Chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD

Unter dem Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankung werden eine Reihe von Erkrankungen der Lunge zusammengefasst, die sich vor allem durch Auswurf, Husten und Atemnot äußern. Die häufigsten Krankheitsbilder der abgekürzt COPD (chronic obstructive pulmonary disease) genannten Krankheit sind die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Die nicht heilbare chronisch obstruktive Lungenerkrankung zählt nach Einschätzung der WHO zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit, mit zunehmender Tendenz. Als Hauptursache für die Erkrankung gilt das Rauchen.

Ursachen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung

Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung SymptomeDie chronisch obstruktive Lungenerkrankung wird durch eine übermäßige Belastung der Lunge mit Schadstoffen hervorgerufen, wie sie insbesondere beim Rauchen auftritt, entsprechend stellen Raucher und ehemalige Raucher den weitaus größten Anteil der Krankheitsfälle. Beruflich bedingte hohe und dauerhafte Belastungen der Atemluft mit Staub oder toxischen Stoffen können ebenfalls eine chronisch obstruktiven Lungenerkrankung herbeiführen. Als weitere mögliche Ursache werden aufgrund epidemiologischer Untersuchungen Atemwegsinfektionen vermutet. Auch die genetische Disposition für einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel gilt als Faktor für die Krankheitsentwicklung.

COPD Symptome

Typisch für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung sind die sogenannten „AHA„-Symptome: Auswurf, Husten und Atemnot. Der chronische Husten tritt verstärkt morgens auf, in vielen Fällen schon seit Jahren. Da kalte und feuchte Witterung Häufigkeit und Intensität des Hustenreizes begünstigt, ist der Husten jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen und in den Herbst- und Wintermonaten besonders ausgeprägt.

Bei der chronisch-obstruktive Bronchitis erfolgt vor allem beim morgendlichen Abhusten der Auswurf von Sputum, das oft eine bräunliche Färbung hat. Gelegentlich können Blutbeimengungen vorkommen, die aber auch Symptom weiterer Erkrankungen wie Tuberkulose oder eines Bronchialkarzinoms sein können. Gibt der Erkrankte das Rauchen auf, reduziert sich die Menge des abgehusteten Sputums und schließlich bleibt der Auswurf ganz aus. Wenig oder gar kein Sputum wird bei einem Lungenemphysem ausgeworfen. Die Atemnot tritt anfangs nur unter starker körperlicher Belastung auf. Sie nimmt im Krankheitsverlauf immer mehr zu, im Extremfall so weit, dass selbst im Ruhezustand keine ausreichende Sauerstoffversorgung mehr möglich ist.

COPD Diagnose

Deuten Krankheitsgeschichte, Symptome und beim Abhorchen festgestellte Atemgeräusche auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung hin, erfolgt zunächst eine Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie). Dabei wird festgestellt, wie weit und wie schnell der Patient ausatmen kann und ob eine Verengung der Atemwege vorliegt. Eine ergänzende Body-Plethysmographie gibt Auskunft über Elastizität und Volumen der Lunge. Mit einer Blutgasuntersuchung wird der Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Blut gemessen und schließlich werden über die Laborwerte des Blutes mit der COPD verbundene entzündliche Reaktionen oder bakterielle Infekte diagnostiziert.

COPD Therapie / Behandlung

Eine Heilung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist nicht möglich, da sie mit irreversiblen Veränderungen des Lungengewebes einhergeht. Die Therapie zielt deshalb darauf ab, Beschwerden zu mindern und die Weiterentwicklung der Krankheit aufzuhalten oder zu verzögern. Als wichtigste therapeutische Maßnahme müssen die schädigenden Einflüsse, wie zum Beispiel das Rauchen, ausgeschaltet werden. Ein angepasstes Training zur Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit und abgestimmte krankengymnastische Übungen wirken sich ebenfalls positiv auf den Krankheitsverlauf aus und verbessern die Lebensqualität der Betroffenen oft erheblich. Zur Minderung der Beschwerden wie Husten und Atemnot werden Bronchodilatatoren wie Beta-2-Sympathomimetika und Anticholinergika inhaliert, um die Atemwegsmuskulatur zu entspannen. Ab dem Schweregrad II wird auch Theophyllin eingesetzt, allerdings ist dabei wegen der schwerwiegenden Nebenwirkungen bei Überdosierung besondere Sorgfalt geboten.

Um Entzündungen vorzubeugen, wird die Behandlung durch Beta-2-Sympathomimetika und Anticholinergika mit der Gabe von Glucocorticoiden oder PDE-4-Hemmern ergänzt. Bakterielle Exazerbationen, die den Krankheitsverlauf stark negativ beeinflussen können, werden mit Antibiotika behandelt. Ist die Erkrankung so weit fortgeschritten, dass eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Körpers aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist, wird bei normalem CO2-Wert im Blut bei der Sauerstoff-Langzeittherapie mit einer Nasenbrille bis zu 24 Stunden Sauerstoff zugeführt. Bei gleichzeitig erhöhtem CO2-Wert erfolgt eine vollständige Beatmung, da dies bedeutet, dass der Patient nicht mehr die erforderliche Atemarbeit aufbringen kann.

Als operative Maßnahmen bei der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung wird das Lungenvolumen chirurgisch reduziert. Alternativ werden zur Verminderung des Lungenvolumens bronchoskopisch endobronchiale Einwegventile eingesetzt, dabei handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, das vor allem bei Lungenemphysemen eingesetzt werden kann. Als letzte Möglichkeit zur Behandlung gilt die Lungentransplantation, die wegen der Schwere des Eingriffs und der damit verbundenen hohen Sterblichkeitsrate aber nur in Einzelfällen durchgeführt wird.

COPD Verlauf

Typischerweise beginnt eine chronisch obstruktiven Lungenerkrankung mit einer chronischen Bronchitis, wodurch das Atemwegsekret sich zurückstaut. Im weiteren Verlauf verdickt sich die Schleimhaut der oberen Bronchien und die Atemwege verengen sich, was dazu führt, dass sich die Luft vor den Engstellen staut. Schließlich bildet sich die Schleimhaut zurück und die Lungenbläschen fallen zusammen, was die für den Gasaustausch zur Verfügung stehende Oberfläche der Lunge drastisch reduziert.

Der Verlauf der Krankheit ist überwiegend schleichend, jedoch kann es durch Infektionen zu Krankheitsschüben (Exazerbationen) kommen, bei denen sich der Zustand massiv und irreversibel verschlechtert.

COPD Vorbeugen

Die Ursache der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist so gut wie immer eine langjährige Reizung der Bronchien durch Schadstoffe. Nicht rauchen und sich bei staub- oder schadstoffbelasteter Luft mit angemessenem Atemschutz zu schützen sind die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen. Bei Atembeschwerden kann eine Lungenfunktionsprüfung früh genug Klarheit schaffen, um einer chronischen Entwicklung rechtzeitig zu begegnen.

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