Bruxismus

Unter dem medizinischen Begriff Bruxismus versteht man grundlegend nichts anderes als das Knirschen, Reiben oder Aufeinanderpressen der Zähne. Daher wird Bruxismus in der gängigen Umgangssprache oft auch schlicht und einfach als Zähneknirschen betitelt. Die Neigung zum Zähneknirschen ist altersunabhängig und ist meistens ein Symptom von starken psychischen Anspannungen und Belastungen. Daher knirschen viele Bruxismus-Patienten bei Stresssituationen, bei starker Nervosität oder auch im Schlaf mit den Zähnen.

Bruxismus an sich wird daher medizinisch den sogenannten Parafunktionen untergeordnet – wobei Bruxismus die bekannteste und häufigste Parafunktion darstellt. Parafunktionen umfassen verschiedene Gebrauchstypen des Kausystems, die keinem sinnvollen, funktionellen und natürlichen Zweck dienen. In den meisten Fällen sind sich die Betroffenen dem Zähneknirschen gar nicht, oder lange Zeit nicht, bewusst. Oftmals macht sich der Bruxismus daher erst bei auftretenden Beschwerden oder bei Untersuchungen durch den behandelnden Zahnarzt bemerkbar. Symptome des Zähneknirschens gibt es mittlerweile übrigens ebenso viele, wie es unterschiedliche Ursachen und Therapiemöglichkeiten gibt. Diese variieren allesamt stark, zum Teil hängen diese aber sogar voneinander ab.

Bruxismus Ursachen

Bruxismus SymptomeZähneknirschen tritt sehr häufig auf und muss nicht zwangsläufig ernsthafte Gründe vorweisen. In den meisten Fällen wird das Knirschen durch psychische Ursachen, etwa Stress oder eine starke seelische Belastung, ausgelöst. Aktuellen Vermutungen nach finden sich die auslösenden Ursachen in dem Teil des Hirns, das für die Verarbeitung von Stresssituationen verantwortlich ist. Zähneknirschen tritt allerdings enorm häufig im Schlaf auf, weshalb es zum Teil auch medizinisch zu den verschiedenen Formen der Schlafstörungen gezählt wird. Allerdings können sich auch Erkrankungen, Fehlstellungen oder Probleme des Zahnhalteapparats durch Reiben, Knirschen oder Pressen der Zähne äußern.

Beispielsweise wenn der Zahnersatz schlecht sitzt, der Kiefer eine Fehlstellung vorweist oder wenn Zahnfüllungen nicht optimal abgeschliffen und angepasst wurden. Weitere häufige Ursachen für die Diagnose Zähneknirschen sind ernst zu nehmende orthopädische Probleme im Kiefergelenk oder andere Krankheiten. Eine häufige neurologische Ursache für Bruxismus könnte beispielsweise eine Erkrankung mit multiple Sklerose sein. Manchmal führen aber auch ein häufiger und ausschweifender Genuss von Alkohol, Kaffee, Cola und schwarzem Tee zum Zähneknirschen. Der Grund ist der, dass diese die Oberfläche der Zähne abstumpfen können. Eher selten wird Bruxismus hingegen durch Medikamente ausgelöst, die Serotoninhämmer enthalten.

Bruxismus Symptome

Das Leiden Zähneknirschen weist verschiedene Symptome auf, die Betroffene allerdings nur in den wenigsten Fällen rechtzeitig selbst wahrnehmen. Denn da das Knirschen meistens im Schlaf stattfindet, bleibt es lange Zeit unbemerkt. Erst wenn die anfänglich leichten Symptome drastischer werden, suchen die meisten Patienten einen Arzt auf. Typische Symptome sind übrigens Verhärtungen, Entzündungen und Verspannungen der Gesichtsmuskulatur und eine stark abgetragene und beschädigte Zahnsubstanz. Bei längerem Knirschen können sich zudem auch die Nacken- und Schultermuskeln verspannen und die Zähne brechen durch das Reiben, Knirschen und Pressen teilweise weg. Am stärksten betroffen sind hiervon die Schneidezähne. Sehr oft wird die Zahnsubstanz jedoch brüchig, sodass ein späteres Splittern oft erst einmal als zu starke Kaubelastung abgetan wird.

Die meisten Zahnärzte können allerdings bei genaueren Untersuchungen bereits per Augenmaß feststellen, ob der Patient unter Bruxismus leidet oder nicht. Sichtbare Symptome sind also splitternde und brechende Zähne und stark „gezackte“ oder „geschliffene“ Schneiderzähne. Spürbare Symptome sind Schmerzen und Verspannungen im Kiefer-, Nacken- und Schulterbereich. Nicht immer aber gelegentlich berichten Patienten zudem von empfindlichen und schmerzenden Zähnen, über Ohrenschmerzen und auch über migräneartige Kopfschmerzen.

Bruxismus Diagnose

Die Diagnose des Bruxismus kann natürlich nur ein Zahnarzt feststellen. Dafür begutachtet dieser sowohl die sichtbaren als auch die vom Patienten berichteten Symptome und wägt ab, ob Zähneknirschen vorliegt – und wenn ja wie stark dieses ist. Anhand der genauen Diagnose, die meistens auch eine gemutmaßte Dauer des Knirschens einbezieht, wird schließlich ein Behandlungsplan erstellt. Für diesen ist es für den behandelnden Arzt sehr wichtig, wie heftig beispielsweise die Zahnoberfläche abgewetzt ist, ob auch Kronen und Füllungen betroffen sind und wie verhärtet und verspannt die beteiligten Muskelpartien sind. Selbstverständlich gilt hier aber: Umso eher das Leiden entdeckt wird, umso besser. Denn nur so kann man starken Schäden am Gebiss, am Kiefer und auch starken Beschwerden gezielt entgegenwirken.

Daher ist es günstiger, wenn der Patient selbst rechtzeitig handelt. Etwa, weil er erste Beschwerden spürt oder vielleicht auch weil er oder sein Partner den Verdacht auf Zähneknirschen hegt. Ist dies der Fall, auch wenn es nur ein vager Verdacht ist, sollte unbedingt der Zahnarzt aufgesucht werden.

Bruxismus Therapie / Behandlung

Beim Zähneknirschen steht keine ursächliche Therapie oder Behandlung zur Verfügung – man kann das Zähneknirschen also nur bedingt bis gar nicht behandeln. Allerdings kann man die durch das Leiden entstehenden Beschwerden und die durch das Knirschen entstehenden Schäden lindern.

Die am häufigsten angewendete „Therapie“ ist die Verwendung einer speziell auf das Gebiss und auf das Knirschverhalten des Patienten angepasste Aufbissschiene. Diese besteht aus robustem und doch flexiblem Kunststoff, der die Zähne schützt und die Beschädigung des Zahnbelages vermeidet. Bestenfalls sollten die Betroffenen diese Schiene allerdings nicht nur nachts, sondern wenn machbar und möglich auch tagsüber tragen.

Des Weiteren wird Bruxismus durch verschiedene physiotherapeutische Übungen, durch Wärmebehandlung und durch Massagen behandelt. Richtig auf den vorliegenden Krankheitsfall abgestimmt, können diese zum Beispiel dabei helfen die betroffene Kau-, Kiefer-, Nacken- und Schultermuskulatur. Liegt dem Zähneknirschen eine psychologische Ursache zugrunde, wird außerdem eine psychologische Behandlung und Therapie hinzugezogen – um die Ursache und so auch indirekt das daraus resultierende Zähneknirschen zu behandeln. Sehr oft genügen hier aber schon Entspannungstherapien wie Yoga, autogenes Training und progressive Muskelentspannungen, um innerlich wieder zur Ruhe zu kommen.

Bruxismus Verlauf

Jeder Mensch knirscht ab und an mal mit den Zähnen. Wird dies aber zur unbewussten oder bewussten „Gewohnheit“ können mit der Zeit erhebliche Schäden an der Zahnsubstanz und im Kiefergelenk entstehen. Das heißt: Die Zähne werden durch das Knirschen „beschliffen“, werden brüchig und brechen auf kurz oder lang vielleicht sogar weg. Oftmals geht zudem eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne mit dem Abtragen der Zahnsubstanz einher, die gelegentlich auch mit Schmerzen daherkommt.

Die Kiefermuskulatur verspannt zudem und unter sehr ungünstigen Umständen können die Bänder des Kiefergelenkes überdehnt werden. Das führt zu Schmerzen aber auch zu eventuellen Fehlstellungen des Kiefers und das kann das Knirschen wiederum verschlimmern. Bei langzeitigem Knirschen verhärten sich außerdem die Muskeln – nicht aber nur die des Kiefers, sondern auch die des Nackens und die der Schultern.

Bruxismus Vorbeugen

Zähneknirschen lässt sich nur sehr bedingt vorbeugen, da es meistens lange Zeit vollkommen unbemerkt passiert. Viele Patienten werden sich erst bewusst, dass sie unter Bruxismus leiden, wenn dies der Zahnarzt zufällig bei der Vorsorge bemerkt, wenn erste merkliche Beschwerden und Schäden auftreten oder wenn sie zum Beispiel von jemand anderem darauf aufmerksam gemacht werden. Zur Vorbeugung ist es also wichtig ein gewisses Bewusstsein für die Möglichkeit des Zähneknirschens zu entwickeln und selbst auf eventuelle Symptome zu achten, noch bevor diese zu stark oder zu tragend werden.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
NEU: Bitte bewerte diesen Beitrag!
Ähnliche Themen, die Sie interessieren könnten:

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.