Diabetes Mellitus

Mit Diabetes mellitus wird eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen beschrieben, bei denen zu viel Zucker im Blut des Patienten angereichert ist. Ursächlich dafür ist eine Störung im Insulinhaushalt des Körpers. Die Zuckerkrankheit, wie sie im Volksmund genannt wird, ist in Typ-1 und Typ-2-Diabetes unterteilt. Zusätzlich sind weitere Sonderformen bekannt. Der Schwangerschafts- oder Typ-4-Diabetes wird erstmals in Schwangerschaft festgestellt und verschwindet in der Regel nach der Niederkunft wieder. Auch durch Infektionen, die Einnahme von Medikamenten oder Drogen, hormonelle Störungen, oder Organerkrankungen kann ein kurzfristiger oder langandauernder Diabetes hervorgerufen werden.

In Deutschland werden derzeit ungefähr sieben Millionen Menschen mit Diabetes mellitus behandelt, wobei 90 % davon an Typ-II-Diabetes leiden. Global betrachtet sind 6-7 % der Weltbevölkerung erkrankt. Da die Symptome sich von Mensch zu Mensch unterscheiden und eher unspezifisch sind, gibt es in Deutschland aktuellen Schätzungen nach zusätzlich circa drei bis vier Millionen unentdeckter Fälle. Wird die Krankheit zu spät oder gar nicht erkannt, drohen schwere Folgeerkrankungen und stark erhöhte Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Diabetes Mellitus Ursachen

Diabetes Mellitus Symptome / UrsachenFür die Entstehung des Typ-1-Diabetes wird aktuell eine Mischung aus genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen angenommen, wobei die genetische Disposition eher im Hintergrund steht. Dass es ein entscheidendes Diabetes-Gen gibt, gilt als unwahrscheinlich. Es ist eher das Zusammenspiel von mehr als 20 verschiedenen Genen und die darauf beruhende Autoimmunreaktion des Körpers. Durch die verschiedenen Gendefekte werden insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse oder das körpereigene Insulin selbst als vermeintliche Eindringlinge oder Erreger bekämpft und zerstört. Dies führt dazu, dass die Bauchspeicheldrüse nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr produziert, die aufgenommene Glukose nicht mehr aufgespalten werden kann und der Blutzuckerspiegel steigt. Neben den genannten, vererbten genetischen Veränderungen sind inzwischen einige Umweltfaktoren identifiziert, die die Entstehung des Diabetes mellitus Typ-1 begünstigen. Nehmen zum Beispiel Kinder, die nur kurz gestillt wurden, in den ersten drei Lebensmonaten Kuhmilch zu sich steigt, einer deutschen Studie zufolge, das Risiko an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Auch die frühe Gabe glutenhaltiger Kost fördert die Entstehung der Krankheit.

Einig sind sich indes die Forscher bei den Ursachen des Typ-2-Diabetes. Zwar sind auch angeborene Unempfindlichkeiten gegen Insulin bekannt, doch Übergewicht ist unumstritten die Hauptursache. Auch hier kann eine genetische Veranlagung eine wichtige Rolle spielen. Bei einem gesunden Menschen werden entsprechende Zellen durch Insulin angeregt, Zuckertransportproteine in der Zellhülle einzufügen. So kann durch kohlenhydratreiche Nahrung aufgenommene Glukose schnell aus dem Blut in das Innere von Zellen transportiert werden. Vor allem Leber- und Muskelzellen können so den Zucker in Energie umwandeln oder speichern. Ist dieser Mechanismus gestört, wird zu viel Zucker im Blut angereichert und steht dem Körper nicht in der nötigen Form und Menge zur Verfügung. Als weiteres Problem treten „Retinolbindende Proteine“ (RPB) auf. Sie werden in sehr großen Mengen vor allem in den Fettzellen übergewichtiger Menschen gebildet und blockieren die Reaktion von Muskel- und Leberzellen auf Insulin. Auch der Umkehrschluss ist zulässig: Wird durch körperliches Training der RBP-Spiegel gesenkt, bessert sich auch die Insulinresistenz. Die genetische Komponente lässt sich auch bei dem Typ-2-Diabetes nicht auf ein Gen reduzieren, es handelt sich also um eine polygene Erkrankung.

Insofern ist der genaue Prozess um die Entstehung der Insulinresistenz mit all‘ seinen Zusammenhängen nicht vollends geklärt.Nannte man das Leiden früher noch Altersdiabetes, wird heute immer öfter deutlich, dass auch junge Menschen und Kinder betroffen sind. Das Ergebnis einer bedenklichen Mischung aus mangelnder Bewegung und schlechter, unausgewogener Ernährung.

Diabetes mellitus Symptome

Auch in puncto Symptome unterscheiden sich die beiden Typen des Diabetes mellitus. Während in beiden Fällen Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Sehstörungen auftreten können, ist ein untrügliches Zeichen des Typ-1-Diabetes eine rapide Gewichtsreduktion verbunden mit regelrechter Austrocknung und ständigem Durstgefühl. Häufiger Harndrang, Wadenkrämpfe, vermehrtes Erbrechen und Kopfschmerzen können weitere Hinweise sein.Betroffene des Typ-2-Diabetes haben zu Beginn oft jahrelang keinerlei auffällige Symptome.

Mit der Zeit kann das Infektrisiko steigen, was unter anderem zu regelmäßigen Blasenentzündungen führen kann. Zwar kann es in seltenen Fällen auch zu häufigem Wasserlassen oder ausgeprägtem Durstgefühl kommen, an handfesten und eindeutigen Symptomen mangelt es aber. Das führt in vielen Fällen zu einer verspäteten oder ausbleibenden Diagnose.

Diabetes Mellitus Diagnose

Liegt aufgrund oben genannter oder anderer Symptome der Verdacht einer Diabetes-Erkrankung vor, kann dies leicht durch schnelle Verfahren verifiziert werden. Ersten Anhalt gibt der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand oder bei einer zufälligen Blutentnahme.

Weit verbreitet ist auch ein Glukosetoleranztest, bei dem ein Glas Wasser mit aufgelöster Glukose getrunken wird. Vor und nach der Einnahme wird mehrmals der Blutzuckerspiegel gemessen. Der Wert verläuft kurvenförmig über den Nüchternwert, steigt bis auf den Maximalwert an und fällt schließlich wieder auf das ursprüngliche Niveau ab. Der Verlauf dieser Kurve gibt Aufschluss über eine mögliche Erkrankung.Auch die Diagnose über den Urin ist möglich.

Ist der Blutzuckerspiegel so hoch, dass die Niere mit der Aufnahme und Verarbeitung überfordert ist, wird Glukose über den Urin unverändert ausgeschieden und der Harnzuckerwert steigt messbar an.Schließlich ist im Labor auch die Bestimmung des Langzeitblutzuckerspiegels möglich. Der HbA1c-Wert gibt Auskunft über die Glukosekonzentration der vergangenen sechs bis zehn Wochen und somit über ein mögliches Diabetes-Leiden.

Diabetes Mellitus Therapie

Typ-1-Diabetes ist derzeit nicht heilbar. Ziel der Therapie ist es schlichtweg, das fehlende körpereigene Insulin künstlich durch entsprechende Präparate, meist in Form von Spritzen, zuzuführen. Betroffene sind bis an ihr Lebensende auf die Therapie angewiesen. In der Forschung befinden sich derzeit Systeme, die die Funktion der Bauchspeicheldrüse automatisiert übernehmen sollen und mithilfe permanenter Blutzuckerüberwachung die Gabe von Insulin oder auch Kohlenhydraten steuern.

Bei dem Typ-2-Diabetes steht meist eine enorme Umstellung der Lebensgewohnheiten im Vordergrund. Schon die Abnahme von 10 kg Körpergewicht führte bei der Hälfte aller neu diagnostizierten Fälle zu einem normalen Nüchternblutzuckerwert. Gewichtsreduktion, regelmäßige körperliche Bewegung und gesunde Ernährung versprechen derzeit die größten Erfolge. Bei stark übergewichtigen Patienten kann vor der eigentlichen Therapie ein operativer Eingriff z. B. zur Verkleinerung des Magens sinnvoll sein. Auch Diabetes mellitus des zweiten Typs kann mittels einer Insulinpumpe und zahlreichen Medikamenten therapiert werden. Hier ist eine umfassende, individuelle Diagnostik ausschlaggebend und wegweisend.

Diabetes Mellitus Verlauf

Typ-1-Diabetes führt unerkannt schon in den ersten Wochen zu rapidem Gewichtsverlust und Unwohlsein. Die Betroffenen fühlen sich zusehends schlechter und können in schweren Fällen in ein diabetisches Koma fallen, welches auch tödlich enden kann.Diabetes mellitus des zweiten Typs wird häufig jahrelang gar nicht und oft nur zufällig diagnostiziert. Bis dahin treten zumeist eher leichte Symptome auf, die den Patienten wenig beunruhigen und nicht dazu veranlassen, zum Arzt zu gehen. Dennoch können aufgrund der fortschreitenden Krankheit Organe dauerhaft geschädigt werden.

Die Folgeerkrankungen beider Diabetes-Typen wie Schädigungen des Herzens, der Augen oder der Nerven schränken den Betroffenen oft stark ein und führen zu einer Verminderung der Lebensqualität und möglicherweise auch zu einer Lebensverkürzung. Als besonders einschneidend wird eine Amputation von Gliedmaßen empfunden.

Diabetes Mellitus Vorbeugen

Präventive Maßnahmen sind bei dem Typ-1-Diabetes naturgemäß begrenzt. Dennoch zeigte sich in Studien, dass sich selbst bei einer entsprechend schlechten genetischen Voraussetzung die Entstehung von Diabetes unterdrücken lässt. Der Verzicht auf Kuhmilch in den ersten Lebensmonaten und regelmäßige, körperliche Bewegung scheinen sehr erfolgsversprechend.

Deutlich einfacher kann man offenbar dem Typ-2-Diabetes vorzubeugen. Gesunde, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse und Vollkornprodukten und ein sportlich-aktiver Lebensstil senken das Risiko erheblich. Auch ein bereits diagnostizierter Diabetes mellitus lässt sich so unter Umständen aufhalten.

Schlanke, sportliche Menschen erkranken so gut wie nie an Typ-2-Diabetes. Schon drei Mal 30 Minuten körperliche Betätigung pro Woche schützen vor der Volkskrankheit.

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