Ganglion

Unter einem Ganglion, umgangssprachlich auch Überbein genannt, versteht man eine gutartige, knötchenhafte Verdickung unter der Haut, welche sich durch vermehrte Flüssigkeitsbildung (Reizerguss) in Gelenken bilden kann und daher auch immer im Bereich der Gelenkkapsel oder der oberen Sehnenscheiden vorkommt. Lagert es mehr im Bereich einer Sehnenscheide, nennt man dies ein Sehnenscheidenhygrom.

Anders, als die Umgangssprache vermuten lässt, besteht ein Überbein folglich nicht aus Knochen, sondern aus flüssigkeitsgefüllten Weichteilen. Ein Ganglion kann, muss aber nicht schmerzhaft sein und fällt daher meist nur durch die typische Verdickung auf. Ein Ganglion kann für die betroffenen Patienten lästig sein, da es zum Wiederkehren neigt, jedoch ist diese Art Geschwulst immer harmlos und gutartig. Durch unterschiedliche Behandlungsmethoden, kann eine nahezu 100 prozentige Heilung in Aussicht gestellt werden.

Ganglion Ursachen

Ganglion Ursachen + SymptomeBisher wird angenommen, dass häufig wiederkehrende Reizungen, Überbelastungen, sowie anhaltende Fehlbelastungen die Gründe, für das Auftreten eines Ganglions sein könnten. Gesichert sind diese Überlegungen und Annahmen jedoch bislang nicht. Nachweislich lässt sich lediglich sagen, dass ein Merkmal typisch für ein Ganglion, bzw. Sehnenscheidenhygrom ist, welches sich gleichermaßen bei allen Patienten widerspiegelt.

Eine bestehende Verbindung vom Ganglion ins Gelenk selbst, ist immer zu beobachten. Wird das entsprechende Gelenk stark gereizt, entweder durch Überlastung oder Gelenkerkrankungen, wie beispielsweise einer Arthrose (altersüblicher Gelenkverschleiß), sowie durch äußere Krafteinwirkungen, bildet das Gelenk als natürlichen Abwehrmechanismus, vermehrt Gelenkflüssigkeit. Diese Flüssigkeit kommt in geringerem Maße in allen Gelenken vor, wird im inneren der Gelenkkapsel gebildet und dient als körpereigene „Schmiere“ zum Schutz und reibungslosen Bewegungsablauf des Gelenkes.

Eine deutlich vermehrte Flüssigkeitsansammlung, kann der Körper nicht auf normalem Weg kompensieren. Sie drückt nach außen und nimmt dabei den Weg des geringsten Widerstandes. Ist die Membran, die dünne Haut der Gelenkkapsel, an einer Stelle etwas schwach, drückt sich die Flüssigkeit an dieser Stelle heraus, was dann als kleines Geschwulst sichtbar wird.

Ganglion Symptome

Am Handgelenk, kommt ein Ganglion mit, am häufigsten vor. Hier wird es durch das Abknicken der Hand nach unten noch besser sichtbar, da sich der Platz im Gelenk verringert und die maximale Flüssigkeit, in die ballonartige Membranaussackung hinausdrückt. Ein Ganglion ist immer gutartig und macht nur in seltenen Fällen Beschwerden. Ist es sehr prall gefüllt, können Spannungsgefühle und eine Mobilitätseinschränkung auftreten. Bei längerem Bestehen, klagen Patienten auch über den kosmetischen Aspekt, manche auch über Schmerzhaftigkeit. Schmerzen verursacht ein Ganglion dann, wenn dadurch Haut- und/oder Gelenknerven irritiert werden. Sind Nerven gereizt, sind mögliche Beschwerden auch ein vermindertes Gefühl, Taubheit oder Empfindungsstörungen (z.B. Kribbeln, Kälte- oder Hitzegefühl) in dem, durch den jeweiligen Nerv versorgten Areal.

Ganglion Diagnose

Der Arzt begutachtet zunächst die Ausbuchtung in Gelenknähe, danach nimmt er das Ganglion manuell in Augenschein. Anhand der Beschaffenheit der Geschwulst, kann er seine Diagnose stellen. Typisch für Ganglien, ist eine Verschiebbarkeit unter der Haut, die glatte Struktur und die Nachgiebigkeit, bei Druck durch den Finger. Mittels dieser klinischen Untersuchung, kann bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem harmlosen Tumor (in der Medizin beschreibt „Tumor“ lediglich eine Schwellung) ausgegangen werden.

Im Röntgenbild ist ein Ganglion nicht sichtbar, da es nicht aus Knochen, sondern Flüssigkeit und Weichteilen besteht. Diese Art der Bildgebung wird jedoch meist nur zusätzlich, zur Ausschlussdiagnostik eingesetzt. Nur so, lassen sich letztlich ernsthafte Erkrankungen, vollkommen ausschließen. Um das Ganglion selbst beurteilen zu können, wird die Sonographie (Ultraschall) angewandt. Damit lassen sich die genaue Größe, sowie die Lage bestimmen und es kann die Verbindung ins Gelenk dargestellt werden.

Ganglion Therapie / Behandlung

Es gibt 2 Therapiearten, welche grob zu unterscheiden sind, in konservative und operative Behandlungsmaßnahmen. Zuerst möchte man jedoch die konservativen Möglichkeiten ausschöpfen. Bei geringen Beschwerden ist es sinnvoll, die Beanspruchung des Gelenkes zu reduzieren. Eine Rückbildung oder verminderte Produktion der Gelenkflüssigkeit, kann durch Ruhigstellung, z.B. in einer individuell angefertigten Gipsschiene oder einer vorgefertigten orthopädischen Schienenkonstruktion, erreicht werden. Noch sinnvoller, kann eine Schonung in einem angelegten Verband sein, welcher von außen einen leichten Gegendruck erzeugt. Durch eine stabile, elastische Wicklung, erzielt man außer der Ruhigstellung, eine Platzminimierung für die austretende Gelenkflüssigkeit und verhindert somit zumindest eine Zunahme der Schwellung.

Einen ähnlichen Effekt, gewährleistet man auch, durch selbstständig, manuell ausgeübten, punktuellen Druck mit dem eigenen Finger. Durch diese regelmäßige Druckmassage, kann es passieren, dass das Ganglion zerdrückt wird und es gänzlich verschwindet. Bei einem Rezidiv (Wiederauftreten) der Ausbuchtung, kann man in nächster Instanz das Ganglion punktieren. Unter hygienisch einwandfreien Bedingungen, wird das Ganglion mit einer Nadel punktiert und der zähflüssige, gallertartige Inhalt kann abfließen. Danach folgt ein kleiner Druckverband, damit im Inneren, das Ganglion in Ruhe verkleben und der Hautstich heilen kann. In einigen hartnäckigen Fällen, wird nach der Punktion eine Flüssigkeit mit Cortisonkristallen injiziert, um zusätzlich durch die Cortisonwirkung, eine Reizminderung zu erzielen.

Abhilfe, kann auch die innere Anwendung des Wirkstoffes Diclofenac oder Ibuprofen bewirken. Diese gehören zur Gruppe der NSAR (nicht steroidalen Antirheumatika) und besitzen die Eigenschaften der Abschwellung und Schmerzlinderung. Da in diesen genannten Fällen zwar die Symptome entfernt, nicht aber die Gelenkverbindung gekappt wird, liegt die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs bei ca. 50%. Im letzten Schritt, kann ein Ganglion operativ versorgt werden. Die OP erfolgt in der Regel ambulant. Hierbei werden das Säckchen der Gelenkkapsel und der Kanal zwischen Gelenk und der Aussackung, mit speziellen Instrumenten entfernt.

Durch einen relativ kleinen Schnitt, wird der Zufluss für die Gelenkflüssigkeit unterbrochen. Mit zwei bis drei winzigen Schnitten, kann endoskopisch das Gleiche Schema erfolgen. Im Anschluss, wird mit einigen wenigen Stichen die Wunde vernäht und mit einem desinfizierenden Mittel, sowie einem Verband, steril abgedeckt. In der ersten Woche postoperativ (nach OP) erfolgen Wund- und Verbandskontrollen. Nach ca. 10 Tagen können die Fäden entfernt werden. Leider verbleibt auch hier ein Rezidiv-Restrisiko von 30%.

Ganglion Verlauf

In der Regel verläuft das Auftreten eines Ganglions harmlos und in einigen Fällen bildet es sich nach einiger Zeit auch von selbst wieder zurück. Sowohl durch konservative, als auch durch operative Maßnahmen, kann eine dauerhafte Beschwerdefreiheit nicht garantiert werden. Liegt das Risiko bei den konservativen Behandlungsmöglichkeiten darin, mit Unverträglichkeit auf einen Medikamentenwirkstoff zu reagieren, kann außerdem durch eine zu lange Gelenkschonung, eine gewisse Versteifung des Gelenks die Folge sein. Bei einer OP bestehen die üblichen Risiken einer Wundinfektion, sowie Gefäß- und Nervenschäden.

Ganglion Vorbeugen

Da die genauen Ursachen des Auftreten eines Ganglions nicht geklärt sind, ist es schwierig entsprechend vorzubeugen. Im Prinzip sind die Vermeidung einer Überanstrengung von Gelenken oder ständig wiederkehrende Dauerbelastungen (z.B. immer gleiche Handbewegungen bei Arbeitstätigkeit) am sinnvollsten. Auch eine prophylaktische Gelenkbandagierung bei Alltags-, Sport- oder Arbeitsbelastungen, kann hilfreich sein.

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