Cluster Kopfschmerzen

Cluster Kopfschmerzen sind auch noch unter dem Namen Histaminkopfschmerzen, Bing-Horton-Neuralgie oder Erythroprosopalgie bekannt. Diese Erkrankung ist primär eine Kopfschmerzerkrankung und relativ selten. Von Cluster Kopfschmerzen betroffene Patienten leiden unter starken, einseitig auftretenden Schmerzen im Bereich des Auges und der Schläfe. Aufgrund der Intensität der Schmerzen wird im englischen Sprachgebrauch auch der Begriff „Suicide Headache“ (Selbstmord-Kopfschmerzen) benutzt.

Der Begriff Cluster Kopfschmerzen stammt auch aus dem englischen Sprachgebrauch. Das Wort Cluster bedeutet so viel wie „Gruppe“ oder „Häufung“ auf Englisch. Die Kopfschmerzen haben diesen Namen bekommen, da diese Art von Kopfschmerzen nur periodisch auftritt. So wechseln sich schmerzfreie Perioden und Perioden, welche durch starke Schmerzen geprägt sind intervallmäßig ab. Aufgrund dieses periodischen Auftretens wurden die Cluster Kopfschmerzen (CK) von der IHS (International Headache Society) in eine neu definierte Gruppe von Kopfschmerzen klassifiziert. Sie gehören seit 2003 der Gruppe der trigeminoautonomen Kopfschmerzen an. Etwa 0,2 bis 0,3 Prozent der Bevölkerung sind von schmerzhaften Cluster Kopfschmerzen betroffen.

Nach Angaben der IHS sind Männer häufiger von dieser Krankheit betroffen als Frauen. Detaillierte Hinweise zu einer Vererbbarkeit der Krankheit sind nicht vorhanden.

Cluster Kopfschmerzen Ursachen

Cluster Kopfschmerzen Symptome & UrsachenTrotz intensiver Bemühungen von Forschern sind die Ursachen von Cluster Kopfschmerzen bis heute noch nicht eindeutig aufgeklärt. Früher wurde vermutet, dass eine Entzündung oder Erweiterung der Blutgefäße für diese Krankheit verantwortlich sein könnte. Fortschritte in der Forschung haben jedoch festgestellt, dass dies nicht die Ursache der Krankheit ist, sondern eher eine Folge von Cluster Kopfschmerzen.

Trotz einiger Unsicherheiten sind Experten überwiegend der Meinung, dass die Ursache der Krankheit im Hypothalamus liegt. Der Cluster Schmerz tritt bei vielen Patienten immer wieder an ähnlichen Tageszeiten auf. Daher ist die Hypothese, dass der Hypothalamus für diese Krankheit verantwortlich ist, naheliegend, denn er ist für die Steuerung der wichtigsten Regelkreise zuständig. Wissenschaftliche Studien haben mithilfe der 1H-Magnetresonanzspektroskopie klare biochemische Unterschiede zwischen der Aktivität des Hypothalamus gesunder Menschen Cluster-Kopfschmerzpatienten nachweisen können.

Cluster Kopfschmerzen Symptome

Cluster Kopfschmerzen sind vor allem durch heftige, bohrende Schmerzattacken auf einer Seite des Gesichts gekennzeichnet. Der Schmerz lokalisiert sich meist in der Augenpartie des Gesichts. In manchen Fällen können Cluster Kopfschmerzen jedoch auch im Hinterkopf auftreten. Im Regelfall dauern diese Schmerzattacken zwischen einer viertel Stunde und drei Stunden. Sie treten vermehrt unvermittelt aus dem Schlaf hinaus auf, sodass Patienten plötzlich aufgrund starker Schmerzen aufwachen. 78 Prozent aller von Cluster Kopfschmerzen betroffenen Patienten berichten, dass der Schmerz immer auf der gleichen Seite auftritt. Je nach Ausprägung der Krankheit kann die Häufigkeit der Anfälle variieren.

Besonders stark betroffene Patienten berichten von bis zu 8 Attacken täglich. Neben den starken Kopfschmerzen treten bei vielen Patienten jedoch noch weitere unangenehme Begleiterscheinungen auf. Das Auge ist das Organ, das nach dem Kopf am meisten unter Cluster Kopfschmerzen leidet. So ist die Bindehaut des Auges auf der schmerzenden Seite oftmals gerötet und das Auge tränt. Auch die Pupille an diesem Auge kann sich aufgrund von Cluster Kopfschmerzen verengen. Ein weiteres Symptom von Cluster Kopfschmerzen ist ein hängendes Augenlid. Während Migräne Patienten sich oftmals zurückziehen, leiden Cluster Patienten meist unter Agitiertheit und körperlicher Unruhe. Sie haben den Drang sich zu bewegen und schaukeln oft mit Schultern und Kopf. Ein zusätzliches Symptom kann des Weiteren starkes Schwitzen im Gesicht sein.

Da manche Patienten jedoch an zusätzlichen Symptomen wie Lichtempfindlichkeit oder Geräuschempfindlichkeit leiden und eine Aura verspüren, kann die Diagnose von Cluster Kopfschmerzen manchmal erschwert werden. Die Abgrenzung von einer Migräne gestaltet sich nämlich durch diese Symptome um einiges schwieriger.

Cluster Kopfschmerzen Diagnose

Cluster Kopfschmerzen werden meist durch die Erhebung einer detaillierten Anamnese und der Befragung des Patienten diagnostiziert. Da die Ursachen der Krankheit noch nicht komplett erforscht sind, stehen bis heute keine speziellen Untersuchungsmethoden im Labor zur Verfügung. Nach der Anamnese erfolgt eine komplette neurologische und körperliche Untersuchung, bevor der Blinkreflex überprüft wird. Danach muss ein Glaukom ausgeschlossen werden.

Durch verschiedene Bildgebungsmethoden, wie einer CCP-Untersuchung und einer MRT-Untersuchung können andere kraniale Krankheiten, wie zum Beispiel Tumore ausgeschlossen werden. Eine bildgebende Methode wird vor allem bei einer Erstmanifestation, einer auffälligen neurologischen Untersuchung oder einer untypischen Symptomatik angewendet. Um die Diagnose Cluster Kopfschmerzen zu erfüllen, müssen bei Patienten mindestens 5 Schmerzattacken erfolgen. Des Weiteren muss wenigstens ein weiteres oben beschriebenes Symptom auftauchen. Bei der Diagnose von Cluster Kopfschmerzen muss unterschieden werden zwischen chronischen Cluster Kopfschmerzen und episodischen Cluster Kopfschmerz.

Cluster Kopfschmerzen Therapie

Leider sind Cluster-Kopfschmerzen medizinisch kaum, bis gar nicht heilbar. Herkömmliche Schmerzmittel sind bei Kopfschmerzen unwirksam, und daher ist die akute Behandlung von auftretenden Attacken ein umfangreicher Prozess. Bei akut auftretenden Schmerzen erfolgt die Behandlung mithilfe einer Hochkonzentrationsmaske. Hierbei wird 100 Prozent medizinischer Sauerstoff an den Patienten zugeführt. Die erforderliche Durchflussrate beträgt zwischen 7 und 15 Litern pro Minute. Diese Methode beendet Cluster-Kopfschmerzen in der Regel innerhalb von 15 Minuten. Sie ist in 78% der Fälle wirksam. Neben der Behandlung mit der Hochkonzentrationsmaske empfiehlt die deutsche Gesellschaft für Neurologie auch noch den Wirkstoff Sumatriptan in der Form eines Nasensprays als akute Behandlung von Cluster Kopfschmerzen. Alternative Methoden der Behandlung sind umstritten. Patienten berichten jedoch, dass sie durch das Trinken von viel Wasser, oder die Einnahme von Vitamin-B Präparaten positive Wirkungen erzielen konnten. Ebenso soll die Einnahme von Mineralien, Taurinpräparaten und Extrakten aus der Kudzu Pflanze zu positiven Effekten bei Cluster Patienten führen. Sehr umstritten ist die Aussage, dass halluzinogene Drogen, wie zum Beispiel LSD zu Besserungen der Krankheit führen sollen.

Cluster Kopfschmerzen Verlauf

Cluster Kopfschmerzen treten meist erst ab dem Alter von 25 Jahren auf, können jedoch gelegentlich auch schon früher auftreten. Der Krankheitsverlauf ist durch plötzlich auftretende Kopfschmerzen charakterisiert. Die Intervalle zwischen den Kopfschmerzen können stark variieren, sodass sogar Jahre zwischen Schmerzanfällen liegen können.

Cluster Kopfschmerzen Vorbeugen

Bei chronischen und episodischen Cluster Kopfschmerzen, ist das Mittel Verapamil als vorbeugendes Mittel der ersten Wahl anzusehen. Dieses Mittel kann mit einer Dosis von bis zu 480 mg verordnet werden. Bei der Erhöhung der Dosis oder einer ersten Einnahme ist jedoch eine Kontrolle der Herztätigkeit mittels EKG erforderlich. Langfristig ist dieses Mittel gut verträglich. Neben Verapamil, werden auch Corticosteroide zur Vorbeugung von Cluster Kopfschmerzen empfohlen. Diese haben jedoch stärkere Nebenwirkungen und sollten vorzugsweise nur als Übergangslösung benutzt werden, bis die Wirkung von Verapamil einsetzt.

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