Startseite ¬Ľ Krankheiten Lexikon ¬Ľ B ¬Ľ Blutdruck zu hoch / zu niedrig

Blutdruck zu hoch / zu niedrig

Unter Blutdruck (zu hoch / zu niedrig) versteht man ein Krankheitsbild, bei dem entweder der Blutdruck des arteriellen Gef√§√üsystems erh√∂ht, oder erniedrigt ist. Dabei gelten ein systolischer Blutdruck von mindestens 140 mm Hg, sowie ein diastolischer Blutdruck von mindestens 90 mm Hg als arterielle Hypertonie. Wenn eine zugrundeliegende Erkrankung ausfindig gemacht werden kann, spricht man von einer sekund√§ren Hypertonie. Sinken diese Werte unter einen Wert von 105 mm Hg systolisch, bzw. 60 mm Hg diastolisch (sprich einen Blutdruck von 105 zu 60) spricht man in der Medizin von Blutniederdruck, oder auch von einer Hypotonie. Die Hypotonie gilt nur in Deutschland als Krankheit und wird deswegen auch „german disease“ genannt.

Ursachen von zu hohem / zu niedrigem Blutdruck

Blutdruck-zu-hoch-zu-niedrig Symptome / UrsachenBlutdruck (zu hoch / zu niedrig) kann verschiedene Ursachen haben. Eine eindeutige Ursache f√ľr Bluthochdruck kann bei der √ľberwiegenden Zahl der Erkrankungen nicht ausfindig gemacht werden. Jedoch gibt es in Rahmen der sekund√§ren Hypertonie zahlreiche Erkrankungen des Nervensystems, wie etwa Entz√ľndungen, Hirndruckerh√∂hungen oder Vergiftungen). Auch Auswirkungen von Medikamenten wie der Anti-Baby-Pille (Ovulationshemmern), bei der Einnahme von Kortikosteroiden oder nichtsteroidalen Antiphlogistika, sowie auch bei Genussmitteln wie Lakritze, und dem Konsum von Drogen wie Kokain und Amphetaminen tritt h√§ufiger eine Hypertonie auf.

Bei einer prim√§ren Hypertonie kann hingegen keine abschlie√üende Ursache ausgemacht werden. Deswegen sollen genetische Faktoren eine Rolle spielen, wie verschiedene Mutationen im Rahmen einer polygenen Ursache, die f√ľr sich genommen aber keine Blutdruckerkrankung erkl√§ren k√∂nnen. Auch extrem seltene Formen der prim√§ren Hypertonie bei Ver√§nderung einzelner Gene k√∂nnen auftreten. Meist sind bei einer prim√§ren Hypertonie auch andere Familienmitglieder betroffen. Die Hypertonie kann als Stoffwechselerkrankung im Rahmen eines metabolischen Syndroms auftreten, wobei eine erh√∂hte Insulinresistenz festgestellt werden kann, welche mit einer erh√∂hten Konzentration von Insulin im Blut die Mechanismen zur Blutdruckerh√∂hung ausl√∂sen k√∂nnen.

Durch den proliferativen Effekt von Insulin im Bereich der Gef√§√ümuskelzellen kommt es hierbei zu einem erh√∂hten Widerstand im Blutkreislauf. Der essentielle Bluthochdruck ist nach dem Psychoanalytiker Franz Alexander ebenfalls zur Kategorie der klassischen psychosomatischen Erkrankungen zuzuordnen. Die h√§ufigsten Ursachen f√ľr eine sekund√§re Hypertonie sind Nierenerkrankungen, welche zu einer Aktivierung des symphatischen Nervensystems f√ľhren und eine verminderte Salzausscheidung und dadurch bedingtes, erh√∂htes Blutvolumen nach sich ziehen. Auch Hormonst√∂rungen k√∂nnen eine Hypertonie bedingen. Weitere M√∂glichkeiten sind etwa eine angeborene Missbildung der Hauptschlagader, welche zu einer Verengung der Aorta im Aortenbogen in der Kr√ľmmung der Hauptschlagader oberhalb des Herzens f√ľhrt.

Das sog. Schlafapnoe-Syndrom kann f√ľr eine insbesondere nachts auftretende Hypertonie sorgen. Im Rahmen der Hypertonie gibt es zun√§chst eine symptomatische Hypertonie. Sie tritt auf, wenn sie auf eine Erkrankung oder Medikamenteneinnahme zur√ľckzuf√ľhren ist. Dies k√∂nnen u.a. ein anaphylaktischer oder ein spinaler Schock sein, welche zu einem verringertem Gef√§√üwiderstand f√ľhren. Allerdings kann auch zu wenig Fl√ľssigkeitsaufnehmen durch trinken, starker Fl√ľssigkeitsverlust durch Durchfall oder Erbrechen, sowie eine Nebennierenrindeninsuffizienz f√ľr ein reduziertes absolutes Blutvolumen sorgen. Krampfadern, Medikamenteneinnahme oder auch eine Lungenembolie l√∂sen eine Hypotonie durch verminderten Blutr√ľckstrom zum Herzen aus. Eine hochgradige Herzinsuffizienz f√ľhrt aufgrund einer reduzierten Pumpfunktion des Herzens ebenfalls zu sehr niedrigem Blutdruck. Neben der orthostatischen Hypotonie, die auftritt, wenn man die Lage des K√∂rperrumpfs ver√§ndert, gibt es au√üerdem die h√§ufigste Form der Hypotonie: Die sog. „essentielle Hypotonie“. Diese gilt aber meist nicht als krankhaft, da ihr eine Sollwertvorstellung zugrunde liegt, die mit den nat√ľrlichen Gegebenheiten mancher K√∂rper (insb. der von jungen und sehr schlanken Frauen) nicht √ľbereinstimmt.

Blutdruck zu hoch / niedrig Symptome

Die Symptome bei Blutdruck (zu hoch / zu niedrig) sind ebenfalls vielf√§ltig. Bei einer Hypertonie ist ein Kopfschmerz am Morgen typisch, dem durch die Erh√∂hung des Kopfendes des Bettes entgegengewirkt werden kann. Zu den weiteren, h√§ufig auftretenden Symptomen im Rahmen einer Hypotonie gelten etwa Nasenbluten, Schwindel, und √úbelkeit. Oft klagen betroffene Personen √ľber Abgeschlagenheit und Schlaflosigkeit.¬†Das Durstgef√ľhl kann sich auff√§llig ver√§ndern, Luftnot, Angina pectoris und Sehst√∂rungen sind weiter Symptome der Hypertonie. Pr√§eklampsie (schwangerschaftsinduzierte Hypertonie), Schlaganfall, sowie Herzinfarkt sind die extremsten Symptome des hohen Blutdrucks und bergen eine enorme Sterblichkeitsgefahr f√ľr die betroffenen Personen.

Blutdruck zu hoch / niedrig Diagnose

Die Diagnose von Blutdruck (zu hoch / zu niedrig) beginnt i.d.R. mit einer Blutdruckmessung, auf die bei auff√§lligen Werten nach Ursachen f√ľr einen sekund√§ren Blutdruck (zu hoch / zu niedrig) gesucht wird. Weiterhin werden bereits aufgetretene Folgesch√§den aufgezeichnet und dokumentiert. Vielfach kommen f√ľr eine differenzierte Diagnostik auch Urinuntersuchungen, Labordiagnosen EKG, Echokardiographie, Augenhintergrundspiegelung, sowie weitere Diagnosemittel zur Anwendung. Wichtig ist vor allem, dass eine symptomatische √Ąnderung im Bereich Blutdruck (zu hoch / zu niedrig) ausgeschlossen wird. Auch eine Blutuntersuchung, oder eine Langzeit-Blutdruckmessung k√∂nnen gute Erkenntnisse √ľber den Zustand der Patientinnen und Patienten liefern.

Blutdruck zu hoch / niedrig Therapie

Blutdruck (zu hoch / zu niedrig) kann jeweils behandelt werden, wobei die Hypotonie aufgrund des geringeren Risikos und der geringeren Gef√§hrlichkeit mit einfachen Mitteln wie Sport, Wechselduschen, oder Ern√§hrungsumstellung, in √§u√üerst seltenen F√§llen auch mit Medikamenten wie z.B. Sympathomimetika u.a. behandelt werden kann. Anders ist das bei der Hypertonie: Da hier das Ziel der maximalen Risikoreduktion zugrunde gelegt wird, m√ľssen neben der Blutdrucktherapie auch alle anderen Risikofaktoren erkannt und therapiert werden. Mit einer durchschnittlichen Senkung des relativen Sterberisikos von 12 Prozent bis 15 Prozent kann die Gefahr von Schlaganf√§llen und Herzinfarkten deutlich verringert werden. Betroffene m√ľssen allerdings oft ihren ganzen Lebensstil ver√§ndern, das Rauchen aufgeben, Alkoholkonsum einstellen, da bei hohem Alkoholkonsum auch das Schlaganfallrisiko deutlich erh√∂ht wird und durch die Reduzierung eine Blutdrucksenkung erreicht werden kann.

Eine Gewichtsreduktion kann im Falle von Adipositas (Fettleibigkeit) den Blutdruck deutlich senken. Auch √ľberm√§√üiger Genuss von Kochsalz soll demnach eingestellt werden, da Kochsalz ebenfalls zu erh√∂htem Blutdruck f√ľhrt. Die Einnahme von Omega-3-Fetts√§ure tragen in vielen F√§llen ebenfalls zur Senkung des Blutdrucks bei und haben einen allgemeinen positiven, kardiovask√ľl√§ren Effekt. Im Rahmen einer medikament√∂sen Therapie kommen vor allem ACE-Hemmer zum Einsatz. Betablocker, Calciumantagonisten und anderen Medikamente (Auswahl richtet sich jeweils nach dem Alter des Betroffenen), wobei diese Wirkstoffe hinsichtlich der Sterblichkeitssenkung als gleichwertig zu betrachten sind

Verlauf

Bei einer unbehandelten Hypertonie k√∂nnen verschiedene Komplikationen auftreten, welche in erster Linie das Herz- und Gef√§√üsystem betreffen. Auch kann im Zusammenhang mit Bluthochdruck Diabetes mellitus auftreten. Herzschw√§che und Arterienverkalkung sind keine seltenen Folgen der Hypertonie. Diese bedingen Folgeerkrankungen wie etwa Durchblutungsst√∂rungen. Auch eine Erweiterung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) kann einer Hypertonie folgen. Eine Hypotonie legt sich in vielen F√§llen von selbst im Laufe des √Ąlterwerdens. Indirekt kann eine Hypotonie bei Schwindel und Ohnmacht zu st√ľrzen und √§hnlichen Vorf√§llen und davon herr√ľhrenden Verletzungen f√ľhren.

Blutdruck zu hoch / niedrig Vorbeugen

Blutdruck (zu hoch / zu niedrig) kann man am besten durch die Reduktion sch√§dlicher Nahrungs- und Genussmittel, sowie viel Bewegung, aber auch durch die Zuf√ľhrung gesundheitsf√∂rdernder Stoffe wie etwa Omega-3-Fetts√§uren vorbeugen. Man sollte auf sein K√∂rpergewicht achten, regelm√§√üig den Blutdruck messen und ungesundes Fett einsparen (z.B. durch weniger Fleisch, oder frittierten Lebensmitteln). Auch autogenes Training oder progressive Muskelentspannung k√∂nnen den Blutdruck im Falle der Hypertonie nachhaltig senken / im positiven Bereich halten.

Hinweis f√ľr Zitate:
Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt √ľberarbeitet am: 14. Oktober 2020.
Solltest Du einen Fehler finden, kontaktiere bitte die Redaktion.
Diese Seite darf selbstverst√§ndlich ohne R√ľcksprache zitiert werden.

Permalink zu dieser Seite (einfach kopieren & einf√ľgen) - z.B. f√ľr Zitate, Webseiten und Blogs: