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Heuschnupfen

Heuschnupfen ist der auch von Medizinern häufig verwendete Trivialname einer Form der allergischen Rhinitis. Die Differenzierung der allergischen Rhinitis in unterschiedliche Einzelerkrankungen wie Heuschnupfen und Hausstauballergie ist sinnvoll, da die einzelnen Krankheitsbilder entweder zu unterschiedlichen Jahreszeiten oder ganzjährig auftreten können. Der Heuschnupfen tritt ausschließlich während der Flugzeit der Pollen auf, auf welche das Immunsystem eines Erkrankten allergisch reagiert.

Die Flugzeiten der in Deutschland heimischen Pollen erstrecken sich √ľber die Monate Januar bis September, wobei die meisten Pollen zwischen April und Juli in der Luft vorhanden sind. Die Pollen der einzelnen Pflanzenarten weisen Flugzeiten von durchschnittlich drei Monaten auf, so dass der Heuschnupfen bei nur gegen eine Pollenart allergischen Patienten an etwa neunzig Tagen innerhalb eines Jahres auftritt. Allerdings sind die meisten an Heuschnupfen leidenden Menschen gegen mehr als eine Pollenart allergisch und leiden somit w√§hrend einer deutlich l√§ngeren Zeit unter ihrer Krankheit.

Heuschnupfen tritt am wenigsten auf Nordseeinseln auf. Das liegt einerseits daran, dass dort relativ wenige B√§ume wachsen und andererseits an der jodhaltigen Seeluft, welche sich auf unterschiedliche Formen der Allergie lindernd auswirkt. Die Einf√ľhrung von Pflanzen aus anderen Regionen hat in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Zunahme der Erkrankungen an Heuschnupfen gef√ľhrt, da einige von ihnen √ľber ein starkes Allergiepotential verf√ľgen.

Heuschnupfen Ursachen

Heuschnupfen: Symptome und UrsachenDie direkte Ursache f√ľr das Leiden an einem Heuschnupfen ist der Kontakt mit den Pollen der Pflanzen, gegen welche der Patient allergisch reagiert. Die meisten Mediziner nehmen einen Zusammenhang zwischen einer starken Hygiene im Kindesalter und einem Anwachsen der Fallzahlen allergischer Erkrankungen wie Heuschnupfen an. Ihrer These nach sucht das menschliche Immunsystem bei einem Mangel an vorhandenen Feindstoffen aktiv nach weiteren zu bek√§mpfenden Feinden und erkennt f√§lschlicherweise eigentlich harmlose Pollen als solche.

Die Hygiene-These wird durch die Beobachtung gest√ľtzt, dass auf dem Land aufwachsende Kinder deutlich seltener als Stadtkinder an Heuschnupfen erkranken und zugleich deutlich h√§ufiger als jene mit Verschmutzungen in Ber√ľhrung kommen. Eine weitere Erkl√§rung f√ľr die Zunahme der Heuschnupfen-Erkrankungen besteht in der fortschreitenden Umweltverschmutzung und in der Klimaver√§nderung, welche bei einigen Pflanzen zu einer Verl√§ngerung der Pollenflugzeiten gef√ľhrt hat.

Zudem stellt die Neueinf√ľhrung exotischer Pflanzen ein zus√§tzliches Potential f√ľr die Erkrankung an Heuschnupfen dar, da ihre Anpflanzung die Anzahl potentieller Allergieausl√∂ser erh√∂ht. Der Anteil an Heuschnupfen erkrankter Personen wird f√ľr Deutschland mit Werten zwischen f√ľnfzehn und drei√üig Prozent der Wohnbev√∂lkerung angenommen. Somit hat sich der Heuschnupfen zu einer echten Volkskrankheit entwickelt.

Heuschnupfen Symptome

Die auff√§lligsten Symptome eines Heuschnupfens √§hneln dem durch eine Erk√§ltung verursachten Schnupfen. So tritt das Anschwellen und die Entz√ľndung der Nasenschleimhaut bei einem Heuschnupfen ebenso regelm√§√üig auf wie eine Entz√ľndung der Nasennebenh√∂hlen. Des Weiteren sind Atembeschwerden eine regelm√§√üige Begleiterscheinung des Heuschnupfens, diese k√∂nnen bei einer nicht hinreichenden Behandlung in chronisches Asthma √ľbergehen.

Da an Heuschnupfen leidende Patienten statt √ľber die Nase vorwiegend √ľber den Mund atmen, tritt als Sekund√§rerscheinung verst√§rktes Schnarchen auf. Des Weiteren f√ľhlen sich an Heuschnupfen leidende Personen √ľberdurchschnittlich h√§ufig m√ľde und ausgelaugt, so dass ihre Leistungsf√§higkeit abnimmt. Diese Nebenfolgen des Heuschnupfens beeintr√§chtigen sowohl schulische Leistungen von Kindern und Jugendlichen als auch Arbeitsleistungen von Erwachsenen. In vielen F√§llen geht der Heuschnupfen mit einer Bindehautentz√ľndung beider Augen einher.

Heuschnupfen Diagnose

Die Diagnose muss nicht alleine den Heuschnupfen als Krankheit sicher erkennen, sondern zugleich ermitteln, gegen welche Pollen der jeweilige Patient konkret allergisch ist. Am Anfang der Diagnose steht die Schilderung der Symptome und ihres zeitlichen Auftretens durch den Erkrankten, anhand derer sich fast immer ein eindeutiger Anhaltspunkt f√ľr Heuschnupfen ergibt. Endg√ľltige diagnostische Sicherheit bringt ein Hauttest, bei welchem der Arzt Pollen unterschiedlicher Pflanzen auf die Haut des Patienten auftr√§gt.

Die Pollen der Pflanzen, gegen welche der Patient allergisch ist, bewirken eine leichte Hautr√∂tung einschlie√ülich der Bildung harmloser Quaddeln. Auf diese Weise sichert der als Prick-Test bekannte Hauttest nicht alleine die Diagnose Heuschnupfen zuverl√§ssig ab, sondern bietet dem Arzt zugleich die Information, gegen welche konkreten Pollen sein Patient allergisch ist. Bei sehr jungen Patienten f√ľhren √Ąrzte statt des Prick-Testes oftmals eine Blutuntersuchung durch. Diese existiert in zwei Varianten, von welchen lediglich der RAS-Test eine konkrete Allergie erkennbar macht, w√§hrend der RIS-Test nur grunds√§tzlich auf das Vorhandensein einer k√∂rperlichen √úberreaktion hinweist. Bei Heranwachsenden und Kindern gilt der Hauttest jedoch gegen√ľber der Blutuntersuchung grunds√§tzlich als exakter und aussagekr√§ftiger hinsichtlich der Diagnose allergischer Reaktionen. Da viele Heuschnupfen-Patienten auch weitere Allergien ausgebildet haben, untersucht der den Prick-Test durchf√ľhrende Arzt √ľblicherweise auch allergische Reaktionen auf Tierhaare und auf h√§ufig Allergien ausl√∂sende Lebensmittel.

Heuschnupfen Therapie / Behandlung

Die Heuschnupfen-Therapie unterteilt sich in der Behandlung eines konkreten Anfalles sowie in der grundlegenden Therapie der √úberempfindlichkeit gegen bestimmte Pollen. Nasentropfen k√∂nnen kurzzeitig die Symptome eines Heuschnupfens lindern, sie d√ľrfen auf Grund der durch eine Gew√∂hnung an diese eintretenden Nebenwirkungen jedoch nicht w√§hrend der gesamten Krankheitsdauer eingenommen werden. Cortison reduziert die Entz√ľndung sp√ľrbar und linder auf diese Weise den Heuschnupfen, allerdings gilt der Wirkstoff bei langer Anwendung als bedenklich, da er Nebenwirkungen wie Diabetes, Erh√∂hung des Augendrucks und aufgeschwemmte Gesichtsz√ľge verursacht. Die Naturmedizin lindert die Symptome bei Heuschnupfen wirksam mit Pr√§paraten aus dem Indischen Lungenkraut und dem Pfahlrohr.

Eine Behandlung mit Cromoglicins√§ure ist bei Heuschnupfen wirksam, sie setzt jedoch die sorgf√§ltige Beachtung des Pollenflugkalenders voraus, denn sie entfacht ihre Wirksamkeit am besten, wenn die Behandlung eine Woche vor dem Auftreten der Symptome beginnt. Da die Flugzeiten der einzelnen Pollen grunds√§tzlich bekannt sind, ist der Behandlungsbeginn vor dem Erscheinen der Symptome m√∂glich. Sollte eine Bindehautentz√ľndung der Augen als Begleiterscheinung des Heuschnupfens aufgetreten sein, wird diese zus√§tzlich mit Augentropfen behandelt. W√§hrend die meisten Medikamente eher auf die Symptome als auf die Grunderkrankung der allergischen √úberreaktion einwirken, wird diese durch eine schrittweise Desensibilisierung verringert. Im Rahmen der Desensibilisierung erh√§lt der Patient regelm√§√üig geringe Mengen der Stoffe, auf welche sein Immunsystem allergisch reagiert. Durch das behutsame Ansteigen der entsprechenden Gaben wird das Immunsystem dahingehend trainiert, gegen die einzelnen Stoffe nicht mehr allergisch zu reagieren.

Die Behandlung erforderte im vergangenen Jahrhundert das regelm√§√üige Spritzen der allergenen Stoffe, inzwischen kann sie auch in Tablettenform durchgef√ľhrt werden. Wenn die Behandlung anschl√§gt, beseitigt sie den Heuschnupfen und weitere Allergien nachhaltig. Viele Patienten erleben eine deutliche und l√§nger anhaltende Verbesserung ihrer Heuschnupfen-Symptome nach einem Kuraufenthalt auf einer Nordseeinsel.

Heuschnupfen Verlauf

F√ľr den Patienten unbemerkbar beginnt die den sp√§teren Heuschnupfen verursachende Allergie mit einer fehlerhaften Einstufung von eingedrungenen Pollen durch das Immunsystem. Nachdem dieses die Pollen f√§lschlicherweise als f√ľr den K√∂rper gef√§hrlich bewertet hat, setzt das Immunsystem Antik√∂rper wie das Immunglobulin E frei, welches die Pollen k√ľnftig bek√§mpft. Die dabei auftretenden k√∂rpereigenen Reaktionen wie R√∂tungen, Schleimbildung und Niesen helfen bei tats√§chlich gef√§hrlichen Stoffen, diese aus dem K√∂rper zu dr√§ngen.

Da w√§hrend der Pollenflugphase zahlreiche Pollen in den K√∂rper eindringen, ist das Immunsystem pausenlos mit ihrer Abwehr befasst, wodurch die Entz√ľndung st√§ndig verst√§rkt wird. Der an einem Heuschnupfen leidende Patient nimmt das Auftreten der Krankheit anhand der Symptome wahr. Ein Heuschnupfen endet f√ľr das entsprechende Jahr automatisch, wenn keine weiteren allergenen Pollen in der Luft sind. Das mehrmalige Auftreten eines Heuschnupfens w√§hrend eines Jahres ist m√∂glich, so fliegen Erlenpollen von Januar bis M√§rz und Sauerampferpollen von Mai bis Juni.

Heuschnupfen Vorbeugen

Die Entstehung einer Allergie als Grundlage f√ľr einen Heuschnupfen l√§sst sich am wirkungsvollsten durch einen Verzicht auf √ľberm√§√üige Hygiene w√§hrend der Kindheit vermeiden. Wenn eine Allergie vorliegt, k√∂nnen Patienten den Ausbruch eines Heuschnupfens verhindern, indem sie den f√ľr sie bedrohlichen Pollen weitgehend aus dem Weg gehen. Bei Aufenthalten im Freien w√§hrend der Pollenflugzeit empfiehlt sich das Tragen einer Atemmaske, w√§hrend die Kleidung sofort nach der R√ľckkehr gewechselt werden soll.

Ebenfalls wichtig ist das Waschen der Haare nach einem Aufenthalt im Freien w√§hrend der Pollenflugzeit, da sich Pollen h√§ufiger in den Haaren als auf der Haut verfangen, das Tragen einer Kopfbedeckung reduziert diesen Vorgang zus√§tzlich. Zimmer lassen sich durch Pollenflugnetze weitgehend vor dem Eindringen von Pollen sch√ľtzen.

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt √ľberarbeitet am: 13. Oktober 2020.
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