FSME

FSME gilt als anerkannte Abkürzung für die Frühsommer-Meningoenzephalitis, auch bekannt unter Frühsommer-Meningitis. Hierbei handelt es sich um eine durch das FSME-Virus ausgelöste Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen einhergehen kann. Einige Patienten leiden zudem unter einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute. Darüber hinaus gibt es auch Patienten, bei denen keinerlei Anzeichen für eine Erkrankung auftreten, wodurch die FSME in vielen Fällen schwer zu diagnostizieren ist. Eine Übertragung der Erkrankungen ist durch Zecken aus Risikogebieten, insbesondere den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) möglich. Abhängig von den Risikogebieten wird eine vorbeugende Impfung gegen FSME durch die Behörden empfohlen. Ferner ist jede Erkrankung mit FSME meldepflichtig.

FSME Ursachen

FSME SymptomeDie Frühsommer-Meningoenzephalitis kann ausschließlich durch das FSME-Virus übertragen werden. Hierbei handelt es sich um ein humanpathogenes Virus. Derzeit sind drei Subtypen des FSME-Virus bekannt. Das in Europa vorkommende Virus wird als Western Subtype bezeichnet und wird vorwiegend durch den Stich einer Zecke, welche ebenfalls infiziert ist, übertragen.

In Mitteleuropa sind es vor allem Zeckenarten der Gattung Ixodes, unter welche auch der gemeine Holzbock fällt, welche die Krankheit übertragen. Die Übertragung von FSME erfolgt durch den Speichel der Zecke, welcher beim Einstich abgesondert wird und betäubend wirkt. Weiterhin kann eine Krankheitsübertragung durch Milchprodukte stattfinden, wobei diese sowohl in Deutschland wie auch in Österreich und der Schweiz sehr selten vorzufinden ist. Hierbei erfolgt die Infizierung durch unpasteurisierte Milch von Schafen, Ziegen oder Kühen. Die Übertragung von FSME von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

FSME Symptome

Gerade einmal 10% bis 30% aller Infizierten zeigen nach einer FSME Übertragung Symptome. In solchen Fällen treten nach etwa zehn bis 20 Tagen grippeähnliche Symptome auf. Dazu zählen das Fieber und Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Nur wenige Tage später lassen die Symptome wieder nach. Bei circa 70% der symptomatischen Patienten klingen die Symptome nach einer Woche ab, wobei nur wenige Tage nach der Entfieberung ein erneuter Fiebergipfel mit bis zu 40 Grad Körpertemperatur folgt. Währenddessen treten auch Symptome der Hirnhaut- oder Gehirnentzündung auf. Beispielsweise starke Kopfschmerzen oder Erbrechen. In einem schweren Verlauf kann die Entzündung bis hin zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungen oder sogar einem Koma führen. Weiterhin können die Symptome bis zu mehreren Monaten anhalten. Unabhängig von der Schwere des Verlaufes kommt es jedoch meist zu einer vollständigen Ausheilung.

FSME Diagnose

Für eine Diagnose ist es wichtig, sich den Zeckenstich in Erinnerung zu rufen. Darüber hinaus kann eine neurologische Untersuchung Hinweise auf eine Erkrankung mit FSME geben. Sollte es zu einem zweiten Fiebergipfel kommen, wird meist eine Lumbalpunktion durchgeführt. Sofern es zu einer Infizierung mit FSME gekommen ist, zeigen sich innerhalb der Hirnflüssigkeit eine Zellvermehrung und eine Erhöhung der Eiweißanteile. Abschließend kann ein ELISA-Test die Diagnose von FSME sicher machen. Hierdurch lassen sich IgM- und IgG-Antikörper feststellen. Allerdings sollte bedacht werden, dass eine Impfung dazu führt, dass diese Antikörper im menschlichen Körper vorhanden sind. In solchen Fällen müssen Spezialverfahren wie zum Beispiel die RT-PCR oder der Western-Blot angewandt werden. Wichtig ist, dass auch diese Tests erst nach dem zweiten Fiebergipfel möglich sind.

FSME Therapie

Grundsätzlich gibt es keinerlei Möglichkeiten die Krankheit FSME selbst zu therapieren. Auch sind keine Medikamente gegen diese Erkrankung vorhanden. Ziel der Behandlung ist es, die begleitenden Symptome zu lindern. Meist wird strenge Bettruhe in Kombination mit Schmerzmitteln verordnet. Es wird stets davon abgeraten, fiebersenkende Mittel zu verwenden. Ferner kann es in schweren Fällen dazu kommen, dass eine intensivmedizinische Versorgung notwendig wird, die auf eine parenterale Ernährung und den Ersatz von Flüssigkeit, sowie unter Umständen eine Intubation und eine kontrollierte Beatmung hinausläuft. Nach der akuten Phase kann es notwendig sein, rehabilitative Maßnahmen wie Physiotherapie, neuropsychologisches Training oder Logopädie anzuwenden.

FSME Verlauf

Bei der FSME kann es zu unterschiedlichen Verlaufsformen kommen. Besonders häufig tritt die meningitische Verlaufsform auf, bei welcher es sich um eine Entzündung der Hirnhäute handelt. Die Betroffenen fühlen sich in der Regel sehr krank und benötigen unbedingt Bettruhe. Schon bei Verdacht sollte eine Einweisung in das Krankenhaus erfolgen. Die Beschwerden gehen in der Regel nach sieben bis zehn Tagen zurück. Bleibende Schäden können nahezu ausgeschlossen werden.

Daneben gibt es die enzephalitische Verlaufsform, bei welcher sich das Hirngewebe entzündet hat. Diese Verlaufsform ist grundsätzlich schwerer, als die meningitische und bedarf oftmals einer wesentlich längeren Behandlung. Neben typischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Erbrechen und Fieber kann es zu deutlichen Bewusstseinseinschränkungen, Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen. Eine sofortige Aufnahme im Krankenhaus ist notwendig. Eine weitere Verlaufsform ist der radikulitische Verlauf. Die Entzündung erfasst hierbei die Nervenwurzel im Rückenmark. Bei dieser Verlaufsform handelt es sich um eher seltene Fälle, die jedoch zu dauerhaften Folgen führen können. Charakteristisch für den radikulitischen Verlauf sind starke Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Lähmungen, welche hauptsächlich die Muskulatur der Schultern und Oberarme betreffen. Sofern keine Komplikationen auftreten, bilden sich die Lähmungen nach circa einer Woche von alleine zurück. Auch hier ist eine sofortige Krankenhausaufnahme notwendig.

Abschließend gibt es den myelitischen Verlauf, der ausschließlich das Rückenmark betrifft. Nur wenige Patienten sind davon betroffen, jedoch ist der Verlauf erfahrungsgemäß ungünstig. Die Symptome des myelitischen Verlaufs treten meist sehr kurzfristig, innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen auf. Die Betroffenen fühlen sich sehr schlecht, verlieren das Bewusstsein und fallen ins Koma. Oft ist eine künstliche Beatmung notwendig. Ferner kommt es zu Lähmungen, die sich in vielen Fällen nicht mehr zurückbilden, da die Innervation der Muskeln, heißt die funktionelle Versorgung, zerstört wird. In Ausnahmefällen kann es zu plötzlichen Todesfällen kommen. Es gibt aber auch Infizierte, die keinerlei Symptome zeigen. Die oben genannten Verlaufsformen können nur nach einem zweiten Fieberanstieg, als Komplikation auftreten.

FSME Vorbeugen

Der FSME kann vorgebeugt werden. Allem voran ist es vor allem in Risikogebieten von großer Notwendigkeit, entsprechende Impfungen vornehmen zu lassen. Darüber hinaus sollte der Körper nach jedem Waldspaziergang genau auf Zecken abgesucht werden. Da die Infizierung meistens bis zu 24 Stunden dauert, können frühzeitig erkannte und entfernte Zecken das Risiko einer Infizierung reduzieren.

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