Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz ist ein krankhafter Zustand, bei dem das Herz nicht imstande ist, die Blutmenge, welche für das normale Funktionieren des Körpers benötigt wird, zu befördern ohne dass der Druck in den Vorhöfen ansteigt. Umgangssprachlich redet man von einer Herzschwäche, in einer lebensbedrohlichen Situation von einem Herzversagen. Bei der Herzinsuffizienz kann es sich einerseits um eine verminderte Pumpfunktion des Herzens (systolische Herzinsuffizienz), andererseits aber um eine Störung der Füllung des Herzens (diastolische Herzinsuffizienz) handeln. Die Herzinsuffizienz kann entweder eine Herzhälfte besonders stark oder beide Herzhälften im gleichen Maße betreffen.

Bei der Linksherzinsuffizienz kommt es zum Blutstau in den Lungen, was zu einem gefährlichen Lungenödem und auch zu einer Lungenembolie führen kann. Bei der Rechtsherzinsuffizienz tritt der Blutstau in den Venen auf, was zu Ödemen und Wassereinlagerungen in verschiedenen Körperregionen (v.a. in den Beinen und im Bauchbereich) führt. Herzinsuffizienz kann in Vorwärtsversagen und Rückwärtsversagen des Herzens unterteilt werden. Bei dem Vorwärtsversagen ist der Druck in den Arterien zu gering. Bei dem Rückwärtsversagen staut sich Blut in den Venen und Lungen zurück. Herzinsuffizienz ist eine der am meisten verbreiteten Erkrankungen in den europäischen Ländern. In den leichten Formen zeigen sich keine äußere Symptome und es wird keine körperliche Einschränkung benötigt, im fortgeschrittenen Stadium kann die Herzinsuffizienz lebensgefährlich sein.

Herzinsuffizienz Ursachen

Herzinsuffizienz Symptome / UrsachenDie häufigste Ursache für eine Herzinsuffizienz ist eine Störung der Herzmuskelfunktion bzw. eine Herzmuskelschwäche. Durch diese Pathologien kommt es zur Verschlechterung von Kontraktionstätigkeit oder zur verminderten Füllung des Herzens. Eine Schädigung des Herzmuskels und Beeinträchtigung seiner Funktion kann eine Folge von einem Herzinfarkt, von der chronischen ischämischen Herzkrankheit (koronare Herzkrankheit) oder von einer schwer verlaufenden Herzmuskelentzündung sein.

Erhöhter Blutdruck oder eine Verengung der Aortenklappe können ebenfalls Ursachen für die Herzinsuffizienz sein. Auch ein langsamer Herzschlag bzw. eine zu schneller Herzschlag kann eine Herzinsuffizienz verursachen. In manchen Fällen führt der erhöhte Blutbedarf im menschlichen Körper dazu, dass das Herz „überfordert“ ist, und eine Herzinsuffizienz zustande kommt.

Herzinsuffizienz Symptome

Bei der Linksherzinsuffizienz ist das Kardinal- oder Leitsymptom die Atemnot. Diese kann anfangs bei körperlichen Belastung, in den fortgeschrittenen Phasen auch im Ruhezustand auftreten. Charakteristisch sind auch Anfälle von Luftnot im Liegen, besonders bei Nacht.

Oft werden diese Anfälle vom schweren Husten begleitet. Wassereinlagerungen in verschiedenen Körperregionen, u.a. in der Lunge und in den Beinen, gehören ebenfalls zu wichtigen Symptomen der Herzinsuffizienz. Der kardiogene Schock mit Atemnot, kühlen Extremitäten, Schweißausbrüchen und einem schwachen oder umgekehrt zu starken Pulsschlag ist ein Symptom für ein spätes Stadium der Herzinsuffizienz.

Herzinsuffizienz Diagnose

Eine Anamnese und eingehende körperliche Untersuchung können bereits zu einer sicheren Diagnose der Herzinsuffizienz führen. Ödeme, Atemnot, aber auch vergrößerte Leber und Herz geben Hinweise auf eine mögliche Herzinsuffizienz. Bei einer Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) wird festgestellt, ob Pathologien in der Herzmuskelfunktion vorhanden sind. Dabei wird auch die Funktion des Herzbeutels und der Herzklappen untersucht.

Eine Röntgenuntersuchung erlaubt ein Urteil darüber, ob das Herz vergrößert ist und ob eine Erweiterung der Lungenvenen vorhanden ist. Beides weist auf eine wahrscheinliche Herzinsuffizienz hin. Ein EKG gehört ebenfalls zu der Basisdiagnostik bei den Erkrankungen des Herzens, u.a. bei dem Verdacht auf Herzinsuffizienz.

Herzinsuffizienz Therapie / Behandlung

Wenn die Ursache für die Herzinsuffizienz in einer bestehenden Herzerkrankung liegt, dann soll primär diese Krankheit behandelt werden. Bei Patienten, die an der chronischen ischämischen Herzkrankheit (koronare Herzkrankheit) leiden, kann eine Beipassoperation bzw. eine Stentimplantation helfen. Wenn ein Herzklappenfehler vorhanden ist, der für die unzureichende Herzleistung verantwortlich ist, dann soll vor allem dieser Fehler therapiert werden.

In einem solchen Fall empfiehlt sich ein operativer Eingriff. Zu den nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden der Herzinsuffizienz gehören die Gewichtsreduktion, die positive Änderung des Lebensstils, Verzicht auf Alkoholkonsum und auf Rauchen. Eine aktive Lebensweise ist nicht bei jeder Art der Herzinsuffizienz als eine Therapiemethode zu empfehlen. Bei der kardialen Dekompensation, wenn Ödeme und Wassereinlagerungen auch in der Ruhephasen auftreten, wird in der Regel Bettruhe empfohlen.

Zur medikamentösen Behandlung der Herzinsuffizienz gehört die Verabreichung von Betablockern (Präparate, die den Blutdruck senken), von Diuretika (Präparate, die die Ausschwemmung vom Wasser aus dem Körper fördern und dadurch gegen die Ödeme wirken) und von Herzglykosiden (Präparate zur Förderung der Schlagkraft des Herzens). Als verbreitete invasive Therapiemethoden gelten eine Implantation von einem Defibrillator, eventuell in Kombination mit einem Herzschrittmacher. Durch elektrische Reize dieser Geräte wird die Herztätigkeit stimuliert und normalisiert. In Fällen einer schweren und unheilbaren Herzinsuffizienz kann ein „Kunstherz“ implantiert werden, d.h. eine Maschine, die in den Blutkreislauf des Patienten eingeschaltet wird und die entweder das kranke Herz ersetzt oder seine Funktion unterstützt. Oft wird das „Kunstherz“ als eine Überbrückung bis zur Herztransplantation eingesetzt.

Herzinsuffizienz Verlauf

Es gibt grundsätzlich zwei Verlaufsformen der Herzinsuffizienz. Bei der akuten Herzinsuffizienz entwickelt sich ein lebensbedrohlicher Zustand innerhalb von einigen Tagen oder sogar Stunden. Diese Entwicklung kann mehrere Ursachen haben, die wichtigsten sind Herzinfarkt, Lungenembolie, Herzmuskelentzündung. Herzrhythmusstörungen und ein zu langsamer Herzschlag (Bradykardie), aber auch zu schneller Herzschlag (Tahykardie) können ebenfalls eine akute Herzinsuffizienz verursachen.

Dieser Zustand ist lebensgefährlich und soll umgehend behandelt werden. Bei einem chronischen Verlauf entwickelt sich eine Herzinsuffizienz im Laufe von mehreren Monaten oder sogar Jahren. Die Kompensationsprozesse im Körper sind eine Antwort des Organismus auf die verminderte Herzleistung: Der Herzschlag wird schneller, es kommt zur Verdickung des Herzmuskels und zur Vergrößerung des Blutvolumens. Allerdings kann auf Dauer die unzureichende Herzleistung nicht effektiv kompensiert werden.

Eine medikamentöse oder operative Behandlung wird mit der Zeit notwendig.

Herzinsuffizienz Vorbeugen

Zur Prävention der Herzinsuffizienz gehört die Minderung von Risikofaktoren. Vorbeugen von Krankheiten, die zur Herzinsuffizienz führen, bedeutet gleichzeitig auch Herzinsuffizienz vorzubeugen. Eine positive Veränderung im Lebensstil, gesunde fettarme und vitaminreiche Ernährung, Reduktion des Körpergewichts, Verzicht auf Alkohol, auf Rauchen, Vermeiden von Stress sind relevante Maßnahmen zur Vorbeugung von Herzinsuffizienz.

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