Autismus

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt der Autismus zu den tief greifendsten Entwicklungsstörungen. Es gibt unterschiedliche Definitionen von Autismus. In medizinischen Kreisen spricht man bei Autismus von einer Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung, die als unheilbar gilt. Manche Forscher, aber auch Autisten als Betroffene, bezeichnen den Autismus als abweichenden Informationsverarbeitungsmodus. Dabei nennen sie Schwächen bei der sozialen Interaktion, im Rahmen der Kommunikation, Aufmerksamkeitsdefizite, Defizite im Bereich des Gedächtnisses und der Intelligenz als Ausdruck dieser Erkrankung.

Viele Autisten besitzen sogenannte Inselbegabungen, die ihnen auf ganz bestimmten und eingegrenzten Gebieten außergewöhnliche Fähigkeiten verleihen. Menschen, die solche Fähigkeiten besitzen, werden Savants genannt. Wobei von diesen Savants nicht alle, sondern ungefähr 50 Prozent, zur Gruppe der Autisten zählen. Entsprechend dem heutigen Stand der Wissenschaft auf dem Gebiet des Autismus wird zwischen unterschiedlichen Formen des Autismus unterschieden. Dies sind der frühkindliche Autismus (auch Kanner-Syndrom genannt) und das Asperger Syndrom, das sich in vielen Fällen erst Ende des dritten Lebensjahres eines Kindes bemerkbar macht

Autismus weist unterschiedlichste Ausprägungen und Symptome sowie Schweregrade auf. Um diese diagnostisch unterscheiden zu können, wurde ein Autismusspektrum entwickelt, das eine Auflistung der unterschiedlichsten Störungen enthält. Da vom Autismus zu anderen Erkrankungen jedoch oft fließende Übergänge vorhanden sind, ist eine Abgrenzung in manchen Fällen sehr schwierig. Eindeutig festgestellt werden konnte, dass bei Autisten, im Vergleich zu Menschen mit einem neurologisch normaltypischen Profil, die Wahrnehmung von Menschen und Objekten in der gleichen Region des Gehirns stattfindet.

Autismus Ursachen

Autismus SymptomeGrundsätzlich sind die Ursachen für Autismus nicht geklärt. Es gibt mehrere wissenschaftliche Forschungen, die einen kleinen Teil der Ursachen belegen konnten. Viele erklärte Ursachen basieren jedoch auf Theorien. Galt es bis in die 1960er-Jahre noch als erwiesen, dass eine emotionale Kälte, die von der Mutter dem Kind entgegengebracht wurde, für die Ursache von Autismus, konnte dies in der neueren Zeit widerlegt werden.

Im Rahmen von Familienstudien konnte eine familiäre Häufung von Autismus festgestellt werden. Aus diesem Grund wird davon ausgegangen, dass Autismus auch eine genetische Disposition aufweist. In anderen Studien kam man zum Ergebnis, dass bei autistischen Menschen die Gehirne funktionell, aber auch morphologisch, von normalen Gehirnen abweichen. Ob nun diese Hirnschädigungen Auslöser für Autismus sind oder ob diese Veränderungen im Gehirn durch den Autismus herbeigeführt wurden, konnte nicht eindeutig belegt werden.

Eine weitere nicht belegte Annahme war auch, dass vorhandene Hirnschäden ein Korrelat eines anderen Ereignisses sein können, in dem der Autismus seinen Ursprung hat. Weitere Ursachen werden in einem zu hohen Testosteronspiegel, dem das Kind im Mutterleib ausgesetzt war, gesehen. Grundlage dieser Überlegung ist die extrem männliche Ausprägung des Gehirns von an Autismus erkrankten Menschen. Auch die mangelnde Koordinationsfähigkeit zwischen den unterschiedlichen Gehirnbereichen wird als Ursache angenommen. Dadurch könnte die ungleichmäßig ausgeprägte Intelligenz der unterschiedlichen Autisten erklärt werden.

Eine weitere Hypothese spricht vom Aufmerksamkeitstunnel, der die zentrale Ursache darstellt, wenn es um das Thema kognitive Stärken und Schwächen von Menschen mit Autismus geht. Auch Impfstoffe gegen Masern, Röteln oder Mumps geraten immer wieder ins Visier. Die Befürworter dieser Theorie gehen davon aus, dass das Konservierungsmittel Thiomersal die auslösende Substanz für Autismus sein könnte. Allerdings gibt es zu diesen Themen keinerlei wissenschaftlich belegte Studien oder Ansätze.

Autismus Symptome

Die Symptome für eine autistische Krankheit sind ausgesprochen vielfältig und treten in unterschiedlichsten Ausprägungen auf. Leichte Verhaltensprobleme können genauso ein Anzeichen für Autismus sein wie eine schwere geistige Behinderung. Zu den Kernsymptomatiken gehören in erster Linie Probleme in der Kommunikation mit anderen Menschen, der Einsatz von Mimik und Körpersprache sowie die korrekte Interpretation dessen, was andere Menschen kommunizieren.

Auch stereotype Verhaltensmuster, die auch ritualisiert sein können, können eine der Kernsymptomatiken sein. Weitere Symptome sind in der Unterschiedlichkeit im Vergleich zu gesunden Menschen in der Art, wie Sinneseindrücke verarbeitet werden, zu finden und in den intellektuellen Leistungen. Die Symptome für Autismus sind ausgesprochen vielfältig. Dies gilt sowohl für die Ausprägung wie auch für das Erscheinungsbild der Symptome.

Beim frühkindlichen Autismus, der auch Kanner-Syndrom genannt wird, zählt neben Abweichungen vom normalen Verhalten eine eingeschränkte Sprachentwicklung zu typischen Symptomen. Liegt eine motorische Beeinträchtigung vor, geht diese immer mit einer anderen Behinderung, wie beispielsweise einer geistigen Behinderung, einher.

Diagnose von Autismus

Die Diagnose von Autismus erfolgt nach einem Klassifikationssystem, das von der Weltgesundheitsbehörde entwickelt wurde und unter dem Klassifikationsschlüssel ICD-10, Schlüssel F84.0. Das amerikanische Gegenstück ist das DSM-IV, ein Klassifikationssystem für psychische Störungen. Hier wird Autismus unter dem Schlüssel 299.00 geführt. Die Erstellung dieser Klassifikationssysteme beweist bereits, wie umfangreich die Symptome sein können.

Der Kriterienkatalog nach DSM-IV, Schlüsselbereich Autismus, ist in die Gruppen A, B und C aufgeteilt. Diese wiederum sind in mehrere Bereiche aufgeteilt, die unterschiedliche Kriterien aufweisen. Diese Bereiche sind in der Gruppe A die soziale Interaktion, die qualitative Beeinträchtigung im Bereich der Kommunikation und beschränkte stereotype und repetitive Verhaltens-, Aktivitäts- und Interessensmuster. Aus diesen Bereichen müssen insgesamt mindestens sechs Kriterien zutreffen, um Autismus zu diagnostizieren. Nur wenn alle Kriterien, die laut DSM-IV für die Diagnose benötigt sind, zutreffen, kann von Autismus gesprochen werden. Wobei noch eine große Bandbreite von differenzialdiagnostischen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden muss. Zu den Differenzialdiagnosen gehören das Angelman-Syndrom, Borderline Persönlichkeitsstörungen, Hörbehinderungen, autistisches Verhalten, wie es bei Kindesmisshandlung oder psychischem Hospitalismus auftritt und viele mehr.

Autismus Therapie

Die am besten abgesicherte Therapieform im Bereich des Autismus ist die Verhaltenstherapie. Hier wird ein ganzheitlicher Behandlungsplan erarbeitet und dabei die Behandlung der unterschiedlichen Symptome definiert. Gleichzeitig werden die unterschiedlichen Therapien untereinander abgestimmt. Im Rahmen des Therapiekomplexes werden auch die Eltern durch ein spezielles Elterntraining unterstützt. Dabei wird den Eltern mit fachlicher Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Aufgabe geholfen. Für den an Autismus erkrankten Menschen gibt es Therapieansätze, die sich teilweise auch an seinen Fähigkeiten ausrichten.

Zu diesen Therapieansätzen gehören soziale Kompetenztrainings, Ergotherapie und Physiotherapie sowie auch Logopädie. Es gibt keine medizinischen Wirkstoffe, die eine positive Auswirkung auf das Krankheitsbild Autismus aufweisen. Nur die unterschiedlichen Begleiterscheinungen wie Depressionen, Zwänge oder Aggressivität können über erprobte Medikamente erfolgreich behandelt werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Lebensqualität entsprechend zu verbessern.Auch ergänzende Maßnahmen wie Musiktherapien, Kunsttherapien oder spezielle Massagen können erfolgreich sein. Das Gleiche gilt für die bekannte Delfintherapie. Mit diesen Therapien besteht die Möglichkeit, dass der Patient ausgeglichener wird und sich auch sein Stimmungsbild positiv verändert. Dies kann positive Auswirkungen auf die Kontaktfähigkeit bewirken.

Verlauf

Autismus hat, abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, einen starken Einfluss auf die Lebensgestaltung des Menschen. Die gesamte Entwicklung der Persönlichkeit, der Sozialkontakte bis hin zu den beruflichen Chancen wird beeinflusst. Bei schlechter Prognose muss auch mit einer kontinuierlichen lebenslangen Betreuung des Patienten gerechnet werden. Durch die Anpassung der Umwelt kann die Erkrankung für die Betroffenen etwas erleichtert werden.

Bei Menschen mit frühkindlichem Autismus sind ungefähr 15 % dazu in der Lage, im Erwachsenenalter ein eigenständiges Leben zu führen. Der Großteil der an Autismus leidenden Menschen benötigt dauerhafte Betreuung oder beispielsweise eine Unterbringung in geschützten Werkstätten, um ein Leben mit Aufgaben führen zu können.Sind die intellektuelle Entwicklung und die Sprachentwicklung nicht betroffen, ist eine reguläre Ausbildung bis hin zum Studium problemlos zu bewältigen.

Vorbeugen

Nach den aktuellen Erkenntnissen gibt es keine Möglichkeit, gegen Autismus vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Nur eine Früherkennung und geeignete Therapien können Ansätze zu einer eventuellen Abmilderung der nach außen hin wahrnehmbaren Symptome sein.

Konnten wir helfen?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
NEU: Bitte bewerte diesen Beitrag!
Ähnliche Themen, die Sie interessieren könnten:

Einfach zitieren! Mit nur einem Klick kopieren Sie den Link zur Quelle:



Hinweis: Unsere Webseite darf auf allen Webseiten, in Hausarbeiten und in Printmedien ohne Rücksprache zitiert werden. Kopieren Sie einfach den obenstehenden Link und fügen Sie diesen auf der gewünschten Seite ein.

positiv oder negativ?

HIV Status unklar?

Es gibt keine sicheren HIV-Symptome. Nur ein klinischer HIV-Test kann Klarheit über eine Infektion oder Nicht-Infektion schaffen.

Machen Sie Schluss mit der Ungewissheit und lassen Sie sich testen.

» HIV Test
Hinweise: Unsere Webseite versteht sich als additionales Informationsangebot zu einer (fach-)ärztlichen Beratung. Sollten Sie sich nicht über Ihren Serostatus im Klaren sein, suchen Sie bitte einen Arzt auf und lassen einen HIV Test durchführen. Alle Warennamen, Produkt- und Firmenbezeichnung sind mit, aber auch ohne definitive Kennzeichnung Eigentum des jeweiligen Inhabers der Rechte. Die Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt.