Asperger Syndrom

Die Medizin versteht unter dem Begriff Asperger-Syndrom eine Entwicklungsstörung, welche ähnlich wie beim Autismus. Die Person hat arge Schwierigkeiten in kommunikativen und sozialen Situationen. Menschen mit dem Asperger-Syndrom haben extreme Probleme dabei, intuitiv zu verstehen, was das Gegenüber von ihnen möchte, so lange dieser ohne die Sprache, also nonverbal kommuniziert. Trotz dieser Einschränkungen verfügen die Personen in der Regel über eine normale Intelligenz und können den restlichen Alltag gut bewältigen. Weil das Syndrom zunächst relativ unauffällig ist, wurde es auch erst im 20.Jahrhundert entdeckt. Heute geht man nach aktuellen Schätzungen davon aus, dass zwei bis drei Kinder auf je 10 000 Kinder davon betroffen sind. Über 80 Prozent der Kinder sind dabei von männlichem Geschlecht.

Ärzte und Wissenschaftler sind sich noch nicht darüber einig, ob das Asperger-Syndrom als Krankheit zu titulieren ist. Insbesondere deshalb, weil auch gewisse kognitive Vorteile für die Menschen entstehen. In den Bereichen Wahrnehmung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Selbstbeobachtung schneiden sie durchschnittlich besser ab als andere. Es sind auch einige Fälle bekannt in denen Menschen mit dem Asperger-Syndrom zugleich hochbegabt waren oder die Inselbegabung hatten. Bei Letzterer erbringt der Betroffene in einem Bereich der Fähigkeiten außergewöhnliche Leistungen und ist in allen anderen Bereichen äußerst eingeschränkt. Darum diskutieren Wissenschaftler, Ärzte, Angehörige und Personen mit dem Asperger-Syndrom darüber, welchen Stellenwert das Syndrom hat.

Asperger Syndrom – Ursachen

Asperger Syndrom Ursachen + SymptomeGenaue Gründe für das Auftreten des Asperger-Syndroms sind noch nicht bekannt. Es gibt aber unterschiedliche Theorien dazu. Die vom heutigen Standpunkt aus Wahrscheinlichste ist die der genetischen Faktoren. Es wurde beobachtet, dass bei Kindern mit Syndrom, einer der Elternteil oder auch beide ähnliche Auffälligkeiten besitzen wie ihr Kind. Man geht außerdem davon aus, dass die Chromosomen 1, 3 und 13 am Prozess beteiligt sind. Eine weitere Ursache könnte an einer Störung bei der Entwicklung des neuronalen Netzes liegen. Dadurch werden bestimmte Informationen nicht richtig verarbeitet.

Zwei weitere wichtige Begriffe, wenn es um die Ursachen geht, sind die „Theory of Mind“ und die „zentrale Kohärenz„. Forscher haben festgestellt, dass Menschen mit dem Asperger Syndrom Gesichter anderer Personen eher als Objekte wahrnehmen. Es fällt ihnen schwer, die verschiedenen Ausdrücke zu unterscheiden. Des Weiteren haben Betroffene vermehrt einige Schwierigkeiten damit, die Umgebung und das was passiert, als Ganzes zu erfassen. Sie konzentrieren sich auf Kleinigkeiten, nehmen dafür aber die Zusammenhänge weniger gut wahr.

Asperger-Syndrom Symptome

Das Asperger Syndrom ist in der Regel nicht besonders auffällig. Ab dem dritten Lebensalter können sich gewisse Verhaltensmuster und Defizite bemerkbar machen. Kinder mit dem Syndrom halten nur kurzen Blickkontakt mit anderen Menschen. Sie besitzen ein schlecht ausgeprägtes Einfühlungsvermögen und können nonverbale Botschaften kaum verstehen. Dadurch sind die Kinder vom sozialen Leben meist ausgeschlossen. Anders als zu Anfang angenommen wurde, besitzen Menschen mit dem Asperger Syndrom aber durchaus den Wunsch soziale Kontakte aufzubauen. Gewisse Einschränkungen in der Motorik des Körpers können ein weiteres Anzeichen des Asperger Syndroms sein.

Das zeigt sich durch eine schlechte Feinmotorik, Koordinationsstörungen sowie motorische Manierismen, einem Auf- und Abschlagen der oberen Gliedmaßen bei Nervosität. Die Sprache hingegen scheint zunächst nicht betroffen zu sein. Kinder erlernen ihre Sprache schnell und besitzen später eher einen gehobenen Sprachstil. Zum Teil zeigen die Kinder eine für ihr Alter zu erwachsene und fast pedantische Ausdrucksweise. Menschen mit dem Asperger-Syndrom sind im Durchschnitt normal intelligent. Ihre Interessen liegen allerdings oftmals im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Musik oder das Sammeln von Objekten gehört ebenfalls oft zu den Interessensgebieten.

Diagnose des Asperger Syndroms

Zur genauen Diagnose des Asperger-Syndroms gibt es von der Weltgesundheitsorganisation sowie der American Psychiatric Association jeweils zwei Messskalen. Die Weltgesundheitsorganisation benennt in der ICD, der statistischen Klassifizierung von Krankheiten und Gesundheitsproblemen, insgesamt vier Punkte. Diese vier Punkte umfassen die übermäßige Abweichung von zwischenmenschlichen Interaktionen, das Interesse für stereotypische und sich regelmäßig wiederholende Tätigkeiten, eine normal ausgebildete Sprache und keine auffällige Störung bei der Entwicklung.

Die American Psychiatric Association hat dazu in dem Kategoriesystem DSM-IV die gleichen Punkte aufgeführt, jedoch etwas genauer erfasst und einen weiteren Punkt hinzugenommen. Darin steht in etwa, dass die Beeinträchtigung keine Kriterien einer Schizophrenie oder tief gehenden Entwicklungsstörung erfüllt. Die Diagnose bei Erwachsenen wird oftmals erst nach einem beruflichen oder anderweitig persönlichen Schicksalsschlag gestellt. Wenn ein Mensch mit dem Asperger-Syndrom seine Routine und sein gewohntes Umfeld verliert, kann sie damit selten umgehen. Schwierig ist es auch, das Asperger-Syndrom von anderen Störungen zu unterscheiden. In einigen Fällen entsteht auch eine Kombination aus dem Asperger-Syndrom und einer anderen Störung, beispielsweise mit dem Tourette-Syndrom.

Asperger Syndrom Therapie / Behandlung

Da die Frage noch nicht geklärt ist, ob das Syndrom tatsächlich nur nachteilig anzusehen ist, gibt es auch keine allgemeingültige Behandlungsmethode. Üblicherweise wird versucht den Betroffenen bei aufkommenden Problemen durch Symptome, diese abzuschwächen. Dabei wird zur Verhaltenstherapie gegriffen und akribisch soziale Prinzipien und Grundlagen eingeübt. Der Einsatz von Medikamenten findet nur statt, wenn die Person etwa unter Schlafstörungen, Depressionen oder Hyperaktivität zu leiden hat. Autoren wie Nicole Schuster oder Liane Holliday Willey sprechen sich in der Öffentlichkeit sogar vollkommen gegen Therapien und ähnliches Prozedere aus.

Verlauf

Das Asperger-Syndrom hat keinen speziellen Verlauf. Die Symptome und die dazugehörigen Intensitäten sind stark variabel. Hinzu kommt, dass viele Fälle erst im Erwachsenenalter bemerkt werden. Die ersten Symptome können hingegen bei Kleinkindern ab drei Jahren entdeckt werden. Solange Menschen mit dem Asperger-Syndrom in einer für sich geborgenen Umgebung sind und wenig soziale Interaktion betreiben müssen, kommen sie gut zurecht.

Betroffene mit einer überdurchschnittlich hohen Intelligenz meistern dabei ihr Leben besser, als normal Intelligente mit dem Syndrom.

Vorbeugen

Da man von einer genetischen Veranlagung ausgeht, gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen.

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