Gürtelrose

Die Gürtelrose, medizinisch Herpes Zoster genannt, ist ein gefährlicher und schmerzender Hautausschlag. Verantwortlich dafür ist das Varizella-Zoster-Virus, das zu den Herpes-Viren zählt. Durch das Varizella-Zoster-Virus entstehen bei der Erstinfektion Windpocken, die sogenannten Varizellen. Nach der Infektion mit Windpocken bleiben die Viren unbemerkt über Jahre und Jahrzehnte im Körper und setzen sich an den Nebenwurzeln des Rückenmarks oder in den Hirnnerven ab. Menschen, deren Immunsystem geschwächt oder stark überlastet ist, sind besonders anfällig für Gürtelrose.

Aber auch Fieber, Hautirritationen, Medikamente oder psychische Belastungen begünstigen die erneute Vermehrung der Viren. Dann erkranken die Betroffenen an der Gürtelrose als Zweitinfektion. Dabei können die entsprechenden Körperregionen schmerzen, bevor die Infektionskrankheit ausbricht. Die Gürtelrose kann in allen Lebensjahren auftreten. Meist sind ältere Menschen und immungeschwächte Personen betroffen. In den meisten Fällen wird die Gürtelrose bei Personen diagnostiziert, die zwischen 50 und 70 Jahre alt sind. Die Ansteckungsgefahr bei Gürtelrose ist niedriger als bei Windpocken und erfolgt nur über die Flüssigkeit in den Hautbläschen. Sind die Bläschen verkrustet und fallen vom Körper ab, ist die Ansteckungsgefahr vorbei. Es können jedoch nur Menschen angesteckt werden, die noch nie Windpocken gehabt haben. Kommt es zu einer Ansteckung, erkrankt der Betroffene an Windpocken und nicht an Gürtelrose.

Gürtelrose Ursachen

Guertelrose Ursachen + SymptomeEine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus ist die Ursache für die Gürtelrose. Gürtelrose tritt nur bei Menschen auf, die in ihrem Leben schon einmal Windpocken gehabt haben. Nach der Erkrankung an Windpocken wandern die Viren entlang den Nervenbahnen zu den Nervenwurzeln. Dort verbleiben sie ungehemmt über Jahre oder Jahrzehnte.

Nach der Reaktivierung wandern diese Viren über die Nervenbahnen wieder zurück zur Haut, wo sie die Gürtelrose auslösen. Eine genaue Erklärung für die Reaktivierung der Viren gibt es nicht. Jedoch begünstigen Stress, UV-Strahlung, höheres Lebensalter, Grippe, seelische Belastung und Abwehrschwäche den Ausbruch der Erkrankung. Insbesondere Menschen, die HIV-positiv sind, an Krebs leiden oder sich Chemotherapien unterziehen, sind besonders anfällig.

Gürtelrose Symptome

Noch bevor der für die Gürtelrose charakteristische Hautausschlag auftritt, nehmen Betroffene die ersten Anzeichen wahr. In der Zeit, in der die Viren wieder anfangen zu reaktivieren, treten stechende Schmerzen an den Nerven auf. Diese sind oftmals nur einseitig. Hinzu kommen Fieber, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und ein brennendes Gefühl in den Nervenbereichen, in denen der Varizella-Zoster-Virus auf seinem Weg zur Haut wandert. Nach wenigen Tagen kommt es einer Reaktion der Haut. Die Haut schwillt an, rötet und es entstehen kleine Blasen, die sich zu einem gürtelartigen Ausschlag mit starkem Juckreiz entwickeln. Die Symptome gleichen denen der Windpocken, jedoch ist der Ausschlag bei der Gürtelrose auf ein Areal des Körpers abgegrenzt. Nach maximal einer Woche ist die Gürtelrose voll ausgebildet und die Blasen beginnen zu platzen. Dabei verkrusten sie und fallen bis zu drei Wochen nach Beginn des Ausschlages vom Körper ab.

Am häufigsten bildet sich die Gürtelrose von der Wirbelsäule aus gürtelartig um den Körper herum. Wenn die Gürtelrose im Gesicht auftritt, befanden sich die Viren in den Hirnzellen. In diesem Fall können alle Bereiche im Gesicht und auf dem Kopf betroffen sein. Im Bereich des Ohres und am Hals kann eine Gürtelrose zur Gesichtslähmung führen. Bei einigen Patienten kommt es auch lange Zeit nach der Erkrankung noch zu Schmerzen an den betroffenen Körperstellen. Mediziner sprechen in dem Fall von einer postzosterischen Neuralgie. Diese tritt oft bei älteren Menschen oder bei zu später und unzureichender Therapie auf.

Gürtelrose Diagnose

Diagnostiziert wird die Gürtelrose anhand der Krankheitsgeschichte und dem Erscheinungsbild der Haut. Der Arzt informiert sich über den Allgemeinzustand des Patienten, die in der Regel über Erschöpfung und Ermüdung klagen. Nicht selten kann es am Anfang zu Fieber kommen. Charakteristisch für die Gürtelrose sind Symptome wie brennender Schmerz in der Region, in dem der betroffene Nervenstrang liegt und die entzündlichen Bläschen und Rötungen auf der Haut. Bevor die Veränderungen sichtbar werden, schmerzt das betroffene Areal bereits mehrere Tage.

Sind die Symptome nicht eindeutig, können Untersuchungen der Hirnflüssigkeit und des Blutes Aufschluss über die Krankheit geben. Die Antikörper, die vom menschlichen Körper gegen das Virus gebildet werden, können bei der Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Eine vermehrte Zunahme des Eiweißgehaltes und der Anzahl der Zellen im Gehirn lässt auf eine Gürtelrose schließen. Betroffene mit einem geschwächten Immunsystem werden auf Begleiterkrankungen untersucht.

Eine Diagnose ist nicht immer leicht, da sich die Gürtelrose unterschiedlich zeigen kann. Es kommt darauf an, in welchen Nervenknoten sich das Virus nach der Erstinfektion verborgen hat. So kann es passieren, dass neben dem Gesicht, dem Gehirn und den Gehörgang auch der Genitalbereich betroffen sein kann.

Gürtelrose Therapie / Behandlung

Gürtelrose lässt sich auf verschiedene Weise therapieren. Mit Schmerzmittel, Infusionen und antiseptischen Tinkturen, zum Auftragen auf die entzündeten Körperpartien, lässt sich Gürtelrose behandeln. Schon bei den ersten Anzeichen einer Gürtelrose sollte in jedem Fall sofort ein Arzt aufgesucht werden. Gleich zu Beginn der Erkrankung sind Viren hemmende Medikamente notwendig. Dadurch wird ein weiteres Ausbreiten der Viren verhindert und die Schwellung, die durch den Druck auf die Nervenknoten entsteht, vermieden. Am meisten werden die Wirkstoffe Aciclovir, Valaciclovir und Brivudin eingesetzt. Alle drei Wirkstoffe können die Viren nicht töten, stoppen aber die weitere Ausbreitung auf den gesamten Körper.

Eine weitere bewährte und begleitende Behandlung ist die Blutegeltherapie. Blutegel werden als Naturheilverfahren zur unterstützenden Therapie bei diversen Erkrankungen eingesetzt. Durch den Einsatz von Blutegeln bei Gürtelrose wird das Immunsystem verstärkt. Die Substanzen im Speichel des Blutegels wirken gerinnungshemmend und krampflösend. Um chronischen Schmerzen vorzubeugen, kann eine Akupunktur bei Gürtelrose unterstützend wirken.

Gürtelrose Verlauf

Der Verlauf der Gürtelrose richtet sich nach mehreren Punkten. So sind der Allgemeinzustand, das Alter und das Immunsystem ausschlaggebend, wie die Gürtelrose verläuft. Je älter und immunschwächer eine Person ist, desto mehr Komplikationen können auftreten. Komplikationen können dabei Muskelschwäche oder Lähmungen im Bereich des Gesichts oder des Gehirns sein. Überwiegend heilt eine Gürtelrose jedoch ohne Folgeerkrankungen. Nach dem Ausbrechen der Gürtelrose wandern die Viren entlang des Nervs zurück zur Haut. Dabei kommt es zu einer Entzündung des Nervs. Die betroffene Region löst Schmerzen aus.

Meist erscheint die Gürtelrose auf einem bestimmten Abschnitt der Haut am Oberkörper. Weniger häufig kommt es zum Ausbruch im Kopfbereich. Die Viren verursachen kleine, mit Flüssigkeit befüllte Bläschen. Nach spätestens zwei Wochen platzen diese Bläschen auf, verkrusten und fallen schließlich ab. Durch die Entzündung kann der Nerv unter Umständen auf Dauer geschädigt werden. Bei einer Gürtelrose kann es in seltenen Fällen auch zu Komplikationen kommen. So können sich nach Abklingen der Gürtelrose auf der Haut Narben bilden oder die Haut verfärben. Sind die Augen befallen, kann dies im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.

Gürtelrose Vorbeugen

Zu einhundert Prozent lässt sich Gürtelrose nicht vorbeugen, denn die meisten Menschen tragen den Virus nach einer Infektion mit Windpocken in sich. In seltenen Fällen kann es auch nach einer Impfung gegen Windpocken zu einer Gürtelrose kommen. Als erster Schritt sollte jeglicher Kontakt mit betroffenen Personen vermieden werden. Empfehlenswert ist eine Impfung in ersten Lebensjahren. Des Weiteren sollte auf Stress verzichtet werden. Denn dies kann unter Umständen auch ein Auslöser für Gürtelrose sein.

Ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung verringern das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Eine weitere Prävention ist die sogenannte Zoster-Impfung – eine Impfung gegen Gürtelrose. Der Impfstoff ist wesentlicher höher dosiert als der Impfstoff gegen Windpocken und in der Regel gut verträglich. Tritt die Gürtelrose trotz Impfung auf, so verläuft die Krankheit harmloser.

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