Gicht

Bei der Gicht handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung, die meist in Schüben verläuft. Das heißt, der Patient kann durchaus längere Zeit beschwerdefrei sein, bevor der nächste Gichtanfall kommt. In der Regel sind Männer von einem Gichtanfall betroffen. Etwa 80 % aller Gichtpatienten sind Männer, Frauen erkranken meist erst nach den Wechseljahren. Gicht entsteht, wenn sich bei dem Patienten zu viel Harnsäure im Blut gesammelt hat, dadurch entstehen Ablagerungen der Harnsäure.

Bei einem Gichtanfall schmerzen vor allem die Gelenke, viel schlimmer ist aber, dass jedes Mal auch die Niere in Mitleidenschaft gezogen wird und diese dadurch geschädigt wird. Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Gicht. Von einer akuten Gicht spricht man, wenn die Gelenke, zum Beispiel häufig an den Füßen, anschwellen, heiß werden und schmerzen. Häufig hat der Patient auch Fieber und vereinzelt Kopfschmerzen. Unbehandelt hält der Anfall bis zu drei Wochen an. Wenn mehrere solcher Gichtanfälle bereits aufgetreten sind, spricht man von einer chronischen Gicht. Diese kann dazu führen, dass es keine Intervalle mehr gibt und die Gelenke dauerhaft schmerzen.

Gicht Ursachen

Gicht Symptome und UrsachenDie Ursachen für die Veranlagung zu Gichtanfällen ist meist schon in den Genen zu suchen. Ist ein Patient bereits erblich vorbelastet, also ein Elternteil oder beide leiden ebenfalls an Gichtanfällen, dann kann es durchaus sein, dass dieses Genmaterial weiter vererbt wurde. Durch diesen Gendefekt sammelt sich im Blut des Betroffenen zu viel Harnsäure an. Verstärkt werden diese Symptome noch durch zu viel Alkohol und fettes Essen. Diese können ebenfalls einen Gichtanfall auslösen, wenn dieser Gendefekt besteht. Dann kann der Körper und vor allem die Niere die überhöht bestehende Harnsäure nicht mehr ausscheiden und die Kristalle setzen sich in den Gelenken fest.

Aber nicht nur der oben beschriebene Gendefekt kann zu einem Gichtanfall führen, auch Patienten mit anderen Stoffwechselerkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes oder einer Leukämie-Erkrankung können als Folge an einem Gichtanfall erkranken.

Gicht Symptome

Die Symptome sind beim ersten Anfall von Gicht immer heftige Schmerzen in einem oder mehreren Gelenken. Häufig sind die großen Zehen betroffen, es können aber durchaus auch andere Gelenke, wie zum Beispiel ein Finger, die Kniegelenke oder die Gelenke im Fuß allgemein betroffen sein. Ein akuter Anfall von Gicht tritt häufig in der Nacht auf, die Patienten leiden sodann unter heftigen Schmerzen in dem betroffenen Gelenk. Meist überfällt ein solcher erster Anfall der Gicht vermeintlich gesunde Personen, die in dem Moment völlig von den Schmerzen überrascht werden, denn ein Gichtanfall kündigt sich vorher nicht an. Das betreffende Gelenk weist neben den starken Schmerzen auch eine Rötung und eine extreme Schwellung auf. Zudem wird es sehr heiß.

Unter Umständen kann der Patient auch unter Fieber und Kopfschmerzen leiden. Wird die Gicht nicht schnell behandelt, wird sie sich auf andere Gelenke ausbreiten, die Abstände zwischen den Anfällen werden immer geringer, so dass es nach einiger Zeit zu einer chronischen Gicht kommen kann. Bei schneller Behandlung eines Gichtanfalls hält dieser jedoch nur einige Tage an. Es kann aber durchaus nach einigen Wochen oder sogar Monaten zu einem erneuten akuten Anfall von Gicht bei dem betroffenen Patienten kommen. Gefährlich ist, dass der Patient es nicht merkt, dass auch die Niere bei jedem Gichtanfall in Mitleidenschaft gezogen wird.

Gicht Diagnose

Nicht immer ist der Harnsäurewert im Blut des Patienten bei einem akuten Anfall der Gicht erhöht. So wird der Arzt in Fällen, bei denen nicht klar ist, ob es sich wirklich um einen Gichtanfall handelt, dies mittels einer Gelenkpunktierung feststellen können. Da die Symptome eines akuten Gichtanfalles allerdings sehr charakteristisch sind, wird dieser schnell vom Arzt als solcher erkannt.

Hat zum Beispiel ein Mann, der über vierzig Jahre alt ist, am Abend mit viel Alkohol und gutem Essen gefeiert, und klagt dieser sodann am nächsten Tag bei seinem Hausarzt über schmerzende Gelenke, so wird dem Arzt sofort klar sein, dass dieser Patient einen akuten Anfall der Gicht hat. Aber nicht immer ist es so eindeutig. Dann werden weitere Untersuchungen nötig. So wird das Blut auf einen erhöhten Harnsäurewert untersucht, dieser ist aber in einem akuten Fall nicht immer erhöht. Allerdings können bei einem akuten Anfall deutliche Entzündungszeichen im Blut sichtbar werden.

Gicht Therapie / Behandlung

Bei einem akuten Gichtanfall hilft es leider nur, Medikamente einzunehmen. Hierbei wird der Arzt sich je nach Patient und Schwere des Anfalles der Gicht für entzündungshemmende Antirheumatika, dem Stoff Colchicin oder aber Kortison, das entweder als Tabletten gegeben wird oder aber direkt ins betroffene Gelenk gespritzt wird, entscheiden. Der Patient sollte in dieser Zeit eventuell Bettruhe wahren, das Gelenk hochlegen, viel trinken und eine spezielle leichte Kost zu sich nehmen, die vor allem purinarm sein sollte. Auch das Kühlen des betroffenen Gelenkes kann Linderung der Schmerzen verschaffen.

Nach dem akuten Gichtanfall werden weitere, andere Medikamente gegeben, die einen chronischen Verlauf und weitere Anfälle der Gicht verhindern sollen, wie zum Beispiel ein Urikostatikum, das die Bildung vermehrter Harnsäure unterdrücken soll. Aber es werden unter Umständen auch Medikamente verschrieben, die den Harnsäurespiegel senken sollen und Medikamente, die die bereits in der Niere enthaltene Harnsäure ausscheiden sollen.

In erster Linie wird jeder Arzt einem Patienten mit einem Gichtanfall die Ernährungsumstellung empfehlen. Hierbei muss der Patient auf Alkohol verzichten und auf eine purinarme Ernährung achten. Denn Purin ist mitverantwortlich für einen Gichtanfall und in vielen Lebensmitteln enthalten, wie zum Beispiel in Fleisch, Hülsenfrüchten und vor allem Innereien. Aber auch Durst- und Fastenphasen sollte der Patient vermeiden, sein Übergewicht, falls vorhanden, reduzieren und viel Bewegung in seinen Alltag einbauen.

Gicht Verlauf

Typisch für einen Gichtanfall ist, dass dieser sich nicht ankündigt und meist in der Nacht oder am frühen Morgen auftritt. Der Patient leidet sodann an starken Schmerzen in einem Gelenk, häufig ist der dicke Zeh betroffen, das Gelenk wird heiß, dick und rot. Oft leidet der Patient auch an Fieber und Kopfschmerzen.

Wird der akute Anfall nicht behandelt, kann er chronisch werden, das heißt, es gibt keine akuten Schmerzen mehr, die Abstände zwischen den Anfällen der Gicht werden geringer und das Gelenk bleibt dauerhaft dick, gerötet, heiß und schmerzt.

Gicht Vorbeugen

Ist ein Patient bereits durch seine Eltern oder einen anderen nahen Verwandten erblich vorbelastet oder leidet er an Diabetes oder Leukämie, so sollte er einem eventuellen Anfall von Gicht vorbeugen. Hier sollte viel Wert auf gesunde und vor allem an Purin armen Lebensmitteln gelegt werden. Viel Purin ist enthalten in Fleisch, Hülsenfrüchten sowie Innereien. Aber auch verschiedene Fischsorten können vermehrt Purin enthalten und begünstigen einen Gichtanfall.

Auch sollten die Lebensmittel immer fettarm zubereitet werden und die Ernährung sehr eiweißreich aus Milch und Eiern sein. Ebenfalls sollte der Patient viel Vitamin C und Gemüse zu sich nehmen. Auf Alkohol sollte auf jeden Fall verzichtet werden. Sehr wichtig ist es jedoch, dass der Patient viel Wasser trinkt und es vermeidet zu viel oder auch zu wenig zu essen. Übergewicht sollte abgebaut werden und tägliche Bewegung in den Tagesablauf eingebaut werden.

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