Bettnässen

Bettnässen wird medizinisch mit Enuresis bezeichnet und tritt überwiegend bei Kindern ab dem 3. oder 4. Lebensjahr auf. Es handelt sich um eine Inkontinenz, die spätestens ab dem 5. Lebensjahr vom physischen und psychischen Entwicklungsstand des Kindes her beendet sein sollte. Medizinisch betrachtet wurde das Bettnässen von der Weltgesundheitsorganisation als zu behandelnde Krankheit anerkannt. Kinder mit dieser Erkrankung zeigen ein sehr tiefes Schlafverhalten, was den nicht rechtzeitig erfolgenden Toilettengang oftmals begründet. Oft tritt Bettnässen in ihrem Krankheitsbild mit unkontrolliertem Wasserlassen beim Spielen, Wütend sein, Lachen oder beim Schlafen hervor.

Bettnässen Ursachen

Bettnaessen Symptome und UrsachenBei der Erkrankung werden die primäre und die sekundäre Enuresis unterschieden. Die primäre Form liegt vor, wenn das Kind zwei Mal im Monat inkontinent war und es bisher keinen Zeitraum von mehr als 6 Monaten gegeben hat, in dem das Kind kontinent war. In dieser Phase spricht man von einer Unterentwicklung der physischen Fertigkeit den Urin zurückzuhalten. In der sekundären Form sind der Vermutung nach meist psychische Gründe der Anlass.

Kinder, die ein Aufmerksamkeitsdefizit besitzen, leiden häufiger an dieser Krankheitsform als andere Kinder. Ein Grund ist unter anderem, dass aufgrund der das Aufmerksamkeitsdefizit bedingenden Überreizung des Körpers die Verknüpfung von Blase und Gehirn nicht ausreichend funktioniert. Zu möglichen psychischen Störungen können Verlassensängste durch Trennung oder die Geburt eines Geschwisterkindes gezählt werden. Stress ist als Ursache nicht belegt, aber wird oftmals als Mitverursacher angenommen.

Bettnässen Symptome

Zu den Symptomen können einerseits die körperlich ablesbaren Verhaltensmuster gezählt werden: Kinder, die den Gang zur Toilette nicht ausführen, weil er ihnen mitunter nicht als Konsequenz des Bedürfnisses einfällt. Weitere Symptome sind große Mengen an Urin, die tagsüber und nachts unkontrolliert abgehen und sich dann in der Kleidung oder der Bettwäsche befinden.

Bettnässen Diagnose

Nässt ein Kind oder ein Erwachsener mehr als zwei Mal im Monat ein, liegt eine Form des Bettnässens vor. Welche Form und in welcher Ausprägung ist durch eine Klärung der aktuellen und bisherigen Lebensumstände des großen oder kleinen Patienten abzuklären. Das Thema muss vom Arzt sehr sensibel behandelt werden, da es sich sowohl für ein Kind als auch einen Erwachsenen um ein sehr intimes Thema geht. In der Befragung sind Familienanamnese, sowie das bisherige Trink- und Toilettenverhalten sehr aufschlussgebend.

Durch eine körperliche Untersuchung und eine Urinprobe können weitere Informationen gesammelt werden. Durch eine Ultraschalluntersuchung werden die Nieren und die Blase im Hinblick auf organische Fehlbildungen und -funktionen abgeklärt. Um die genaue Urinmenge über den Tag und die Nacht verteilt ermitteln zu können, werden Kinder um das Führen eines sogenannten ein Blasentagebuch und Miktionsprotokoll zu führen. Über ca. 3 Tage werden die Trink- und Toilettengewohnheiten des Kindes notiert,

Bettnässen Therapie / Behandlung

Jedes Bettnässen hat seine individuellen Ursachen. Aus diesem Grund müssen diese in der Diagnosefindung so gut wie möglich eingegrenzt und aufgedeckt werden. Hierbei bringen das Blasentagebuch und das Gespräch mit Angehörigen über bisherige Enuresis-Fälle in der Familie wertvolle Erkenntnisse.

So individuell das Bettnässen ist, so individuell erfolgt die Behandlung. In erster Linie werden die Eltern und Geschwister über die Krankheit, die Gründe und den Verlauf informiert. Für die Linderung und das Abklingen des Bettnässens ist es wichtig, dass dem erkrankten Kind die Last des Tabus genommen wird. Seit mehreren Jahren beschäftigen sich zahlreiche Initiativen damit das Thema des Bettnässens von Kindern und Erwachsenen gegenüber Nichterkrankten zu enttabuisieren. Dieser Schritt wird ebenfalls von den behandelnden Ärzten gegangen.

Im weiteren Verlauf der Therapie werden die Trinkmenge und das Toilettenverhalten beobachtet und im Tagebuch festgehalten. Liegt die sekundäre Enuresis vor wird auf das Finden und auflösende eingehen von psychischen Problemen eingegangen. Nachts tragen Kinder spezielle Windeln. Die Einnahme von Desmopressin, einem Medikament zur Verminderung von Wasserausscheidung, wird als begleitende Behandlung vorgenommen.

Verlauf

Das erkrankte Kind kann unabhängig der Tageszeit im Wach- oder im Nachtzustand den Urin nicht halten. Meist unbemerkt füllt sich die Blase und entleert sich spontan, ohne dabei dem Gehirn ein Signal zu geben. Der Gang auf die Toilette ist somit nicht möglich. Kinder bis zum 9. Lebensjahr können noch immer mit der primären Enuresis konfrontiert sein. Selbst Kinder, die nach dem 4. Lebensjahr kontinent sind, können erneut mit dem Thema der Inkontinenz zu tun haben.

Bettnässen Vorbeugen

Wird Inkontinenz noch immer oder erneut festgestellt, hilft ein gezieltes Verhaltenstraining weiter. Tagsüber und vor allem nachts kann der Wecker gestellt werden, so dass das Kind auf die Toilette gehen kann. Genügt ein Wecker nicht, um das Kind zu wecken, sollte ein Elternteil beim Wecken des Kindes helfen. Um die Weckzeiten den ungefähren Toilettenzeiten des Kindes anzupassen, empfiehlt sich die Nutzung der Daten aus dem Blasentagebuch.

Ein bewusstes Training des Einhaltens schafft eine nachhaltige Verbesserung des erfolgreichen Toilettengangs. Das Training sollte vorerst auf ein Einhalten für 5 Minuten angesetzt werden. Im Folgenden kann das Einhalten auf 10 bis 15 Minuten verlängert werden. Ein weiteres Verhaltenstraining stellt das Unterbrechen des Urinstrahls dar. Das Kind lernt dadurch den eigenen Körper besser wahrzunehmen und dass es jederzeit die Kontrolle über das Wasserlassen haben kann.

Besteht der Verdacht, dass das Kind noch immer oder wieder inkontinent ist, ist es wichtig mit dem Thema nicht wütend oder lächerlich umzugehen. Eine psychische Stabilität und ein klarer, reifer Umgang mit der Erkrankung stellen eine Bedingung für die Genesung und das schnelle Erlernen neuer Verhaltensmuster dar.

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