Harnröhrenentzündung

Die Harnröhrenentzündung, lateinisch Urethritis genannt, ist eine Schleimhaut-Entzündung der Harnröhre. Sie gehört zu der Gruppe der unteren Harnweginfektionen. In den meisten Fällen wird die Harnröhrenentzündung durch Bakterien ausgelöst. Aber auch Einzeller, Viren oder Pilze können Verursacher sein. Die Urethritis ist ansteckend und wird unter anderem durch Geschlechtsverkehr übertragen. Mediziner unterscheiden bei einer Harnröhrenentzündung zwischen zwei Definitionen.

Die erste Entzündung ist die spezifische Harnröhrenentzündung. Diese ist zugleich auch die häufigere und wird durch Bakterien ausgelöst wie Gonokokken. Des Weiteren gibt es die unspezifische Harnröhrenentzündung. Bei dieser gehören Korynebakterien, Chlamydien oder auch Trichomonaden zu den Erregern. Beide Formen sind sexuell übertragbar. Ist die Urethritis allerdings Folge einer mechanischen Reizung wie etwa durch instrumentelle Eingriffe, ist sie nicht ansteckend. Männern und Frauen können gleichermaßen betroffen sein. Bei der Harnröhrenentzündung spielt das Geschlecht keine Rolle, sondern nur in deren Äußerung.

Harnröhrenentzündung Ursachen

Harnroehrenentzuendung Symptome und UrsachenÜberwiegend ist die Ursache einer Harnröhrenentzündung eindeutig der sexuellen Übertragung nachzuweisen. Ansteckung erfolgt etwa über Bakterien wie Chlamydien, Ureaplasmen, Mykoplasmen und/oder Gonokokken. Geschützter Geschlechtsverkehr mit einem Kondom kann die Gefahr der Ansteckung minimieren aber ist jedoch durch die leichte Schmierinfektion nicht auszuschließen. Weitere Ursachen finden sich auch in verschiedenen Krankheitsbildern wie zum Beispiel Diabetes mellitus, der sogenannten Reiter-Krankheit oder Typhus abdominalis. Diverse Allergien wurden ebenfalls als Verursacher diagnostiziert.

In einigen Krankheitsfällen sind mechanische Reizungen die Auslöser. Dazu zählen zum Beispiel Harnröhrenkatheter und bestimmte Praktiken der Selbstbefriedigung. Dabei wird die empfindliche Schleimhaut geschädigt und die Folge ist eine Harnröhrenentzündung. In bestimmten Fällen ist eine Urethritis Folge von Medikamentenzuführungen über die Harnröhre. Hingegen können aber auch chemische Verhütungsmittel und Gleitcremes zu allergische Reaktionen führen und diese wiederum sind der Auslöser. Ein weiterer Verursacher ist gelegentlich auch der Verzehr von sehr scharfen Speisen, die zu einer Reizung und Entzündung der Schleimhaut führen.

Harnröhrenentzündung Symptome

Ein absolut typisches Symptom für eine Harnröhrenentzündung ist das Brennen und Probleme beim Wasser lassen und ist ungefähr zu vergleichen mit einer Blasenentzündung. Ein weiteres Symptom ist ein ständiger Juckreiz und andauerndes Brennen im Bereich der Harnröhre. Zudem wird ein häufiger Harndrang verspürt. Bei Männern und Frauen tritt gleichermaßen auch ein weißlich bis ­grüner Ausfluss aus der Harnröhre. Dieser Schleim wird von manchen auch als glasig oder eitrig beschrieben.

Die Austrittsöffnung der Harnröhre ist in vielen Fällen rötlich gefärbt und schmerzt. Zusätzlich muss erwähnt werden, dass etwa 25% also jede 4. Harnröhrenentzündung unentdeckt bleibt, da oben genannte Symptome ausbleiben. Diese Tatsache kann zur Folge haben, dass für den Patienten oder die Patientin mit Folgeerkrankungen zu rechnen ist.

Harnröhrenentzündung Diagnose

Um eine Harnröhrenentzündung nachzuweisen, sprich zu diagnostizieren, wird meistens eine Urinprobe eingefordert. Inzwischen gibt es Schnelltests in Form von Teststreifen, die die eventuelle Anzahl von Keimen aufzeigen können. Ebenfalls wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, da bei einer Urethritis eine deutliche Rötung an der Harnröhre zu erkennen ist. Ein weiterer Diagnose-Schritt ist Abnahme eines Abstrichs. Dieser Abstrich wird durch das Einführen eines Drahtbügels in die entzündete Harnröhre entnommen. Unter einem Mikroskop kann der behandelnde Arzt sich die genaue Farbe und Konsistenz des Sekrets anschauen. Ist der Schleim eher glasig und dünnflüssig, weist dies auf Mykoplasmen hin. Ist der Ausfluss allerdings eher eitrig, rücken Chlamydien und Gonokokken in den Vordergrund. Um eine endgültige und sichere Diagnose stellen zu können, werden die Erreger in einem Labor auf Nährboden angezüchtet und anschließend bewertet.

Harnröhrenentzündung Therapie / Behandlung

Damit mit der Behandlung begonnen werden kann, muss zuerst der Krankheitstyp festgestellt sein. Handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Harnröhrenentzündung, erfolgt die Therapie mit Medikamenten wie Antibiotika oder einem Antipilzmittel. Betroffene Patienten sollten zusätzlich zur medikamentösen Therapie darauf achten viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Auch wenn das Wasserlassen schmerzhaft ist, reinigt das häufige Spülen die Harnröhre. Es ist zudem wichtig, den Körper ausreichend warmzuhalten, besonders die Füße. Ebenfalls sollte während der Krankheit und der Behandlung auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, bis die Symptome abklingen. Lebt der betroffene Patient in einer Partnerschaft, so ist es unabdingbar das auch der Partner sich auf eine eventuelle Harnröhrenentzündung untersuchen lässt. Hausmittel können zusätzlich eingesetzt werden wie zum Beispiel das Trinken von Johannisbeersaft, Preiselbeersaft und Cranberrysaft.

Harnröhrenentzündung Verlauf

Der Verlauf einer Harnröhrenentzündung verläuft ganz unterschiedlich. Dabei ist nicht nur der Verlauf von Patient zu Patient unterschiedlich, sondern auch der bei Frauen und Männern. Gerade bei vielen Frauen verläuft eine Harnröhrenentzündung oft ohne Beschwerden ab. Ist die Harnröhre durch einen Erreger infiziert worden, kann der Ausbruch einige Tage oder sogar Wochen dauern. Wird eine Harnröhrenentzündung früh erkannt und behandelt, verläuft in den meisten Fällen alles ohne Komplikationen und/oder Folgen. Wie aber oben schon erwähnt, bleiben viele Entzündungen aufgrund ausbleibender Symptome unentdeckt.

Dieser Fakt kann zur Folge haben, dass gerade bei sexuell übertragbaren Erregern der Partner mit infiziert wird und das Risiko für Komplikationen durch Nichtbehandlung ansteigt. Für Männer und Frauen kann das Ausbleiben einer Behandlung unterschiedlichste Folgen haben. Bleibt eine Harnröhrenentzündung unentdeckt, kann sie sich eventuell auf weitere Organe ausbreiten. Bei Männern, die eine durch Chlamydien verursachte Urethritis haben, besteht die Gefahr das ­es zu einer Entzündung der Vorsteherdrüse und der Nebenhoden kommt. Jeder 4. Mann ist von diesen Komplikationen betroffen und bekommt zusätzlich Schüttelfrost, Fieber und erhöhte Schmerzen.

Für Frauen, die sich in einer Schwangerschaft befinden, bedeuten Erreger der Chlamydien oder Gonokokken auch eine erhöhte Gefahr für das Ungeborene. Kommt es zum Beispiel während der Geburt dazu, dass der Säugling sich mit den Erregern infiziert, kann das für das Baby eine Bindehautentzündung bedeuten. Diese führt sogar in einigen Fällen zur Erblindung des Neugeborenen. Wird eine Harnröhrenentzündung jedoch frühzeitig und angemessen behandelt, führt das zur völligen Heilung der Harnröhre und auch mit Folgeschäden ist dann nicht zu rechnen.

Harnröhrenentzündung Vorbeugen

Teilweise lässt sich einer Harnröhrenentzündung vorbeugen. So ist zum Beispiel wichtig, wenn man häufiger wechselnde Partner hat, sich ausreichend mit einem Kondom zu schützen. Denn Fakt ist, dass die meisten Harnröhrenentzündungen sexuell übertragen werden. Des Weiteren sollte die Blase regelmäßig und vollständig entleert werden, besonders nach dem Geschlechtsverkehr.

Zusätzlich sollte viel getrunken werden, denn umso häufiger die Blase gespült umso weniger Keime können sich ansammeln. Nasse Kleidung sollte sofort gewechselt werden. Der Körper und insbesondere die Füße müssen zur Vorbeugung warmgehalten werden. Für Frauen empfiehlt sich zudem ein Intimspray und gründliches Reinigen der Scheide mit Wasser. Eine gesunde Vaginalflora ist weniger anfällig für eventuell aufkommende Keime und Erreger.

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