Entzündung

Entzündungen sind keine direkt hervorgerufenen Krankheiten, sondern eine direkte Abwehrreaktion des menschlichen Körpers auf eine Schädigung von außen. Sie treten entweder lokal begrenzt oder im gesamten Körper auf, in einem solchen Fall spricht man von einer systemischen Entzündung (Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom oder SIRS). Unabhängig von der Ursache dient eine Entzündung (medizinisch lateinisch Inflammatio oder deutsch Inflammation) immer dem Zweck, den von den verschiedenen Ursachen hervorgerufenen Schaden einzugrenzen oder zu bekämpfen.

Ist ein Organ betroffen, so wird dies in der Regel durch die Endung -itis deutlich gemacht, z.B. Gastritis (Magen), Enteritis (Darm), Arthritis (Gelenke) oder Dermatitis (Haut). Die bekannteste Ausnahme von dieser Regel stellt die Lungenentzündung dar, die wissenschaftlich als Pneumonie bezeichnet wird. Darüber hinaus wird eine Entzündung nach verschiedenen anderen Faktoren klassifiziert, der wichtigste darunter ist der zeitliche Ablauf. Hier wird zwischen einer akuten Entzündung (perakut, akut und subakut) und einer dauerhaften oder schleichenden Entzündung (primär-chronisch, sekundär-chronisch, progredient, rezidivierend). Des Weiteren wird auch nach der beteiligten Flüssigkeit unterschieden, wobei die drei verschiedenen Kategorien serös (bei eiweißhaltigen Flüssigkeiten), fibrinös (bei fibrinhaltigen Flüssigkeiten) und eitrig sind.

Ursachen einer Entzündung

Entzuendung Ursachen + SymptomeEine Entzündung kann durch verschiedene Einflüsse hervorgerufen werden, grundsätzlich handelt es sich immer um eine Störung der Zellfunktionen. Es kommen drei verschiedene Ursachen infrage.

Die Erste ist ein physikalischer Reiz, wie er durch Erschütterungen, Verletzungen, Druck oder Reibung entsteht. Auch Stoffwechselstörungen können solche Reize hervorrufen, etwa durch Harnsäurekristalle. Weiter zählen Kälte und Wärme sowie Strahlung in diesen Bereich.

Die zweite Ursache sind Chemikalien, worunter einerseits aggressive Substanzen wie Laugen oder Säuren, andererseits aber auch Allergene und Enzyme gezählt werden. Toxine kommen ebenfalls als eine chemische Ursache für eine akute oder chronische Entzündung in Betracht. Zuletzt gibt es noch eine umfangreiche Palette von biologischen Ursachen. Hier stehen Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien im Vordergrund, in zweiter Linie sind es andere Lebensformen wie Pilze oder Tiere, z.B. Parasiten.

Entzündung Symptome

Die Symptome für eine Entzündung sind vielfältig und unterscheiden sich nach Art, Schwere und Ort stark voneinander. Es müssen nicht alle Symptome vorliegen, unter bestimmten Umständen können einzelne auch nur teilweise oder gar nicht in Erscheinung treten. Klassischerweise äußert sich eine Entzündung in fünf unterschiedlichen Beschwerden. Diese sind eine Erwärmung des Gewebes bzw. bei einem systemischen inflammatorischen Response-Syndrom hohes Fieber von mehr als 38 Grad oder auch eine Unterkühlung von weniger als 36 Grad. Zusätzlich schwillt das betroffene Gewebe stark an, insbesondere bei Verletzungen tritt häufig Flüssigkeit aus.

Äußerlich ist zusätzlich eine Rötung der entsprechenden Stelle festzustellen, falls diese sich in unmittelbarer Nähe der Haut befindet. Der Krankheitsverlauf geht je nach Schwere mit Unwohlsein bis hin zu extrem starken Schmerzen einher, die eine direkte Folge der erhöhten Spannung innerhalb des Gewebes und der durch die Entzündung entstehenden Stoffwechselprodukte auf Zellebene sind. Ein weiteres Signal ist eine eingeschränkte oder gestörte Funktion des entzündeten Bereiches oder Organs, das aufgrund der vorliegenden Reaktion seiner Aufgabe nur noch eingeschränkt nachkommen kann.

Entzündung Diagnose

Bei einer Entzündung entstehen bestimmte Stoffwechselprodukte, die im Blutkreislauf nachgewiesen werden können. Aussagekräftig sind hier besonders spezielle Proteine, die unter dem Namen „Entzündungsfaktoren“ bekannt sind. Außerdem ändert sich die Zusammensetzung des Blutes, die Anzahl der Abwehrzellen (weiße Blutkörper oder Leukozyten) steigt zunächst stark an.

Bei Infekten durch Bakterien oder Viren werden zudem vermehrt Antikörper gebildet, um den Erreger gezielt zu bekämpfen. Die Veränderungen führen im Blutplasma wiederum zu einer Beschleunigung der Blutkörperchensenkungsreaktion (BKS), die sich ebenfalls im Labor nachweisen lässt. Zusätzlich werden natürlich auch die oben beschriebenen Symptome zur Bestimmung herangezogen und dienen als weitere Indikatoren für das Vorliegen einer Entzündung.

Die Diagnose mittels Bluttests ist aus diesen Gründen sehr zuverlässig und erlaubt oft bereits eine genauere Bestimmung der Ursache. Diese ist auch der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Behandlung, da sie der Auslöser ist, muss primär danach gesucht werden. Oberflächliche Ursachen sind relativ einfach zu entdecken, sollten jedoch tiefere Schichten oder Organe betroffen sein, kommt die moderne Diagnosetechnik wie Tomografie, MRT und Ultraschall zum Einsatz.

Entzündung Therapie / Behandlung

Da es sich bei einer Entzündung um eine Abwehrreaktion des Körpers handelt, wäre es ausgesprochen kontraproduktiv, diese zu schwächen oder gar zu unterdrücken. Sie kann vielmehr durch eine korrekte Behandlung der Ursache unterstützt und zu einem schnelleren Abheilen gebracht werden.

Deshalb teilt sich eine Therapie in zwei verschiedene Bereiche auf:

Erstens wird die Ursache behandelt, zweitens werden unangenehme Beschwerden nach besten Möglichkeiten gedämpft.

Lokale, äußerliche Entzündungen werden in der Regel sehr konservativ behandelt und heilen oft ohne direkte Therapie von selber nach einem gewissen Zeitraum wieder ab. Hier bieten sich Cremes mit schmerzlindernden Wirkstoffen an. Bedrohlich sind jedoch systemische Entzündungen, die im schlimmsten Fall bis hin zu einer Blutvergiftung führen können. Sind Bakterien die Ursache für eine Inflammation, so kann der betroffene Patient lokal oder global mit Antibiotika behandelt werden, um den Verlauf zu beschleunigen. Da bei einigen Arten die Symptome lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können, ist in diesen Fällen immer eine Gabe von der Situation entsprechenden Gegenmitteln notwendig (z.B. Antibiotika, Mittel zur Stabilisierung des Kreislaufs, etc.).

Entzündung Verlauf

Bei jeder Entzündung werden Stoffe produziert, die den Blutstrom zu dem betreffenden Bereich regulieren. Der Vorgang ist insofern paradox, als dass zwei komplett gegensätzliche Reaktionen zeitlich versetzt ablaufen. In einer ersten, akuten Phase wird durch den Verschluss der arterio-venösen Anastosomen und eine Erweiterung der Kapillare der Blutstrom angeregt, kurz darauf erschlaffen die Kapillarwände, es kommt zur Bildung eines Ödems. Nun geschieht das Gegenteil, die Geschwindigkeit des Blutes sinkt weit unter ihr normales Niveau und verharrt dort. Im Laufe dieses Vorgangs nimmt die anfangs ansteigende Sättigung des Blutes mit Sauerstoff auf einen Tiefpunkt ab, während der Gehalt von Kohlendioxid mehr und mehr zunimmt. Dieser gesamte Vorgang geht mit einer starken Reizung der Nerven und einem dementsprechend starken Schmerzempfinden einher.

Der Verlauf erscheint allerdings nur auf den ersten Blick widersprüchlich – tatsächlich handelt es sich um einen über einen langen Zeitraum entwickelten Mechanismus. Dabei wird in einer ersten Phase Sauerstoff und Immunzellen für eine schnelle Abwehrreaktion an die entsprechende Stelle transportiert, woraufhin die weitere Versorgung reduziert wird, um eine weitere Ausbreitung zu unterbinden. Zusätzlich wandern Leukozyten durch die Kapillarwände in Richtung des Entzündungsherdes, wo besondere Botenstoffe (Opsonine) ausgestoßen werden. Wird die Schädigung durch diesen Prozess nicht unter Kontrolle gebracht, stirbt das Gewebe ab. Spezielle Zellen übernehmen die Zersetzung, die Abbauprodukte werden gemeinsam mit eingedrungenen Fremdkörpern aus dem Körper transportiert.

Entzündung Vorbeugen

Es handelt sich bei einer Entzündung an sich um einen heilenden Vorgang innerhalb eines geschädigten oder infizierten Gewebes, somit ist eine Vorbeugung weder sinnvoll noch wünschenswert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass keine Maßnahmen durchgeführt werden können, die die Entstehung vermeiden.

Ein großer Teil der auftretenden Entzündungen werden durch einfache, ungefährliche Verletzungen ausgelöst, die durch das Eindringen von Mikroorganismen infiziert werden. Eine gründliche Hygiene hilft, solche Komplikationen bereits im Voraus auszuschließen. Dazu gehört z.B. die Desinfektion der Wunde und das Verschließen mit einem sauberen, keimfreien Pflaster oder Verband. Darüber hinaus sollte der Kontakt zu Krankheitsüberträgern wie Tieren vermieden werden.

Es ist üblich, nach Operationen präventiv Antibiotika zu verabreichen, um der Ausbreitung von bakteriellen Krankheitserregern vorzubeugen. Allerdings ist diese Gabe in Fachkreisen zunehmend umstritten, da sie die Entstehung von resistenten Keimen beschleunigt. Eine gesunde Lebensweise und ein starkes Immunsystem sind jedoch auch weiterhin die beste Vorbeugung nicht nur gegen Erkrankungen, sondern auch gegen Entzündungen und Infekten.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
NEU: Bitte bewerte diesen Beitrag!

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.