führen.

Impotenz Symptome

Die Symptome einer Impotenz äußern sich auf verschiedene Weise. Am häufigsten zeigt sich Impotenz dadurch, dass keine oder nur eine unvollständige Erektion des Penis eintritt. Dadurch wird ein Akt mit Penetration nicht mehr möglich. In anderen Fällen kommt es zwar zu einer ausreichend starken Erektion, die Verkehr möglich macht, sie klingt jedoch nach kurzer Zeit wieder ab, ohne dass es zu einem Samenerguss kommt. Die Medizin spricht von Impotenz, wenn die geschilderten Symptome in der Mehrzahl der Versuche des Verkehrs auftreten und über längere Zeit anhalten. Gelegentliche „Aussetzer“ dagegen sind normal und kommen selbst bei jüngeren Männern vor.

Impotenz Diagnose

Bei der Diagnose geht es darum, die Ursachen der Impotenz herauszufinden. Wenn diese beseitigt sind, verschwindet die Impotenz im Regelfall von selbst. Zunächst wird sich der behandelnde Arzt ausführlich mit dem Patienten unterhalten. Zweck dieses Gesprächs besteht darin, festzustellen ob es eventuell psychische Probleme geben könnte, die Impotenz verursachen. In der Anamnese klärt der Arzt auch, ob der Patient vielleicht zu einer Risikogruppe wie beispielsweise Diabetiker, gehört.

Ebenso wichtig ist ein Verzeichnis aller Medikamente, die der Patient einnimmt. Es gibt Medikamente, die Impotenz als Nebeneffekt verursachen können. In anderen Fällen kann die Wechselwirkung verschiedener Medikamente dasselbe Resultat haben. Ist die Ursache der Impotenz unklar, wird der Arzt weiterführende Untersuchungen veranlassen. Bei den verschiedenen Verfahren werden im Wesentlichen Muskel- und Nervenaktivitäten gemessen. Kommt es zu spontanen Erektionen, kann eine organische Ursache für die Impotenz normalerweise ausgeschlossen werden.

Impotenz Therapie / Behandlung

Die Behandlung der Impotenz richtet sich nach der jeweiligen Diagnose. Liegen organische Ursachen für die Impotenz vor, werden diese natürlich gezielt beseitigt. In der Mehrzahl der Fälle wird Impotenz mit Potenzmitteln behandelt, die zur Gruppe der PDE-5-Hemmern gehören. Die Medikamente verhindern die Bildung von Hormonen, die einen Abbau der Erektion bewirken. Dadurch können stärkere und länger anhaltende Erektionen erreicht werden. Es gibt verschiedene Arzneimittel in dieser Gruppe mit unterschiedlichem Wirkstoffgehalt und unterschiedlicher Wirkungsdauer. Die Kosten der Arzneimittel werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen.

Kann der Patient aus bestimmten Gründen diese Arzneimittel nicht einnehmen, besteht die Möglichkeit, eine sogenannte Penispumpe anzuwenden. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das auf den Penis aufgesetzt wird und einen Unterdruck erzeugt. Dadurch erigiert der Penis; die Erektion hält noch einige Zeit an, nachdem die Penispumpe entfernt wurde und ermöglicht so den Akt. Wird die Penispumpe ärztlich verordnet, übernehmen die Kassen die Kosten. Im Gegensatz zu den Arzneimitteln gibt es bei der Penispumpe keine Nebenwirkungen, da das Gerät auf rein physikalischen Prinzipien basiert. Auf keinen Fall sollten Patienten versuchen, ihre Impotenz mit Potenzmitteln aus dem Internet selbst zu behandeln.

Die betreffenden Arzneimittel sind in Deutschland rezeptpflichtig und dürfen nicht frei verkauft werden. Außerdem ist es unbekannt, ob der Patient die betreffenden Medikamente überhaupt verträgt. Bei Medikamenten aus dem Internet ist zudem ihre Zusammensetzung unbekannt. Niemand weiß, ob und nach welchen Kriterien eine Kontrolle erfolgt. Die Mittel können eventuell gar keine Wirkstoffe enthalten oder im schlimmsten Fall sogar Schadstoffe beinhalten. Bei der Therapie der Impotenz sollte stets der Sexualpartner bzw. die Partnerin einbezogen werden. Mit Liebe und Verständnis lässt sich ein großer Teil des Leistungsdrucks und der Versagensängste abbauen und somit die Therapie der Impotenz enorm erleichtern, zumindest wenn sie auf psychischen Ursachen beruht.

Impotenz Verlauf

Impotenz ist darum so gefährlich, weil sich das Leiden erst allmählich zeigt. Das trifft zumindest dann zu, wenn die Ursachen der Impotenz organischer Natur sind. Viele Erkrankungen, die Impotenz hervorrufen können, darunter Arteriosklerose oder Diabetes, entwickeln sich häufig unbemerkt über Jahre, ehe sie sich in Symptomen manifestieren. Bei anderen Ursachen wie beispielsweise Impotenz nach Unfällen oder Operationen ist der Zusammenhang zwischen Ursache und ED offensichtlich.

Impotenz aus psychischen Ursachen tritt gleichfalls plötzlich auf. Hier kann noch dazu kommen, dass die Impotenz weiter anhält, obwohl die auslösende Ursache längst verarbeitet worden ist. Ausgelöst durch eigene Versagensängste und/oder Vorwürfe oder gar Spott der Partnerin besteht die Impotenz fort, obwohl es dafür eigentlich gar keine Gründe mehr gibt.

Impotenz Vorbeugen

Das Vorbeugen von Impotenz ist gar nicht so schwer. Bedeutsam ist vor allem ein gesunder Lebensstil mit abwechslungsreicher und ausgewogener Ernährung, viel Ballaststoffen und Vitamine. Zusätzlich empfehlen Mediziner, sich viel an der frischen Luft zu bewegen, Stress möglichst zu vermeiden und ausreichend zu schlafen. Da der Missbrauch von Genussmitteln als Langzeitwirkung ebenfalls Impotenz verursachen kann, ist es am besten, diese sparsam oder gar nicht zu gebrauchen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wie Messungen des Blutdrucks und des Blutzuckers, Kontrolle der Prostata und Krebstests tragen dazu bei, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Bedeutsam für die physische Gesundheit sind auch eine harmonische Ehe, gute Freunde und rege soziale Beziehungen sowie eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

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