Arthritis

Als Arthritis wird eine schmerzhafte Gelenkentzündung eines oder mehrerer Gelenke bezeichnet. Ist nur ein Gelenk oder Gelenkabschnitt betroffen, spricht man von Monoarthritis, bei Befall von mehreren Gelenken dagegen von Polyarthritis. Die Arthritis zählt in all ihren Ausprägungsformen zu den sogenannten entzündlich rheumatischen Krankheiten. Oftmals ist auch von der so genannten rheumatoiden Arthritis die Rede.

Die Arthritis ist eine chronische Erkrankung und tritt meist an beiden Körperhälften gleichzeitig und mehr als sechs Wochen lang anhaltend auf. Die entzündlichen Vorgänge im und um das befallene Gelenk können mit der Zeit zu einer Gelenkzerstörung führen und die Funktionalität entsprechend stark oder vollständig beeinträchtigen. Außerdem gilt die Arthritis als sehr schmerzhafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen entsprechend einschränkt und deshalb auch psychisch eine große Belastung darstellt. Nach dem Ausbruch der Erkrankung lassen sich bereits die ersten bleibenden Gelenkschäden feststellen.

Es ist für die Prognose von entscheidender Bedeutung, dass unverzüglich mit einer adäquaten Therapie begonnen wird. Dies bedeutet konkret, dass bereits innerhalb der ersten drei Monate nach Krankheitsausbruch ein Therapiebeginn erfolgen sollte. Obwohl die meisten Arthritiden durch den Hausarzt diagnostiziert werden, ist im weiteren Verlauf der Erkrankung auf jeden Fall der Rheumatologe oder der Internist mit Zusatzbezeichnung Rheumatologie der richtige Ansprechpartner.

Arthritis Ursachen

Arthritis: Symptome und UrsachenAls Ursache der Arthritis gilt eine Gelenkentzündung auf Basis einer so genannten Autoimmunerkrankung. Es gilt als gesichert, dass das Immunsystem des Menschen sich gegen körpereigene Strukturen richtet. Normalerweise bekämpft das menschliche Immunsystem Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze, die in den Körper eingedrungen sind. Beim Entstehen der Arthritis ist das Immunsystem allerdings derart fehlgeleitet, dass sich die Abwehrmechanismen gegen einzelne Gelenkstrukturen, beispielsweise Knorpel, richten und so die Entzündung hervorrufen.

Wie es zu dieser Fehlsteuerung kommt, konnte trotz intensiver Forschungen von wissenschaftlicher Seite aus bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Weil die Ursache der Arthritis also nicht gesichert ist, gibt es auch bis heute keine kausale, das bedeutet ursachenbezogene, Therapie. Die Behandlung dieses komplexen Krankheitsgeschehens ist also alles andere als einfach. Auf mikroskopischer Ebene konnte in der Vergangenheit die Entstehung der entzündlichen Wucherungen am Knorpel bei der Arthritis sichtbar gemacht werden.

Es handelt sich dabei um ein komplexes Zusammenspiel von entzündlichen Zellen sowie entzündungsvermittelnden Eiweiß Molekülen. Durch die entzündlichen Vorgänge beginnt die Gelenkschleimhaut zu wuchern und bildet darüber hinaus Knochen-und knorpelschädigende Substanzen.

Arthritis Symptome

Das Vollbild einer Arthritis weist in der Regel typische Symptome auf, die es dem behandelnden Arzt leicht machen sollten, eine entsprechende Diagnose zu stellen. Typisch sind zunächst Schmerzen an einem oder an mehreren Gelenken. Es kann beispielsweise der Fuß betroffen sein. In diesem Fall zeigt der betroffene Bezirk die typischen Zeichen einer Entzündung auf. Der Fuß ist angeschwollen, deutlich überwärmt, das Fußgelenk ist gerötet und die Beweglichkeit erheblich eingeschränkt.

Je nach Art und Verlauf einer Arthritis können Schmerzen am Gelenk entweder während der Nacht oder morgens nach dem Erwachen auftreten, dann meistens verbunden mit einer typischen Gelenksteifigkeit. Auch ein Gichtanfall kommt als Ursache für eine Arthritis grundsätzlich in Betracht. Das Großzehengrundgelenk ist davon in den häufigsten Fällen betroffen. Neben der Gelenkschwellung können die Schmerzen stark bis unerträglich sein. Auch allgemeine und eher unspezifische Symptome können gerade zu Beginn der Erkrankung auftreten.

Neben Erschöpfungszuständen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit stellen sich bei manchen Patienten auch eine Gewichtsabnahme sowie leichtes Fieber bis zu 38 °C ein. Nicht nur die Gelenke, sondern auch andere Weichteilstrukturen, beispielsweise Sehnen, können von den entzündlichen Veränderungen betroffen sein. Fehlstellungen der Gelenke sind bei weiterem chronischen Verlauf einer Arthritis als Symptome typisch.

Diagnose einer Arthritis

Bei der Diagnose einer Arthritis kommt es vor allem auf deren frühzeitige Erkennung an. Die Diagnose gründet sich im Wesentlichen auf die gründliche körperliche Untersuchung, auf Laboruntersuchungen des Blutes aber auch auf Röntgenbilder. Eine frühe Befunderhebung ist deshalb so wichtig, weil dann durch rechtzeitig eingeleitete therapeutische Maßnahmen Gelenkzerstörungen noch am ehesten verhindert werden können. Auch die Erhebung der Krankengeschichte durch den Arzt ist für die Diagnose wegweisend. Typische Gelenkveränderungen geben dem Untersucher erste Hinweise auf das Vorliegen einer Arthritis.

Um den Verdacht einer Gelenkentzündung zu erhärten eignen sich Ultraschalluntersuchungen und Magnetresonanztomographie. Für die möglichst frühe Diagnostik von rheumatoider Arthritis bieten einige Zentren die Möglichkeit der Frühdiagnostik an. Diagnosekriterien, an denen sich Ärzte bei ihrer Befunderhebung orientieren, wurden im Jahre 2010 von der amerikanischen Rheumatologiegesellschaft neu überarbeitet.

Dazu gehören die Art sowie die Anzahl der befallenen Gelenke, die Dauer einer entzündlichen Gelenkveränderung kürzer oder länger als sechs Wochen sowie die Ergebnisse von Bluttests, insbesondere Auto Antikörper, Rheumafaktor und Entzündungsparameter wie C-reaktives Protein und Blutsenkungsgeschwindigkeit.

Arthritis Therapie / Behandlung

Die Arthritis gilt bis heute als unheilbar, die Therapie dieser chronischen Erkrankung zielt bei allen Maßnahmen vor allem darauf ab, das Fortschreiten von Gelenkzerstörungen zu verhindern und durch das Herstellen von Beschwerdefreiheit die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Der medikamentöse Therapieansatz versucht, das außer Kontrolle geratene Immunsystem zu unterdrücken. Hierbei kommen vor allem stark antientzündliche Medikamente sowie auch Cortison in hohen Dosen zum Einsatz.

Die Entzündungsreaktion an den Gelenken kann damit meist wirksam, zumindest vorübergehend, eingedämmt werden. Um die Erkrankung optimal zu managen, sind auch begleitende Maßnahmen, zusätzlich zur medikamentösen Therapie unbedingt erforderlich. Zur Kräftigung und Stabilisierung, zum Erhalt der Gelenkfunktion sowie zur Entlastung betroffener Gelenke kommen Physiotherapie und Ergotherapie zum Einsatz.

Physikalische Maßnahmen dienen der Schmerzlinderung bei Arthritis, konservative orthopädische Maßnahmen, wie Schienen, Gehstützen oder Einlagen, erleichtern den Alltag der Betroffenen. Bei schweren Gelenkzerstörungen kann auch ein operativer Gelenksersatz erforderlich sein. Psychologische Maßnahmen dienen ebenfalls der verbesserten Krankheitsbewältigung.

Verlauf

Einen typischen Verlauf der rheumatoiden Arthritis gibt es nicht. Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell und unterschiedlich und lässt sich daher nicht in ein Schema pressen. Außerdem können auch Experten einen individuellen Krankheitsverlauf nicht immer passgenau vorhersagen. Anhand verschiedener Erhebungen kann aber für den weitaus größten Teil der Betroffenen davon ausgegangen werden, dass eine Arthritis schubweise und fortschreitend verläuft.

Ein „Schub“ einer Arthritis ist mit einer starken Krankheitsaktivität und damit vermehrten Beschwerden verbunden. Diese schwersten Krankheitserscheinungen können sich sowohl mit verminderten Beschwerden bis hin zu völliger Symptomfreiheit abwechseln. Bei bis zu 70 % der Betroffenen schreitet eine Arthritis innerhalb von Jahren mehr oder weniger stark fort. Schwerste Verlaufsformen mit sehr schnellem Voranschreiten der Erkrankung sind bei immerhin noch 10 % der Patienten zu beobachten.

Von der weitaus übergroßen Mehrzahl der betroffenen Patienten werden zumindest einmal während des Krankheitsverlaufes nächtliche Schmerzattacken oder das Vorliegen einer Morgensteifigkeit der Gelenke geschildert. Zu Krankheitsbeginn sind typischerweise Mittel-und Grundgelenke der Finger betroffen, im weiteren Verlauf dann auch die Handgelenke, das Kiefergelenk oder die Zehengrundgelenke.

Arthritis vorbeugen

Wie der allen chronisch rheumatischen Erkrankungen, so gibt es auch bei der rheumatoiden Arthritis keine bekannte Vorbeugung. Eine Arthritisprophylaxe ist also nicht existent. Weil die Krankheit jedoch familiär gehäuft auftritt, sollten gesunde Familienmitglieder auf mögliche Frühwarnsymptome achten. Eine gesunde Lebensführung, wie regelmäßige Bewegung, tägliche Spaziergänge, Gymnastik, Fahrradfahren oder Schwimmen sind für jedermann wichtig, können aber bei entsprechender Disposition den Ausbruch einer Arthritis kaum verhindern. Jede unnötige Überlastung von Gelenken sollte vermieden werden.

Arthritis gilt als psychisch sehr belastendes Leiden. Deshalb sollten Betroffene auf einen ausgeglichenen, ruhigen Lebenswandel achten. Übermäßiger Stress sowie der Gebrauch von Genussmitteln sind zu vermeiden, um einer überschießenden Reaktion des Immunsystems vorzubeugen. Wie bei allen rheumatischen Erkrankungen, so spielt auch bei der Arthritis die richtige Art der Ernährung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Massives Übergewicht mit zu viel Bauchfett gilt heute als Trigger für die Freisetzung von Entzündungsmediatoren, die sich wiederum ungünstig auf das Krankheitsgeschehen einer Arthritis auswirken könnten.

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