Cholera

Bei der Cholera handelt es sich um eine schwere Infektionskrankheit, die hauptsächlich den Dünndarm betrifft. Die Infektion erfolgt durch bakteriell kontaminierte Nahrung und Trinkwasser. Symptome der Cholera sind sehr starker Durchfall und Erbrechen, infolgedessen der Körper eine große Menge Wasser und Elektrolyte verliert. Bis zu 85% aller Infektionen verlaufen ohne Symptome. Wenn die Krankheit zum Ausbruch kommt, liegt die Sterblichkeitsrate bei 20-70%. Die Cholera kann in Form einer Epidemie auftreten. Deshalb besteht bei Krankheitsverdacht in Deutschland und Österreich eine Meldepflicht.

Cholera Ursachen

Cholera Symptome & UrsachenDie Cholera wird durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht. Es enthält den Giftstoff Exotoxin, welcher auch Choleratoxin genannt wird. Dieser löst einen starken, weißlich-flüssigen Durchfall aus. Choleraerreger sind in Fäkalien zu finden oder in Fluss- oder Meeresgewässern, in die fäkale Abwässer geleitet werden. Auch das Verspeisen von Meeresfrüchten und Fischen, die aus mit Cholera Erregern verunreinigten Gewässern stammen, können zu einer Cholera führen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch wird für möglich, aber dennoch für äußerst selten gehalten. Besonders in armen Ländern, in denen das Trinkwasser und das Abwassersystem nicht getrennt sind, ist das Trinkwasser oftmals mit Cholera Erregern kontaminiert. In Industrieländern sind Cholera Fälle selten, denn durch Kläranlagen und Wasserwerke wird für die Bevölkerung hygienisch unbedenkliches Wasser bereitgestellt.

Cholera Symptome

In der ersten Zeit leidet der an Cholera Erkrankte an einem sehr starken, sogenannten „Reiswasserdurchfall“. Dieser dünnflüssige Stuhlgang enthält Schleimflocken, die an Reiskörner erinnern. Zusätzlich muss der Cholera Patient sehr häufig erbrechen. Infolge des Brechdurchfalls erleidet der Körper des Erkrankten einen enormen Flüssigkeitsmangel und einen Mangel an Elektrolyten. Wird nicht ausreichend mit Ersatzflüssigkeit behandelt, folgt eine Untertemperatur des Körpers.

Auch im Gesicht des Cholera Patienten sind dann eindeutige Zeichen der Krankheit zu erkennen: Falten und eingefallene Gesichtszüge sind die Folge. Im letzten Stadium der Cholera können Benommenheit, Verwirrtheit, Hautausschlag und sogar Komazustände auftreten. Auch eine Lungenentzündung, eine Sepsis oder eine Ohrspeicheldrüsenentzündung sind im Zuge einer fortgeschrittenen Cholera möglich. Auffällig ist, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 besonders gefährdet erscheinen, während Menschen mit der Blutgruppe AB am seltensten an einer Cholera erkranken.

Cholera Diagnose

Die Diagnose der Cholera erfolgt anhand der typischen Krankheitssymptome. Zudem spielt es eine Rolle, ob sich die zu untersuchende Person in einer Region mit bekannter Cholera Gefahr aufgehalten hat oder aufhält. Bei Verdacht werden Stuhlproben entnommen, mit denen eine Mikroskopie und eine Stuhlkultur durchgeführt werden. Das Selektivmedium TCBS ermöglicht die Anzucht. Häufig erfolgt über Nacht eine Inokulation der Stuhlproben in alkalinem Peptonwasser (APW) bei einem pH- Wert von 8.4. Mit Hilfe von Antiserum kann eine definitive Labordiagnose gestellt werden.

Cholera Therapie / Behandlung

Die Behandlung der Cholera erfolgt in erster Linie durch den Ersatz von verloren gegangenem Wasser, Salzen und Zucker. Da der Magen-Darm-Trakt stark entzündet ist, sollte die Zufuhr dieser Stoffe am besten intravenös geschehen. Da die Cholera häufig in Ländern der Dritten Welt ausbricht, wo man nicht über genügend medizinische Mittel verfügt, behandelt man dort mit der WHO-Trinklösung. Diese Lösung sollte nach der Empfehlung der WHO folgende Inhaltsstoffe in einem Liter aufweisen: 13,5 g Traubenzucker, 2,9 g Natriumcitrat, 2,6 g Natriumchlorid und 1,5 g Kaliumchlorid. Das Fertigpulver „ORS“ (Oral Rehydration Solution) enthält genau diese Bestandteile. Bei schweren Verläufen der Cholera ist ein Antibiotikum vom Fluorchinolonetyp, wie zum Beispiel Ciprofloxacin, zu empfehlen. Dieses verkürzt die Zeit der Infektiosität. Bei einer Untersuchung in Bangladesch fand man heraus, dass die einmalige Einnahme von Azithromycin, eines besser verträglichen Antibiotikums, mehr Wirkung zeigte als Ciprofloxacin. Wendet man diese Maßnahmen an, so kann die Sterblichkeitsrate der Cholera von 60 % auf unter 1 % sinken.

Cholera Verlauf

Die Inkubationszeit der Cholera beträgt 2-3 Tage. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, verläuft sie gewöhnlich in drei Stadien:

  1. Im ersten Stadium leidet der Kranke unter Brechdurchfall. Dabei ist der Stuhlgang oftmals sehr dünnflüssig und reiswasserartig (enthält Schleimflocken).
  2. In der zweiten Phase der Cholera besteht ein durch den Brechdurchfall hervorgerufener Flüssigkeitsmangel (Exsikkose). Dieser führt zu einer Untertemperatur und zu Auffälligkeiten im Gesicht: Die Wangen fallen ein, Hautfalten bilden sich und die Nase wird spitzer.
  3. Das dritte Stadium der Cholera ist gekennzeichnet durch folgende Körperreaktionen: Benommenheit, Verwirrtheitszustände, Hautausschlag und sogar Koma. Zudem können Komplikationen auftreten wie eine Lungenentzündung, eine Sepsis oder eine Ohrspeicheldrüsenentzündung.

Cholera Vorbeugen

Zur Vorbeugung der Cholera ist es unbedingt notwendig, hohe hygienische Standards einzuhalten. In erster Linie sollte dafür gesorgt werden, dass der Bevölkerung hygienisch unbedenkliches Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Gerade in Drittweltländern, in denen Cholera vermehrt auftritt, greift man auf einfache und wirksame Techniken der Wasserdesinfektion zurück: Dazu wird zum Beispiel Wasser in eine PET-Flasche gefüllt und dem Sonnenlicht ausgesetzt. Dieses Verfahren wird auch SODIS genannt und wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in seiner Wirksamkeit bestätigt. Das Wissenschaftlerteam um Rita Colwell der National Science Foundation in Bangladesch hat herausgefunden, dass gefaltete Wasserfilter aus Stoff, wie zum Beispiel aus einem alten Sari, das Risiko einer Cholera Infektion erheblich senken.

Als veraltet und nicht wirksam gilt die intramuskuläre Impfung. Neuer und verträglicher sind Schluckimpfungen. Diese schützen zu einem gewissen Grad vor dem Reisdurchfall der Cholera. Zudem gibt es einen neueren Cholera Impfstoff, der antibakteriell und antitoxisch (gegen Cholera exotoxin) zugleich wirkt.

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