Dengue Fieber

Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die von Moskitos übertragen wird. Verantwortlich dafür zeigen sich als Gelbfieberviren klassifizierten Flaviviren, die Dengue-Viren. Dabei gilt Dengue-Fieber als die sich am schnellsten ausbreitende Viruserkrankung seit dem 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert erheblich zur erfolgreichen weltweiten Ausbreitung beigetragen haben unter anderem der Zweite Weltkrieg mit seinen enormen Truppenverschiebungen sowie die im späten 20. Jahrhundert einsetzende Globalisierung.

Alleine von 1960 bis 2010 sind die Erkrankungen um das Dreißigfache angestiegen. Bereits in den 1990ern war diese globale Verbreitung dann abgeschlossen und 1998 kam es dann zur ersten großen und weltweiten Pandemie mit 1,2 Millionen erkrankten Menschen in 56 Ländern. Die WHO schätzt, dass sich inzwischen jährlich zwischen 50 und 100 Millionen Menschen infizieren, wobei die Symptome in den meisten Fällen relativ harmlos sind, aber bis tödlich reichen können. Die Zahl der jedes Jahr zu beklagenden Opfer beläuft sich auf rund 22.000 Todesfälle, wobei bis zu 90 Prozent davon auf Kinder ausfallen. Das in den tropischen und subtropischen Regionen der Welt vorkommende Dengue-Fieber ist zudem endemisch.

Dengue Fieber Ursachen

Dengue Fieber Symptome und UrsachenUrsächlich für die Infektion und Erkrankung mit Dengue-Fieber ist der Stich der tagaktiven Ägyptischen Tigermücke (Stegomyia aegypti), auch Gelbfieber- oder Dengue-Mücke genannt, sowie der Asiatischen Tigermücke (Stegomyia albopicta). Insgesamt gibt es vier Serotypen von Dengue-Viren: DENV-1, DENV-2, DENV-3 und DENV-4. Wirte für die Viren waren ursprünglich Primaten und Stechmücken, vor 2.000 Jahren sprang jedoch der erste Serotyp auf den Menschen über, der letzte vor circa 200 Jahren.

Steckmückenweibchen nehmen beim Blutsaugen an Primaten die sich für Dengue-Fieber verantwortlich zeichnenden Viren auf, in deren Magen vermehren sie sich und gelangen zunächst in das Blutsystem, das Hämozöl, der Moskitos und von dort in die Speicheldrüsen. Beim nächsten Stechen eines Opfers gelangen die Dengue-Viren nun über den Speichel in dessen Blutkreislauf.

Dengue Fieber Symptome

Die Symptome von Dengue-Fieber können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Ein leichter Ausbruch ist gekennzeichnet von Symptomen wie bei einem durchschnittlichen Grippeausbruch, mittlere bis schwere Erkrankungen sind gefühlt ähnlich einer heftigen Grippeerkrankung. Oft vergleichen Betroffene die Symptome vom Dengue-Fieber auch mit denen der Malaria. Im Detail gehören zu den Symptomen kräftiges Fieber mit plötzlichen und abrupten Schüttelfrostattacken, sehr starke Gliederschmerzen sowie erheblich ausgeprägte Mattigkeit und Abgeschlagenheit. Dieses Erscheinungsbild äußert sich nach einer Inkubationszeit von 3 bis 14 Tagen für einen Zeitraum von 3 bis 7 Tagen.

Allerdings kann es bei zwei bis vier Prozent der von Dengue-Fieber Betroffenen zu schwerwiegenderen Auswirkungen kommen und sich DHF, das Dengue Hämorrhagische Fieber, bzw. DSS (Dengue Shock Syndrome) entwickeln. Bei diesem hämorrhagischen Denguefieber kommt es zu einem Schocksyndrom mit Hämorrhagien, was wiederum eine erhöhte Durchlässigkeit der Blutgefäße, auch Permeabilität genannt, zur Folge haben kann. Dabei kommt es dann zu unkontrollierten, innerlichen Blutungen. Weitere dadurch ausgelöste Symptome wären unter anderem das Erbrechen von Blut, sogenannter Teerstuhl, Zahnfleischblutungen, Schocks mit Tachykardie sowie Hypotonie, Krämpfe oder sogar Koma. Ein bis fünf Prozent dieser schweren Formen von Dengue-Fieber haben einen letalen Ausgang.

Dengue Fieber Diagnose

Die Diagnose von Dengue-Fieber ist sehr schwierig, da sich die Symptome so unterschiedlich von kaum spürbar bis extrem heftig zeigen können und auch auf andere Erkrankungen wie eine Grippe oder Malaria deuten könnten. Eine erfolgreiche Diagnose hängt folglich auch sehr stark von den regionalen Umständen ab. In medizinisch ausgesprochen gut entwickelten Schwellenländern wie Thailand werden meist schon vorbeugend entsprechende Blutuntersuchungen gemacht, in armen Dritte Welt Ländern kann es dagegen am notwendigen Equipment fehlen, Dengue-Fieber eindeutig diagnostizieren zu können und in Ländern wie Deutschland sollten Erkrankte beim Arztbesuch explizit angeben, dass sie aus den Tropen oder Subtropen kommen.

Anhand der sichtbaren Symptome ist folglich keine eindeutige Diagnose festzumachen. Eine sichere Diagnose kann anhand der RT-PCR-Methode (Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) erfolgen. Dabei wird das Erbgut der Viren vervielfältigt und somit der Erreger von Dengue-Fieber direkt nachgewiesen.

Eine weitere Diagnosemöglichkeit wäre die Virusisolierung. Allerdings können bis zu vier Wochen bis zum eindeutigen Nachweis vergehen. Für beide Methoden wird Blutplasma benötigt, wobei für die RT-PCR-Erkennung auch Blutserum genommen werden kann. Innerhalb der einzelnen Serotypen ist das sogenannte NS1-Protein stark konserviert. Darauf aufbauend sind Antigen-Tests erhältlich. Vorteil: es ist keine aufwendige Blutuntersuchung notwendig. Dafür sind die Testergebnisse weniger sensibilisiert und auch nicht so spezifisch. Während der akuten Phase von Dengue-Fieber zeigen serologische Tests keine Wirkung. Allerdings kann mit ihnen im Nachhinein die Diagnose bestätigt werden, außerdem kann zwischen einer Erst- und Zweiterkrankung unterschieden werden.

Dengue Fieber Therapie

Wie bei allen Erkrankungen, die durch Flaviviren verursacht werden, ist keine die Ursache bekämpfende Therapie gegen Dengue-Fieber bekannt. Lediglich die aus dem Dengue-Fieber resultierenden Symptome können behandelt werden, dies dafür aber zum Teil mit einem maßgeblichen Erfolg zum Kurieren von Dengue-Fieber. Die Rehydration ist hier besonders entscheidend.

Kann ein Patient mit Dengue-Fieber frühzeitig genug mit Flüssigkeit versorgt werden, ist bereits Gefahrenpotenzial gebannt. Andererseits zeigt sich die intravenöse Rehydration insbesondere bei Kindern auch als eine indirekte, mögliche Todesursache beim Dengue-Fieber, weil gerade in Ländern der Dritten Welt Kindern mangels ausreichender medizinischer Kenntnisse oftmals zu viel Flüssigkeit zugeführt wird. Neben der Rehydration kann ansonsten nur noch eine Schmerztherapie erfolgen.

Wurde Dengue-Fieber zuvor erfolgreich von den behandelnden Ärzten diagnostiziert, erfolgt die Behandlung in der Regel auf Basis von Paracetamol-Präparaten. Keinesfalls sollten gerinnungshemmende Schmerzmittel wie Aspirin verwendet werden, da bei der schweren Form von Dengue-Fieber (DHF bzw. DSS) die inneren Blutungen zusätzlich begünstigt werden könnten.

Dengue Fieber Verlauf

Der Verlauf der Krankheit ist stark davon abhängig, ob es sich um eine Erst- oder Zweitinfektion handelt. Die schwerwiegenderen DHF und DSS Dengue-Fieber Symptome treten oftmals erst bei der Zweitinfektion auf. Zwar werden mit der ersten Erkrankung Antikörper gebildet, die vorübergehend Schutz für sämtliche Dengue-Fieber Serotypen bieten. Bei dem Serotypen, der den Ausbruch von Dengue-Fieber zu verantworten hat, sogar lebenslang. Bezug nehmend auf die übrigen drei Serotypen können die gebildeten Antikörper jedoch zu einem gefährlichen Effekt führen.

Dasselbe gilt bei Kindern, die durch ihre Mutter deren Antikörper gegen einen speziellen Serotypen von Dengue-Fieber erworben haben. Diese Antikörper können Virionen nicht eliminieren. Stattdessen bilden sie zusammen mit dem Dengue-Fieber Virus einen Antikörper-Virus-Komplex, der von den Leukozyten, den Fresszellen (Makrophage), aufgenommen aber nicht zerstört wird. Stattdessen kann ein Antikörper-Virus-Komplex nun sogar ungehindert erheblich mehr Viren generieren und die Virenlast, die der Körper bei der Zweitinfektion durch Dengue-Fieber erfährt, drastisch erhöhen. Ein solcher Antikörper-Virus-Komplex wird als Virus verstärkender Antikörper (ADE) bezeichnet. Allerdings ist die Erforschung dieses Phänomens noch am Anfang, und bis dieser Vorgang bei der Zweitinfektion durch Dengue-Fieber als gesichert gilt, kann noch viel Zeit vergehen.

Dengue Fieber Vorbeugen

So wie es auch keine die Ursache bekämpfende Therapie bei Dengue-Fieber gibt, ist es ebenso nicht möglich, sich direkt präventiv gegen Dengue-Fieber zu schützen. Erste Pharmakonzerne erklärten jüngst, dass man frühestens ab 2015 mit einem Serum rechnen könne. Bis dahin müssen indirekte Schutzvorkehrungen getroffen werden. Diese wiederum teilen sich auf in persönliche, das Individuum betreffende, sowie institutionelle, also durch Organisationen und Behörden initiierte Schutzmaßnahmen.

Der eigene, individuelle Schutz besteht darin, sich nicht von den Moskitos stechen zu lassen, die Dengue-Fieber übertragen. In Bezug auf Malaria, welches ja ebenso von Steckmücken übertragen wird, gibt es sehr gute Schutzmöglichkeiten mit einem Moskitonetz über dem Bett, da die Malaria übertragenden Steckmücken nachtaktiv sind. Leider sind aber die Steckmücken, die Dengue-Fieber beim Menschen zu verantworten haben, tagaktiv. Das hat zur Folge, dass der Schutz noch intensiver sein muss. Zunächst gilt es, lange Kleidung zu tragen, diese sollte dazu nicht schwarz sein, da die menschlichen Opfer in schwarzen Textilien noch schneller durch die Mücken geortet werden können. Da sich Dengue-Fieber aber auf die tropischen und subtropischen Regionen dieser Welt beschränkt und noch dazu endemisch ist, also das ganze Jahr ein Infektionsrisiko besteht, ist es kaum möglich, sich tagsüber ausschließlich in langen Kleidungsstücken zu bewegen, da es in diesen von Haus aus schon sehr warmen Regionen auch noch Zeiten mit besonders hohen Temperaturen gibt.

Daher ist eine Empfehlung, zusätzlich repellentive Insektensprays zu verwenden. Vorzugsweise solche die Steckmücken abhaltenden Sprays und Cremes, die DEET enthalten, da dieser Stoff am wirkungsvollsten ist. Institutionelle Vorsichtsmaßnahmen hingegen richten sich direkt gegen die Mücken und Mückenlarven. In Vietnam hat man in ersten Tests larvenfressende Krebse und Fische ausgesetzt und die betroffenen Regionen zeigen verminderte Erkrankungen von Dengue-Fieber. Zudem wird derzeit der Einsatz genmanipulierter Steckmücken diskutiert. Diesen werden spezielle Bakterien oder Pilze implementiert, welche die weiblichen Steckmücken nach der Paarung abtöten oder schwächen. Diese Maßnahmen sind jedoch heftig umstritten. Bei genauer Betrachtung dieser institutionellen Präventivmaßnahmen gegen Dengue-Fieber ist unbedingt davon abzusehen, in gefährdeten Gebieten den eigenen, persönlichen Schutz zu vernachlässigen.

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