Herzrhythmusstörung

Herzrhythmusstörung (andere Bezeichnung dafür ist Arrhythmie) ist eine Störung in der normalen Abfolge der Herzschläge. Diese Störung kann durch eine Anomalie in dem Erregungsleitungssystem des Herzens verursacht werden. Je nach dem Entstehungsort der Herzrhythmusstörung werden diese in Vorhof– (supraventrikuläre Rhythmusstörungen), Kammer– (ventrikuläre Rhythmusstörungen) und Erregungsbildungs– und leitungssystemstörungen unterteilt.

Zu den Vorhofrhysthmusstörungen gehören v.a. Extrasystolen, d.h. Herzschläge außerhalb des Regelrhythmus, die nicht im Sinusknoten, sondern in ektopen Erregungszentren entstehen. Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die sich in einer ungeordneten Aktivität der Herzvorhöfe äußert. Vorhofflattern ist eine Tätigkeit der Vorhöfe, bei der sie ca. 240-250 pro Minute schlagen. Ein sinuatrialer Block ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Erregungsleitung vom Sisunsknoten in den Herzmuskel unterbrochen wird. Bei den Herzkammerrhythmusstörungen geht es um Extrasystolen, um Kammerflattern, Kammerflimmern und auch um ventrikuläre Tachykardie.

Eine Erregungsbildungs- und Leitungssystemstörung ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Erregungsleitung aus verschiedenen Gründen blockiert wird. Eine Herzrhythmusstörung kann harmlos sein und vom Betroffenen nicht bzw. nur geringfügig wahrgenommen werden. Andererseits gibt es auch lebensbedrohliche Störungen im Herzrhythmus, die ohne sofortige Behandlung zum Tod des Patienten führen können. Eine Herzrhythmusstörung kann je nach ihrer Ursache entweder medikamentös oder invasiv behandelt werden.

Herzrhythmusstörung Ursachen

Herzrhythmusstoerung Ursachen + SymptomeEine Herzrhythmusstörung kann verschiedene Ursachen haben. Es ist zwischen den angeborenen und den erworbenen Ursachen zu unterscheiden. Eine Ursache für die Herzrhythmusstörung kann in einer Pathologie des Herzens selbst liegen, aber auch extrakardial sein. Zu den angeborenen Ursachen für eine Herzrhythmusstörung gehören unterschiedliche Kardiomyopathien, z.B. die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie. Es können auch überzählige Leitungsbahnen im Herzen sein, die zu einer Herzrhythmusstörung führen. Long-QT-Syndrom ist eine Krankheit, die ebenfalls eine Herzrhythmusstörung verursachen kann, diese Erkrankung kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Angeborene Herzfehler sind eine häufige Ursache für eine gefährliche Herzrhythmusstörung.

Zu den erworbenen Ursachen für die Störungen des Herzrhythmus gehören unterschiedliche Formen der Herzmuskelschädigung. Eine solche Schädigung kann infolge eines Herzinfarktes, einer Erkrankung der Herzklappen oder der hypertensiven Herzkrankheit (Erkrankung des Herzmuskels aufgrund von konstantem Bluthochdruck) entstehen. Nach chirurgischen Eingriffen im Bereich des Herzens kann ebenfalls eine Herzrhythmusstörung entstehen.

Eine dilatative Kardiomyopathie, d.h. eine krankhafte Erweiterung des Herzmuskels, zählt ebenfalls zu den Ursachen für eine Herzrhythmusstörung, sowie eine Herzmuskel- oder eine Herzbeutelentzündung. Zu den extrakardialen Ursachen der Herzrhythmusstörung gehört u.a. die Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), Elektrolytstörungen, Karotissinus-Syndrom, der auch einen plötzlichen Kreislaufstillstand verursachen kann, Holiday Heart Syndrom (Vorhofflimmern durch den Alkoholkonsum), Hypoxie (Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff), Roemheld-Syndrom (Gasansammlungen im Darm und im Magen). Psycho-soziale Faktoren, z.B. Stress oder Angstzustände, können eine Herzrhythmusstörung hervorrufen.

Herzrhythmusstörung Symptome

Es gibt eine breite Palette an Symptomen, die auf eine Herzrhythmusstörung schließen lassen. Diese Störung tritt häufig vor, auch bei Gesunden. Oft wird sie von den Betroffenen nicht wahrgenommen. Manchmal wird sie als ein „Herzstolpern“, d.h. als Aussetzen eines Herzschlags, empfunden. Als Symptom für eine Herzrhythmusstörung gilt ebenfalls Herzrasen. Dieses ist besonders beim Vorhofflimmern der Fall.

Das Herz scheint dem Patienten „bis in den Hals“ zu klopfen. Bei einem Herzen, das durch andere Erkrankungen bereits geschädigt ist, kann eine Herzrhythmusstörung zu der Verschlechterung des Zustandes führen. Sehstörungen, Schwindelgefühle, Orientierungslosigkeit können auf eine gefährliche Herzrhythmusstörung hinweisen. Eine plötzliche Ohnmacht (Synkope), Kollapszustände können Symptome einer lebensgefährlichen Herzrhythmusstörung sein.

Herzrhythmusstörung Diagnose

Für eine richtige Diagnose der Herzrhythmusstörung ist eine ausführliche Anamnese erforderlich, aber meistens nicht ausreichend. Eine Anamnese kann erste wichtige Hinweise auf eine mögliche Herzrhythmusstörung liefern. Eine bewährte Diagnosemethode ist ein Elektrokardiogramm (EKG). Bei einem EKG werden elektrische Aktivitäten sämtlicher Herzmuskelfasern aufgezeichnet. Besonders ein Langzeit-EKG kann wichtige Hinweise für die richtige Diagnose der Krankheit liefern.

Ein Ruhe-EKG wird ebenfalls für die Diagnose verwendet. Eine elektrophysiologische Untersuchung durch einen Herzkatheter wird oft zur genauen Feststellung der Art der Herzrhythmusstörung verwendet. Bei dieser Methode werden mehrere Elektrodenkatheter durch eine Leistenarterie bzw. durch die Hauptschlagader eingeführt (bei Herzrhythmusstörungen, die in der linken Herzhälfte auftreten). Diese Katheter registrieren alle elektrischen Impulse des Herzens.

Ergometrie kann helfen, den Zustand des Herzens zu bestimmen und eventuelle Anomalien in der Tätigkeit dieses Körperorgans zu diagnostizieren. Eine Echokardiographie, d.h. eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, gehört ebenfalls zu den verbreiteten Methoden der Diagnostik von Herzrhythmusstörungen.

Herzrhythmusstörung Therapie / Behandlung

Eine Herzrhythmusstörung soll bei einem gesunden Menschen nicht behandelt werden, da sie von selbst und ohne Folgen vergeht. Extrasystolen und zeitweiliges Vorhofflimmern treten bei vielen Menschen auf und werden von den Betroffenen entweder gar nicht oder nicht als krankhaft wahrgenommen. Bei herzkranken Patienten allerdings, deren Herz bereits geschädigt ist, soll eine Herzrhythmusstörung behandelt werden, da sie lebensbedrohlich sein kann.

Die medikamentöse Behandlung beinhaltet die Verabreichung von verschiedenen Antiarrhytmika: Natriumkanalblocker, Betablocker, Kaliumkanalblocker und Calciumkanalblocker. Die Präparate, die Antiarrhythmika enthalten, senken die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer gefährlichen Herzrhythmusstörung. Wenn lebensbedrohliche Rhythmusstörungen des Herzens immer wieder auftreten, kann dem Patienten ein Defibrillator implantiert werden. Das Gerät stellt durch elektrische Impulse den normalen Herzrhythmus immer wieder her und kupiert die gefährlichen Herzrhythmusstörungen.

Als Defibrillation wird auch ein elektrischer Reiz bezeichnet, der im Falle einer lebensgefährlichen Situation von außen auf den Körper ausgeübt wird. Wenn eine Herzrhythmusstörung eine Folge der bestehenden Herzkrankheit ist, dann soll in der ersten Linie diese Krankheit behandelt werden. Herzrhythmusstörungen, die die chronische ischämische Herzkrankheit (koronare Herzkrankheit) als ihre Ursache haben, können erfolgreich durch eine Beipassoperation oder durch eine Stentimplantation behoben werden.

Herzrhythmusstörung Verlauf

Bei Gesunden treten Herzrhythmusstörungen immer wieder auf und sind ungefährlich. Besonders bei Jugendlichen gibt es immer wieder „Herzstolpern“, aber diese Erscheinung kann in jedem Alter auftreten. Wenn Herzrhythmusstörungen durch eine Herzkrankheit hervorgerufen werden, dann schwächen diese zusätzlich das Herz. Ohne notwendige Behandlung können Herzrhythmusstörungen in diesem Fall nicht nur zu Schwindelgefühlen und Orientierungslosigkeit führen (bedingt durch die mangelnde Hirndurchblutung), sondern auch zu Kollapsen und zur vollständigen Ohnmacht (Synkope). Bei einer Erkrankung des Herzmuskels begleitet durch die ventrikuläre Tahykardie wird die Herzleistung dermaßen geschwächt, dass die Betroffenen bewusstlos werden können. Es kann eine akute Lebensgefahr bestehen.

Herzrhythmusstörung Vorbeugen

Eine Prävention von Herzrhythmusstörungen ist eher problematisch. Eine Herzrhythmusstörung, die bei einem gesunden Menschen auftritt, benötigt keine vorbeugenden Maßnahmen. Bei Kranken soll hauptsächlich die bestehende Erkrankung des Herzens behandelt werden. Dadurch wird auch den Herzrhythmusstörungen vorgebeugt. Änderung des Lebensstils und gesunde Lebensweise können z.B. bei Patienten mit der chronischen ischämischen Herzkrankheit eine Verbesserung der Lebensqualität und eine erfolgsverspechende Präventionsmaßnahme gegen die Herzrhythmusstörungen sein.

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