Burnout-Syndrom

Übersetzt als Ausgebranntsein bezeichnet das Burnout-Syndrom, dass sich der Mensch in diesem Zustand als innerlich leer empfindet. Die Leistungsfähigkeit ist durch die psychische Erschöpfung je nach Ausprägung deutlich reduziert. Der Betroffene läuft nur noch auf Sparflamme. Es bezeichnet einen Zustand, der sich bis zu einer Erkrankung psychosomatischer Art fortsetzen kann. Einige schlimme Folgen des Burnouts können sich in einem aggressiven Verhalten oder in Depression und Schwermut zeigen. Auch ein Abrutschen in den Suchtbereiche konnte festgestellt werden, denn der innerlich Leere sucht nach Halt und Hilfe für seine Probleme.

Festzustellen ist, dass das Burnout-Syndrom in Deutschland nicht als Krankheit klassifiziert ist. Bekannt ist es als Lebensbewältigungsproblem und somit eher als ein Zustand oder tatsächlich als Syndrom des Ausgebranntseins. Zurückgeführt wird es auf eine berufliche Situation, die den Betroffenen in ständiger Anspannung leben lässt. In den 1970er Jahren begann der Begriff des Burnouts zum ersten Mal, in Verbindung mit in Pflegeberufen Tätigen konkret Form anzunehmen. In den 90er Jahren wurde erkannt, dass auch durchaus auch Forscher, Politiker, Lehrer, Sportler oder Personen die Angehörige pflegen davon betroffen sein können. Damit ist die emotionale Erschöpfung nicht mehr nur einzelnen Berufsgruppen zuzuordnen, sondern kann auch aus Spannungen im Privatleben resultieren.

Ursachen des Burnout-Syndroms

Burnout-Syndrom SymptomeDie körperliche und emotionale Erschöpfung lässt sich ursächlich auf Überlastung ausgelöst durch Stress und eine sinkende Belastbarkeit zurückführen. Es wird auch von einem Ungleichgewicht zwischen den eigenen Ressourcen und den Anforderungen gesprochen.Viele Betroffene haben das Gefühl, ständig unter Zeitdruck zu stehen, zu viel Verantwortung tragen zu müssen, fortwährend bei ihren Tätigkeiten gestört zu werden und einer zunehmenden Komplexität ihrer Arbeitsaufgaben.

Auf der anderen Seite fühlen sich die Gestressten oft im Stich gelassen, klagen über mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte, fehlenden Respekt und fühlen sich machtlos einer unsicheren Zukunft gegenüberstehend. Vom Burnout-Syndrom Gefährdete haben das Gefühl, sich ständig aufzureiben und aufzuopfern. Ihre Selbstregulierungskräfte funktionieren nicht mehr wie erforderlich und so geraten die Betroffenen aus dem Gleichgewicht. Dazu kommen oftmals depressive Verstimmungen und Schlafstörungen, die zu weiterem Stress führen.

Burnout-Syndrom Symptome

Das Burnout-Syndrom zeigt sich mit verschiedenen Symptomen, die gehäuft auftreten können. Physische und emotionale Anspannung können zur charakteristischen emotionalen Erschöpfung führen. Durch Stress, der weit über das erträgliche Maß hinausgeht, fühlen sich die Betroffenen schwach und oft auch müde und kraftlos.

Antriebsschwäche ist oft typisch für sie und oft sie sind schnell reizbar. Andere Betroffene bauen eine Barriere zwischen sich und der vermeintlich stressauslösenden Person auf. Das kann der zu Pflegende, der Schüler, ein Kunde oder Klient sein. Dies führt mitunter zu einer Gleichgültigkeit bis hin zum Zynismus. So schirmen sich die Erkrankten vermeintlich gegen weitere Stressauslöser von außen ab und ergeben sich einer Arbeitsroutine, die für beide Seiten unbefriedigend ist und eine Abwärtsspirale begründet. Auch unter dem Gefühl, dass alle ihre Bemühungen nur mit Misserfolg gekrönt sind, leiden Betroffene mit Burnout-Syndrom. Sie nehmen auf der einen Seite ihre Überlastung wahr und haben auf der anderen Seite den Eindruck, nur wenig zu erreichen. Dieses Empfinden, das die erbrachte Leistung nie den an sie gestellten Anforderungen genügen kann, führt zu weiteren negativen Empfindungen. In der Folge leidet das Selbstwertgefühl und das eigene Handeln erscheint den Betroffenen in vielen Fällen sinnlos.

Burnout-Syndrom Diagnose

Das Burnout-Syndrom von einer Depression oder anderen ernsthafteren psychischen Krankheit abzugrenzen, benötigt Fachkenntnis und Erfahrung. Eine sichere Diagnose ist deshalb nur mit Rat des Facharztes möglich. Der Arzt kann sich zur Diagnose mehrerer möglicher Verfahren bedienen.

Eine Variante ist die sogenannte Maslach Burnout Inventory (MBI), hierbei werden vom Patienten Aussagen getroffen, die seinen Zustand der emotionalen Erschöpfung, der vorhandenen Leistungszufriedenheit und der Depersonalisierung, also dem Ausbau von Barrieren anderen gegenüber, treffend kennzeichnen sollen.

Beim Tedium Measure (TM) als ähnlichem Verfahren werden die Aussagen, des Betroffenen, nur nach der Häufigkeit ausgewertet. Diese Verfahren werden in ihrer Gesamtheit nach Berufsgruppe unterschieden, so dass sie nicht für alle anwendbar sind. Bekannt ist das Trierer Inventar zum chronischen Stress. Interessant ist hierbei der Aufbau ähnlich einer Bilanz. Berücksichtigt wird neben den Anforderungen an Betroffene, hier insbesondere durch Überlastung auf sozialem Gebiet, der Arbeitsüberlastung oder dem übertriebenen Erfolgsdruck, die mangelnde Befriedigung der Bedürfnisse des Einzelnen. Diese Bedürfnisse beinhalten beispielsweise die Unzufriedenheit mit sich selbst, Anerkennungsmangel und Überforderungen. Hinzu kommen Isolation und soziale Spannungen als weitere Indizien. Der Vorteil dieses Tests besteht darin, dass er sich nicht nur auf einige wenige Berufe beschränkt, sondern unterschiedliche Altersgruppen und verschiedene Berufszweige berücksichtigt.

Ein neueres Testverfahren ergibt sich mit der Copenhagen Burnout Inventory, eine Methode die bei der Validität und Reliabilität hohe Werte erzielen kann, resultierend aus einer erhöhten Stichprobenanzahl aus der Grundmenge von Beschäftigten in sozialen Berufen. Berücksichtigt werden bei diesem Diagnoseverfahren das Ausmaß der subjektiv erlebten Erschöpfung, die Belastung, die konkret dem Arbeitsleben zugeschrieben kann und die Frustration, die sich aus der Arbeit mit sogenannten Stressauslösern ergibt. Auf der Grundlage einer oder mehrerer Diagnosemöglichkeiten kann dann die Therapie für vom Burnout-Syndrom Betroffene zielgerichtet in Angriff genommen werden.

Burnout-Syndrom Therapie / Behandlung

Die Therapie gegen Burnout wird immer an der Person selbst orientiert sein, denn offenkundig ist, dass ein Lehrer ein anderes Burnout Profil aufweist, als beispielsweise ein Arzt oder Manager. Eine wichtige Rolle bei der Behandlung spielen das kognitive Verhaltenstraining, das Erlernen berufsbezogener Fertigkeiten, Kommunikationstraining und auch die Musiktherapie. Auch sehr spezifische Interventionen stehen auf dem Programm, beispielsweise das Erhalten und Verteilen von Feedback, Umstrukturierung bisheriger Arbeitsvorgänge, Modifikation von Abläufen und Leistungsbewertungen. Dies alles sind Einzelmaßnahmen, die dem Betroffenen in der Summe zu sinnvollen Zielen und neuem Antrieb verhelfen können.

Auch die Kompetenzstärkung steht bei der Therapie im Vordergrund. Denn wer sich vor dem Ausgebranntsein langfristig schützen möchte, muss mit der Mitarbeiterführung vertraut sein und darüber hinaus auch die an ihn gestellten Anforderungen richtig bewerten können. Immer steht es im Vordergrund, Burnout durch das Aufzeigen von Perspektiven bekämpfen zu können. Sich selbst anzugewöhnen, regelmäßig Feedback zu geben und sich durch offene Kommunikation mitzuteilen hilft, Stressparameter zu verringern.

Burnout-Syndrom Verlauf

Ein typischer Krankheitsverlauf kann kaum beschrieben werden. Denn das Burnout-Syndrom ist klassisch dafür, bei jedem Betroffenen individuell zu wirken. Dies resultiert gerade aus der subjektiven Betrachtungsweise des Einzelnen. Bemerken lässt sich, dass das Ungleichgewicht zwischen den wahrgenommenen steigenden Anforderungen und der sinkenden Leistungsfähigkeit immer mehr auseinanderzugehen scheint. Unbehandelt kann dieser Zustand in starke Depressionen, in Suchtproblematiken, selbstzerstörerisches Verhalten bis hin zum Selbstmord münden.

Sowohl für das berufliche Umfeld als auch für die Familie ist der Umgang mit Betroffenen komplex und oftmals sehr belastend. Durch die richtige Form der Therapie kann der Erkrankte zu neuem Lebensmut finden und Möglichkeiten aufgezeigt bekommen, auch langfristig mit belastenden Situationen sachgerecht umzugehen.

Burnout-Syndrom Vorbeugen

Die Schwierigkeit bei der Entwicklung von Strategien zur Vorbeugung des Burnout-Syndroms besteht darin, dass dieser Zustand nicht als Krankheit anerkannt ist und auch keine klar abgegrenzten Ursachen und Symptome aufweisen kann. Sein Leben generell zu verlangsamen und zu versuchen, Stress zu vermeiden, kann eine Hilfe sein. Auch Atem- und Entspannungsübungen oder Meditation haben einigen bereits aus der Abwärtsspirale geholfen.

Da es sich bei den Betroffenen um eine subjektive Betrachtung ihrer Situation handelt, ist es förderlich, mit anderen über seine stressauslösenden Faktoren zu sprechen, um aus Impulsen von außen für sich zu gewinnen. Die Waage zwischen Belastungen auf der einen Seite und der Belastungsfähigkeit und dem Stressumgang auf der anderen Seite muss stets gehalten werden. Bei einem Ungleichgewicht gilt es hier, frühzeitig zu intervenieren. Verhaltensprävention und Verhältnisprävention setzen hier beidseitig an und können ganzheitlich Positives bewirken.

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