Fersensporn

Beim Fersensporn, auch Calcaneussporn, handelt es sich um unnatürliche, dornartige Knochenauswüchse, nahe dem Fersenbein. Der Name Calcaneussporn ist abgeleitet vom lateinischen Calcaneus, der das Fersenbein bezeichnet. Hervorgerufen wird der Fersensporn durch die körpereigenen Reparaturmechanismen, bei denen entzündetes Gewebe am Sehnenansatz, durch Knochenmasse ersetzt wird. Der Fersensporn muss nicht zwangsläufig zu Problemen führen. Oft bleibt er lange unentdeckt, bis sich das Gewebe um die knöchernen Auswüchse herum, durch Reizungen, entzündet.

Das kranke Gewebe verursacht Schmerzen, die so stark werden können, dass ein Laufen nicht mehr möglich ist. Unterschieden wird zwischen zwei verschiedenen Formen von Fersensporn. Dem selteneren, oberen Fersensporn, auch kranialer Fersensporn, wobei die Haglundferse am Achillessehnenansatz auftritt und dem häufigeren, unteren (plantaren) Fersensporn, der sich unterhalb der Ferse bemerkbar macht, auch plantarer Kalkaneussporn genannt in der Fachsprache. Der Fersensporn kommt relativ häufig vor. Jeder zehnte Erwachsene leidet unter der schmerzhaften Ausziehung des Fersenbeins. Frauen sind, durch Veranlagung, öfter betroffen als Männer. In der Altersgruppe von 40 bis 60 Jahren besteht das größte Risiko für einen Fersensporn, begründet in dem schrumpfenden Fettpolster, das der Ferse Schutz durch Dämpfung gibt.

Fersensporn Ursachen

Fersensporn Symptome und UrsachenEinseitige Belastungen beim Sport, nicht ausreichend dämpfende Schuhe, Übergewicht, Veranlagung und altersbedingter Abbau des Fersenschutzes sind die häufigsten Ursachen für einen Fersensporn. Dämpfung ist für die Sehnen sehr wichtig, da sonst durch die ständige Reizung beim Laufen kleine Verletzungen entstehen. Die Mikroverletzungen können dann zu Entzündungen in der Fußsohlen-Sehnenplatte, auch Plantaraponeurose, führen.

Diese Bindegewebsplatte verbindet tief liegende Knochen und Bänder mit dem Fettpolster und der Haut. Kommt es dort zu Rissen, durch Überbelastungen in der Struktur, kann dies zu schmerzhaften Entzündungen führen. Der Körper repariert dann diese kleinen Sehnenrisse mit Kalkablagerungen, die zu den typisch dornartigen Auswüchsen, dem Fersensporn, führen. Der Abbau des natürlichen Fettpolsters bei Menschen im Alter von 40- 60 Jahren, die ständige Überreizung durch Übergewicht oder zu einseitige Bewegungen und Überbelastungen beim Sport, führen ebenfalls zu diesen kleinen Verletzungen im Gewebe, und damit zu einem erhöhten Risiko an Fersensporn zu erkranken.

Fersensporn Symptome

Betroffene haben zu Beginn oft das Gefühl beim Laufen einen Stein im Schuh zu haben. Dann folgen dumpfe Schmerzen, in unregelmäßigen Abständen, die auch auftreten, wenn der Fuß nicht belastet wird. Es kommt zu „Anlaufschmerzen„, morgens nach dem Aufstehen, die oft zusammen mit Schmerzen unter der Ferse auftreten. Schwellungen im Knöchelbereich treten gelegentlich auf. Eine starke Druckempfindlichkeit im Bereich des Sehnenansatzes deutet auf einen Fersensporn im unteren Bereich. Wird die Druckempfindlichkeit an der Achillessehne, auf Knöchelhöhe, wahrgenommen, deutet dies auf einen Fersensporn im oberen Bereich. Eine allgemeine Druckempfindlichkeit besteht, bis es zu Schmerzen kommt, die ein Auftreten mit dem betroffenen Fuß nicht mehr möglich machen.

Fersensporn Diagnose

Bei den typischen Symptomen, wie zum Beispiel stechende Schmerzen in der Ferse, wird zur Diagnose eine Röntgenuntersuchung gemacht. Auf dem Röntgenbild kann man die Kalkeinlagerungen und die knöcherne, dornartige Auswachsung des Fersensporns erkennen. Der Arzt wird für einen Tastbefund die Areale, um die knöchernen Auswüchse herum, abtasten. Ein typischer Druckschmerz über den Fersensporn deutet auf die Verwachsung hin.

Fersensporn Therapie / Behandlung

Bei den meisten Menschen, die einen Fersensporn haben und unter Schmerzen leiden, verschwinden die Beschwerden nach einiger Zeit von selbst. Wenn sich die Schmerzen jedoch über einen langen Zeitraum hinziehen und das Laufen beeinträchtigt wird, ist eine Therapie notwendig.

Ein Fersensporn kann gut behandelt werden, mit einer Dehnung und Kräftigung des Fußgewölbes durch krankengymnastische Übungen. Dies wirkt den Entzündungen, die Verursacher der Beschwerden sind, entgegen. Die lokale Kältetherapie, auch Eismassage genannt, kann als Eigenbehandlung angewendet werden und lindert den Schmerz und die Entzündung.

Cortison-Injektionen helfen meistens nur zeitlich begrenzt. Eine Mischung aus Kortikoiden und Lokalanästhetika wird dabei in den Muskelansatz injiziert. Das Risiko, das es zu dauerhaften, schmerz verstärkenden Gewebeveränderungen kommen kann, macht diese Behandlungsmethode umstritten. Eine sehr erfolgreiche Behandlungsmethode von Fersensporn sind maßgefertigte orthopädische Einlagen. Diese nehmen den Druck an den schmerzenden Stellen durch Auslassung und dämpfen durch Polsterung. In kurzer Zeit können mit dieser Methode die Beschwerden verschwunden sein. Die extrakorporale Stoßwellentherapie ist eine geläufige Therapie bei der durch fokussierte Schallwellen der chronische Schmerz gelindert werden kann. Diese Therapie wird allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Etwas umstritten ist die Strahlentherapie. Röntgenstrahlen, die für einige Sekunden in Richtung des Fersensporns gezielt werden, sollen hierbei die Zellfunktionen beeinflussen und das entzündete Gewebe kurieren. Die OP des Fersensporns wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn alle anderen Therapien versagt haben. Hierbei wird der Fersensporn durch Meißeln abgetragen, es werden Nerven durchtrennt und der entzündete Schleimbeutel entfernt. Der Patient liegt 2 bis 4 Tage. Das Tragen von Spezialschuhen mit Einlagen wird für 6 Wochen notwendig um die Sehne zu entlasten. Beim dorsalen Fersensporn kann schon der Wechsel der Schuhe eine Besserung bringen. Die Schuhe sollten aber hinten nicht auf Höhe des Fersensporns liegen.

Fersensporn Verlauf

Zu Beginn, wenn der Fersensporn heranwächst, werden noch keine Schmerzen wahrgenommen. Oft macht der knöcherne Auswuchs auch niemals Beschwerden. Sobald aber die Regionen um ihn herum gereizt werden, durch ständige Überbelastung, kann sich das Gewebe entzünden und starke Symptome wie Schmerzen, die ein Laufen nicht ermöglichen, hervorrufen.

Da der Fersensporn chronisch werden kann, sollte er unbedingt behandelt werden. Schmerzen dürfen daher nicht zu lange ausgehalten und schnellstmöglich eine Therapie begonnen werden.

Fersensporn Vorbeugen

Gut passende Schuhe können einen Fersensporn vorbeugen. Der Fuß sollte niemals eingeengt, die Zehen nicht eingequetscht sein. Die Fußsohlenmuskulatur muss ausreichend gedehnt werden können, beim Gehen. Zu dünne Sohlen und das häufige Laufen auf Kopfsteinpflaster, wirken sich förderlich auf den Fersensporn aus. Gute Schuhe stützen die Ferse einerseits und schützen sie durch ein dämpfendes Kissen unterhalb der Ferse.

Beim Sport darf die Aufwärmphase nicht übersprungen werden, da die Verletzungsgefahr für die Sehnen ansonsten sehr hoch ist. Die Sehnen sollten immer ausreichend gedehnt sein, bevor mit dem Sport begonnen wird. Bei den richtigen Sportschuhen ist darauf zu achten, dass der Fuß ausreichend gedämpft wird, da ansonsten die Sehnen ständig überreizt werden. Lauftraining sollte bevorzugt auf weichen Waldböden absolviert werden, anstatt auf hartem Asphalt. Falls Schmerzen in der Ferse auftreten, muss der Fuß sofort entlastet und am besten gekühlt werden, damit die vorhandene Reizung nicht in einer Entzündung endet. Sport muss beim Auftreten von Fersenschmerzen sofort reduziert werden. Schmerzen beim Sport, sind ein deutliches Zeichen von Überbelastung.

Übergewicht wirkt sich auch sehr förderlich für den Fersensporn aus und sollte daher reduziert werden. Die Sehnen werden ständig strapaziert und befinden sich in einem Dauerreizzustand durch die Überlastung. Mit einer Gewichtsreduktion kann dem, sehr effektiv, entgegengewirkt werden. Die richtige Körperhaltung am Arbeitsplatz beugt dem Fersensporn ebenfalls vor. Es sollte darauf geachtet werden, des Öfteren die Haltung zu verändern oder bei stehenden Berufen, sich hinzusetzen und dadurch die Füße zu entlasten. Das häufige Barfußlaufen hat sich ebenfalls als gute Prophylaxe gegen den Fersensporn bewährt, da hierdurch die Beweglichkeit der Zehen verbessert wird.

Eine gut ausgebildete Fuß – und Wadenmuskulatur ist ein guter Schutz gegen den Fersensporn. Regelmäßige, einfache Dehnübungen können einer Muskelverkürzung entgegenwirken. Dazu reicht es schon die Fußsohlen über einen Igelball rollen zu lassen, oder im Sitzen mit gestreckten Beinen ein Handtuch um den Fuß zu wickeln und langsam in Körperrichtung zu ziehen. Die Dehnung der Wade sollte dabei deutlich zu spüren zu sein. Der dadurch erreichte positive Effekt auf die Muskulatur wirkt Muskelverkürzungen entgegen, die sich negativ auf den Sehnenansatz am Fersenbein auswirken können.

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