Hirnschlag

Der Hirnschlag (der auch als Schlaganfall, Insult oder Apoplex bezeichnet wird), stellt einen akuten, medizinischen Notfall dar, bei dem ein lokalisiertes Hirngebiet nicht oder nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Glukose versorgt werden kann. Da die betroffenen Nervenzellen innerhalb kurzer Zeit absterben, muss ein Hirnschlagpatient unverzüglich notärztlich versorgt und auf dem schnellsten Weg in ein Schlaganfallzentrum (eine s. g. Stroke Unit) eingeliefert werden.

Neben Herz- und Krebserkrankungen gehört der Hirnschlag zur dritthäufigsten Todesursache in der westlichen Welt. Allein in Deutschland erleiden pro Jahr rund 150.000 Menschen ihren ersten Schlaganfall – bei etwa 19.000 davon wird es im folgenden Jahr zu einem zweiten Hirnschlag kommen. Zwei Drittel der Betroffenen bleiben dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen. Damit ist der Hirnschlag die häufigste Ursache für eine im Erwachsenenleben erworbene Behinderung. Oft kündigt sich ein Schlaganfall durch eine transitorische ischämische Attacke (TIA) an, bei der die Symptome oft innerhalb weniger Minuten wieder verschwinden. „Eine britische Studie belegt, dass jeder 5. Schlaganfallpatient zuvor eine solche TIA erlitten hat. In etwa der Hälfte der Fälle folgte der Hirnschlag innerhalb von 48 Stunden“ (http://www.fragile.ch/index.cfm?nav=1,48,438,447&SID=1&DID=1).

Hirnschlag Ursachen

Hirnschlag Symptome & UrsachenEin Hirnschlag entsteht entweder aufgrund einer Durchblutungsstörung im Gefäßsystem des Gehirns (Ischämie) oder als Folge einer Gehirnblutung (Hämorrhagie). Beides führt dazu, dass eine bestimmte Gehirnregion nicht oder nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Glucose versorgt werden kann, so dass die davon betroffenen Nervenzellen abzusterben beginnen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle (85 – 90 %) liegt ein ischämischer Hirnschlag vor, der meist auf Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) zurückzuführen ist. Dabei kommt es in den großen Gefäßen zur Bildung s. g. atherosklerotischer Plaques (sich herdförmig ausbreitende Veränderungen an der inneren Zellwand). Diese, oft auf Fettablagerungen zurückzuführenden Plaques, können durch ein Ansteigen des Blutdrucks oder aufgrund von Infektionen aufreißen, so dass sich Blutgerinnsel anlagern und lokale Thrombosen ausbilden können.

Diese reichen nicht immer aus, um einen Sauerstoff- und Glucosemangel zu verursachen. Werden solche Thromben aber vom Blutfluss mitgerissen, kann dies in den kleineren Gefäßen einen Verschluss verursachen. Nur bei etwa 15 % aller Betroffenen ist eine Blutung aufgrund eines gerissenen Gefäßes der Auslöser für den Hirnschlag. Auch hier gilt Arteriosklerose – vor allem in Verbindung mit Bluthochdruck – als eine der Hauptursachen. Drogenmissbrauch kann – selbst bei jungen Menschen – ebenfalls zu einem Schlaganfall führen. „So geht aus einer US-Studie hervor, dass der Gebrauch von Amphetaminen zu einem fünffach höheren Risiko führt. Kokain kann die Gefahr eines ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfalls sogar verdoppeln.“ (http://www.fragile.ch/index.cfm?nav=1,48,438,445&SID=1&DID=1).

Hirnschlag Symptome

In vielen Fällen treten die Symptome halbseitig auf, so dass oft nur eine Körperhälfte betroffen ist. In fast allen Fällen kommt es zu einer Bewusstseinstrübung. Diese kann von einer leichten Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit oder einem tiefen Koma reichen. Im schlimmsten Fall führt ein Hirnschlag binnen weniger Minuten durch Atemstillstand zum Tod. Häufige Symptome sind Lähmungserscheinungen einer Gesichtshälfte sowie der korrespondierenden Gliedmaßen.

Einseitige Taubheitsgefühle in Gesicht, Mundraum oder den Extremitäten können ebenso auftreten, wie Sehstörungen. Oft wirken die Betroffenen verwirrt, können nicht oder nicht mehr deutlich sprechen. Wortfindungsstörungen gehören ebenso zur Symptomatik wie Verständnisstörungen. Ebenfalls auftreten können Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit und Erbrechen. Auch wenn die Symptome nach wenigen Minuten wieder von selbst verschwinden, muss der Betroffene schnellstmöglich in ärztliche Behandlung.

Hirnschlag Diagnose

Die ersten diagnostischen Tests können auch ungeübte Personen ausführen.

Mit drei einfachen Fragen lassen sich die Schlüsselsymptome für einen Hirnschlag prüfen:

  1. Wirkt das Gesicht einer/eines Betroffenen beim Lächeln einseitig verzogen?
  2. Kann die Person nicht mehr beide Arme gleichzeitig heben (Handflächen nach oben) oder sinkt ein Arm nach dem Heben wieder ab, bzw. dreht sich?
  3. Wirkt die Sprache der/des Betroffene(n) verwaschen, wenn er/sie einen einfachen Satz nachsprechen soll?

Sollte auch nur eine dieser Fragen mit Ja zu beantworten sein, muss unverzüglich der Rettungsdienst benachrichtigt werden. Je schneller ein Hirnschlagpatient notärztlich betreut und in eine Schlaganfallabteilung eingeliefert werden kann, umso größer sind die Chancen, dass bleibende Schäden vermieden werden können. Da die beiden Arten von Hirnschlägen unterschiedlich behandelt werden müssen, steht in der weiteren Diagnostik die Untersuchung mittels einer Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oder einer Computertomographie (CT) an erster Stelle. Nur mit diesen Methoden kann festgestellt werden, ob eine Ischämie (Durchblutungsstörung) oder eine Hämorrhagie (Blutung im Gehirn) vorliegt.

Mit einer neurologischen Untersuchung werden Lähmungen, Bewusstseins-, Verständnis-, Sprach- und Gefühlsstörungen sowie die Beeinträchtigung von Reflexen überprüft. Da jeweils bestimmte Gehirnregionen mit den einzelnen Funktionen assoziiert sind, lässt sich so ermitteln, welche Bereiche des Gehirns in welchem Ausmaß betroffen sind. Beim Vorliegen eines ischämischen Hirnschlags wird zudem mit einer Dopplersonographie ermittelt, wie stark die Blutgefäße im Gehirn von Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) betroffen sind. Eine Untersuchung mittels EKG (Elektrokardiogramm) wird in der Regel ebenfalls vorgenommen, da hierüber anatomische Anomalien und Blutgerinnsel im Herzen ermittelt werden können.

Hirnschlag Therapie / Behandlung

Im Falle eines ischämischen Schlaganfalls geht es zunächst darum, den Gefäßverschluss oder die Gefäßverengung zu beseitigen. Hierzu werden spezielle Medikamente eingesetzt, die einerseits die Blutgerinnung herabsetzen und zum anderen spezielle Enzyme enthalten, die in der Lage sind, die Gefäßverschlüsse aufzulösen.

„Unter Umständen können die Medikamente auch über einen Katheder direkt an der verstopften Stelle eingebracht werden. Eine Gefäßoperation kann sinnvoll sein, wenn die Halsschlagader aufgrund von Arteriosklerose stark verengt ist“ (Quelle: http://www.apotheken-umschau.de/Schlaganfall/Apoplex-Therapie–So-wird-der-Schlaganfall-behandelt-11518_7.html).

Wurde der Schlaganfall aufgrund einer Blutung (Hämorrhagie) ausgelöst, geht es vor allem darum den Druck abzusenken und das entstandene Leck abzudichten. Dazu ist unter Umständen eine Operation erforderlich. In manchen Fällen, wenn das Gehirn aufgrund des Schlaganfalls stark anschwillt, kann es notwendig werden, vorübergehend einen Teil des Schädelknochens zu entfernen.

Sowohl beim ischämischen wie auch dem hämorrhagischen Hirnschlag ist eine anschließende Reha-Maßnahme erforderlich, um die mit dem Schlaganfall aufgetretenen Schäden soweit wie möglich zu beheben. Zwar können zerstörte Nervenzellen nicht wieder aufgebaut werden, die Funktionen kann aber unter Umständen von benachbarten Gehirnzellen übernommen werden. Dies erfordert jedoch einen zeitintensiven Lernprozess.

Hirnschlag Verlauf

Ein Hirnschlag stellt immer ein lebensbedrohliches Ereignis dar. Etwa 15 Prozent aller Fälle führen entweder sofort oder innerhalb der ersten 30 Tage zum Tode. Insgesamt versterben innerhalb des ersten Jahres rund 40 Prozent der Betroffenen. Von den verbleibenden 60 Prozent werden gut zwei Drittel dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen sein; etwa 15 Prozent müssen aufgrund der durch den Hirnschlag verursachten Schäden in einer Pflegeeinrichtung untergebracht werden.

Besonders problematisch sind die Fälle, in denen die Symptome innerhalb von 24 Stunden von selbst verschwinden, da in 5 von 10 Fällen ein Hirnschlag folgen dürfte. Wer einmal einen Schlaganfall erlitten hatte, gilt als besonders gefährdet, erneut einen Hirnschlag zu erleiden. Bei rund 9 Prozent der Betroffenen folgt der zweite Schlaganfall bereits innerhalb der ersten 6 Monate – etwa 14 Prozent werden innerhalb eines Jahres erneut betroffen sein. Nach dem ersten Jahr sinkt das Risiko für einen weiteren Hirnschlag auf 4 bis 6 Prozent.

Hirnschlag Vorbeugen

Alle präventiven Maßnahmen zielen darauf ab, Risikofaktoren zu minimieren. In vielen Fällen bedeutet dies, Abbau von Übergewicht. Daneben sollten Blutdruck und die Cholesterinwerte regelmäßig vom Hausarzt kontrolliert werden. Wer bereits unter Bluthochdruck, Diabetes oder Herzmuskelschwäche leidet, ist besonders gefährdet und sollte kontinuierlich ärztlich überwacht werden. Eine gesunde Ernährung, der Verzicht auf Nikotin und sportliche Betätigung können ebenfalls zu einer Minimierung der Risikofaktoren beitragen.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
2 Bewertungen, Ø: 3,00 von 5

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.