Gallensteine

Es ist eigentlich nicht ungewöhnlich, dass sich in der Gallenblase Gallensteine ausbilden. Das erfolgt oft unbemerkt, weil Gallensteine meistens so lange keine Beschwerden verursachen, wie sie sich in einer ansonsten gesunden Gallenblase befinden. Erst wenn sie zum Beispiel die Gallengänge verstopfen, können sie Beschwerden bereiten. Gallensteine werden in der Gallenblase gebildet, die etwa die Form einer Birne hat und an der unteren rechten Seite der Leber sitzt.

Die Gallenblase dient zu Speicherung der Gallenflüssigkeit oder Galle, die von der Leber gebildet wird. Die Gallenflüssigkeit hat eine wichtige Funktion bei der Verdauung von Fetten. Fett, das in den Darm gelangt wird, von der Gallenflüssigkeit gelöst und ermöglicht die Aufnahme von Fett durch den Darm. Darüber hinaus werden in der Leber verschiedene Schadstoffe ausgefiltert, die mit der Gallenflüssigkeit aus dem Körper ausgeschieden werden sollen. Auf diese Art und Weise entledigt sich der Körper nicht nur von Cholesterin und Bilirubin, sondern auch von Medikamentenrückständen und anderen für den Körper schädliche Gifte. Die Gallenblase reagiert automatisch auf jede Nahrungsaufnahme indem sie sich zusammenzieht. Diese Reaktion ist besonders stark, wenn man fette Speisen zu sich nimmt. Durch die Kontraktion der Gallenblase wird die Gallenflüssigkeit durch den so genannten Gallengang in Richtung Zwölffingerdarm herausgedrückt. Dabei passiert die Gallenflüssigkeit zuerst den Ausführungsgang der Gallenblase, um dann über den Hauptgallengang in den obersten Teil des Dünndarms zu gelangen. Der größte Teil der Gallenflüssigkeit besteht aus einer Mischung aus Wasser, Säuren Cholesterin und dem Farbstoff Bilirubin, welcher der Gallenflüssigkeit die Farbe gibt. Gallensteine bilden sich aus der Gallenflüssigkeit und können eine ganz unterschiedlicher Konsistenz haben. Wenn die Gallensteine etwa die Körnung von Sand erreichen, spricht man auch von Gallengrieß oder Gallensand.

Erreichen die verfestigten Bestandteile den Durchmesser von einigen Millimetern, handelt es sich um Gallensteine wobei dieser bis zu einigen Zentimetern groß werden kann. Machen Gallensteine Beschwerden, bezeichnet man die Erkrankung medizinisch als Cholelithiasis. Werden Gallensteine in der Gallenblase festgestellt, so lautet der medizinische Begriff dafür Cholecystolithiasis. Findet man Gallensteine im Hauptgallengang so wird diese Erkrankung vom Mediziner als Choledocholithiasis bezeichnet. Befinden sich Gallensteine in den sonstigen Gallengängen wird eine Cholangiolithiasis diagnostiziert.

Gallensteine Ursachen

Gallensteine SymptomeGallensteine werden fast immer in der Gallenblase gebildet und gelangen erst von dort aus in die Gallengänge. Meistens werden Gallensteine jedoch in der Gallenblase gefunden, weil dort ihr Entstehen besonders begünstigt wird. Cholesterin bleibt durch einen ausreichend hohen Anteil an Gallensäure normalerweise in gelöster Form in der Gallenflüssigkeit und ähnlich gilt das für Bilirubin. Die Entstehung von Gallensteinen beginnt mit der Kristallisation von Bestandteilen der Gallenflüssigkeit. In der Gallenblase wird nämlich der Gallenflüssigkeit Wasser entzogen, was zu einer Verdickung der Gallenflüssigkeit führt.

Durch diesen Verdickungsprozess wird die Bildung von winzigen Kristallen gefördert. Ist zu viel Cholesterin oder Bilirubin in der Gallenflüssigkeit enthalten oder liefert die Leber zu wenig Gallensäuren, entstehen die typischen Kristalle aus Cholesterin bzw. Bilirubin als Grundlage für größere Gallensteine. Cholesterin ist einer der Stoffe, die so genannte Konkremente bilden, und so für die Bildung erster kleiner, fester Kerne verantwortlich sind. Bilirubin fällt an, wenn rote Blutkörperchen durch die so genannte Hämolyse abgebaut werden und formt ebenfalls Konkremente. Diese kleinen Festkörper neigen dazu, sich miteinander zu verbinden und Laufe der Zeit größere Steine zu bilden. Aber nicht nur die natürliche Reduzierung des Wasser Anteils in der Gallenflüssigkeit begünstigt die Bildung von Gallensteinen.

Auch durch falsche Ernährung oder auch Fehlfunktionen der Leber kann die Gallenflüssigkeit sehr dick werden und der Bildung von Kristallen als Grundform der Gallensteine Vorschub leisten. Bewegungsmangel begünstigt die Bildung von Gallensteinen ebenso, weil die Kontraktion der Gallenblase nicht mehr zusätzlich durch Muskelbewegungen des Körpers unterstützt wird.

Gallensteine Symptome

Die ersten, leichten Symptome werden oft nicht einer Gallenstein Erkrankung zugeordnet, weil sie nur aus einem verstärkten Völlegefühl besonders nach fettreichem Essen bestehen. Bei einer Gallenkolik verstopft ein Gallenstein den Ausgang der Gallenblase bzw. den Hauptgallengang. Der feststeckende Gallenstein verursacht dadurch einen Rückstau der Gallenflüssigkeit, die nicht mehr abfließen kann. Solch eine Verstopfung löst typische Symptome wie die gelb Färbung der Augen und Juckreiz aus. Darüber hinaus ist der Stuhl durch die ausbleibende Färbung der Gallenflüssigkeit besonders hell. Die Schmerzen können sehr stark sein und strahlen oft in den Rücken und die rechte Schulter aus.

Begleitet werden solche Koliken nicht selten von Schweißausbrüchen und Übelkeit mit Erbrechen. Auch bei entzündeter Gallenblase oder entzündeten Gallengängen sind die Symptome ziemlich typisch und machen sich durch stark Schmerzen im Oberbauch sowie Fieber mit Schüttelfrost deutlich bemerkbar. Wenn sich solche Symptome zeigen, ist schnelle Behandlung angesagt. Gallensteine können durch die Wand der Gallensteine stoßen und die Infektion schlagartig auf die gesamte Bauchhöhle übertragen. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse können ebenfalls Folgeerkrankungen von Gallensteinen sein.

Da Bauchspeicheldrüse und Hauptgallengang praktisch einen gemeinsamen Ausgang zum Zwölffingerdarm haben, kann ein fest sitzender Gallenstein auch den Abfluss von Bauchspeichelsekreten verstopfen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse auslösen.

Gallensteine Diagnose

Gallensteine, die größer als fünf Millimeter sind, lassen sich durch eine Sonografie so gut wie immer nachweisen. Gleichzeitig kann der Arzt dabei Komplikationen wie eine Gallenblasenentzündung erkennen. Gallengangssteine lassen sich sonografisch schlechter diagnostizieren. Sie werden eher durch eine Endosonografie oder eine Magnetresonanz-Cholangiografie (MRCP) erkannt.

Auch eine endoskopische Gallengangdarstellung (ERCP) kann bei der Diagnose helfen. Darüber hinaus weisen erhöhte Blutwerte und dabei besonders ein erhöhter Bilirubin-Wert im Blut auf eine Erkrankung der Gallenwege bzw. einen Verschluss der Gallenwege hin.

Gallensteine Therapie / Behandlung

Zur Therapie von Gallensteinerkrankungen gibt es verschiedene Möglichkeiten. So gibt es zum Beispiel Medikamente, die Gallensteine auflösen können und größere Gallensteine kann man auch durch äußere Anwendung von Stoßwellen zertrümmern. Die kleinen Reste der Gallensteine passen dann wieder durch den Gallenausgang und können die Gallenblase auf natürlichem Weg verlassen. Die Alternative zu den nicht-invasiven Behandlungsmethoden von Gallensteinen bildet die operative Entfernung der Gallenblase. Diese kann heutzutage minimal-invasiv durchgeführt werden und erfordert deshalb nur einen kleinen Eingriff. Wenn man jedoch beschwerdefrei ist, wird nur unter besonderen Umständen eine Behandlung von Gallensteinen durchgeführt.

Gallensteine Verlauf

Die meisten Gallensteine werden von ihrem Träger oft gar nicht bemerkt. Man ist in solchen Fällen trotz der Gallensteine schmerzfrei und fühlt auch sonst keinerlei Einschränkungen. Nur etwa 25 Prozent aller von Gallensteinen betroffenen Menschen entwickeln auch Symptome einer Gallensteinerkrankung. Dabei entwickeln die Betroffenen meistens ganz typische Symptome. Wenn krampfartige Beschwerden im rechten Teil des Oberbauchs auftreten, ist das eins der Hauptanzeichen für eine Gallensteinerkrankung. Die krampfartigen Schmerzen werden auch als Gallenkoliken bezeichnet.

Der Auslöser für solche Gallenkoliken sind Gallensteine, die sich in einem der Gallengänge oder am Ausgang der Gallenblase festgesetzt haben. Bei der so genannten Cholecystitis hat ein fest sitzender Gallenstein das umliegende Gewebe so lange gereizt, bis es sich entzündet hat. Während Gallenkoliken bereits nach einigen Minuten wieder abklingen können, verursacht eine Entzündung der Gallenblase dauerhafte Schmerzen.

Gallensteine Vorbeugen

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Bildung von Gallensteinen sind Übergewicht, fortgeschrittenes Lebensalter jenseits der Vierzig. Gallensteine sind deshalb in gewisser Weise eine Zivilisationskrankheit, die stark von ungesundem Essen abhängt. Es ist jedoch zu einfach, nur solche zivilisatorischen Einflüsse für die Entstehung von Gallensteinen und von Folgeerkrankungen zurückzuführen.

In industriell entwickelten Ländern sind etwa sieben bis acht Prozent aller Männer von Gallensteinen betroffen. Frauen hingegen entwickeln jedoch fast doppelt so oft Gallensteine. Es wird deshalb vermutet, dass neben einer falschen Ernährung auch hormonelle Einflüsse eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Gallensteinen spielen. Der Bildung von Gallensteinen vorbeugen kann man deshalb nur bedingt mit gesunder, fettarmer Ernährung und durch regelmäßige Bewegung.

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