Gerstenkorn

Das sogenannte Hordeolum (lateinisch für „Gerste“), oder auch einfach Gerstenkorn, ist eine eitrige Entzündung der Drüsen der Augenlider. Diese zeigt sich durch einen Abszess, der nach innen oder außen durchbricht. Unterschieden wird zwischen einem Hordeolum externum, bei dem Eiterdurchbruch nach außen erfolgt. In diesem Fall sind die Moll-Drüsen (Schweißdrüsen) sowie die Zeis-Drüsen (Talgdrüsen) betroffen und das Gerstenkorn tritt an der Lidkante und im Bereich der Wimpern auf.

Zudem gibt es das Hordeolum internum, das sich durch einen Eiterdruchbruch nach innen kennzeichnet. Die Infizierung wirkt sich hier auf die Meibom-Drüsen (Talgdrüsen am Lidrand) aus, das Gerstenkorn tritt dann an der Lidinnenseite auf. Die gutartige entzündliche Verdickung (Tumor) des Lides wird als lästig und schmerzhaft empfunden, ist in der Regel jedoch weitestgehend harmlos.

Gerstenkorn Ursachen

Gerstenkorn SymptomeDas Gerstenkorn entsteht, wenn Bakterien in bestimmte Lidranddrüsen einwandern. In den meisten Fällen wird es durch Hautkeime wie eine Staphylokokken-Infektion hervorgerufen. Eine Streptokokken-Infektion ist dagegen eher selten. Leidet ein Patient gehäuft unter einem Gerstenkorn, kann dies ein Zeichen für ein geschwächtes Immunsystem oder für eine immer wiederkehrende Infektion sein; diese kann durch Augenreiben mit infizierten Händen erfolgen. Mangelnde Hygiene, Kontaktlinsen und Make-Up werden als Risikofaktoren für eine Infektion angesehen.

Besonders bei Kindern treten Gerstenkörner auf. Hier sollte auf ein regelmäßiges Händewaschen nach dem Spielen im Freien geachtet werden. Auch psychischer Stress, eine starke Erkältung oder ein grippaler Effekt begünstigen die Bakterieninfektion, da das Immunsystem geschwächt und die Abwehrkräfte geringer sind. Ebenso stellt ein Besuch in einem Schwimmbad einen gewissen Risikofaktor dar, da das im Wasser vorhandene Chlor die Schleimhäute reizt und die Augen dadurch anfälliger für Infektionen macht.

Gerstenkorn Symptome

Charakteristische Symptome eines Gerstenkorns sind Eiterpickel, Schwellungen am Auge, Schmerzen sowie ein störender Juckreiz. Die empfindliche Lidhaut ist gerötet und gespannt. Sie kann zudem unangenehm brennen. Ebenso kann eine Schwellung und Rötung der Bindehaut auftreten. Leidet der Patient an einem Hordeolum internum, ist auch eine Vorwölbung des Lidrandes möglich. Auch eine Erhöhung der Körpertemperatur kann eintreten.

Gerstenkorn Diagnose

Da ein Gerstenkorn über sehr charakteristische Symptome verfügt, ist es in der Regel auch für Laien feststellbar. Auch wenn der Patient selbst das eitrige, schmerzhafte Knötchen am Lidrand als Gerstenkorn deutet, sollte dennoch ein Augenarzt aufgesucht werden.

Liegt die Entzündung auf der Lidinnenseite, sind die Anzeichen meist nicht so eindeutig und klar zu erkennen. Das Lid wird von einem Arzt auf einen möglichen Entzündungsherd untersucht. Sollte im weiteren Verlauf der Bakterieninfektion eine Bindehautentzündung auftreten, sind darüber hinausgehende Untersuchungen notwendig. Leidet der Betroffene öfter unter einem Gerstenkorn ist ein Arztbesuch dringend anzuraten, um mögliche Krankheiten wie Diabetes mellitus ausschließen zu können. Der Arzt stellt insbesondere fest, ob es sich tatsächlich um ein Gerstenkorn, oder um ein sogenanntes Hagelkorn (Chalazion) handelt. Dieses geht ebenso mit einem Knötchen am Augenlid einher, die Infektion verläuft jedoch in der Regel schmerzfrei.

Gerstenkorn Therapie / Behandlung

Meist platzt ein Gerstenkorn nach einigen Tagen von selbst auf und bedarf keiner zusätzlichen ärztlichen Behandlung. Ein Augenarzt kann jedoch die Schwellungen verringern sowie die Infektion beseitigen durch die Vergabe desinfizierender und antibiotischer Salben und Augentropfen. Auch Rotlicht kann hier hilfreich sein, da sich das Gerstenkorn durch die Wärme schneller öffnet und der Eiter so leichter abfließen kann.

Kommt es nach einiger Zeit nicht zu einem selbstständigen Aufbrechen des Gerstenkorns (bei unkomplizierten Fällen nach etwa 4 bis 6 Tagen), sondern wird vielmehr eine starke Schwellung bemerkt, sollte das Gerstenkorn von einem Augenarzt durch einen Einstich (Inzision) geöffnet werden. Es ist davon abzuraten, das Gerstenkorn selbst auszudrücken. Dadurch kann die Infektion zusätzlich verstärkt und die Heilung verzögert werden.

Gerstenkorn Verlauf

Der typische Verlauf eines Gerstenkorns ist in der Regel komplikations- und harmlos. Meistens heilt es selbstständig wieder ab wenn es von alleine aufplatzt und der Eiter austreten kann. Alsbald nimmt dann auch Schwellung wieder ab und das unangenehme Druckgefühl am Auge sowie der Juckreiz verschwinden. In einigen Fällen sind jedoch auch Komplikationen möglich. Dies ist dann der Fall, wenn das Gerstenkorn an mehreren Stellen gleichzeitig auftritt. Diese möglichen Komplikationen setzen jedoch meist ein bereits geschwächtes Immunsystem voraus.

Selten kommt es zu Lidabszessen oder zu einer Orbitalphlegmon, einer Entzündung des Augapfels. Sollte der Patient sich sehr unwohl fühlen, ist in jedem Fall ein Besuch eines Augenarztes anzuraten.

Gerstenkorn Vorbeugen

Um einen Gerstenkorn vorzubeugen sollte vor allem auf ein gestärktes Abwehrsystem geachtet werden. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt die Entstehung eines Gerstenkorns. Sport, Bewegung und eine gesunde Ernährung können zu einer Stärkung beitragen. Zudem ist die Hygiene im Augenbereich ein wichtiger Punkt um eine Infektion zu vermeiden. Händewaschen ist diesbezüglich sehr wichtig.

Ein Reiben der Augen sollte vermieden werden. Kontaktlinsenträger sollten ihre Linsen stets gut desinfizieren um einen Biofilm aus Erregern zu vermeiden. Die Linsen sollten stets mit gewaschenen Händen eingesetzt werden. Ist eine Infektion mit einem Gerstenkorn überstanden, sollten zudem Kosmetikartikel die mit dem Auge in Berührung kamen desinfiziert werden um einer erneuten Erkrankung vorzubeugen. Um die natürliche Tränenflüssigkeit, die das Auge schützt, zu erhalten, sollten zudem Zugluft und Sonnenlicht vermieden werden, die das Auge zu stark austrocknen.

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