Atemwegsinfektionen

Atemwegsinfektionen sind die wohl häufigsten Erkrankungen, die sich Erwachsene und Kinder immer wieder einfangen. In den meisten Fällen sind sie harmlos, aber manchmal kann eine wiederkehrende oder sich hartnäckig haltende Atemwegsinfektion auf ernstere Erkrankungen hinweisen. Daher ist eine Abklärung durch den Arzt immer angeraten. Landläufig werden die durch Viren oder Bakterien ausgelösten Entzündungen der Atemwege als Erkältung bezeichnet. Man unterscheidet in Infektionen der oberen Atemwege, das sind Hals, Rachen, Neben- und Stirnhöhlen sowie die Nase, und Infektionen der unteren Atemwege. Letztere betreffen die Lunge, nämlich Bronchien und Trachea.

Atemwegsinfektionen treten überwiegend in Herbst und Winter auf, da die Atemwege durch feucht-kaltes Wetter, trockene Heizungsluft und allgemein schlechteren Gesundheitszustand anfälliger sind als im ungleich wärmeren Sommer. Säuglinge, Kinder, ältere Menschen und immungeschwächte Personen sind besonders gefährdet. Da die meisten Atemwegsinfektionen harmlos verlaufen und besonders im Kindesalter schlicht das Immunsystem trainieren, gilt es als normal, wenn ein Kindergartenkind bis zu zwölf Infekte innerhalb eines Jahres durchmacht, die jeweils bis zu drei Wochen zum Ausheilen brauchen.

Bei Kindern wird das, was bei Erwachsenen meist nur zu einer feuchten Nase führt, oft von Fieber und Müdigkeit begleitet – auch das ist normal. Erwachsene „erwischt es“ in der Regel zwei- bis dreimal im Jahr. Das ist ein Richtwert, der für normal berufstätige Menschen gilt. Wer häufiger mit Kinder oder kranken Menschen in Kontakt kommt, also beispielsweise in einem Krankenhaus, einer Arztpraxis, einem Kindergarten oder einem Pflegeheim arbeitet, der leidet vermutlich öfter unter einer Atemwegsinfektion.

Ursachen für Atemwegsinfektionen

Atemwegsinfektionen Symptome / UrsachenDie meisten Atemwegsinfektionen werden von Viren ausgelöst, nur selten kommt es zu einer Zweitinfektion durch Bakterien. Da es sich um Tröpfcheninfektionen handelt, kann man sich kaum davor schützen. Denn überall dort, wo viele Menschen unterwegs sind, kommt man zwangsläufig mit den Erregern in Kontakt. Das mag erklären, warum Kindergärten, Clubs und Vereine, Schulen, Behörden und Gemeinschaftsunterkünfte meist besonders stark betroffen sind. Tröpfcheninfektionen kann man durch erhöhte Hygiene etwas eindämmen, aber nicht vermeiden. Häufiges Händewaschen, gründliches Reinigen von Türgriffen, sanitären Anlagen und allem, was von vielen Händen häufig angefasst wird, ist also durchaus zur Eindämmung der Ansteckungsgefahr angebracht. Die auslösenden Viren gehören in den meisten Fällen zu den Gattungen der Rhino-, Entero, Mastadeno- und Coronaviridae. Manchmal kommt es auch zu Infektionen, die auf das Konto der Paramyxoviridae gehen.

Ist das Immunsystem dank der Viren geschwächt, kann es zu einer Zweitinfektion durch Bakterien kommen, die sich in den angeschlagenen Atemwegen gerne ansiedeln. Die Bakterien werden genauso durch Tröpfcheninfektion übertragen wie die Viren, lassen sich also auch nur durch erhöhte Hygiene und möglichst wenig Kontakt mit großen Menschenmengen verhindern. Veraltet ist der Glaube, dass Kälte Atemwegsinfektionen begünstigt. Forschungen haben ergeben, dass unzureichende Kleidung oder Kälte in anderer Form keineswegs eine Atemwegsinfektion auslösen oder begünstigen kann, dass vermehrtes Frieren aber ein erstes Anzeichen für eine Infektion sein kann.

Das Missverständnis kam vermutlich zustande, weil bei starken Temperaturwechseln und einer einhergehenden Veränderung der Luftfeuchtigkeit die Atemwege mehr Sekret produzieren – die Nase läuft, und man spürt unter Umständen einen leichten Hustenreiz. Diese Phänomene haben (außer, es liegt bereits eine Atemwegsinfektion vor) nichts mit einer neuen Infektion zu tun, sondern sind tatsächlich nur den Veränderungen des unmittelbaren Umgebungsklimas geschuldet.

Atemwegsinfektion Symptome

Das erste Symptom einer Atemwegsinfektion ist vermehrtes Frösteln. Bei Erwachsenen bleibt es bei vielen Erkrankungen dabei, denn dank Temperaturausgleich kommt das Immunsystem ganz alleine mit der Infektion klar. Bei Kindern tritt in der Folge meist leicht erhöhte Temperatur bis hin zu Fieber auf, gefolgt von undefinierbarem, allgemeinem Unwohlsein. Erst danach setzen schwerere Symptome ein. Kopf- und Gliederschmerzen können zu den Symptomen von Atemwegsinfektionen gehören und auftreten, auch wenn sich keine typischen Symptome zeigen. Typische Symptome sind Niesen, Hustenreiz, eine extrem trockene oder extrem feuchte Nase, vermehrter Sekretfluss im Hals- und Rachenraum.

Damit einher gehen eine belegte Stimme (denn die Feuchtigkeit setzt sich auch auf den Stimmbändern ab) und Schluckbeschwerden, die durch Husten und aggressive Sekrete ausgelöst werden. Die Symptome können, je nach Schwere der Infektion und Zustand des Immunsystems, auch einzeln oder nacheinander auftreten. Nur selten treffen alle auf einmal zu. Bei besonders schwer verlaufenden Infektionen können Atembeschwerden dazu kommen. Diese entstehen, wenn sich die Bronchien mit Sekret zusetzen und dieses nicht sofort abtransportiert (und abgehustet) werden kann. Neben- und Stirnhöhlen können sich ebenfalls zusetzen, das führt in der Regel zu Schmerzen im Gesicht, in der Stirn und im Bereich der Ohren.

Es kommt auch vor, dass eine Infektion mehr oder weniger unbemerkt verläuft, weil es außer etwas Müdigkeit und Abgeschlagenheit zu keinerlei Symptomen kommt. Erwachsene, die im Berufsleben stehen und ausgelastet sind, bemerken solche leicht verlaufenden Infekte häufig nicht. Ansteckend sind sie trotzdem, die Viren können auf Menschen, mit denen sie in engem räumlichen und/oder körperlichen Kontakt stehen, übertragen werden. Bei den Angesteckten verläuft die Infektionen nicht zwangsläufig genauso symptomarm.

Diagnose

Die Diagnose einer Atemwegsinfektion wird meist von den Betroffenen selbst gestellt. Wenn ein Kind morgens mit Schniefnase und Hustenreiz aufwacht, weiß es bereits selbst, dass es sich „eine Erkältung eingefangen“ hat. Dennoch sollte bei länger anhaltenden Beschwerden, bei schweren Verläufen und von gesundheitlich ohnehin labilen Menschen immer ein Arzt aufgesucht werden. Die ärztliche Diagnose einer Atemwegsinfektion erfolgt normalerweise nach Abfragen der Symptome, kurzem Abhören der Lunge und eventuell einem Blick in Hals und Ohren. Die Untersuchung von Lunge, Hals und Ohren soll die genaue Ausweitung der Infektion klären und gibt Hinweise darauf, ob ein längerer und schwerer Verlauf zu erwarten ist oder nicht.

Atemwegsinfektionen Therapie

Die meisten Atemwegsinfektionen werden nicht behandelt, weil sie schlicht von alleine wieder verschwinden. Die auslösenden Viren sind für das Immunsystem kein ernstzunehmender Gegner, weswegen in vielen Fällen keine Medikamente verschrieben werden. Das Abhusten und Herausniesen von festsitzendem Sekret kann durch Dampfinhalationen (Kamillentee oder Salzlösung) erleichtert werden, auch die aus der Pflanzenmedizin bekannten Zwiebelsäckchen helfen.

Bei sehr störenden Symptomen werden meist pflanzliche Präparate verschrieben, die das Sekret lösen sollen und eventuell für ruhigen Schlaf sorgen, indem sie den Hustenreiz unterdrücken. Thymian, Spitzwegerich, Primelwurzel, Efeu und Kamille sind häufige Bestandteile der Tees, Säfte und Tropfen. Manchmal ist es auch sinnvoll, Brust und Rücken mit ätherischen Ölen zu behandeln – Brustbalsam, Erkältungscreme und dergleichen sind rezeptfrei erhältlich. Nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Atemwegsinfektion sollte der behandelnde Arzt Antibiotika verschreiben, und auch dann nur, wenn es keine sanftere Therapie gibt.

Vor allem bei Kindern hat sich die Behandlung mit Antibiotika als nebenwirkungsintensiv erwiesen, was die natürlichen Heilkräfte nicht unbedingt fördert.

Verlauf

Der Volksmund kennt zwei Beschreibungen des üblichen Verlaufs einer Atemwegsinfektion. Zum einen sagt man: „Drei Tage kommt’s, drei Tage bleibt’s und drei Tage geht’s.“. Das trifft auf die nicht ganz leicht verlaufenden Infekte zu und meint, dass nach drei Tagen sich langsam steigernder Symptomatik der Höhepunkt erreicht ist und der Patient/die Patientin etwa drei Tage lang wirklich leiden wird, worauf drei Tage mit abklingenden Symptomen folgen. Das entspricht tatsächlich dem Verlauf. Das zweite Sprichwort sagt: „Mit Arzt braucht’s eine Woche, ohne Arzt sieben Tage.“

Auch diese Aussage trifft zu, denn gegen den natürlichen Verlauf, der in etwa sieben Tage (oder eine Woche) tatsächlich unangenehme Symptome hervorbringt, gibt es keine wirkungsvolle Medizin. Es ist also in den meisten Fällen schlicht unnötig, einen Arzt aufzusuchen (Ausnahmen wurden bereits genannt). Die meisten Atemwegsinfekte machen sich mit leichter Müdigkeit, etwas Kopfweh und einer feuchten Nase bemerkbar. Es folgen Hustenreiz, Kratzen im Hals und Kurzatmigkeit, danach stellen sich bei schweren Verläufen leicht erhöhte Temperatur sowie Kopf- und Gliederschmerzen ein. Letztere klingen zuerst wieder ab, bis alle Symptome verschwunden sind. Hustenreiz und leicht erhöhte Feuchtigkeit in der Nase halten sich meist etwas länger.

Atemwegsinfektionen vorbeugen

Wirklich vorbeugen kann man einer Atemwegsinfektion nicht, man kann lediglich das Risiko einer Ansteckung und eines schweren Verlaufs minimieren. Die Hygiene im Alltag spielt dabei eine große Rolle: Wer regelmäßig Hände wäscht, sich in der Öffentlichkeit (also nach Kontakt mit Menschen) selten in das Gesicht fasst und häufig angefasste Gegenstände am Arbeitsplatz und zu Hause (beispielsweise Türklinken, Tastaturen, Telefone, Fernbedienungen und dergleichen) regelmäßig reinigt, der läuft weniger Gefahr, sich anzustecken. Es versteht sich von selbst, dass man von intensiv niesenden und hustenden Menschen räumlichen Abstand halten sollte, um sich nicht anzustecken.

Allgemein das Immunsystem stärkende Maßnahmen sorgen dafür, dass eine vielleicht doch erfolgte Atemwegsinfektion nicht so schwer verläuft. Wer gesundheitlich fit ist, leidet in der Regel unter weniger und leichteren Symptomen. Das Immunsystem stärkt man durch regelmäßige Bewegung im Freien (Gartenarbeit, Joggen im Park, mit dem Rad zur Arbeit fahren et cetera), durch eine ausgewogene Ernährung, die wenig tierische Produkte und viel Getreide, Obst und Gemüse beinhaltet, sowie durch ausreichend Schlaf. Heiß-kalte Wechselduschen machen den Körper ebenso widerstandsfähiger wie ein ausgewogener Flüssigkeitshaushalt.

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