Diphtherie

Als Diphtherie bezeichnet man eine akute, entzündliche Infektionskrankheit der Atemwege, die durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöst wird. Der Erreger wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion von Mensch und Tier übertragen. Damit gehört die Diphtherie zu den akut ansteckenden Krankheiten. In Folge der Infektion der oberen Atemwege kann es nicht nur zu Schluckbeschwerden und Atemnot kommen. Mit Voranschreiten der Erkrankung sind zunehmend auch die anderen Organe des Körpers betroffen. Es kann daher zu lebendbedrohlichen Komplikationen kommen, wenn eine Diphtherie nicht frühzeitig behandelt wird.

Seit der Verfügbarkeit eines toxoiden Impfstoffes gegen die Diphtherie ist die Prävalenz für die akute Infektionskrankheit deutlich zurück gegangen. Sinkt die Impfrate allerdings unter ein kritisches Minimum, steigen die Infektionszahlen mit dem Erreger der Diphtherie wieder. Vor allem in armen Ländern der dritten Welt ist diese Erkrankung verbreitet. Bei Kindern führt sie mangels entsprechender Behandlung oft zum Tod. Aber auch in Europa besteht die Gefahr, sich mit Diphtherie anzustecken.

Diphtherie Ursachen

Diphtherie Ursachen + SymptomeUrsächlich für die Entstehung der Krankheit ist das Bakterium Corynebacterium diphtheriae. Dieses Bakterium wird beim engen Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren übertragen, wie etwa beim Niesen, Hände Schütteln oder sogar den Kontakt mit durch den Erreger der Diphtherie kontaminierten Gegenständen. Dies wird Tröpfchen- oder Schmierinfektion genannt. Die Infektionskrankheit ist also ansteckend, weswegen sie in Deutschland einer Meldepflicht unterliegt. Erkrankte werden sofort isoliert und in Quarantäne gebracht, um eine umgreifende Krankheitswelle zu vermeiden.

Das Bakterium behindert die Proteinbiosynthese im Körper, indem sie den Elongnationsprozess bei der Synthese langer Polypeptidketten bei der Produktion von körpereigenen Proteinen blockiert. Proteine bestehen aus Aminosäuren und sind für die Erhaltung der lebenswichtigen Körperfunktionen unbedingt nötig. Der Erreger der Diphtherie blockiert diese Synthese und führt damit zu einer Schwächung des allgemeinen Zustandes.

Diphterie Symptome

Die ersten Symptome der Diphtherie treten in der Regel nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen auf. Charakteristisch für diese heimtückische Erkrankung sind Abgeschlagenheit, Müdigkeit und eine Infektion der oberen Atemwege. Diese kann von Husten, Schluckbeschwerden und einem Anschwellen der Mandeln begleitet werden. Häufig kommt es infolge dessen zu Atemnot und Schwindel. Es treten Schwellungen der Lymphgefäße auf. Bei der Infektion der Nasennebenhöhlen kommt es ebenso zu blutigem Schnupfen.

Allgemein treten bei der Diphtherie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Bei der Infektion des Kehlkopfes ist ein bellendes Husten charakteristisch, dass sich rasch zu Stimmlosigkeit und pfeifenden Atemgeräuschen ausweitet. Die Diphtherie kann auch die obere Luftröhre sowie die Bronchien betreffen. Hier ist die Diphtherie aber von einigen anderen entzündlichen Krankheitsprozessen abzugrenzen. Im Verlauf der Erkrankungen treten einige schwerwiegende Komplikationen auf, wie zum Beispiel eine Infektion des Herzmuskels oder eine Entzündung der Hirnhaut. Diese sind aber nicht zwingend Symptome der Diphtherie und treten nur in schweren Verlaufsformen der Krankheit auf.

Diphtherie Diagnose

Eine Diagnose liefert ein Test im medizinischen Labor. Die Bakterien, die Erreger der Diphtherie sind, können in allen Körperflüssigkeiten und -sekreten nachgewiesen werden. Die Auswertung dieses Tests dauert allerdings mindestens zwölf Stunden.

Im Verdachtsfall wird daher eine Therapie eingeleitet, auch ohne den sicheren Befund zu haben. Bei einer akuten Diphtherie ist es wichtig, so früh wie möglich mit der Therapie zu beginnen. Eine Diagnose kann auch über die klinischen Symptome erfolgen. Beweisbar wird die Infektion mit Diphtherie allerdings erst durch den Nachweis der Erreger im Labortest.

Diphtherie Therapie

Die Behandlung einer Erkrankung mit den Erregern der Diphtherie erfolgt zweigleisig. Zum einen wird das Antibiotikum Penicilin für mindestens eine Woche in hoher Dosierung verabreicht. Desweiteren können heute Seren mit den Antikörpern des Bakteriums verabreicht werden. Diese werden intravenös zugeführt und agieren im Blut und in den Körpersekreten. Ziel dieser Antikörpertherapie ist es, die Erreger im Körper zu zerstören. Durch die Gabe von Antibiotika wird diese Behandlungsmethode unterstützt. Ebenfalls unerlässlich für den Erfolg der Behandlung mit Diphtherie ist eine strenge Bettruhe, die über vier bis sechs Wochen eingehalten werden muss. So kann die Gefahr von Schädigungen des Herzens und des Gehirns minimiert werden.

In der Regel schlägt die Behandlung gut an und es bleiben wenig bis gar keine Spätfolgen für Erkrankte. Wird die Diphtherie allerdings zu spät behandelt, kann eine Schwellung der Atemwege einen Luftröhrenschnitt notwendig machen, um ein Ersticken des Patienten zu vermeiden. Vor Entdeckung des Penicilin war die Diphtherie eine tückische Krankheit, die vor allem bei Kindern häufig zum Tod geführt hat. Heute sterben in den westlichen Industrienationen nur noch wenige Menschen an Diphtherie. Dennoch ist der Ernst der Lage nicht zu unterschätzen. Erkrankte benötigen der konsequenten Überwachung im Krankenhaus. Andernfalls kann bei Komplikationen nicht schnell genug reagiert werden.

Diphtherie Verlauf

Der Verlauf der Krankheit ist abhängig davon, wo die Erreger der Diphtherie sich primär eingenistet haben. Man unterscheidet dabei im Wesentlichen zwischen Mandel- und Rachendiphtherie sowie Kehlkopf-Diphtherie und Nasendiphtherie. Es gibt aber auch Ausprägungen, die als Hautdiphtherie oder Bindehautdiphtherie bekannt sind. Hierbei kommt es oft zu blutigem Ausfluss aus den Augen. Der Verlauf der Diphtherie ist vor allem am Anfang dem einer Grippe ähnlich. Die auftretende Infektion mit den Erregern der Diphtherie ist in der Regel lokalisiert und kann leicht ausgemacht werden.

Nach einer Inkubationszeit von einigen Tagen bricht die Krankheit aus und befällt als erstes in der Regel die oberen Atemwege. In Folge dessen kann es Ausprägungen in Nase, Kehlkopf und Augen geben. Alle haben aber gemein, dass der entzündliche Prozess im Laufe der nächsten Tage auf den ganzen Körper übergreift. Bei schweren Krankheitsverläufen kann es zu Myokarditis und schweren Komplikationen des zentralen Nervensystems kommen. In der Regel geht die Diphtherie mit mehreren Wochen schwerer Krankheit einher. Wird sie gut behandelt, klingen die akuten Symptome meistens nach zwei bis drei Wochen wieder ab. Erst nach etwa einem Monat ist die Gefahr allerdings gebannt. So lange muss die Bettruhe aufrecht erhalten werden. Denn die Gefahr für Komplikationen ist auch dann gegeben, wenn die akuten Symptome wie Atemnot und Husten bereits abgeklungen sind. In vielen Fällen produziert der Körper im Laufe der Erkrankung mit den Erregern der Diphtherie bereits selbst Antikörper und drängt die Krankheit zurück.

Diphtherie Vorbeugen

Es gibt eine einfache Methode, um einer Infektion mit dem Bakterium Corynebacterium diphtheriae zu vermeiden. Dies ist die Impfung mit abgetöteten Krankheitserregern. In Folge der Impfung treten häufig einige leichte Symptome auf. Der Körper kann gegen diese Krankheitserreger Antikörper bilden und ist so immer zu einer instantanen Immunantwort fähig, wenn es zu einer erneuten Infektion mit dem Corynebacterium diphtheriae kommt. Es ist ebenso eine passive Impfung mit den Antikörpern gegen die Diphtherie möglich. Die aktive Impfung ist aber ungleich empfehlenswerter. Hier muss zwar unter Umständen ein leichter Krankheitsverlauf durchgemacht werden, die Immunität ist aber sicher.

Bei der passiven Immunisierung ist es nicht gewiss, dass die Antikörper nicht zersetzt werden. Zur Vorbeugung der Diphtherie kann überdies das Immunsystem gestärkt werden und Infekte immer sofort behandelt. So ist der Körper gestärkt und nicht so leicht durch die Bakterien angreifbar. In Deutschland gilt die Diphtherie durch die flächendeckende Impfung nahezu als Ausgestorben. Es kommt nur zu sehr vereinzelten Fällen einer Erkrankung, die gut behandelbar sind.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
NEU: Bitte bewerte diesen Beitrag!
Ähnliche Themen, die Sie interessieren könnten:

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.