Epilepsie

Epilepsie besitzt in der Bevölkerung eine Häufigkeit von ungefähr 0,5 bis 1 Promille. Von Epilepsie spricht man nur dann, wenn sich im EEG eine erhöhte Anfallsbereitschaft nachweisen lässt und wiederholt auftritt. Bei nur einmaligen Ereignissen, wie sie vier bis fünf Promille aller Menschen erleiden, spricht man noch nicht von Epilepsie. Während die Häufigkeit des Neuauftretens einer Form der Epilepsie sich vom Kindesalter in Richtung Erwachsenenalter senkt, ist bei fortgeschrittenem Alter wieder eine Erhöhung der neu auftretenden Erkrankungen zu bemerken. Vor allem die Form der Epilepsie unterscheidet sich. Während Kinder vorwiegend an generalisierten Epilepsien leiden, häufen sich mit Zunahme des Alters fokale Epilepsien.

Grundsätzlich wird zwischen drei Grundformen der Epilepsie unterschieden. Die fokale Epilepsie hat ihren Beginn an einem in den meisten Fällen lokalisierten Herd wie beispielsweise eine Vernarbung, die angeboren sein kann. Bei der generalisierten Epilepsie kann kein Herd lokalisiert werden und der Krampfanfall breitet sich auf den ganzen Körper aus. Die dritte Form ist fokale Epilepsie mit sekundärer Generalisierung. In diesem Fall ist der Auslöser ein sich im Gehirn befindlicher Herd, der den Krampfanfall unter bestimmten Bedingungen auslöst. Während des Anfallsgeschehens breitet sich der Krampfanfall auf das gesamte Gehirn aus. Innerhalb der drei Obergruppen der unterschiedlichen Anfälle kommt es, abhängig vom Erscheinungsbild des Anfallsgeschehens und der Abhängigkeit des Auftretens und der Häufigkeit sowie der mit dem Anfallsleiden einhergehenden Auswirkungen, zur Unterteilung der unterschiedlichen Arten der Epilepsien.

Epilepsie Ursachen

Epilepsie Symptome & UrsachenBei wiederholten Anfällen kommt es zu einer ausführlichen Diagnostik. Sind keine hirnorganischen Ursachen festzustellen, lautet die Diagnose oft genuine Epilepsie. Kann eine Ursache festgestellt werden, spricht man von einer symptomatischen Epilepsie. Die Ursache kann eine genetische Disposition sein. Aber auch Ursachen wie eine perinatale Hirnschädigung, wie sie beispielsweise durch Sauerstoffmangel bei der Geburt eintreten kann, kann ein Auslöser sein.

Weitere Ursachen können Fehlbildungen des Hirngewebes oder zerebrale Gefäßmissbildungen sein. Hirntumoren gehören vor allem bei Auftreten jenseits des Kleinkindalters zu möglichen Auslösern.

Auch Infektionen wie Masern, Meningokokken oder FSME-Viren können Auslöser einer Epilepsie sein. Weitere Ursachen können kleinste Narbenbildungen im Gehirn sein, die bereits in der pränatalen Phase entstanden sind. Ursachen für Gelegenheitskrämpfe sind hohes Fieber bei Kindern, massiver Schlafentzug oder Missbrauch von Drogen oder Psychopharmaka. Bei fotosensiblen Patienten kann flimmerndes Licht einen Auslöser darstellen.

Epilepsie Symptome

Die ersten Symptome einer Epilepsie können eine sogenannte Aura sein. Diese Aura wird von vielen Epilepsiepatienten als „komisches Gefühl“ beschrieben. Diese Aura kann bei einem isolierten Anfallsgeschehen oft das einzige Symptom eines epileptischen Anfalles sein. Die Aura kann sich als unangenehmes Gefühl, das aus der Magengegend aufsteigt, zeigen. Aber auch als Kribbeln oder Taubheitsgefühle. Auch visuelle Halluzinationen können eine Aura darstellen.

In vielen Fällen ist die Form der Aura abhängig vom Anfallszentrum im Gehirn. Weitere Formen einer Aura sind Probleme bei der Konzentration oder Wahrnehmungsprobleme. Abhängig vom Anfallstypus kann der Anfall von der Umwelt unbemerkt bleiben. Dies ist vor allem bei der Absence-Epilepsie der Fall. Der Patient starrt dabei sogenannte Löcher in die Luft und ist sofort wieder ansprechbar. Bei Anfällen des Typus Grand Mal kommt es zur Bewusstlosigkeit, unkontrollierten Zuckungen der Gliedmaßen, die, abhängig davon ob es eine generalisierte oder fokale Form ist, alle Gliedmaßen oder nur eine Seite betreffen. Der dramatischste Verlauf eines Anfallsgeschehens ist der Status Epilepticus.

Während der Großteil der Anfälle nach mehreren Minuten enden und der Patient in einen erholsamen Schlaf fällt (bei Anfällen mit Bewusstlosigkeit), dauert der sogenannte Status oft auch mehrere Stunden. Dabei dauert ein Anfall ununterbrochen an oder der Patient fällt ohne Pause von einem Anfall in den anderen. Dieses Geschehen ist bei langer Dauer sowohl bei der Absence-Epilepsie wie auch bei Anfällen der Gruppe Grand Mal nicht bedenklich und kann im schlimmsten Fall sogar einen tödlichen Verlauf nehmen.

Epilepsie Diagnose

Neben allgemeinen neurologischen Untersuchungen erfolgt die Diagnose durch Messung der Gehirnströme (EEG) und einer detaillierten Beobachtung und Beschreibung der Anfälle. In den meisten Fällen erfolgt die Erstdiagnostik stationär, um den Anfallsverlauf von ausgebildeten Personen beobachten zu lassen. Parallel dazu werden bildgebende Verfahren wie MRT und CT zur genaueren Diagnostik verwendet. Untersuchungen wie die Prüfung der Blutwerte, um eventuelle Auslöser wie Unterzuckerung oder Mineralstoffmangel ausschließen zu können, werden ebenfalls standardmäßig durchgeführt.

Ein weiteres diagnostisches Mittel ist die Anfertigung eines Langzeit-EEG oder eines Video-EEG, bei dem der Patient an ein mobiles EEG-Gerät angeschlossen wird. Beim Video-EEG wird der Patient gleichzeitig über Videoaufnahme gefilmt und beobachtet. Diese Untersuchungen sind nur bei stationärer Aufnahme möglich. Weitere Diagnostikverfahren sind die Positronen-Emmissions-Tomographie (PET) und die SPECT-Untersuchung (Single Photon Emission Computed Tomography). Mit diesen Untersuchungen besteht die Möglichkeit der genauen Lokalisierung der auslösenden Herde. Vor allem auch in der Vorbereitung zur Operation, um einen Herd zu entfernen, sind diese beiden Methoden unverzichtbar.

Epilepsie Therapie / Behandlung

Viele Formen der Epilepsie können zwischenzeitlich sehr gut behandelt werden. Effiziente Wirkstoffe, deren Nebenwirkungen zwar vorhanden sind, aber gut kontrolliert werden können, stehen für unterschiedlichste Formen der Epilepsie zur Verfügung. Der Patient benötigt jedoch Disziplin, um die verordneten Medikamente regelmäßig in den vorgeschriebenen Zeitabständen einzunehmen.

Bekannte Wirkstoffe in der Therapie von epileptischen Erkrankungen sind die Valproinsäure, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenytoin, Primidon und Phenobarbital. Bei fokalen Epilepsien und günstig gelegenen Herden führt eine Epilepsie oft zu einem anfallsfreien Leben ohne Medikamente.

Epilepsie Verlauf

Der Verlauf der Erkrankung ist abhängig von der Art des Anfallsgeschehens und wie der Patient auf die Behandlung reagiert. Die Prognose bei einer schweren Absence-Epilepsie, die bereits im Kleinkindalter auftrat, kann schlechter sein, als die Prognose für ein Kind mit schweren Grand Mal Anfällen. Oder auch umgekehrt. Eine Prognose kann nur durch den behandelnden Spezialisten von Fall zu Fall gestellt werden.

Zwischen 50 und 80 Prozent der betroffenen Menschen werden durch eine erfolgreiche Behandlung und eine gute Reaktion auf die verabreichten Medikamente anfallsfrei oder weisen kaum mehr Anfälle auf. Ein Großteil der an Epilepsie leidenden Menschen führt ein ganz normales Leben mit normaler Schulbildung bis hin zum Studienabschluss. Unabhängig davon, ob sie anfallsfrei sind oder nicht.

Epilepsie Vorbeugen

Spezielle Maßnahmen, die gegen das Auftreten von Epilepsie schützen, gibt es nicht. Da jedoch Epilepsie auch durch Kopfverletzungen verursacht werden kann, ist das Tragen eines Helms bei unterschiedlichen Tätigkeiten mit Sicherheit eine Maßnahme mit entsprechender vorbeugender Funktion.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
NEU: Bitte bewerte diesen Beitrag!
Ähnliche Themen, die Sie interessieren könnten:

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.