Fußpilz

Der Fußpilz, medizinisch Tinea pedis genannt, ist eine Pilzinfektion, die im Bereich der Füße auftritt, und bei weiterer Ausbreitung nicht nur die Haut sondern im weiteren Verlauf auch die Hautanhangsgebilde – also auch Haare und Nägel – befallen kann. Im Bereich der Hauterkrankungen ist die Tinea pedis eine der am häufigsten auftretenden Erkrankungen in Mitteleuropa, manche Studien kommen zu einer Häufigkeit von bis zu 65% in der Bevölkerung, absolut gesicherte Zahlen gibt es dafür aber nicht. In der Regel lässt sich feststellen, dass mit steigendem Lebensalter das Risiko leicht zunimmt.

Die Erkrankungshäufigkeit liegt zudem bei Männern etwas höher als bei Frauen. Die Erkrankung ist ansteckend, was zu einer schnellen Weiterverbreitung der Pilzinfektion führt. Betroffen sind aber in der Regel fast nur Erwachsene – bei Kindern tritt Fußpilz nur äußerst selten auf. Es gibt gewisse Risikogruppen, darunter Diabetiker, Menschen mit Fußfehlstellungen oder ausgeprägten Durchblutungsstörungen und vor allem Sportler – aus diesem Grund heißt die Erkrankung in der Umgangssprache des englischen Sprachraums auch „Athlete’s Foot“. Tinea pedis ist im Allgemeinen harmlos, lediglich unangenehm, Komplikationen, wie eine Wundrose treten im Allgemeinen nur sehr selten auf. Fußpilz stellt jedoch trotz seiner Harmlosigkeit ein kosmetisches und unangenehmes Problem dar – darüber hinaus kann aber vor allem die hohe Übertragungshäufigkeit als problematisch gesehen werden, die eine Behandlung unbedingt erforderlich macht.

Fußpilz Ursachen

Fusspilz Symptome & UrsachenDie Ursache für Fußpilz sind bestimmte Fadenpilze, sogenannte Dermatophyten. Dermatophyten können die gesamte Hornsubstanz des Körpers befallen – also Haut, Haare und Nägel. Sie ernähren sich – anders als die meisten anderen Pilze – in der Hauptsache von Kohlenhydraten und Keratin. Von den insgesamt 38 Arten dieser Pilzgattung, die beim Menschen Fußpilz auslösen können, sind die drei verbreitetsten Trichophyton rubrum, Trichophyton mentagrophytes und Epidermophyton floccosum. Durch eine Ansiedlung von Dermatophyten in den Zehenzwischenräumen kommt es im feucht-warmen Klima zu einer raschen Vermehrung und Ausbreitung des Pilzes. Begünstigend dafür sind das besonders warme und feuchte Fußklima bei Sportlern oder Menschen mit sehr engen Zehenzwischenräumen durch eine Fußfehlstellung.

Bei Diabetikern und Menschen mit ausgeprägten Durchblutungsstörungen wird Fußpilz in der Regel häufiger beobachtet als bei anderen Personengruppen. Primärer Befallsort ist vor allem der Zwischenraum zwischen dem vierten und fünften Zeh, wo sehr viele Fußpilzinfektionen ihren Ausgang nehmen. Eine Ansteckung kann vor allem durch indirekte Kontakt- oder Schmierinfektion auf befallenen Flächen, aber auch durch direkten Fußkontakt erfolgen. Verantwortlich für die Übertragung sind kleine, von infizierten Personen abgestoßene Hautschuppen, auf denen sich der Pilz vermehren kann. Bei einem Kontakt dieser Hautschuppen mit noch nicht infizierten Hautflächen breitet sich der Pilz auch auf der unbefallenen Haut eines noch nicht Erkrankten weiter aus. Warme Feuchträume, wie beispielsweise Schwimmbäder begünstigen dabei die Ansteckung, da sie ein optimales Gedeihklima für Dermatophyten darstellen. Ähnlich wie bei einem Nagelpilz kann eine Übertragung aber auch durch die Fußpflege erfolgen, wenn die verwendeten Geräte nicht ausreichend hygienisch gereinigt wurden.

Fußpilz Symptome

Je nach Ausprägung und primärem Ansiedlungsort der Pilzinfektion kommt es an den befallenen Stellen zu Rötung und Juckreiz, später auch zu Schwellungen und einzelnen nässenden Stellen. Schuppung der Haut an den betroffenen Stellen – meist den Zehenzwischenräumen, manchmal aber auch an der Fußsohle oder den Zehen selbst – sowie die Bildung von Blasen ist ein Zeichen für eine bereits weiter fortgeschrittene Infektion mit dem Pilz.

Fußpilz Diagnose

Die Diagnose ist bei Tinea pedis unproblematisch, da die Zeichen des Pilzbefalls an der Hautoberfläche deutlich sichtbar sind. Diganostisch wird dabei unterschieden zwischen der Tinea pedis im Allgemeinen und der Tinea pedis interdigitalis, wenn ausschließlich die Zehenzwischenräume vom Pilzbefall betroffen sind. Eine Begutachtung durch den Dermatologen ist in der Regel nur bei schweren Fällen mit sich abzeichnenden Komplikationen erforderlich.

Fußpilz Therapie / Behandlung

Die Hauptbehandlung gegen die Pilzinfektion selbst erfolgt im Allgemeinen topisch, das heißt direkt an der Hautoberfläche. Hierzu gibt es eine Anzahl verschiedener Antimykotika in Form von Salben, Sprays, Puder oder Cremes. Stark fetthaltige Salben und Cremes haften in der Regel besser an den betroffenen Bereichen. Ist aber bereits eine schwerere Entzündung eingetreten, muss diese, unabhängig von der antimykotischen Behandlung, zusätzlich noch separat behandelt werden.

Für die Therapie von Pilzinfektionen stehen generell unterschiedliche Wirkstoffe mit jeweils anderer Wirkweise zur Verfügung: Naftifin, Pyrrole und vor allem Azole hemmen den Aufbau von Zellwänden bei Pilzen. Sie wirken in der Regel hauptsächlich erst bei längerfristiger Anwendung und vor allem pilzhemmend (fungistatisch). Polyen-Antimykotika führen zur Durchlöcherung der Zellwände des Pilzes, die wichtigsten Vertreter sind hier Nystatin und Natamycin.

Der Wirkstoff Griseofulvin wirkt hauptsächlich gegen Dermatophyten, und hemmt ebenfalls den Aufbau der Zellwände des Pilzes. Ciclopirox ist ein Fungizid, also ein pilztötendes Mittel zur topischen Behandlung, das den Pilz mit für ihn toxischer Sauerstoffverbindungen abtötet. Die Auswahl des geeigneten Mittels erfolgt immer im Hinblick auf den Schweregrad der Infektion. Bei sich ausbildenden Entzündungen muss auch die Bekämpfung des Pilzes mit schnell wirkenden und stärkeren Mitteln erfolgen. Natürliche, fungizid wirkende Stoffe sind vor allem Teebaumöl und Lavendelöl, die beide auch bei der Bekämpfung von Fadenpilzen wirksam sind.

Fußpilz Verlauf

Der Krankheitsverlauf ist in der Regel unspektakulär, bleibt die Erkrankung längerfristig unbehandelt, kann es allerdings zu einer Ausbreitung des Pilzes in der Umgebung der Erstinfektion kommen, ein Befall der Zehennägel, aber auch der Fingernägel und der Fingerzwischenräume kann im weiteren Krankheitsverlauf auftreten. Auch das Auftreten eines Nagelpilzes kann durch den Befall mit Fußpilz begünstigt werden, vor allem wenn Risse oder offene Stellen an den Zehennägeln vorkommen.

In manchen Fällen kann der Nagelpilz dann auch in weiterer Folge die Fingernägel befallen. Hier kann am Ende in schweren Fällen die fast vollständige Zerstörung des gesamten Nagels stehen.

In seltenen Fällen wird durch den Pilzbefall die Abwehrfunktion der Haut so weit geschwächt, dass es als Komplikation zu einer massiven Streptokokken-Infektion an einzelnen Stellen kommt, und damit zur Ausbildung eines Erysipels, der bekannten Wundrose oder Rotlauf. Dieser fieberhafte, schwere Infekt zeigt eine hohe Neigung zu Rückfällen, und muss unbedingt mit einer ausreichenden Antibiose behandelt werden, da es sonst unter Umständen zu einer Generalisierung der Entzündung und einer schweren Sepsis kommen kann, des weiteren gehören bei nicht ausreichender Behandlung des Erysipels die Ausbildung eines sekundären Lymphödems, oder verschiedener Thrombosen zu den möglichen Komplikationen.

Fußpilz Vorbeugen

Die Vorbeugemaßnahmen bei Fußpilz umfassen vor allem zwei besonders wichtige Punkte: Das Aufrechterhalten eines guten, möglichst trockenen und gut durchlüfteten Fußklimas und die Vermeidung der Berührung von möglicherweise infizierten Kontaktflächen, wie etwa Hotelteppichen, öffentlichen Bädern oder Duschen mit bloßen Füßen. In vielen Schwimmbädern stehen darüber hinaus immer noch Fußdesinfektionseinrichtungen zur Verfügung – diese sollte man in jedem Fall benutzen.

Eine wichtige Rolle nimmt bei der Vorbeugung auch ein intaktes Immunsystem ein: solange die körpereigene Immunabwehr funktioniert, kann sich in der Regel auch bei einer Übertragung der Pilz nicht ausbreiten. Erst wenn immunschwächende Faktoren auftreten, erfolgt tatsächlich erst eine Infektion.

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