Darmpolypen

Darmpolypen sind Geschwulste, die im Dickdarm, dem sogenannten Kolon, in die Schleimhaut hinein ragen. Diese Polypen in der Darmschleimhaut haben keine bestimmte Form und können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich aussehen und auch verschieden groß sein. Bei manchen Menschen treten die Polypen vereinzelt auf, bei anderen in größeren Gruppen. Mehr als die Hälfte aller Darmpolypen treten im Enddarm, dem Rektum auf. Die meisten Darmpolypen entstehen im Gewebe der Drüsen der Darmschleimhaut und sie wachsen als sogenannte Adenome auf der Schleimhaut. An sich sind diese Adenome, zumindest zu Anfang ungefährlich, aber oftmals verändern sich die Polypen und es entwickelt aus ihnen Dickdarmkrebs.

Dabei steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken mit der Anzahl der Polypen aber auch mit ihrer Größe. Auch das Alter der Patienten spielt beim Krebsrisiko eine große Rolle. Je älter der Mensch ist, desto höher ist das Risiko, dass sich die Adenome zu etwas bösartigem entwickeln. Darmpolypen verschiedenster Art kommen bei ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung vor, wobei mit Erreichen des 60. Lebensjahres die Verbreitung deutlich zunimmt. Bei den über 60 Jährigen finden sich in der Regel bei 30 Prozent aller Menschen in Europa Darmpolypen.

Ursachen

Darmpolypen Symptome und UrsachenGerade im Westen Europas und in Nordamerika leiden verglichen mit anderen Erdteilen besonders viele Menschen an Darmpolypen. Dies legt nahe, dass ein direkter Zusammenhang zwischen den Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung und dem Erscheinen von Polypen besteht. Zudem wird von Medizinern vermutet, dass Alkohol und Tabakkonsum sowie auch der Mangel an Bewegung und Übergewicht Faktoren darstellen, die die Bildung von Polypen im Darm begünstigen.

Hundertprozentig gesicherte Erkenntnisse gibt es jedoch zu diesem Thema nicht. Personen, die durch bestimmte Faktoren erblich belastet sind, neigen vermehrt dazu Polypen zu bekommen. Wer also Fälle von Darmpolypen und von Darmkrebs in der Familie hat, der lebt mit einem erhöhten Risiko durchaus auch schon in jüngeren Jahren Polypen im Darm zu entwickeln.

Darmpolypen Symptome

Solange die Polypen klein sind, treten meist keinerlei Beschwerden auf. Das ist auch der Grund dafür, dass die Polypen in der Regel nur durch Zufall entdeckt werden, wenn aufgrund anderer Beschwerden eine Darmuntersuchung vorgenommen wird oder dass sie oft erst in einem recht späten Stadium erkannt werden. Werden die Polypen größer, ist es umso wahrscheinlicher, dass der Betroffene über Beschwerden klagt. Typische Symptome sind Durchfälle, Verstopfungen oder sonstige Beeinträchtigungen der Verdauung.

Erst wenn die Polypen sehr groß werden, kommt es vor, dass Schleim oder Blut im Stuhl auftauchen. Hin und wieder berichten die Betroffenen von Bauchschmerzen und manchmal auch eine Blutarmut, die daher rührt, dass im Darm Blutungen entstehen. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass ein besonders groß gewachsener Polyp den Darm verschließt, was die Stuhlausscheidung behindert und zu großen Schmerzen führt.

Diagnose

Üblicherweise führt der Arzt seine Anamnese durch und informiert sich so über die Krankengeschichte des Patienten. Es folgt eine sorgfältige körperliche Untersuchung mit dem Abtasten des Enddarms durch den Finger des Arztes, denn hier im Endbereich des Darms in der Regel die meisten Polypen sitzen. Der Patient muss zudem eine Stuhlprobe abgeben, die im Labor auf Spuren von Blut untersucht wird. Eine definitive Diagnose kann jedoch nur durch eine Darmspiegelung erfolgen. Diese Koloskopie (Untersuchung des Dickdarms) wird entweder im Krankenhaus oder in speziell dafür ausgerüsteten Arztpraxen durchgeführt. Die Untersuchung läuft so ab, dass der Arzt ein sogenanntes Rektoskop und einem Koloskop in den Enddarm einführt und so die Schleimhäute auf Polypen hin untersuchen kann. Um eine Darmspiegelung durchführen zu können, muss der Enddarm entleert sein, was mit bestimmten Abführmitteln erfolgt.

Da diese Untersuchung vor allem bei erkrankten Patienten sehr schmerzhaft ist, wird eine lokale Betäubung eingesetzt. Der Arzt wird bereits bei dieser Untersuchung versuchen, die Darmpolypen zu entfernen. Anschließend kann er unter dem Mikroskop feststellen, ob die Zellen des Polypen schon verändert sind und ob eine Entwicklung hin zum Krebs im Gange ist. Vor allem den Patienten, die eine erbliche Vorbelastung haben, wird geraten regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Wer einmal Darmpolypen hatte, der wird ebenfalls regelmäßig zur Darmspiegelung gehen müssen, um die stets nachwachsenden Polypen zu entfernen und auf eventuelle Krebszellen untersuchen zu lassen.

Therapie / Behandlung

Der behandelnde Arzt versucht während der Darmspiegelung die noch kleinen Polypen zu entfernen. Dazu umfasst er die Darmpolypen am Ansatz mit einer Schlinge und trennt sie von der Darmschleimhaut ab. Dies verursacht in der Regel kaum Schmerzen. Wenn die Polypen und Adenome größer als einen Zentimeter sind, dann müssen sie in der Regel operativ entfernt werden. Haben sich die Darmpolypen schon zu einem Krebsgeschwulst entwickelt, wird die Behandlung individuell festgelegt, wobei der Arzt auf den spezielle Krebs- oder Tumortyp reagiert.

Verlauf

Im Darm können sich bei jungen, besonders aber bei älteren Menschen Darmpolypen im Dickdarm bilden. Diese entstehen langsam und wachsen stetig. Die Darmpolypen können aufbrechen und zu Blutungen führen, die oft zu ihrer Entdeckung führen. Bei manchen Patienten kommt es vor, dass sich diese Polypen in bösartige Geschwulste verwandeln und dass sich Darmkrebs entwickelt.

Darmpolypen, ob gut- oder bösartig können die Verdauung behindern und sich bis hin zu einem Darmverschluss vergrößern. Darmpolypen an sich sind gutartig, aber bei den meisten Patienten entwickeln sich nach einigen Monaten oder Jahren neue Polypen, die immer das Risiko einer Krebserkrankung in sich bergen.

Vorbeugen

Die Ärzte gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen gesunder oder ungesunder Ernährung und der Entwicklung von Darmpolypen gibt. Sie empfehlen daher generell eine ausgewogene und gesunde Ernährung, die vor allem auf zu viel Fett und Zucker verzichtet und reich an Ballaststoffen ist. Eine solche gesunde Ernährung unterstützt nicht nur die Gesundheit des Darms, sondern des Körpers im Allgemeinen.

Ebenfalls sollten besonders solche Menschen, die zu einer erblich belasteten Risikogruppe zu zählen sind, auf übermäßigen Genuss von Alkohol und Tabak verzichten, regelmäßig Sport treiben und auf keinen Fall in Richtung Übergewicht tendieren. Diese Maßnahmen sind natürlich keine Garantie für Gesundheit und schützen nicht vor Darmpolypen. Es sind nur Maßnahmen, die das Risiko etwas geringer halten. Wichtig ist es, die Darmpolypen frühzeitig zu erkennen und schnell zu behandeln.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
1 Bewertungen, Ø: 5,00 von 5
Ähnliche Themen, die Sie interessieren könnten:

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.