Bandscheibenschäden

Die Bandscheiben liegen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und erstrecken sich über die gesamte Wirbelsäule mit Ausnahme der ersten beiden Wirbelabschnitte „Atlas“ und „Dreher“ im Halsbereich. Insgesamt 23 Bandscheiben dienen als sogenannter Dämpfungspuffer für die Wirbelkörper. In ihrer Konsistenz sind sie weich und elastisch und bestehen außen durch eine feste Haut, während im Innenbereich eine geleeartige Flüssigkeit zu finden ist. Sie umgibt als zähflüssige Masse einen Zellkern. Bei einem Bandscheibenschaden kommt es überwiegend zu Verschleißerscheinungen, die insbesondere ältere Menschen betrifft. Die Flüssigkeit und damit auch die Elastizität nehmen an den Bandscheiben ab und sie werden insgesamt dünner. Die Wirbelkörper senken sich, warum Menschen im Alter auch kleiner werden können. Durch das Austrocknen können feine Risse entstehen und die Bandscheibe weiter schädigen.

Patienten aus Berufen mit vermehrter Belastung der Wirbelsäule und bei langjährigen Fehlhaltungen, tragen die Bandscheiben oftmals einen Schaden davon. Ein Bandscheibenvorfall kann die Folge sein. Die Bandscheibe wölbt sich dabei vor und kann unter Umständen schmerzlich auf den naheliegenden Nervenkanal drücken. Im jungen Alter setzt sich die Bandscheibe meist eigenständig zurück, während im durchschnittlichen Alter von circa 40 Jahren die Bandscheibe weiter vorwölben lässt. Insbesondere im Rückenmarksbereich sorgt der Bandscheibenvorfall für extreme Schmerzen im Rücken. Taubheitsgefühle in den Beinen können ebenso aus dem Bandscheibenschaden entstehen, wie auch Lähmungserscheinungen nicht selten sind. Eine medizinische Behandlung ist unabdingbar.

Ursachen von Bandscheibenschäden

Bandscheibenschaeden SymptomeAls Ursachen sind generell Unfallfolgen auszuschließen. Eine Anfälligkeit für Bandscheibenschäden kann genbedingt gegeben sein und aus altersbedingten Verschleißerscheinungen entstehen. Aber insbesondere Fehlhaltungen führen nicht selten zu Bandscheibenschäden. Wer oft krumm sitzt oder geht, besitzt ein wesentlich höheres Risiko an Bandscheibenschäden zu erkranken, als jemand der gerade sitzt. Denn es kommt zu einer Überbelastung der dehn- und dämpfbaren Eigenschaften der Bandscheiben. Auch wer unter Bewegungsmangel leidet, forciert Bandscheibenschäden.

Insbesondere Berufe, die langes Sitzen voraussetzten, wie es zum Beispiel bei Fernfahrern der Fall ist, sorgen durch eine nicht gut gestärkte Rückenmuskulatur für immer wiederkehrende Rückenbeschwerden. Aber wer glaubt, jeglicher Sport ist hilfreich, der irrt. Sportarten wie Delfinschwimmen, Tennis, Bungee-Springen, Kunstturnen und Ski-Alpin schaden den Bandscheiben zusätzlich.Überbelastungen durch Berufe, wo ständiges schweres Heben an der Tagesordnung ist, lassen ebenfalls die Bandscheiben schneller verschleißen und führen nicht selten zu einem Bandscheibenvorfall. Aber Übergewicht ist als einer der Ursachen für Bandscheibenschäden bekannt. Das Körpergewicht beansprucht die Bandscheiben um ein Vielfaches mehr, als bei einem normalgewichtigen Patienten.

Bandscheibenschaden Symptome

In erster Linie zeigen sich Bandscheibenschäden durch schmerzhafte, sehr starke Rückenschmerzen, die bis zur extremen Bewegungseinschränkung führen können. In den meisten Fällen ist der Lendenbereich betroffen, während im Brust- oder Halswirbelbereich nur selten Bandscheibenschäden zu verzeichnen sind. Dennoch machen sich Bandscheibenschäden zwischen den Halswirbeln mit einem zusätzlich zum Schmerz vorhandenen Taubheitsgefühl in den Armen bemerkbar.

Obwohl Nackenschmerzen einhergehen können, zählen allerdings die starken Kopfschmerzen zu den meist genannten Symptomen. Diese resultieren überwiegend aus der extrem verspannten Nackenmuskulatur, die das Ergebnis der Bandscheibenschäden sein können. Ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbel Region kann das Taubheitsgefühl die Beine betreffen. Der volkstümlich benannte Hexenschuss kann ein Anzeichen für einen Bandscheibenschaden ebenso darstellen, wie zunehmende Schmerzen beim Sitzen und Stehen. Der innere Druck, der beim Niesen oder Husten entsteht, verschlimmert den Schmerzzustand. Beschwerden über „eingeschlafene“ Finger und Füße könnten ein Hinweis auf Bandscheibenschäden sein.

Bandscheibenschäden Diagnose

Zur Abklärung ob Bandscheibenschäden vorliegen, wird in der Regel eine Kernspintomografie und die Röntgendiagnostik vorgenommen. Dabei können die Knochenstruktur, die Wirbelsäulenform, die Wirbelgelenke, die Bandscheiben und Nervenkanäle sichtbar gemacht werden. Kleinste Veränderungen wie auch Tumore oder Wirbelsäulenverkrümmungen lassen sich auf diese Art präzise diagnostizieren. Eine andere Variante ist das Semiinvasive Diagnostik-Verfahren.

Dabei wird nach Ausschluss aller möglichen Erkrankungen eine Infiltration mit einem Betäubungsmittel im vermuteten Wirbelbereich durchgeführt. Sollte der behandelnde Arzt mit seiner Diagnose eines Bandscheibenschadens richtig gelegen haben, so wird auf diese Weise der Schmerz blockiert und der Patient ist schmerzfrei, solange die Betäubung anhält. In diesem Fall würde sich der vorherige Verdacht mit einer klaren Diagnostizierung bestätigen.

Bandscheibenschäden Therapie

Es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeit, die nicht zuletzt von dem Grad der Erkrankung abhängen. Eine konservative Behandlung wird in der Regel mit einer medikamentösen Therapie eingeleitet. Muskelrelaxantie und Schmerzmittel führen in den meisten Fällen zu einer lang anhaltenden Besserung der Symptome. Therapie begleitend empfiehlt sich ein Muskelaufbautraining. Dabei sollte gezielt die Rückenmuskulatur trainiert werden, um der Wirbelsäule mehr Stabilität zu bieten. Spezielle Programme aus der Rückenschule präsentieren Dehnübungen und empfehlen zudem die optimalen Körperhaltungen beim Sitzen oder Heben von schweren Gegenständen.

Ist kein Rückgang der Beschwerden ersichtlich, hilft meist nur noch der operative Eingriff. Dabei werden vorhandene Bandscheibenschäden entfernt. Lücken werden durch einen sogenannten „Cage“ ersetzt. Dieser besteht entweder aus Titan, eigenem Knochenmaterial oder aus Kunststoff. Für weitere Stabilität der Wirbelsäule können zwei untereinanderliegende Wirbelkörper miteinander fixiert werden. Dieses geschieht durch das Anbringen einer Platte. Eine Beweglichkeit der Wirbelkörper ist damit nicht mehr gegeben. Eine andere Variante stellt interspinöse Spacer dar. Ein Spacer dient dabei als Spreizer und wird zwischen die Dornfortsätze eingesetzt, wo die Bandscheibenschäden zu Schmerzen führen. So wird der Abstand zwischen den Bandscheiben und den Wirbelkörpern vergrößert, damit sich die Bandscheiben freier bewegen und nicht durch drückende Einflüsse nach vorn kippen können. Anschließende Rehabilitationsmaßnahmen fördern nicht nur die schnelle Genesung nach einer Operation, sondern der Rücken wird schonend an die Belastungen wieder herangeführt, die das tägliche Leben mit sich bringen.

Bandscheibenschäden Verlauf

Der Verlauf bei Bandscheibenschäden geht in der Regel grundsätzlich mit Rückenschmerzen einher, die sich zu jedem Zeitpunkt auch weiterhin verschlimmern können. Taubheitsgefühle in Armen, Fingern und Beinen gehören je nach Schwere der Bandscheibenschäden zum Verlauf hinzu. Bewegungseinschränkungen können ab Beginn der Erkrankung möglich sein.

Werden keine therapeutischen Maßnahmen eingeleitet, kann der Krankheitsverlauf bis zu chronischen Beschwerden führen und einen Bandscheibenvorfall auslösen, wo im wahrsten Sinne des Wortes, die Bandscheibe nach vorn fällt. Hier sind plötzlich auftretende, stechende Schmerzen keine Seltenheit, da die umliegenden Nervenstränge in Mitleidenschaft gezogen werden können. Im schlimmsten Fall erleidet der Patient einen Nervenschaden bei verspäteter Erkennung der Bandscheibenschäden, der sich anfangs sogar in einer Linderung der Symptome äußert. Die Nerven und das umliegende Muskelgewebe erhalten nicht mehr die notwendige Durchblutung und sterben ab. Dadurch können Organe in Mitleidenschaft gezogen werden und in ihren Funktionen beeinträchtigt werden.

Bandscheibenschäden Vorbeugen

Grundsätzlich sollte jeder auf eine optimale Körperhaltung im Gehen, Stehen, Laufen, Sitzen und Liegen achten. Zudem ist insbesondere beim Heben von schweren Lasten eine Haltung ratsam, wo in die Hocke gegangen wird und eine Teilbelastung auf die Knie umgelagert wird, um die Wirbelsäule und Bandscheiben zu schonen. Auch sollten Eltern ihre Kleinkinder grundsätzlich aus der Hocke heraus anheben und nicht mit durchgestreckten Beinen und reiner Kraft der Arme und Rückenmuskulatur.

Für Berufe, die das alltägliche Heben und Tragen von Schwerlasten verlangen, unterstützen Rückenbinden mit zusätzlicher Stabilität. Diese sind erhältlich als Stützmanschetten und auch als komplettes Stützkorsett. Sitzende Tätigkeiten sollten mit Bewegungsübungen unterbrochen werden. Dehn- und Streckübungen entspannen die Muskulatur. Ein gezieltes Muskelaufbautraining für die Rückenmuskulatur stärkt ebenfalls die Stabilität und nimmt den Bandscheiben hohe Belastungen ab. Vermieden werden sollten Sportarten, wo schwere Gewichte auf die Bandscheiben drücken können, oder hier sollte zumindest ein Rückenstabilisator getragen werden. Rückenverspannungen sollten ernst genommen werden, um Bandscheibenschäden zu verhindern oder zu verschlimmern. Bei den ersten Anzeichen von Rückenschädigungen sollte der Arzt frühzeitig konsultiert werden, um den Verlauf der Erkrankung so früh wie möglich stoppen zu können, indem eine gezielte Therapie eingeleitet werden kann und die Beschwerden abklingen.

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