Divertikulitis

Unter dem Begriff Divertikulitis versteht man eine Erkrankung des Dickdarmes, bei der es zu Entzündungen in Ausstülpungen der Schleimhaut, auch Divertikel genannt, kommt. Wenn solche Ausstülpungen häufiger vorkommen, wird dies als Divertikulose bezeichnet. Die Divertikulose ist wiederum die Vorstufe der Divertikulitis. In 95 Prozent aller Fälle ist das Colon sigmoideum betroffen und wird in der Medizin als Sigmadivertikulitis bezeichnet. Nur ein Prozent der Erkrankten sind von einer Divertikulitis im Colon transversum und jeweils zwei Prozent im Colon ascendens und im Caecum betroffen.

Die Sigmativertikel sind in der Regel sogenannte Pseudodivertikel, bei der sich die Darmschleimhaut durch Lücken der muskulären Wand hindurch stülpt. Die Divertikelbildung im Dickdarm kommt in den westlichen Industrienationen mittlerweile häufig vor und nimmt mit steigendem Alter zu. Als Risikofaktoren gelten neben mangelnder körperlicher Aktivität auch der Verzehr von rotem Fleisch und ballaststoffarme Kost. Allerdings erkranken nur zwischen 12 und 25 Prozent aller Menschen mit Darmdivertikel tatsächlich an einer Divertikulitis. Hat sich eine Divertikulitis entwickelt, heißt es Komplikationen zu verhindern.

Patienten mit einer leichten Form der Divertikulitis können zu Hause behandelt werden, bei einer schweren Entzündung ist jedoch ein Krankenhausaufenthalt und in vielen Fällen auch eine Operation unerlässlich. Mit ballaststoffreicher Ernährung, ausreichend Bewegung und einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme kann die Entwicklung der Divertikulose zur Divertikulitis verzögern oder sogar komplett verhindern.

Divertikulitis Ursachen

Divertikulitis: Symptome und UrsachenNormalerweise ist die Darmwand des Menschen schlauchförmig und glatt. Durch Schwachstellen bzw. Lücken der ringförmigen Muskelschicht der Darmwand können Ausstülpungen der Schleimhaut auftreten. Warum sich Divertikel beim Menschen überhaupt ausbilden, konnte jedoch bis heute noch nicht vollständig geklärt werden. In den Ausstülpungen der Darmschleimhaut kann sich früher oder später Kot ansammeln oder es werden Kotsteine gebildet. In beiden Fällen kommt es zu einer Reizung der Darmschleimhaut. Die lokale Bakterienvermehrung im Darm führt in der Folge zu einer Entzündung.

Die Entzündung kann danach auch auf die Umgebung übergreifen und, je nach Ausbreitungsrichtung, sind Übergriffe auf die umliegenden Organe oder Eiteransammlungen im Fettgewebe möglich. So kann es zum Beispiel zu Fistelbildungen am Dickdarm, der Harnblase oder der Vagina kommen. Setzt sich der Entzündungsprozess rasch fort, wie es bei sehr alten Personen oder bei Patienten, die mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden, der Fall sein kann, könnte es zudem zu einer akuten Bauchfellentzündung kommen. Ein lang andauernder Verlauf führt hingegen häufig zu einer Engstellung der Lichtung, wodurch die Darmpassage komplett oder teilweise gestört wird.

Die Folge ist ein sogenannter Darmverschluss. Die Entstehung einer Divertikulitis kann durch Faktoren wie faserarme Kost, Bindegewebsschwäche der Darmwand und Drucksteigerung im Darm bei einer Verstopfung, begünstigt werden.

Divertikulitis Symptome

Zu den deutlichsten Symptomen einer Divertikulitis zählt ein plötzlich auftretender Schmerz über dem von der Krankheit betroffenen Darmabschnitt. Am häufigsten tritt der Schmerz im linken Unterbauch auf, strahlt jedoch oft auch bis in den Rücken aus.

Daneben kommt es häufig auch zu Symptomen wie Übelkeit, Fieber, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung mit Schleim und Eiter im Stuhl sowie Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Bei den Laborwerten kann zudem eine Erhöhung der Leukozyten und des CRPs festgestellt werden. Bei einem Teil der Betroffenen wird bei der Untersuchung des Bauches auch eine walzenförmige Geschwulst ertastet.

Divertikulitis Diagnose

Wenn die Symptome einer Divertikulitis auftreten, bedarf es einer ärztlichen Abklärung. Bei der Erhebung der Krankengeschichte sind besonders die Stuhlgewohnheiten des Patienten von Bedeutung. Nach einer Tastuntersuchung des Unterbauchs, in der bei einem Teil der Betroffenen eine walzenförmige Geschwulst festgestellt werden kann, werden im Rahmen einer Blutuntersuchung die Entzündungswerte bestimmt.

Ein zusätzliches Röntgenbild ermöglicht es, einen eventuell vorhandenen Darmverschluss oder Durchbruch festzustellen. Ein Abszess oder eine verdickte Darmwand kann hingegen auch mit einer Ultraschalluntersuchung erkannt werden. Divertikel und mögliche Komplikationen können mit einem Computertomographie des Bauches jedoch am besten dargestellt werden. Falls der Arzt eine Untersuchung im entzündungsfreien Intervall durchführt, gestaltet sich diese etwas anders. Zuerst werden Anzahl, Größe und Lage der Divertikel mithilfe des Kontrastmittelröntgens bestimmt.

Danach werden mögliche Einengungen des Darms und die Ausdehnung der Divertikulose mit einer Darmspiegelung beurteilt. Die Darmspiegelung hat jedoch einen weiteren Nutzen: Andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen, wie zum Beispiel Tumore können ausgeschlossen werden.

Divertikulitis Therapie / Behandlung

Die Behandlung der Divertikulitis richtet sich nach dem Schweregrad der Entzündung sowie dem Vorliegen von Folgeerscheinungen oder Komplikationen. Leichte Formen werden mit Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten zu Hause behandelt, allerdings müssen sich die Patienten an eine schlackenarme Ernährung halten, um den Dickdarm nicht zusätzlich zu belasten. Nach dem die akuten Krankheitserscheinungen abgeklungen sind, sollte der Patient allerdings wieder ballaststoffreiche Kost zu sich nehmen. Bei einer hochakuten schweren Entzündung ist hingegen eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Wenn dem Patienten eine Nahrungskarenz verordnet wird, muss er mittels Infusionen ernährt werden und erhält zudem Antibiotika, entzündungslindernde Medikamente, Schmerzmittel und Spasmolytika.

Falls es zu Komplikationen, wie zum Beispiel einem Durchbruch mit Bauchfellentzündung, einer starken Blutung oder einer Abszessbildung kommt, muss sofort operiert werden. Zusätzlich zu diesen Notfalloperationen können auch Fistelbildungen, wiederholte Blutungen und eine hochgradige Darmverengung eine Operation nach sich ziehen.

Auch wenn es nach einer akuten Divertikulitis vor dem 50. Lebensjahr zu häufig auftretenden Entzündungen kommt, sollte im entzündungsfreien Intervall eine Operation durchgeführt werden. Bei dieser Operation wird der befallene Abschnitt des Darms entfernt und die beiden freien Enden wieder miteinander vernäht. Muss eine Notfalloperation durchgeführt werden, ist es hingegen oft notwendig vorübergehend einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Wenn die Entzündung nach acht bis zwölf Wochen wieder abgeklungen ist, wird der künstliche Darmausgang wieder zurückverlagert. Die Operation kann entweder als Bauchschnitt, bei dem der Bauchraum durch einen Mittelschnitt geöffnet und der befallene Abschnitt des Dickdarms entfernt wird, oder einer Bauchspiegelung, für die nur ein zwei Zentimeter langer Schnitt im Nabelbereich notwendig ist, durchgeführt werden. Auch bei der Bauchspiegelung wird der befallene Dickdarmabschnitt mit Hilfe von kleinen Instrumenten entfernt.

Divertikulitis Verlauf

Die Divertikulitis beginnt mit einer Divertikulose-Erkrankung. Bei einer gesunden Lebensweise zeigt eine Divertikulose, die Vorerkrankung der Divertikulose, in der Regel einen günstigen Verlauf, weshalb die Prognose im Allgemeinen recht gut ist. Meistens erleben die Betroffenen keine Einschränkungen und nur in seltenen Fällen kommt es zu Komplikationen, die eine Operation nach sich ziehen. Nachdem der chirurgische Eingriff durchgeführt wurde, leben die Betroffenen in den meisten Fällen beschwerdefrei. Mit einer ballaststoffreichen und ausgewogenen Ernährung kann der Verlauf einer Divertikulose positiv beeinflusst werden.

Allein durch die Ernährung lassen sich in vielen Fällen schwere Komplikationen wie eine Weiterentwicklung zur Divertikulitis verhindern. Wenn sich der Stuhl in den Divertikeln des Darms ansammelt, können sich diese entzünden und es kommt zur Divertikulitis. Zwischen 12 und 15 Prozent aller Divertikulose-Betroffenen erkranken im Laufe ihres Lebens an dieser Erkrankung. Der ganze Bauch wird druckempfindlich und Symptome wie Fieber und Schmerzen im linken Unterbauch treten auf. Wenn sich die Entzündung ausbreitet, kann zudem das umliegende Gewebe geschädigt werden. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Entzündung auf andere Organe, beispielsweise Harnblase oder Dünndarm, übergreift.

Die Divertikulitis kann wiederum zu gefürchteten Komplikationen wie einem Durchbruch in die Bauchfellhöhle führen, was eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung nach sich zieht. Darüber hinaus können wiederholte Divertikelentzündungen zu Vernarbungen an der Darmwand führen, was Darmverengungen und Verschlüsse zur Folge haben kann.

Divertikulitis Vorbeugen

Warum sich bei manchen Menschen Divertikel im Darm ausbilden, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Allerdings scheint eine allgemeine Bindegewebsschwäche, Verstopfung und Darmträgheit die Ausstülpungen der Darmwand zu begünstigen.

Obwohl die Ursache nicht komplett geklärt ist, kann eine gesunde Lebensführung Divertikeln und der oft drauf folgenden Divertikulitis vorbeugen und das Entzündungsrisiko der Ausstülpungen reduzieren. Die Verdauung kann mit einfachen Maßnahmen in Schwung gehalten werden. So sollte man sich ballaststoffreich ernähren, sich regelmäßig bewegen und zudem ausreichend trinken.

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