Asthma bronchiale

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der sich in einem zumeist langwierigen Verlauf die Bronchien anfallsartig verengen. Die Ursache dieser Verengung ist eine Verkrampfung der glatten Bronchialmuskulatur mit Schwellung der Schleimhaut. Die Schleimhautschwellung führt für die meisten betroffenen Patienten zu einem ständig trockenen Hustenreiz. Der Bronchialschleim von Asthmatikern ist zudem extrem klebrig, wodurch ein vollständiges Abhusten des Schleimes zusätzlich erschwert wird. Selbst durch die beim Husten verursachten hohen Ausatmungsgeschwindigkeiten kann dieser Schleim nicht gelöst werden, sondern bleibt an den feinen Flimmerhärchen haften.

Der Hustenreiz des Asthmatikers fühlt sich in etwa so an, als wenn ein Gesunder versehentlich Puderzucker einatmen würde. Die Atemmuskulatur muss also bei bestehendem Asthma bronchiale stets etwa den doppelten Druck aufbringen, um bei einem vergleichbaren Gesunden die gleiche Menge Luft pro Zeiteinheit durch die verengten Bronchien zu pressen. Asthma bronchiale kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten, oft sind auch schon Kleinkinder davon betroffen. Doch Asthma ist auf jeden Fall nicht gleich Asthma. Das liegt alleine schon an der Vielzahl der Ursachen, die für die Entstehung eines Asthma bronchiale verantwortlich zeichnen.

Asthma Ursachen

Asthma Bronchiale: Symptome und UrsachenBeim so genannten allergischen Asthma bronchiale werden Anfälle durch ein entsprechendes Allergen, beispielsweise Lebensmittel, Hausstaubmilben, Tierhaare oder auch Blütenpollen ausgelöst. Asthmaanfälle können ebenfalls durch bestimmte Medikamente oder im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit durch den Gebrauch von Gasen oder Mehlen ausgelöst werden. Ein so genanntes hyperreagibles Bronchialsystem kann auch schon auf veränderte Außenbedingungen, wie Temperaturschwankungen, Nebel oder Zigarettenrauch mit einem manifesten Anfall reagieren.

Der Überbegriff für sämtliche durch Allergien hervorgerufenen Anfälle durch Asthma bronchiale wird als Extrinsic Asthma bezeichnet. Wenn sich durch umfangreiche diagnostische Maßnahmen herausstellt, dass ein Asthma bronchiale keine allergische Ursache hat, spricht man auch vom so genannten endogenen oder Intrinsic Asthma. Diese Form ist vor allem bei Erwachsenen über 35 Jahren verbreitet. Die allergische Erscheinungsform des Asthma bronchiale befällt im Gegensatz dazu eher Kinder und Jugendliche. Im Laufe der Jahre stellen sich bei vielen Asthmatikern immer neue Überempfindlichkeiten gegen andere Allergene ein. Das ist mitunter auch ein Grund, warum Therapieansätze so schwierig sind. Es gilt als erwiesen, dass bei sämtlichen Formen des Asthma bronchiale eine Überempfindlichkeit des Bronchialsystems mit genetischer Komponente vorliegt. Es gibt aber keinen Beweis dafür, dass Asthma bronchiale vererbbar wäre.

Asthma bronchiale Symptome

Hauptsymptome des Astma bronchiale sind Atemnot und Husten sowie der Auswurf eines zähen Schleims. Besonders bei Kindern ist ein trockener Husten gepaart mit Engegefühl in der Brust, Atemnot und Bildung eines eitrigen Schleims symptomatisch. Während eines Anfalls kann es auch zur Entwicklung von leicht fiebrigen Temperaturen kommen.

Die Dauer eines Asthmaanfalls ist uneinheitlich, es wurden Anfälle von nur wenigen Augenblicken oder Sekunden bis hin zu schweren Anfällen beobachtet, die durchaus auch tagelang andauern können. In diesem Zusammenhang sprechen Mediziner vom so genannten Status Asthmatikus. Sämtliche mit Asthma bronchiale im Zusammenhang auftretenden Symptome werden letztendlich durch die Schwellung der Bronchialschleimhaut ausgelöst. Eine lokale Entzündung ist verursachend für die Produktion des zähen Schleims. Der Durchmesser der Bronchialschleimhaut ist bei Asthmatikern erheblich reduziert, was auch als Obstruktion bezeichnet wird.

Kinder sind von dieser so genannten obstruktiven Ventilationsstörung sogar noch häufiger betroffen, denn deren Schleimhautoberfläche ist im Verhältnis zur Atemwegsweite bedeutend größer. Als Eltern sollten Asthmatiker ihren Kindern gegenüber eine hohe Sensibilität für das eventuelle Auftreten asthmatischer Symptome entwickeln. Denn wenn bereits nur ein Elternteil Asthma bronchiale entwickelt hat, litten bereits ein Viertel der Kinder ebenfalls daran oder an anderen Allergien. Es spricht also vieles dafür, dass Asthma bronchiale als Krankheit zwar nicht direkt, wohl aber die Veranlagung dazu vererbt werden könnte.

Asthma Diagnose

Zur Diagnostik aber auch zur Therapie von Asthma bronchiale existieren so genannte evidenzbasierte Leitlinien. Am Beginn der Diagnostik steht die eingehende körperliche Untersuchung samt Anamnese. Schwere, Zeitpunkt, sowie Art und Umfang der Beschwerden werden dabei genau dokumentiert. Ebenso die Tatsache, ob in der Vergangenheit bereits Familienmitglieder an Asthma bronchiale erkrankt sind.

Die Lebensumstände eines Asthmatikers sind für die Diagnoseerhebung ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Dazu gehören der mögliche Umgang mit Haustieren ebenso wie die Befragung nach der Wohngegend oder die Inhalation von Zigarettenrauch durch Passivrauchen. Dies ist insbesondere bei der Diagnosestellung von Kindern wichtig, falls die Eltern Raucher sein sollten. Bei der Auskultation mittels Stethoskop hört der Arzt beim Asthmatiker typischerweise rasselnde und pfeifende Geräusche über der Lunge. In der erweiterten Diagnostik helfen Allergietests und Prüfungen der Lungenfunktion den Auslöser und den Schweregrad einer asthmatischen Erkrankung weiter einzugrenzen.

Verschiedene Laboruntersuchungen sind zur Diagnosestellung aber auch zum Therapieverlauf ebenfalls unerlässlich. Durch den Nachweis von eosinophilen Granulozyten sowie IgE Antikörpern im Blut wird die Diagnose Asthma bronchiale erhärtet. Auch die Bestimmung der so genannten Blutgase, Sauerstoff und Kohlendioxid, gehört wie die Untersuchung des Sputums zum absoluten Muss bei der Diagnose des Asthma bronchiale.

Asthma Therapie

Die Therapie des Asthma bronchiale beinhaltet die drei Säulen Medikamente, Atemtherapie und Physiotherapie. Die wichtigste bei Asthma bronchiale zum Einsatz kommende Medikamentengruppe sind die so genannten Bronchospasmolytika. Sie sind in der Lage, eine Einengung der Atemwege zu bekämpfen, indem sie den Branchospasmus, die Verkrampfung der feinen Bronchialmuskulatur, beheben. Die Schwellung der Schleimhaut des Bronchialsystems kann unter der Einnahme von Cortikosteroiden und Bronchospasmolytika günstig beeinflusst werden. Außerdem gibt es auch Wirkstoffe zur Prophylaxe einer allergischen Reaktion, Ketotifen und Natriumdichromoglycicum.

Der zähe, zum Teil sehr schlecht abhustbare Schleim wird mit sekretlösenden Medikamenten therapiert. Physio-und Atemtherapie begleiten und unterstützen die medikamentösen Therapiemaßnahmen. Atemerleichternde Übungen können den Medikamentenbedarf gegebenenfalls reduzieren, jedoch nicht komplett ersetzen. Es werden auch Trainingsmaßnahmen zum konkreten Verhalten während eines Asthmaanfalls einstudiert. Durch ein langsames, oberflächliches Atmen während eines Anfalls kann verhindert werden, dass der Kohlendioxidspiegel im Blut zu stark abfällt. Auch die so genannte Gähnatmung oder Lippenbremse sind für Asthmatiker hilfreich.

Verlauf

Je optimaler die therapeutischen Interventionen auf den einzelnen Patienten abgestimmt sind, umso besser der Verlauf von Asthma bronchiale. Wird optimal therapiert, so ist während des gesamten Verlaufes von Asthma bronchiale die Lebenserwartung nicht signifikant reduziert. Der Verlauf von Asthma bronchiale stellt sich insgesamt als uneinheitlich dar, es gibt milde, kaum wahrnehmbare Verläufe bis hin zu schwersten Krankheitsverläufen mit tödlichem Ausgang, besonders im so genannten Status Asthmatikus. Besonders gut sind Prognose und Verlauf bei kindlichem Asthma zu bezeichnen.

Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt, so sind im weiteren Verlauf mehr als die Hälfte im Erwachsenenalter weitgehend beschwerdefrei. Auch nach Jahrzehnten ohne Beschwerden kann es im weiteren Verlauf zu Remissionen, also zum erneuten Auftreten von Beschwerden kommen. Auch bei vermeintlicher Beschwerdefreiheit bleiben die Atemwege bei einem Asthmatiker ein Leben lang empfindlich und anfällig. Bei schwersten kindlichen Krankheitsverläufen kann die allgemeine und körperliche Entwicklung allerdings insgesamt eingeschränkt und verlangsamt sein. Asthma bronchiale gilt in seinem Verlauf nicht als lebensbedrohliche Erkrankung.

Vorbeugen

Asthmatiker können durch gezielte Maßnahmen Langzeitschäden vermeiden und akuten Asthmaanfällen auch vorbeugen. Reizfaktoren, beispielsweise trockene Raumluft, müssen unbedingt vermieden werden. Wer auf unterschiedliche klimatische Reize reagiert, sollte dies bei der Wahl seines Aufenthaltsortes stets berücksichtigen. Je weniger Allergene in der Luft, umso besser für den Asthmatiker. Ideale atemwegsentlastende Aufenthaltsorte sind beispielsweise am Meer oder auch im Hochgebirge. Rauchen und Passivrauchen sollte für Menschen mit empfindlichem Bronchialsystem tabu sein.

Bakterielle Entzündungen der Atemwege sollten immer konsequent und frühzeitig mit Antibiotika behandelt werden. Eine dauerhafte Behandlung mit Antibiotika hat sich dagegen als nicht hilfreich herausgestellt. Ist der auslösende Stoff eines allergischen Asthma bronchiale bekannt, so muss dieser konsequent gemieden werden. Es kommt durchaus öfter vor, dass sich Asthmatiker von ihrem geliebten Haustier trennen müssen. Asthmatiker müssen sich in aller Regel bei der Ernährung nicht einschränken, es sei denn, es liegt eine nachgewiesene Nahrungsmittelunverträglichkeit vor.

Asthmakranke Kinder sollten schmerz-und fiebersenkende Mittel mit den Substanzen Paracetamol und Acetylsalicylsäure unbedingt vermeiden, da diese das Potential haben, einen Anfall auszulösen. Um die Effektivität von vorbeugenden Maßnahmen zu kontrollieren, kann die Atemfunktion zuhause auch mithilfe eines so genannten Peak Flow Meters überprüft werden.

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