Heiserkeit

Unter Heiserkeit versteht man eine häufig auftretende Beeinträchtigung der menschlichen Stimme, die einerseits oft Heiterkeit bei den Zuhörern auslöst andererseits aber auch ernste Ursachen haben kann. Äußert sich die Heiserkeit in einer Veränderung der Stimme, spricht man auch von Dysphonie. Ist die Stimme völlig tonlos, dann wird dieser Zustand als Aphonie bezeichnet. Um das Entstehen von Heiserkeit zu verstehen, sollte man den menschlichen Stimmapparat verstehen, der zur Erzeugung von Tönen und Stimme dient. Die wesentlichen Teile Stimmapparates bestehen aus dem Kehlkopf und den Stimmbändern, die auch als Stimmlippen bezeichnet werden.

Töne erzeugt der Mensch dann, indem er seine Stimmbänder in Schwingungen versetzt. Dadurch gerät auch die Luft im Kehlkopf und im Mund in Schwingung und der Ton wird hörbar. Die Stimmbänder werden von Muskeln bewegt, welche die Stimmbänder spannen und entspannen können. Je nach Spannung der Stimmbänder wird ein hoher oder ein tiefer Ton erzeugt, wenn die Stimmbänder und der restliche Stimmapparat gesund sind. Die Lautstärke wird durch die Stärke des Luftstroms beeinflusst, der durch die Stimmbänder gedrückt wird. Aus dem Zusammenspiel zwischen Bildung der Tonhöhe, der Lautstärke und der Modulation eines Tons durch den Mundraum entsteht schließlich die ganz individuelle Stimme einer Person.

Sobald dieser fein abgestimmte Mechanismus beeinträchtigt wird, kommt es zur Heiserkeit, weil die gewohnte Mechanik der Ton- und Stimmerzeugung nicht mehr funktioniert. Schon wenn der Stimmapparat durch lautes Rufen oder Schreien belastet wird, stellen sich schnell Überlastungen der Stimmbänder ein, die sich dann zu einer Heiserkeit ausweiten können. Wenn die Stimmbänder anschwellen, weil sie zum Beispiel durch eine Infektion gereizt sind, können sie sich nicht mehr in vollem Umfang ausdehnen bzw. zusammenziehen und der Tonumfang ist automatisch beschränkt, was als Heiserkeit wahrgenommen wird.

Solche Beeinträchtigungen können viele Ursachen haben und äußern sich in verschiedenen Erkrankungen des Stimmapparates. Relativ harmlos sind durch Erkältung oder Überlastung angeschwollene Stimmbänder. Problematischer sind so genannte Sängerknötchen, die auf den Stimmbändern wachsen können. Lebensgefährlich können Tumore des Stimmapparates sein, die sich zwar rein äußerlich nur durch Heiserkeit ankündigen, jedoch lebensbedrohlich sein können.

Heiserkeit Ursachen

Heiserkeit SymptomeGanz unterschiedliche Reize können Heiserkeit verursachen. Als Ursachen für die Reizung der Stimmbänder und danach folgende Heiserkeit kommen am häufigsten Entzündungen infrage. Aber auch Überanstrengung, chemische Reizungen, Lähmungen der Stimmbänder oder verschiedene Tumore können die Stimmbänder beeinträchtigen und Heiserkeit auslösen. Chemische Reize sind eine besonders häufige Ursache für Heiserkeit. Sie können einfach durch Staub in der Atemluft ausgelöst werden oder zum Beispiel auch von Aerosolen ausgehen, die in vielen Reinigungsmitteln vorhanden sind.

Ein besonders starker chemischer Reiz, der die Stimme sehr belastet und oft zu Heiserkeit führt, stellt das Rauchen dar. Der Konsum von Alkohol kann ebenfalls der Grund für Heiserkeit sein. Alkohol ist ein Zellgift, das für ein Anschwellen des Gewebes auch im Stimmapparat sorgt. Vor allem die Schwellung der Stimmbänder reicht dann aus, um den nach Alkoholgenuss erzeugten Ton der Stimme bis zur Heiserkeit zu verändern. Abgesehen davon ist Alkohol zusammen mit dem Rauchen einer der häufigsten Ursachen für Krebserkrankungen des Kehlkopfes und der Stimmbänder. Einige Heiserkeitssymptome sind jedoch nicht krankhaft. Weil die Stimme auch von der emotionalen Stimmung eines Menschen abhängt, kann die Stimmlage sich mit der Stimmung stark verändern und man kann dann auch heiser werden, ohne gleich krank zu sein.

Ein anderes allgemein bekanntes natürliches Phänomen im Zusammenhang mit Heiserkeit ist die Zeit des Wachstums des Stimmapparates während der Pubertät. Besonders junge Männer haben hier mit Heiserkeitsproblemen zu kämpfen, während sich ihr Stimmapparat an das Körperwachstum anpasst. Auch wenn die Muskelfasern im Alter an Spannung verlieren, verändert sich auch bei älteren Menschen die Stimme, was zwar ebenfalls zu Heiserkeit führen jedoch nicht als krankhaft gelten kann.

Heiserkeit Symptome

Eine heisere Stimme kann sich durch die verschiedensten Veränderungen des Sprechtons bemerkbar machen und Heiserkeit kann sogar eine vollständige Tonlosigkeit bedeuten. Durch Heiserkeit kann eine Stimme zum Beispiel rauer, belegter oder auch piepsiger klingen als normal.

Es ist auch nicht selten, dass die Stimme über lange Strecken ganz normal klingt und sich nur ab und zu Heiserkeit einstellt. Besonders bei stimmlicher Überlastung gibt es auch das Phänomen, dass die Stimme nur bei besonders lauten Tönen versagt, während sie bei leiser Sprechweise völlig normal klingt. Gleichermaßen kann es vorkommen, dass die Stimme plötzlich nach oben oder unten in der Tonhöhe schwankt, man so zusagen vom Bass in eine Piepsstimme wechselt und umgekehrt.

Heiserkeit Therapie / Behandlung

Eine überanstrengte Stimme ist am einfachsten zu kurieren. Wenn man dem Stimmapparat Ruhe gönnt, können die Stimmbänder sich entspannen und erholen sich oft schon nach kurzer Zeit wieder. Viele andere, vorübergehende Störungen der Stimme können oft auch durch gezielte Stimmübungen beseitigt werden. Für die medizinische Stimmtherapie stehen dazu Phoniater zur Verfügung, die auch durch eine Stimmdiagnostik helfen können, krankhafte Entwicklungen des Stimmapparates zu erkennen.

Erkältungsbedingte Heiserkeit kann ganz praktisch durch Bekämpfung der Erkältungssymptome mit den allgemein üblichen Mitteln beseitigt werden. Haben sich so genannte Sänger Knötchen auf den Stimmlippen gebildet, müssen sie oft operativ entfernt werden, wenn andere therapeutischen Maßnahmen nicht zu einer Rückbildung geführt haben. Hochpräzise Operationstechniken erlauben heutzutage auch, an den besonders feinen Teilen des Stimmapparates Operationen durchzuführen. Sollten sich sonstige Tumore an den Stimmbändern gebildet haben, können sie so oft noch in einem frühen Stadium durch eine Operation entfernt werden, auch wenn sie bösartig sind.

Heiserkeit Verlauf

Heiserkeit durch eine Erkältung äußert sich zuerst durch eine leichte Stimmveränderung, die sich meistens im Laufe einiger Stunden immer stärker bemerkbar machen. Bei besonders starker Beanspruchung des Stimmapparates zum Beispiel durch eine Entzündung des Rachenraums kommen zu den Stimmstörungen auch Rachenschmerzen hinzu. Handelt es sich um eine ernstere Infektionskrankheit, kann die Heiserkeit von Halsschmerzen und Fieber begleitet sein und sich ohne rechtzeitige, richtige Behandlung innerhalb einiger Tage zu einer lebensbedrohlichen Krankheit wie der Epiglottitis weiterentwickeln.

Tumorerkrankungen beginnen oft erst mit zeitweiligen Stimmstörungen, die immer hartnäckiger und nachhaltiger werden. Hinzu kommen im Laufe der Zeit Schluckbeschwerden und Schmerzen. Besonders das Rauchen sorgt für ständige Überreizung der Stimmlippenschleimhaut. Die Folge ist eine chronische Heiserkeit, die sich gerade bei Frauen in einer besonders tiefen, rauen Stimme bemerkbar macht, die sich im Laufe der Zeit verschlimmert und im Verlauf andere Erkrankungen des Stimmapparates nach sich ziehen kann.

Heiserkeit Vorbeugen

Zur Vorbeugung gegen Heiserkeit bieten sich viele Maßnahmen an. Heiserkeit durch ein für die Stimme ungünstiges Raumklima kann man im beruflichen und privaten Bereich vermeiden, indem man die Luft ausreichend feucht hält. Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit verhindert ein Austrocknen der Stimmbänder und beseitigt damit ein häufige Ursache für Heiserkeit. Wer Erkältungen vermeidet, schützt damit automatisch auch seinen Stimmapparat vor Infektionen und Beeinträchtigungen der Stimme durch Heiserkeit. Auch Überanstrengungen der Stimmbänder durch zu langes, lautes Rufen oder Schreien sind leicht zu vermeiden.

Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Schonung der Stimme ist das Ausschalten von chemischen Reizungen des Stimmapparates insbesondere durch das Rauchen. Durch einen Rauchverzicht wird der gesamte Stimmapparat entlastet und es wird auch Krankheiten des Stimmapparates wie Krebs vorgebeugt, die nicht nur zu Heiserkeit, sondern auch zum Verlust des gesamten Kehlkopfes und damit der ganzen Stimmen führen können. Auch ein mäßiger Alkoholkonsum ist eine wichtige Vorbeugung gegen Beeinträchtigungen der Stimme durch Heiserkeit. Gegen Heiserkeit und andere stimmliche Einschränkungen im Alter beugt Singen sehr gut vor, weil der Stimmapparat trainiert bleibt. Allerdings sollte man dazu auch die richtige Technik benutzen, welche unnötige Überanstrengungen der Stimmbänder eines gealterten Stimmapparates vermeidet.

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