Gelenkentzündung

Die Gelenkentzündung oder Arthritis zählt zu einer der am meisten verbreiteten Krankheiten. Sie wird häufig mit der Arthrose verwechselt, die jedoch nicht auf entzündliche Prozesse zurück zu führen ist, sondern auf einen Verschleiß der Gelenke. Die Erkrankung kann an einem oder mehreren Gelenken auftreten. Wenn die Entzündung an mehreren Gelenken auftritt, spricht man auch von einer Polyarthritis. Die Medizin unterscheidet die verschiedenen Arten der Gelenkentzündung auch nach ihren Ursachen.

Handelt es sich um eine so genannte bakterielle Gelenkentzündung, sind Keime in das betroffene Gelenk gelangt und haben dort eine Entzündung ausgelöst. Dem gegenüber stehen die Gelenkentzündungen, die nicht durch den Befall mit Keimen verursacht werden, sondern die rheumatisch bedingt sind. Diese Gruppe ist die weitaus am häufigsten auftretende Form der Gelenkentzündung, die einerseits traditionell alte Menschen betrifft aber von Vielen nicht auch als Zivilisationskrankheit bezeichnet wird, weil immer mehr junge Menschen daran erkranken. Gelenkentzündungen können deshalb in jedem Alter auftreten, führen oft zu schweren Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und dem zu Folge zur Berufsunfähigkeit.

Gelenkentzündung Ursachen

Gelenkentzuendung: Symptome und UrsachenBakteriell bedingte Gelenkentzündungen können dann leicht auftreten, wenn das Gelenk wie nach einem Unfall oder während einer Operation offen liegt und die Keime so ungehindert in ein Gelenk eindringen können. Es gibt jedoch auch Formen, in denen Keime über die Blutbahn ihren Weg in ein Gelenk finden und es dann infizieren. Neben Bakterien kommen auch Pilze als Auslöser für die infektiöse Form der Gelenkentzündung in Frage. Die nicht-infektionsbedingten Gelenkentzündungen werden den rheumatischen Erkrankungen zugeordnet. Ihre Ursachen werden zum großen Teil auf Erkrankungen des Autoimmunsystems zurückgeführt. Das Immunsystem erkennt dann bestimmte Substanzen des eigenen Körpers nicht mehr und greift sie wie schädliche, körperfremde Substanzen mit Abwehrstoffen an.

Bei rheumatischen Gelenkentzündungen schädigen die körpereigenen Abwehrstoffe die Gelenkschleimhaut. Diese schwillt an und im Laufe der Zeit entstehen immer mehr Wucherungen an der Schleimhaut, sodass sie nach und nach ihre Funktion verliert, den Knorpel des Gelenks zu ernähren. Wird jedoch der Gelenk Knorpel nicht mehr ernährt, stirbt er ab, kann sich nicht mehr erneuern und wird durch die Bewegungen des Gelenks abgerieben. Der fehlende Knorpel lässt dann das Gelenk instabil werden. Es entsteht eine Lücke zwischen den beiden Knochenenden und dadurch lockern sich die Bänder und Sehnen. Am Ende dieses Prozesses ist das ganze Gelenk in sich nicht mehr stabil. Dieser Effekt verstärkt den Abrieb des Gelenk Knorpels noch weiter, sodass im Endstadium die Schutzschicht des Knorpels ganz fehlt und ein Knochen auf dem anderen reibt.

Eine weitere Ursache für eine Gelenkentzündung kann an einer Störung des Purin- bzw. des Harnstoffwechsels liegen sein, die man dann zu einer Gicht Arthritis führt. Ursache dafür ist in fast allen Fällen eine Störung der Nierenfunktion. Hierbei wird die Entzündung des Gelenks durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen im Gelenk hervorgerufen. Diese greifen ebenfalls den Gelenk Knorpel an, der im Laufe der Zeit abgebaut wird. Wenn die Gelenkentzündung auch den Rücken und die Wirbelsäule betrifft, kann es sich auch um die Bechterewsche Krankheit handeln. Hier ist erbliche Belastung die Ursache der Erkrankung, die Medizin hat aber letztlich noch keine Kenntnis über die genaueren Zusammenhänge und kann hierfür auch keine wirklich wirksamen Therapien empfehlen.

Gelenkentzündung Symptome

Für alle Formen der Gelenkentzündung sind die Schmerzen im Gelenk das entscheidende Symptom. Die Symptome der infektiösen Gelenkentzündung sind zusätzlich äußerlich deutlich an Schwellungen und Rötungen in der Umgebung des Gelenks erkennbar, die auf die eitrige Entzündung im Innern des Gelenks hinweisen.

Das Gelenk ist dann überwärmt und die Schmerzen werden durch Bewegung verstärkt. Auch bei den rheumatischen Formen der Gelenkentzündung tritt in den akuten Phasen oft ein Wärmegefühl an den betroffenen Gelenken ein. Die Schmerzen und die Schwellungen im Gelenk beschränken auch hier die Bewegungsfähigkeit. Bei gichtartigen Entzündungen der Gelenke sind bei fortgeschrittener Krankheit starke Schwellungen der Gelenke, die so genannten Gichtknoten bzw. in weit fortgeschrittenem Stadium Gelenk Deformationen auch äußerlich deutlich sichtbar.

Typisch für Gicht ist, dass die Symptome oft schubweise auftreten. Darüber hinaus sind Gichtanfälle von starken stechenden Schmerzen der befallenen Gelenke begleitet. Die betroffenen Gelenke zeigen in akuten Phasen deutliche Entzündungszeichen wie Rötung und Wärme.

Gelenkentzündung Diagnose

Um den Zustand von Gelenken festzustellen, kann in jedem Fall geröntgt werden. Bei der infektiösen Form der Gelenkentzündung wird zur Diagnose eine zusätzliche Blutuntersuchung durchgeführt bzw. bei einer offen Wunde eine Abstrich gemacht, um den Erreger genauer festzustellen. Schwieriger ist die Diagnostik bei den rheumatisch bedingten Gelenkentzündungen. Dazu werden aufwändige Blutuntersuchungen durchgeführt, um bestimmte Faktoren im Blut festzustellen, die als Auslöser bzw. Begleiterscheinung von rheumatischen Erkrankungen bekannt sind.

Oft wird der ganze Körper mit einer so genannten Skelettszintigrafie untersucht, um alle Gelenke zu finden, die bereits von Gelenkentzündungen befallen sind. Gichtartige Gelenkerkrankungen werden aufgrund von Blutuntersuchungen diagnostiziert. Ist der Harnstoffgehalt im Blut besonders hoch, deutet das auf diese Art der Erkrankung hin. Im Röntgenbild weisen jedoch auch so genannte Stanzdefekte in den Knochen nahe am Gelenk auf eine gichtartige Gelenkentzündung hin.

Gelenkentzündung Therapie / Behandlung

Die infektiösen Formen einer Gelenkentzündung werden durchweg operativ behandelt. Während einer Operation wird das Gelenk geöffnet und von Innen von Keimen gesäubert und auch befallenes Gewebe wird möglich vollständig entfernt. Eine zweite Methode ist die so genannte arthroskopische Spülung, die regelmäßig angewendet wird, bis der Keimbefall aufgehört hat. Die Behandlung der nicht infektiösen Gelenkentzündungen konzentriert sich darauf, die Autoimmunprozesse bzw. den Harnsäurespiegel im Blut medikamentös so zu beeinflussen, dass sie sich weniger schädigend auf die Gelenke auswirken.

Neben Schmerzmitteln zur Bekämpfung der Schmerzen werden bleibt jedoch oft nur eine Behandlung der Symptome mit Cortison. Bei Gicht können Medikamente helfen, die den Harnstoffgehalt im Blut senken. Wenn die entzündlichen Prozesse in den Gelenken lange genug gedauert haben, ist die Degeneration eines Gelenks meistens so weit fortgeschritten, dass den Patienten dann letztlich nur noch ein künstlicher Gelenkersatz helfen kann.

Gelenkentzündung Verlauf

Eine rheumatische Gelenkentzündung, kann sich auf ganz unterschiedliche Weise entwickeln. Es beginnt mit einem kaum merklichen Steifheitsgefühl in den Gelenken, die sich meistens morgens nach dem Aufstehen äußert. Im Laufe von Monaten oder Jahren beginnen die Gelenke auch zu schmerzen und vielfach ist dann auch die Beweglichkeit eingeschränkt. Bei manchen Formen der Gelenkentzündung verbessert sich der Zustand zwischenzeitlich immer wieder, was dann bis zu einer zeitweiligen völligen Beschwerdefreiheit gehen kann.

Kommt der nächste Krankheitsschub, können die Beschwerden wieder mit voller Intensität auftreten. Ist die Form der Gelenkentzündung chronisch, verschlechtert sich der Zustand der Patienten allmählich über einen längeren Zeitraum, der viele Jahre dauern kann. Je nach der Lage der betroffenen Gelenke kann bei chronischen Formen der Gelenkentzündung der gesamte Bewegungsapparat in seinen Funktionen soweit eingeschränkt sein, dass man auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Gelenkentzündung Vorbeugen

Die beste Vorbeugung gegen die infektiösen Formen der Gelenkentzündung ist eine ausreichende Hygiene bei Operationen oder Injektionen. Besonders eine Bekämpfung der so genannten Krankenhauskeime ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Gegen rheumatischen Erkrankungen der Gelenke gibt es bis heute keine schlüssigen Rezepte für die Vorbeugung. Zwar gilt hier eine gesunde, fleisch-, fett- und salzarme Ernährung für Viele als Möglichkeit, sich vor Gelenkentzündungen dieser Art zu schützen, durch entsprechende Studien gesichert ist diese Erkenntnis jedoch nicht. Auch die Lehren des Pfarrers und Heilpraktikers Kneipp werden oft als wirksame Vorbeugung gegen oder sogar die Heilung von Gelenkentzündungen angeführt, jedoch ist auch dies in der Medizin umstritten und letztlich unbewiesen. Lediglich zur Vermeidung von Gichtschüben kann eine purinarme Ernährung als wirksame Vorbeugung gesichert empfohlen werden.

Eine generelle Vorbeugung gegen Gicht, deren Wirkung bewiesen ist, gibt es ebenfalls nicht.

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