Gebärmutterentzündung

Die Gebärmutterentzündung oder Metritis ist eine bakterielle Infektion der weiblichen Fortpflanzungsorgane. Sie gehört zu den Metropathien, den Erkrankungen der Gebärmutter, und wird zu den Krankheiten des Urogenitalsystems gezählt. In der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten (ICD) wird sie, bei der derzeit gültigen Version ICD-10, unter dem Kürzel N71 geführt.

In der Humanmedizin kommt fast ausschließlich die Endometritis vor, das ist der Infektionsverlauf, bei dem die Gebärmutterschleimhaut entzündet ist. In sehr seltenen Fällen ist hingegen die Muskelschicht der Gebärmutter infiziert. Die Erreger sind typischerweise Staphylokokken-Bakterien, Streptokokken oder Escherichia coli. Diese werden in den meisten Fällen während der Geburt oder des Wochenbettes von der Vagina in den Uterus verschleppt bzw. können nach ärztlichen Eingriffen hinaufsteigen. Es besteht die Gefahr, dass aus der Metritis eine Puerperal-Sepsis wird.

Gebärmutterentzündung Ursachen

Gebaermutterentzuendung SymptomeDie Erreger der Gebärmutterentzündung sind zumeist Bakterien, die aus der Vagina in den Uterus aufgestiegen sind. Der Großteil der Krankheitsfälle tritt zur Zeit des Wochenbettes auf. Während in den häufigsten Fällen die infizierenden Bakterien aus der Vagina in die Gebärmutter verschleppt wurden, sind in seltenen Fällen auch hämatogene Infektionen möglich, bei denen also die Bakterien auf dem Blutweg in den Uterus gelangt sind. Die Keimverschleppung kann sich bei verschiedenen Anlässen ereignen.

Zum einen ist sie iatrogen möglich, was bedeutet, dass sie durch therapeutische oder diagnostische Eingriffe geschieht. Zum anderen kann während des Geburtsvorganges eine puerperale Endometritis entstehen, wenn unter der Geburt Bakterien von der Vagina in die Gebärmutter verschleppt werden. Dies kann der Ausgangspunkt einer Puerperal-Sepsis sein, welche im Volksmund als Kindbettfieber bezeichnet wird.

Die Bakterienarten, die eine Endometritis erzeugen, sind meist Streptokokken, Escherichia coli oder Staphylokokken. Bei der hämatogenen Infektion kommen auch Tuberkulose-Erreger infrage. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Endometritis zu erkranken, ist erhöht, wenn bereits eine Entzündung des Gebärmutterhalses oder der Vagina besteht. Auch vorhandene Tumore oder ein Intrauterinpessar begünstigen die Entstehung einer Gebärmutterentzündung.

Gebärmutterentzündung Symptome

Der Beginn einer Gebärmutterentzündung äußert sich meist durch einen lokalisierten Druckschmerz. Dieser sitzt fundusbasiert in der Gebärmutter. Hinzu kommen vaginale Blutungen und Fieber. Wenn die Entzündung im weiteren Verlauf auf die sogenannten Adenexe, also Eierstöcke oder Eileiter, übergreift, verstärken sich die Schmerzen im Unterbauch und das Fieber steigt.

Gebärmutterentzündung Diagnose

Patientinnen mit Blutungsanomalien und Schmerzen im Unterbauch werden zunächst ausführlich befragt und mit dem Spekulum untersucht. Bei Verdacht auf Gebärmutterentzündung wird der Patientin Blut abgenommen.

Die Infektion lässt sich durch eine laborchemische Untersuchung nachweisen, wobei bezüglich der Blutbildveränderung vor allem der Entzündungsparameter CRP und die Anzahl der Leukozyten interessieren. Zudem wird häufig eine Gewebeprobe entnommen, um eine Krebserkrankung auszuschließen, die sich oft ebenfalls durch abnormale vaginale Blutungen und Schmerzen äußert. Außerdem wird die Gebärmutter per Ultraschall untersucht, um Veränderungen, wie zum Beispiel Myome, zu erkennen.

Gebärmutterentzündung Therapie / Behandlung

Eine akute Gebärmutterentzündung wird stationär behandelt, dabei wird ein Antibiotikum gegen die zuvor nachgewiesenen Bakterienarten verabreicht. Die Einnahme des Antibiotikums kann über Tabletten oder mittels Infusionen erfolgen, wobei wichtig ist, dass sich der Wirkstoff nicht nur lokal im Uterus, sondern systemisch im ganzen Körper verteilt. Die auftretenden Krämpfe und Schmerzen lassen sich mit den Wirkstoffen Butylscopolamin und Antiphlogistika lindern. Falls sich bereits Eiter in der Pyometra, der Gebärmutterhöhle, angesammelt hat, muss dieser abgeleitet werden. Dies wird häufig mittels eines Fehlingschen Röhrchens über den Gebärmutterhalskanal vorgenommen. Nach der Weitung des Gebärmutterhalskanals und der Drainage des Eiters erfolgt eine desinfizierende Spülung.

Tritt die Endometritis im Wochenbett auf, werden vor allem Medikamente verabreicht, die ein Zusammenziehen des Uterus bewirken, zum Beispiel Oxytocin. Dadurch soll die entzündete Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen werden. Während der Therapie ist strenge Bettruhe angezeigt und es kann unterstützend ein Eisbeutel auf den Unterbauch gelegt werden, um Kontraktionen und Schmerzen zu verringern.

Gebärmutterentzündung Verlauf

Die Gebärmutterentzündung erzeugt zunächst einen fundusbasierten Druckschmerz und sitzt in der Gebärmutterschleimhaut, in seltenen Fällen auch im Gebärmuttermuskel. Wird die Infektion nicht rechtzeitig behandelt, können die Erreger auf die Eileiter und Eierstöcke übergreifen. Eine dortige Entzündung wird Adnexitis genannt. Auch kann eine Endometritis im Wochenbett zu einer Puerperal-Sepsis, einer Blutvergiftung, führen.

Doch auch bei Frauen, die keine Wöchnerinnen sind, kann der Organismus auf die Infektion mit einer Sepsis reagieren, da dies eine komplexe systemische Entzündungsreaktion ist. Weitere mögliche Komplikationen sind Abszessbildungen, bei denen es sich um umkapselte Eiteransammlungen handelt, oder das Weiterwandern der Erreger in die freie Bauchhöhle. Dort können sie zu einer Peritonitis, einer Bauchfellentzündung, führen.

Gebärmutterentzündung Vorbeugen

Zur Vorbeugung einer Gebärmutterentzündung ist es vor allem wichtig, Entzündungen der Vagina zu vermeiden. Zu diesem Zweck dürfen die natürlichen Schutzmechanismen der Vagina nicht durcheinander gebracht werden. Zum Schutz tragen eine geeignete Intimhygiene und die Verwendung von Kondomen bei. Im Wochenbett sind Ärztinnen und Hebammen angehalten, auf die Hygiene ihrer Untersuchungsinstrumente zu achten.

Alle Veränderungen im Bereich der Fortpflanzungsorgane sollten regelmäßig ärztlich überwacht werden, damit keine Bakterien aus Zervix oder Vagina in den Uterus aufsteigen können. Frauen, die eine Spirale tragen, sollten zudem deren Lage immer wieder kontrollieren lassen, da ein Intrauterinpessar als entzündungsauslösendes Verhütungsmittel gilt.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
3 Bewertungen, Ø: 4,33 von 5
Ähnliche Themen, die Sie interessieren könnten:

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.