Fraktur

Die Knochen im Körper eines Menschen zählen zu den kräftigsten und stabilsten organischen Strukturen die die Natur hervorgebracht hat. Sie sind so widerstandsfähig wie Stahl und sind um ein vielfaches belastbarer als Stahlbeton. Und doch können sie in Folge von Unfällen zerbrechen wie Streichhölzer. Die lateinische Bezeichnung für dieses Traumaerlebnis lautet „frangere“ und das bedeutet „brechen“. Davon abgeleitet ist die medizinische Bezeichnung Fraktur. Es ist hier speziell immer ein Knochen der gebrochen ist, weshalb das deutsche medizinische Wörterbuch Fraktur immer mit Knochenbruch übersetzt.

Es gibt allerhand Kochen im menschlichen Körper. Allein 206 davon hat jeder Mensch, mancher hat sogar ein Rippenpaar zusätzlich oder auch ein paar Knochen mehr in den Händen oder in den Füßen. Es gibt sehr kleine Knochen – wie den Steigbügel im Mittelohr, er misst gerade mal 3 Millimeter und wiegt nur drei Milligramm – und sehr große Knochen wie den Oberschenkelknochen, der bei einem erwachsenen Mann von 180 cm Größe etwa 50 cm lang ist. Jeder dieser 206 Knochen versieht die Aufgabe die weichen Körperteile zu stützen und die inneren Organe vor äußeren Einwirkungen abzuschirmen. An den Knochen befestigt, ist die Muskulatur die für die Bewegung des Menschen zuständig ist und nicht zuletzt werden in den Knochen Blutzellen hergestellt. Es ist also schon ein größeres Problem für den Organismus, wenn ein solcher Knochen so geschädigt wird, dass er bricht.

Fraktur Ursachen

Fraktur Ursachen + SymptomeAllerdings ist Knochenbruch nicht gleich Knochenbruch. So unterscheidet der Mediziner zuerst einmal zwischen einem traumatischen und einem pathologischen Knochenbruch. Während ersterer durch äußere Gewalteinwirkung zustande kommt, entsteht der pathologische Knochenbruch durch Osteoporose, durch Metastasen bei einer Krebserkrankung oder durch Osteomalazie, also eine Knochenerweichung die meistens durch Vitaminmangel ausgelöst wird.

Die Fraktur durch äußere Gewalteinwirkung kann ebenfalls verschiedene Ursachen haben. Ein Stoß, ein Schlag, ein Sturz oder direkte Gewalteinwirkungen sind nicht die alleinigen Auslöser. Es darf nämlich die Hebelwirkung und die dadurch entstehen Kräfte nicht unterschätzt werden. Frakturen die durch Hebelkraft verursacht worden sind werden den Brüchen durch indirekte Gewalt zugerechnet. Als dritte Möglichkeit einer Fraktur durch äußere Gewalt besteht in einem so genannten Ermüdungsbruch. Eine beständig auf den Knochen einwirkende Belastung oder eine immer wieder kehrende, gleichmäßig auftretende Hebelwirkung führen zuerst zu zahlreichen winzigen Mikrotraumata und dann schlussendlich zur Fraktur des belasteten Knochengewebes.

Symptome einer Fraktur

Besteht der Verdacht einer Fraktur, fahndet der Diagnostiker nach sicheren Zeichen die seinen Verdacht bestätigen können. Unsicher sind die fünf so genannten Entzündungszeichen, Schmerz, Schwellung, Röte, Wärme oder eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Diese Symptome sind deshalb unsicher, weil sie auch bei Zerrungen und Verletzungen der Weichteile auftreten können. Auch ein noch so heftiger Bluterguss deutet noch nicht mit Sicherheit auf eine Fraktur hin.

Fraktur Diagnose

Sicherer sind andere Anzeichen, die auf einen Knochenbruch hinweisen. Da ist zuerst einmal eine abnorme Beweglichkeit zu nennen. Ein deutliches Knirschen an der Bruchstelle und Dislokationen – also wenn der Fuß in eine falsche Richtung zum Schienbein zeigt -, gehören ebenso dazu wie aus der Wunde ragende Knochensplitter bei einem offenen Bruch. Zeigt der Knochen in seiner Kontur deutlich erkennbare Stufen oder bilden sich Diastasen, also Knochenlücken, dann liegt auch mit Sicherheit eine Fraktur vor.

Allerletzte Sicherheit gibt dann ein Röntgenbild aber auch auf diesem ist eine Fraktur nicht immer sichtbar. Sollten also die sicheren Anzeichen fehlen und auch die Röntgenaufnahme ist negativ, kann immer noch eine Fraktur vorliegen. Hier leistet sich die medizinische Wissenschaft einen Ausflug in die Esoterik. Der Arzt spricht in einem solchen Fall von einer okkulten Fraktur.

Fraktur Therapie / Behandlung

Ist eine Fraktur aufgetreten sollte der Ersthelfer auf gar keinen Fall versuchen den Knochen selbst einzurichten. Es geht in erster Linie darum, den Patienten schonend zu lagern, vor Unterkühlung zu schützen und den Schock zu bekämpfen. Den häufig auftretenden Schwellungen bei geschlossenen Brüchen kann mit der vorsichtigen Auflage von kalten Umschlägen entgegen gewirkt werden. Bei offenen Brüchen auf keinen Fall einen Druckverband anlegen, nur mit sterilen Tüchern abdecken.

Ist der Patient in einer Klinik angelangt kann dort die Behandlung der Fraktur beginnen. Als erstes wird in einer Operation unter Narkose der Knochen reponiert. Das heißt, er wird wieder in den anatomisch richtigen Zustand gebracht den die Bruchstücke vor der Verletzung hatten. Das sollte möglichst schnell geschehen bevor Schwellungen und Durchblutungsstörungen den Behandlungsverlauf beeinträchtigen können.

Je komplizierter die Fraktur umso aufwändiger muss gearbeitet werden um die geschädigten Knochenteile wieder in ihrer Längs- und Querachse anatomisch richtig auszurichten. Vor allem aber muss darauf geachtet werden das der Knochen in der richtigen Stellung fixiert wird um ein nachträgliches Verrutschen an der Bruchstelle zu verhindern. Diese Phase wird in der Medizin Retention genannt und kann je nach Bruchtyp mit den unterschiedlichsten Methoden bewerkstelligt werden. Manchmal genügt es, einen Oberarmknochen nur angewinkelt an den Oberkörper „anzubinden“, manchmal ist ein operativer Eingriff notwendig. Hierbei werden die Knochenstücke nach dem Reponieren mit Titanschienen und Schrauben fixiert. Die genaue Wahl der Behandlungsmethode ist extrem wichtig, vor allem wenn es in der dritten und letzten Phase der Frakturbehandlung darum geht, die volle Beweglichkeit des Patienten wieder herzustellen.

Fraktur Verlauf

Der Heilungsprozess der gebrochenen Knochen beginnt unverzüglich. Ohne weiteres Zutun der Ärzte, ohne weitere Medikamente, repariert sich der Knochen von selbst. Die Knochenhaut, die jeden Knochen umgibt, beginnt damit neue Knochenzellen zu bilden. Mit diesen Zellen wird zuerst die Bruchstelle überbrückt und dann geschlossen, der Mediziner nennt dieses Knochenmaterial „Kalus“. Schon im Laufe einer Woche ist aus diesem Knochenkeimgewebe neuer Knochen geworden. Dieses Knochenstück aus Kalus ist anfangs noch weich und härtet erst in sechs bis zehn Wochen durch die Einlagerung von Silizium aus. Dann allerdings ist die Bruchstelle so fest geworden, dass der Knochen zwar an jeder anderen Stelle wieder brechen mag, aber an dieser Stelle sicherlich nie mehr.

Es bleibt, bei erwachsenen Menschen, eine kleine tastbare Verdickung des Knochens zurück. Bei Kindern heilt der Bruch vollkommen glatt aus. In der Phase der Rehabilitation geht es um das mobilisieren der verletzen Gliedmaßen. Ein schneller Eintritt in eine geeignete Rehabilitationsmaßnahme ist deshalb von essenzieller Wichtigkeit weil durch die Unbeweglichkeit eines Fußes oder einer Hand die nebenliegenden Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Verletzungen der unteren Extremitäten ist es wichtig zu laufen, natürlich anfangs mit Unterarmgehstützen, um die geschwundene Muskelmasse wieder aufzubauen und die volle Beweglichkeit wieder herzustellen. Eine schonende Physiotherapie mit Lymphdrainage lässt auch die geschädigten Weichteile wieder abschwellen. Am meisten ist jedoch in dieser Phase der Patient selbst gefordert.

Fraktur Vorbeugen

Einem Knochenbruch sinnvoll vorzubeugen ist bei der Einwirkung äußerer Gewalt nur schwer möglich. Allerdings kann die Gefahr durch körperliche Fitness, ein normales Gewicht und durch eine gesunde Ernährung minimiert werden. Ein sportlich trainierter Mensch erleidet seltener eine Fraktur aufgrund eines Sturzes auf Glatteis. Er ist beweglicher und wiegt in der Regel nicht so viel.

Gerade mit zunehmendem Alter, wenn die Kochen an sich etwas poröser werden, wird eine gesunde Lebensweise immer wichtiger. Sollte es dann doch einmal zu einer Fraktur gekommen sein heilt der Knochen schneller wieder aus und die normale Beweglichkeit kann rascher wieder erlangt werden.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
NEU: Bitte bewerte diesen Beitrag!
Ähnliche Themen, die Sie interessieren könnten:

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.