Herzinfarkt

Der medizinische Begriff für Herzinfarkt lautet Myokardinfarkt. Umgangssprachlich existieren jedoch diverse andere Namen für die Krankheit, wie zum Beispiel Herzschlag, Herzanfall oder Herzattacke. Ein Herzinfarkt erfolgt aufgrund einer Erkrankung des Herzens und ist ein Ereignis, das lebensbedrohlich ist. In der Humanmedizin wird die Krankheit oftmals durch den Begriff AMI (acute myocardial infarction) abgekürzt.

Die Ursache eines Herzinfarktes ist meist eine Durchblutungsstörung, welche im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit entsteht. Sie ist auf eine arteriosklerotische Veränderung der Gefäße und Blutgerinnsel (Koronarthrombose) zurückzuführen. Des Weiteren kann sie auch von einer krampfartigen Verengung der Gefäße (Koronarspasmus) begleitet werden. 65-75 Prozent aller ST-Hebungsinfarkte entstehen dabei durch eine Ruptur von verletzlichen Plaques.

Herzinfarkt Ursachen

Herzinfarkt: Symptome und UrsachenBesondere Risikofaktoren für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße in Form eines Herzinfarktes sind das Alter und der Lebensstil. So sind insbesondere Diabetis mellitus, Bluthochdruck und Nikotinkonsum bekannte Risikofaktoren für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. Diese Faktoren werden umgangssprachlich auch noch als Wohlstandsrisikofaktoren tituliert. Auch genetische Faktoren können jedoch eine Ursache für einen Herzinfarkt sein. So können auftretende Krankheiten des Kreislaufs oder Störungen des Fettstoffwechsels durch erbliche Einflussfaktoren bedingt sein oder entstehen.

Generell werden diese Risikofaktoren durch mangelnde Bewegung, Fehlernährung und Übergewicht verstärkt. Während die oben genannten Ursachen das Herzinfarkt-Risiko langfristig beeinflussen, gibt es jedoch auch kurzfristige und konkret auslösende Ursachen. So sind Stress, Wut oder psychosoziale Faktoren und Störungen eine akute Ursache von Herzinfarkten. Herzinfarkte treten zum Beispiel vor allem in den frühen Morgenstunden und an Montagen auf. Diese Begebenheit wird von der Medizin als Indiz dafür gewertet, dass Stress ein akuter Einflussfaktor ist. Ebenso beweisen Studien in Verbindung mit der Fussball-Weltmeisterschaft, dass eine klare Beziehung zwischen dem Level an emotionalem Stress und der Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes besteht.

Herzinfarkt Symptome

Das am Häufigsten wahrgenommene Symptom eines Herzinfarktes ist ein starker Schmerz in der Brustregion. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Brustschmerzen die symptomatisch für einen Herzinfarkt sein können. So nehmen besonders viele Patienten ein starkes Druckgefühl in der Gegend der Brustbeines oder ein Engegefühl im gesamten Brustkorb wahr. Doch auch stechende Schmerzen in der Brustregion können ein Symptom für einen Herzinfarkt sein. Die Schmerzen in der Brustregion können jedoch auch noch weiter ausstrahlen. In diesem Fall können Patienten auch Schmerzen in den Armen, dem Hals, der Schulter, dem Rücken oder dem Oberbauch wahrnehmen.

Da die Symptome oftmals von Übelkeit, Atemnot und einem Gefühl der Angst begleitet werden, beschreiben einige Menschen die Symptome auch noch als „Vernichtungsschmerz“. Die Symptome können jedoch bei verschiedenen Patienten mit verschiedenen Merkmalen stark unterschiedlich verlaufen. Insbesondere ältere Patienten und Frauen zeigen wesentlich atypischere oder diffusere Symptome als jüngere Patienten oder Männer.

So können bei Frauen und älteren Patienten häufig Symptome wie Erschöpfung, Atemnot und Schlafstörungen bis zu einem Monat vor dem eigentlich Herzinfarkt auftreten. Aufgrund des atypischen Krankheitsverlaufs bei Frauen und älteren Patienten, haben Schmerzen im Brustkorb eine geringere Aussagekraft bei dieser Risikogruppe. Nicht alle Betroffenen jedoch diese Anzeichen eines Infarktes. So kann ein Herzinfarkt manchmal gar keine oder kaum bemerkbare Symptome verursachen. In diesem Falle wird er oft erst nachträglich mittels einer EKG-Untersuchung festgestellt.

Herzinfarkt Diagnose

In der Akutphase besteht die Untersuchung vor allem aus der Anfertigung eines EKGs. Mit dieser Methode kann die Diagnose „Herzinfarkt“ zu 95% sichergestellt werden. Bei diesem starken Verdacht auf einen Herzinfarkt wird die sichere Diagnose dann mittels eines sogenannten „Biomarker Analyse“ erstellt. Typischerweise wird hierbei die Konzentration der verschiedenen Biomarker im Blut verfolgt. Ist das Niveau von kardialem Troponin oder CK-MB erhöht, so sucht man nach einem weiteren Kriterium, um die Diagnose zu sichern.

Diese Kriterien beinhalten unter anderem typische EKG-Veränderungen, die oben beschriebenen Brustschmerzen oder einen vor kurzer Zeit durchgeführten Eingriff an einem Herzkranzgefäß. Diese Methode erlaubt eine Diagnose jedoch erst nach vier bis sechs Stunden. Resultate von neuen Studien weisen darauf hin, dass die Diagnose mittels des Herzmarkers Glycogenphosphorylase BB schneller und spezifischer sein könnte. So ist es mit diesem Marker möglich, einen Herzinfarkt bereits in der ersten Stunde zu diagnostizieren. Diese schnellere Diagnose reduziert die Gefahr eines irreversiblen Schadens am Herzgewebe.

Herzinfarkt Therapie / Behandlung

Die erste Zeit nach dem Herzinfarkt sind von entscheidender Bedeutung für die Patienten. So kann innerhalb der ersten Stunde nach dem Auftreten des Herzinfarktes die Möglichkeit den durch einen Gefäßverschluss angerichteten Schaden durch Methoden wie eine Lysetherapie oder eine Herzkatheterbehandlung fast komplett rückgängig zu machen. Daher ist es extrem wichtig im Falle eines Herzinfarktes sofort den Rettungsdienst zu alarmieren. Da die Gefahr eines Herzstillstandes durch Auftreten von Kammerflimmern ist in der ersten Stunde besonders hoch ist, muss die Herz-Lungen-Wiederbelebung möglichst schnell erfolgen.

So besteht die Möglichkeit den Tod oder schwere Schäden aufgrund einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns zu verhindern. Nach Wiederbelebung sollte möglichst schnell ein EKG zur ersten Sicherung der Diagnose ausgeführt werden. Aufgrund der Gefahr einer Herzrhythmusstörung wird der Herzschlag nach einem Herzinfarkt weiter 5-8 Tage mittels EKG verfolgt. Daneben zielt die medikamentöse Therapie vor allem auf eine möglichst gute Versorgung des Herzens mit Sauerstoff ab.

Generell verabreichen Ärzte aus diesem Grund vor allem Nitroglycerin-Sprays oder -Kapseln. Daneben sind Morphinpräparate, Clopidogrel und Acetylsalicylsäure, sowie Heparin, Mittel welche Patienten nach einem Herzinfarkt verabreicht werden. Nur bei einer sehr niedrigen Sauerstoffsättigung des Bluts verabreichen Ärzte Patienten noch Sauerstoff (O2).

Herzinfarkt Verlauf

Vor allem die ersten Minuten und Stunden nach dem Eintritt eines Herzinfarktes sind für Patienten entscheidend. Sie beeinflussen den weiteren Verlauf der Krankheit und die Überlebenschancen des Betroffenen enorm. Der größte Anteil an Todesfällen entsteht durch Kammerflimmern.

Die Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt werden stark vom Alter des Patienten beeinflusst. So ist die Sterblichkeitsrate bei älteren Patienten wesentlich höher als bei jüngeren Patienten.

Herzinfarkt Vorbeugen

Einen Herzinfarkt sicher vorbeugen ist kaum möglich. Es gibt jedoch verschiedene Methoden welche angewendet werden um das Risiko eines Herzinfarktes zu senken. So sollten Patienten aufhören mit Rauchen und auf eine gesunde Ernährung achten. Vor allem übergewichtige Patienten sollten versuchen viel Obst und Gemüse und wenig Fett zu essen. Auch Sport sollte ein Bestandteil des Alltages sein. Dies erlaubt neben dem Gewichtsverlust auch den Stressabbau.

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