Chronische ischämische Herzkrankheit

Als chronische ischämische Herzkrankheit (Koronare Herzkrankheit) wird eine Erkrankung von Herzkranzgefäßen bezeichnet. Durch die Herzkranzgefäße (Arterien und Venen), die kranzförmig rund um das Herz liegen, wird der Herzmuskel mit Blut versorgt bzw. fließt das Blut aus dem Herzmuskel ab. Bei der Erkrankung der Herzkranzgefäße kommt es zu Kalkablagerungen in den Gefäßen (Verkalkung) und zu der entsprechenden Verengung und Versteifung der Blutgefäße. Dadurch wird die Durchblutung zunehmend beeinträchtigt, und der Zufuhr vom Sauerstoff zum Herzen vermindert.

Es entsteht eine Ischämie: Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet eine Minderdurchblutung. Eine andere Bezeichnung für die Ischämie ist Koronarinsuffizienz. Als Leit- oder Kardinalsymptom der chronischen ischämischen Herzkrankheit gilt die Brustenge (Angina Pectoris). Bei der Angina Pectoris handelt es sich um anfallartige dumpfe, brennende oder einschnürende Schmerzen im Brustbereich, die von den Betroffenen als ein Engegefühl in der Brust empfunden werden. Bei der körperlichen Belastung treffen diese Schmerzen gehäuft auf. Die chronische ischämische Herzkrankheit schreitet im Laufe der Jahre und Jahrzehnte fort. Zum dem Leitsymptom kommen Begleiterscheinungen wie Herzinsuffienz und Herzrhythmusstörungen dazu. Die chronische ischämische Herzkrankheit kann nicht vollständig geheilt werden, allerdings kann die Verschlechterung des Zustandes der Patienten durch Vorbeugen, durch medikamentöse Behandlung und in einigen Fällen durch operative Eingriffe vermieden werden.

Chronische ischämische HerzkrankheitUrsachen

Chronische-ischaemische-Herzkrankheit: Symptome und UrsachenDie genaue Ursache für die chronische ischämische Herzkrankheit ist nicht bekannt. Es existieren aber zahlreiche Risikofaktoren, die den Ausbruch dieser Krankheit bei einem Menschen besonders wahrscheinlich machen. Einerseits sind es Faktoren, die vom Patienten nicht beeinflussbar sind. Dazu gehören genetische Prädisposition, das Geschlecht und auch das Alter der Betroffenen, außerdem andere vorhandene Erkrankungen, wie z.B. Diabetes. Andererseits sind Risikofaktoren bekannt, die von dem Patienten beeinflussbar sind. Das sind v.a. Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum und erhöhter Blutdruck. Auch psychosoziale Faktoren, z.B. Stresssituationen in der Familie und im Beruf, können das Risiko einer Erkrankung erhöhen.

Chronische ischämische Herzkrankheit Symptome

Das Leit- bzw. Kardinalsymptom der Krankheit ist die Angina Pectoris, d.h. ein Gefühl der Brustenge bei den Patienten. Anfälle von brennenden, einschnürenden, dumpfen oder drückenden Schmerzen sind meistens hinter dem Brustbein lokalisiert und strahlen oft in linken (seltener in beide Arme oder in andere Körperregionen) aus. Oft sind die Schmerzen von der Atemnot, vom Schweißausbruch und von der akuten Todesangst begleitet. Als weitere Symptome der chronischen ischämischen Krankheit sind Herzrhythmusstörungen, Tahikardien und Herzinsuffizienz zu nennen.

Chronische ischämische Herzkrankheit Diagnose

Der Verdacht auf die chronische ischämische Herzkrankheit ergibt sich oft bereits aus der Anamnese. Typisch sind Beschwerden über Brust- und Herzschmerzen, die sog. pektanginösen Beschwerden. Familienanamnese kann bei der Diagnose ebenfalls hilfreich sein, da sie dem Arzt eine Aussage über die genetische Prädisposition liefert. Zum Feststellen der Risikofaktoren gehört neben der Anamnese auch die eingehende Blutuntersuchung, die es erlaubt, über das Vorhandensein von Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen zu urteilen.

Eine weitere Methode, die chronische ischämische Herzkrankheit zu diagnostizieren ist das Elektrokardiogramm (EKG). Neben dem Ruhe-EKG, das zur Basisdiagnostik der Erkrankung gehört, werden in der Regel auch ein Langzeit-EKG und ein Belastungs-EKG durchgeführt. Für eine Diagnose der chronischen ischämischen Herzkrankheit sind ebenfalls die Befunde der Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) und der Dopplersonographie der Blutgefäße relevant. Die letztere Methode dient zur Bestimmung der Blutflussgeschwindigkeit in der Gefäßen. Bei der verminderten Geschwindigkeit entsteht ein Verdacht auf eine mögliche Verengung und auf eine eventuelle Verkalkung der Blutgefäße und somit auf die chronische ischämische Herzkrankheit.

Des Weiteren werden zur Diagnose dieser Krankheit eine Stressechokardiographie, d.h. eine Ultraschalluntersuchung des Herzens unter Belastung, und eine Myokardszintigraphie durchgeführt. Bei der Myokardszintigraphie handelt es sich um eine Untersuchungsmethode aus dem Bereich der Nuklearmedizin, dabei wird die Durchblutung der Gefäße untersucht. Eine Kardioangiographie ist eine Untersuchung des Zustandes der Koronararterien mithilfe von einem eingeführten Herzkatheter. Zu den neueren Diagnosemethoden gehört die Computertomographie des Herzens.

Chronische ischämische Herzkrankheit Therapie

Bei der Behandlung der chronischen ischämischen Krankheit werden sowohl nicht-invasive, als auch invasive Methoden verwendet. Die medikamentöse (nicht-invasive) Methode beinhaltet in erster Linie die Behandlung mit Nitraten und mit Betablockern. Nitrate sind die Grundlage von Präparaten, die den Gefäßwiderstand mindern und dadurch das Herz entlasten und den Sauerstoffverbrauch des Herzens senken. Es gibt sowohl kurzzeitig, als auch langzeitig wirkende Medikamente, die Nitrate enthalten. Die Betablocker werden zur Senkung von Herzfrequenz eingesetzt. Das Herz wird durch die Wirkung von Betablockern entlastet, der Bluthochdruck wird gesenkt. Weitere Wirkstoffe, die bei der Behandlung der chronischen ischämischen Krankheit verwendet werden, sind Calciumkanalblocker, die den Einstrom vom Calcium in den Herzmuskel vermindern.

Zu den verbreitetsten invasiven (operativen) Behandlungsmethoden gehören eine Stentimplantation und eine Beipassoperation. Bei der Stentimplantation handelt es sich um Implantate (ein kleines Metall- oder Kunststoffgerüst in Rohrform), die Hohlorgane, in diesem Fall Blutgefäße, offen halten sollen. Bei der Beipassoperation handelt es sich um die Überbrückung von Engstellen an Venen und Arterien durch die Transplantation von Blutgefäßen, die dem Patienten an den anderen Körperregionen, v.a. an den Extremitäten, entnommen wurden.

Chronische ischämische Herzkrankheit Verlauf

Die chronische ischämische Herzkrankheit ist eine Erkrankung, deren Entwicklung Jahre und sogar Jahrzehnte dauert. Ohne systematische Behandlung treten die Symptome gehäuft auf. Die Krankheit kann in diesem Fall zu einem Herzinfarkt und zum plötzlichen Herztod führen. Obwohl die vollständige Heilung nicht möglich ist, kann der Fortschritt der Krankheit durch moderne Behandlungsmethoden beträchtlich verlangsamt, und die Lebensqualität der Betroffenen merklich verbessert werden.

Chronische ischämische Herzkrankheit Vorbeugen

Menschen, die wegen ihrer genetischen Prädisposition ein erhöhtes Risiko der chronischen ischämischen Herzkrankheit haben, können Einiges zur Prävention dieser Krankheit tun. Für das Vorbeugen der Krankheit ist v.a. der gesunde Lebensstil wichtig: Verzicht auf Alkoholkonsum, auf Rauchen, eine Gewichtreduktion. Ein relevanter Faktor ist die Umstellung der Ernährung auf vitaminhaltige Produkte mit geringem Fettgehalt. Auch Stresssituationen sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Bewegung und aktive Lebensweise spielen ebenfalls eine große Rolle in der Prävention der chronischen ischämischen Krankheit. Eine Änderung des Lebensstils kann auch den Verlauf der schon ausgebrochenen Krankheit positiv beeinflussen.

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