Blutvergiftung

Die Blutvergiftung wird in der Fachsprache Sepsis genannt und bezeichnet eine multisystemische Entz√ľndungsreaktion des gesamten K√∂rpers. Die Blutvergiftung wird in vier verschiedene Kategorien eingeteilt. Diese sind nach Schwere gestaffelt und lauten wie folgt: Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (abgek√ľrzt als SIRS), die Sepsis an sich, darauffolgend die schwere Sepsis und als Klimax der Infektion der septische Schock.

Eine Blutvergiftung wird durch einen Entz√ľndungsherd hervorgerufen, der durch Bakterien oder Toxine im Allgemeinen entstehen kann. So kann zum Beispiel das Gift verschiedener Pilze zu einer Blutvergiftung f√ľhren. Die Sterberate bei einer Blutvergiftung ist hoch; von den j√§hrlich etwa 150.000 Erkrankten in Deutschland stirbt etwa jeder zweite Betroffene. Obwohl die Blutvergiftung gut behandelbar ist, f√ľhren die lebensbedrohlichen Entz√ľndungsherde im K√∂rper oft zu einem Multiorganversagen. Die Folge davon ist der Tod.

Entscheidend f√ľr den Erfolg der Behandlung ist neben einer guten Konstitution auch der Beginn derselben: Je fr√ľher, desto besser. Ein Versagen der lebenswichtigen Organfunktionen ist durch die medizinische √úberbr√ľckung dieses Zustandes mittels Beatmung oder Dialyse m√∂glich. Oftmals ist der K√∂rper in diesem Grad der Infektion aber schon so geschw√§cht, dass die Prognose sehr ernst ist. Im Durchschnitt erkranken M√§nner etwas h√§ufiger an einer Blutvergiftung als Frauen.

Blutvergiftung Ursachen

Blutvergiftung Symptome und UrsachenEine Blutvergiftung entsteht dann, wenn pathogene Keime, also zum Beispiel Bakterien, in die Blutbahn gelangen. Dies kann auf verschiedenem Wege geschehen. Zum Beispiel durch einen infizierten Venenkatheter bei einer zugrunde liegenden Erkrankung oder einer Operation im Allgemeinen. Wenn hierf√ľr Besteck benutzt wird, das nicht steril ist, kann es zu einer Kontamination mit pathogenen Keimen kommen. In Folge dessen entwickelt sich h√§ufig die Blutvergiftung. Auch beim Verzehr pathogener Speisen kann es durch die N√§hrstoffaufnahme im Darm und die daraus resultierende Aufnahme der Bakterien in den Blutkreislauf zu einer Blutvergiftung kommen. Diese √úbertragungsart ist jedoch √§u√üerst selten, weil im Magen von der Magens√§ure die meisten Toxine bereits zersetzt werden. Pilze sind eine M√∂glichkeit, sich durch orale Aufnahme mit einer Blutvergiftung zu infizieren.

In der Regel kann ein gesunder Mensch allerdings mit den Erregern umgehen und bildet eine korrekte Immunantwort – das hei√üt, die Bakterien oder Toxine werden von den gebildeten Antik√∂rpern zerst√∂rt und die lebensbedrohliche Blutvergiftung tritt nicht auf. F√ľr die Infektion des Blutes m√ľssen in der Regel begleitende Faktoren zusammen kommen. Diese sind zum Beispiel eine gest√∂rte Immunabwehr durch eine Chemotherapie oder das Virus HIV. Des Weiteren tritt die Blutvergiftung auf, wenn eine √ľberdurchschnittlich gro√üe Zahl stark pathogener Erreger in den K√∂rper gelangt und der Organismus die schiere Menge an Infektionsherden nicht kompensieren kann. Auch wenn die Infektion in schlecht abzugrenzenden Gebieten wie im Darm beginnt, ist eine Blutvergiftung oft die Folge.

Blutvergiftung Symptome

Symptome einer Blutvergiftung sind eine besonders hohe oder niedrige K√∂rpertemperatur, ein beschleunigter Puls (Tachykardie) oder eine schnelle, flache Atmung. Diese kann sich bei Voranschreiten der Infektion auch in einer Hyperventilation manifestieren. Ebenso ist eine hohe Zahl wei√üer Blutk√∂rperchen, oder ein Mangel derselben charakteristisch f√ľr das Anfangsstadium einer Blutvergiftung.

Im Verlauf der Krankheit kommt es zu Hirnsch√§digungen, Nierenversagen und einem akuten Abfall des intrazellul√§ren Blutdrucks. Die Pulsfrequenz sinkt auf ein kritisches Ma√ü, eine Bewusstseinseintr√ľbung bis hin zum Koma treten auf. Patienten leiden unter √úbelkeit, Erbrechen und Kreislaufzusammenbr√ľchen. Durch eine Akkumulation der Symptome kommt es zu einem Multiorganversagen und schlussendlich zum Tod. Dies ist die schwere Verlaufsform der Blutvergiftung. Eine rechtzeitige Behandlung wirkt dem entgegen. In manchen F√§llen produziert der K√∂rper eine versp√§tete Immunantwort, die Wirkung zeigt.

Blutvergiftung Diagnose

Eine Diagnose entsteht durch die Untersuchung des Blutes im klinischen Labor. Hier k√∂nnen Entz√ľndungswerte und Erreger bestimmt werden, so dass zweifelsfrei festgestellt werden kann, dass ein Patient an einer Blutvergiftung leidet. Des Weiteren geben √§u√üere Anzeichen einer Infektion wie zum Beispiel der Entz√ľndungsherd in Form einer infizierten Wunde Aufschluss √ľber die Erkrankung. F√ľr die Diagnose einer Blutvergiftung ist ebenso die Anamnese des Patienten wichtig. Dies bedeutet, dass Diagnostiker sich mit der unmittelbaren Vergangenheit vor Auftreten der Krankheitssymptome besch√§ftigen.

Vorkommnisse wie Operationen, grippeähnliche Krankheitsverläufe oder eine zugrunde liegende Immunschwäche deuten ebenfalls auf die Blutvergiftung hin. Mittels der Laboruntersuchung des Blutes kann bestimmt werden, um welche Toxine oder Bakterien es sich handelt. Dies macht eine Behandlung der Blutvergiftung einfacher. Im Verlauf der Krankheit und mit Fortschreiten der Symptomatik wird eine Blutvergiftung immer offensichtlicher. Gerade aber im Anfangsstadium, wenn die ersten Symptome auftreten, wird die Blutvergiftung häufig mit einer Grippe oder einfachen Erkältung verwechselt.

Blutvergiftung Therapie / Behandlung

Periphere Behandlungsform der Blutvergiftung ist strikte Bettruhe, Volumensubstitution durch Infusionen sowie bei Bedarf die Gabe von Sauerstoff. Dies behandelt die Symptome und st√§rkt den K√∂rper f√ľr die Abwehr der Infektion. Behandelt werden kann diese durch Antibiotika in hohen Dosen. Dieses ist aber ebenso schw√§chend f√ľr das Herz-Kreislauf-System, weswegen hier eine genaue Dosierung umso wichtiger ist, um den K√∂rper nicht noch weiter zu entkr√§ften. Im akuten Endstadium einer Blutvergiftung wird diese mit allen intensivmedizinischen M√∂glichkeiten behandelt, von der Beatmung √ľber die Dialyse bis hin zur Herz-Lungen-Wiederbelebung. Wird eine Blutvergiftung erst in diesem Stadium behandelt, sind die √úberlebenschancen gering.

In der fr√ľhen Phase der Blutvergiftung kann allerdings auch durch ein optimales Einstellen der Blutwerte mittels schnell wirksamer Medikamente dem Ausbreiten der Krankheit entgegen gewirkt werden. Eine weitere M√∂glichkeit der erfolgreichen Behandlung einer Blutvergiftung ist die Beseitigung des Entz√ľndungsherdes, wenn dieser ausgemacht werden kann. Dies kann ein erneutes √Ėffnen frischer OP-Narben und eine Ausschabung nekrotischen Gewebes sein, aber auch zu einer Amputation einzelner Gliedma√üen f√ľhren, wenn der Entz√ľndungsherd hier beheimatet ist.

Blutvergiftung Verlauf

Der Verlauf der Blutvergiftung ist der einer typischen Entz√ľndung. Vom lokalen Herd ausgehend verbreiten sich die Bakterien oder Toxine im gesamten Blutkreislauf und attackieren so alle Organe sowie das zentrale Nervensystem. Dieser Vorgang geht oft mit der Produktion von Eiter einher, gerade wenn eine offene Wunde die Quelle der pathogenen Keime darstellt. H√§ufig gibt es allerdings keinen so offensichtlichen Entz√ľndungsherd. Dann beginnt die Blutvergiftung mit Schw√§che, Abgeschlagenheit und grippe√§hnlichen Symptomen.

Im Folgenden wird die Blutvergiftung und deren Krankheitsverlauf durch ein rasches Verschlechtern des allgemeinen Zustandes gekennzeichnet, der von einer Bewusstseinseintr√ľbung, √ľber Einkoten und -urinieren bis hin zum Delirium und akutem Kreislaufversagen gehen kann. Das Endstadium der Blutvergiftung ist erreicht, wenn die Nieren ihren Dienst versagen und das Herz die relative Blutmenge nicht mehr bew√§ltigen kann, so dass ein akuter Sauerstoffmangel im Gehirn entsteht. Ein tiefes Koma ist die Folge, begleitet von einer steigenden Intoxikation des Blutkreislaufs, Herz-Kreislauf-Versagen und Tod. Je nachdem, wie stark die Symptome ausgepr√§gt sind, werden sie in die vier Kategorien SIRS, Sepsis, schwere Sepsis und septischer Schock eingeordnet.

Blutvergiftung Vorbeugen

Vorbeugend f√ľr eine Blutvergiftung ist bei Operationen und kleineren Eingriffen eine 100 prozentige Sterilit√§t von Besteck und Operierenden. Ebenso muss der Operateur sauber arbeiten und gewissenhaft vorgehen. Bei einer Infektion der Extremit√§ten muss darauf geachtet werden, dass diese Wunden gut versorgt werden und steril behandelt werden. Die Kontamination mit pathogenen Keimen kann durch eine hygienisch saubere Umgebung vermieden werden. Besonders wenn ein Patient unter einer Immunschw√§che leidet, ist Vorsicht geboten.

Allzu schwere k√∂rperliche Anstrengung kann daf√ľr sorgen, dass die Immunantwort des K√∂rpers auf pathogene Keime nicht ausreichend ist. Auch bei Erk√§ltungen und Grippen muss darauf geachtet werden, dass diese sofort behandelt werden. Sonst kann es passieren, dass sich die Bakterien auf den gesamten K√∂rper ausbreiten und es zur Blutvergiftung kommt. Die Einhaltung g√§ngiger Hygienevorschriften und eine gewissenhafte Behandlung bekannter Entz√ľndungsherde sind die beste Vorbeugung, um einer lebensbedrohlichen Erkrankung wie der Blutvergiftung zu entgehen.