Gehirnerschütterung

Als Gehirnerschütterung wird ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, also eine Verletzung des Schädels unter Einbeziehung des Gehirns bezeichnet. Wobei bei dem Schädel-Hirn-Trauma keine sichtbare Verletzung des Kopfes durch Platzwunden oder Frakturen der Schädelknochen stattfindet. Die Gehirnerschütterung stellt die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas dar.

Die Einteilung, ob es sich bei der Verletzung noch um eine Gehirnerschütterung oder eine schwerere Form des Schädel-Hirn-Traumas handelt, erfolgt nach der sogenannten Glasgow-Koma-Scala. Die Glasgow-Koma-Scala bewertet die Augenöffnung, verbale Kommunikation und motorische Reaktion jeweils mit Punkten. Diese werden addiert und das Ergebnis stellt die Schwere des Schädel-Hirn-Traumas dar. Bei einer Gehirnerschütterung liegt diese Bewertung bei 13 bis 15 Punkten. Bei einem Wert von 8 Punkten oder weniger ist das Schädel-Hirn-Trauma so schwer, dass für den Patienten eine Lebensgefahr durch mögliche Atemstörungen besteht und das Gehirn schwer in seiner Funktion gestört ist. Bei dem minimalen Wert von drei, der bei der Glasgow-Koma-Skala möglich ist, befindet sich der Patient in einem tiefen Koma.

Auch bei einer Gehirnerschütterung können einige Symptome erst sehr viel Später auftreten. Aus diesem Grund wird ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt zur Beobachtung des Patienten, bei dem ein Verdacht auf ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma besteht, empfohlen.

Gehirnerschütterung Ursachen

Gehirnerschuetterung: Symptome und UrsachenAls die einzige Ursache für eine Gehirnerschütterung ist die stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf bekannt. Dies kann durch einen Schlag auf den Kopf beziehungsweise einen Sturz oder einen Unfall, bei dem man sich den Kopf anschlägt, der Fall sein.

Gehirnerschütterung Symptome

Je nach Schwere des Schlages kann eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit direkt nach dem Ereignis das erste Symptom einer Gehirnerschütterung sein. Diese Bewusstlosigkeit kann von einigen Minuten bis zu höchstens einer Stunde andauern. Nach dem Aufwachen aus der Bewusstlosigkeit sind die häufigsten Symptome einer Gehirnerschütterung starke Kopfschmerzen und eine extreme Übelkeit bis zum Erbrechen.

Ein weiteres Symptom, welches man als ein typisches Merkmal einer Gehirnerschütterung ansehen kann, ist eine Gedächtnislücke für die Zeit des Unfalles und einer kurzen Zeit nach dem Ereignis (anterograde Amnesie). Sehr selten ist hingegen ein Gedächtnisverlust für die Zeit vor dem Unfall (retrograde Amnesie). Bei diesem Symptom ist eine erhöhte Vorsicht geboten, da eine retrograde Amnesie oft einen Hinweis auf eine größere Schädigung des Gehirns gibt.

Weitere Symptome einer Gehirnerschütterung können Schwindel und Gleichgewichtsstörungen sein. Auch Schielen und unterschiedliche Pupillengrößen der Augen können einen Hinweis auf eine mögliche Gehirnerschütterung geben. Unterschiedlich große Pupillen machen zudem weitere Untersuchungen nötig, da diese eine Begleiterscheinung von Gehirnblutungen sein können. Sehr selten sind hingegen visuelle Halluzinationen. Während die vorangegangenen Symptome in der Regel sehr kurz nach einem Unfall auftreten, gibt es auch Symptome, welche noch Wochen nach einer Gehirnerschütterung auftreten können. Dazu gehören neben den erwähnten Kopfschmerzen und der Übelkeit auch Apathie und eine allgemeine Verminderung der Leistungsfähigkeit.

Gehirnerschütterung Diagnose

Zur Diagnose einer Gehirnerschütterung sind umfangreiche Untersuchungen notwendig, da eine Gehirnerschütterung die Möglichkeit einer schwereren Verletzung des Gehirns nicht ausschließt. Um eine Gehirnerschütterung zu diagnostizieren, sind als erste Maßnahme neurologische Tests notwendig. Hierbei muss die Bewusstseinslage des Patienten geprüft werden – ist der Patient ansprechbar, reagiert er auf Schmerzreize und kann er sich klar und deutlich verständlich machen.

Zu den neurologischen Tests gehört auch eine Prüfung der Hirnnerven, die für Auge, Ohr, Mimik, Zunge und Rachen zuständig sind. Außerdem müssen die Bewegungsfähigkeit und die Koordination überprüft werden. Hierzu wird der Patient aufgefordert, mit einem Finger die Nase zu berühren. Bei diesen Tests werden die Ergebnisse in die bereits oben erwähnte Glasgow-Koma-Scala eingeteilt. Bei einem unbestimmten Befund kann auch eine Untersuchung mittels CRT oder MRT notwendig werden.

Gehirnerschütterung Therapie / Behandlung

Da einige Symptome mit mehrtägiger Verzögerung auftreten können, ist ein mindestens zweitägiger Krankenhausaufenthalt zur Beobachtung anzuraten. Dies ist notwendig, um Symptome frühzeitig zu erkennen. Nach dem Krankenhausaufenthalt helfen in erster Linie Ruhe, die Vermeidung von Lärmbelästigung, wenig Stress und der Verzicht auf Fernsehen bei der Heilung. Zur Milderung von Kopfschmerzen und Übelkeit können Schmerzmittel beziehungsweise magenberuhigende Medikamente gegeben werden.

Gehirnerschütterung Verlauf

Auslöser für eine Gehirnerschütterung ist in der Regel ein Schlag auf den Kopf oder ein Unfall, bei dem man mit dem Kopf auf eine harte Oberfläche auftrifft. Als unmittelbare Folge tritt eine mindestens mehrere Minuten andauernde Bewusstlosigkeit ein. Diese kann je nach Schwere des Schlages auch bis zu einer Stunde andauern. Nach dem Erwachen aus der Bewusstlosigkeit folgen starke Kopfschmerzen und eine starke Übelkeit, häufig durch Erbrechen begleitet.

Auch der Verlust der Erinnerung an das Ereignis beziehungsweise an einen kurzen Zeitraum danach sind typische Begleiterscheinungen einer Gehirnerschütterung. Zur Abklärung weiterer Symptome ist ein zweitägiger Krankenhausaufenthalt notwendig. Die Ausheilung einer Gehirnerschütterung dauert in der Regel 10 Tage bis etwa 25 Tage. Bei einer leichten Gehirnerschütterung erfolgt die Heilung bereits nach drei Tagen bis maximal einer Woche. Während des Heilungsprozesses können die Symptome weiterhin bestehen bleiben.

Gehirnerschütterung Vorbeugen

Eine generelle Vorbeugung gegen eine Gehirnerschütterung kann nur durch den Schutz des Kopfes gewährleistet werden. Dazu gehört, dass man vor allem bei sportlichen Betätigungen wie Radfahren, Inlineskaten oder anderen körperbetonten Sportarten einen Sturz- oder Schutzhelm trägt. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man Situationen vermeidet, in denen ein Sturz wahrscheinlich sein könnte. Ist dies nicht möglich, zum Beispiel bei Glatteis, sollte man zumindest eine erhöhte Vorsicht walten lassen.

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