Amöbenruhr

Als Amöbenruhr wird eine Infektion des Darms durch die Amöbe Entamoeba histolytica bezeichnet. Eine Infektion mit der Amöbenruhr erfolgt meist über die Nahrungsaufnahme oder auf analem Wege. Die Krankheit äußert sich durch schwere Magenkrämpfe und Blut im Stuhl. Der Infizierte ist zugleich über den Stuhl Überträger des Erregers.

Eine Behandlung der Infektion ist mit gängigen Antibiotika gut möglich, bei Nichtentdeckung kann der Krankheitsverlauf jedoch schwerwiegend werden und mit inneren Blutungen und Organschäden einhergehen. Der Krankheitsbegriff „Amöbenruhr“ stammt vom Ausdruck „rühren“ ab, welches eine Übertragung auf die Bewegungen des Darmes bei der Infektion darstellt.

Man unterscheidet zwei Formen der Amöbenruhr: Die Minutaform, die sich nur im Darm einnistet, dort aber über Jahre hinweg vegetieren kann, aber meistens symptomlos verläuft und die pathogene Magnaform, welche Geschwüre bildet und durch die Darmschleimhaut in die Blutbahn und andere Organe gelangen kann. Der Auslöser des Übergangs von der Minuta- in die Magnaform, welcher mit einer DNA Veränderung einhergeht, ist bisher nicht bekannt. Im Nachfolgenden wird in erster Linie die pathogene Magnaform der Amöbenruhr behandelt.

Ursachen der Amöbenruhr

Amoebenruhr Ursachen + SymptomeDie Amöbenruhr wird durch eine Infektion des Darmes mit Amöben des Typs Entamoeba histolytica ausgelöst. Die Erreger werden durch verunreinigtes Wasser oder die Nahrungsaufnahme aufgenommen. Der Erreger ist ebenfalls über den Kot von Infizierten übertragbar. Ausgeschieden kann der Erreger mehrere Monate überdauern und infektiös bleiben. Besonders verbreitet ist die Krankheit in tropischen und subtropischen Regionen wie Indien, Bangladesch und Thailand. Insbesondere in diesen Regionen sollte der Verzehr von ungeschältem Obst, Eis und Leitungswasser vermieden werden. Wasser sollte vor der Verwendung stets ca. 5 Minuten abgekocht werden, um mögliche Erreger abzutöten. Die normale Chlorung des Leitungswassers reicht nicht aus um den Erreger der Amöbenruhr abzutöten.

Amöbenruhr Symptome

Symptomatisch äußert sich die Amöbenruhr durch schleimigen und blutigen Stuhl in Form von Durchfall. Bei einer akuten Erkrankung kann es zu bis zu 50 Stuhlgängen am Tag kommen. Weiterhin geht eine ausgebrochene Infektion mit schweren Magenkrämpfen und hohem Fieber einher. Die Inkubationszeit zwischen Infektion und Ausbruch der Symptome beträgt in der Regel 1-7 Tage. Die Amöben bilden eine geschwürige Entzündung des Dickdarmes. Bei fortschreitendem, unbehandeltem Verlauf der Erkrankung kann es zum Durchbruch der Erreger durch die Darmschleimhaut kommen.

Die Erreger gelangen dann in die Blutbahn und können sich im gesamten Körper verteilen und einzelne Organe wie die Leber, das Zentrale Nervensystem, das Herz oder die Milz infizieren. In den Organen zerstören die Amöben das Gewebe und bilden Geschwüre. Dadurch kann es zu inneren Blutungen oder Leberabszessen kommen, die schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen können.

Diagnose

Die Amöbenruhr kann von Laboratorien an Hand einer Stuhlprobe mikroskopisch festgestellt werden. Eine genaue Analyse ist seitens des Labors von Nöten, da der Erreger stark einem anderen Erreger ähnelt, der jedoch nur Durchfall auslöst und dessen Infektion wesentlich komplikationsärmer verläuft. Da die Magnaform des Erregers empfindlich ist und nach Ausscheidung schnell zerstört wird, muss eine frische Stuhlprobe untersucht werden, damit beide Formen der Infektion (Magna- oder Minutaform) erkannt werden können.

Therapie / Behandlung

Eine Behandlung ist mit gängigen Antibiotika wie beispielsweise Tetrazyklinen gut möglich. Auch die Verabreichung von Chloroquin ist zur Behandlung der Amöbenruhr gut geeignet. Wird die Infektion frühzeitig erkannt und behandelt, heilt sie in der Regel vollständig und schnell aus. Ist es allerdings bereits zur Infektion der Blutbahn und anderer Organe gekommen, sind oft weitere Maßnahmen notwendig, die von einer zeitlich längeren Einnahme von Antibiotika bis hin zu operativen Eingriffen reichen können (letzteres insbesondere, wenn sich Abszesse in der Leber gebildet haben).

Verlauf einer Amöbenruhr-Infektion

Nach Infektion durch Aufnahme des Erregers vergeht bei der pathogenen Magnaform in der Regel eine Inkubationszeit von 1-7 Tagen bis zum Auftreten der Symptome. Die Minutaform kann sich im Darm einnisten und dort unbekannt über längere Zeiträume (bis zu mehreren Jahren) überleben. Das Auftreten der Symptome entwickelt sich schnell und intensiv. Die Symptome lassen in der Regel nicht von alleine nach und zur Heilung ist die Einnahme von Antibiotika oder Chloroquin notwendig.

Die Heilung verläuft bei der Einnahme der passenden Medizin in der Regel schnell. Wird die Erkrankung nicht erkannt und behandelt, breiten sich die Parasiten durch die Darmschleimhaut im Blutkreislauf und anderen Organen aus. Ohne Behandlung führt der Befall zu Gewebezerstörungen in den Organen und letztendlich zu einer lebensbedrohlichen Lage. Beim Befall von Organen ist mit einer längeren und intensiven Antibiotikabehandlung und ggf. operativen Eingriffen zu rechnen.

Vorbeugen

Ein medikamentöses Vorbeugen oder eine Impfung ist nicht möglich. Das Risiko einer Infektion lässt sich nicht komplett ausräumen, jedoch mit der Beachtung einiger Hinweise merklich reduzieren: Die Amöbenruhr wird über die Nahrungsmittelaufnahme, das Trinkwasser oder den Stuhl von Infizierten übertragen. Zwar ist die Amöbenruhr weltweit verbeitet, ein merklich höheres Infektionsrisiko besteht jedoch im tropischen und subtropischen Raum.

Sollte ein Aufenthalt in diesen Regionen geplant sein, so empfiehlt es sich Mineralwasser zu trinken, oder das Trinkwasser stets ca. 5 Minuten abzukochen um mögliche Erreger abzutöten. Ebenso sollte vom Verzehr ungeschälten Obstes oder Eis abgesehen werden. Der Kontakt mit Stuhl sollte grundsätzlich vermieden werden.

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