Amnesie

Eine Amnesie ist keine eigenständige Krankheit, sondern immer das Symptom einer äußeren oder inneren Einwirkung auf das Gehirn, das infolge dessen nicht mehr in der Lage ist, Erinnerungen zu speichern oder bereits gespeicherte Erinnerungen ordnungsgemäß abzurufen. Es wird dabei je nach Typ des Verlustes und des Charakters der Einwirkung unter einer Vielzahl von verschiedenen Unterarten unterschieden.

Auch wenn das Auftreten einer Amnesie in der Regel für den Betroffenen und seine Umgebung recht verstörend wirkt, ist es nicht immer bedrohlich. Als Beispiel dafür mag die infantile Amnesie gelten, die bei fast allen Menschen auf der Welt in Erscheinung tritt. Psychologen bezeichnen damit das Phänomen, dass sich eine Person nur in seltenen Ausnahmefällen an ihre ersten Lebensjahre erinnern kann. Besonders betroffen davon sind die ersten drei Jahre nach der Geburt.

Darüber hinaus wird nach dem Zeitraum des Gedächtnisverlustes zwischen einer retrograden und einer anterograden Amnesie unterschieden. Dabei werden entweder die Ereignisse vor dem auslösenden Moment vergessen (retrograde Amnesie) oder solche, die darauf folgten (anterograde Amnesie). Der Zeitraum variiert und ist von Fall zu Fall unterschiedlich, auch können durchaus einzelne Lücken innerhalb dieses Zeitraums erhalten bleiben, während der Zusammenhang komplett verloren geht.

Eine weitere Erscheinungsform ist die transiente globale Amnesie, bei der ein Mensch ohne erkennbare Ursache von einem temporären Verlust jeglicher Erinnerung befallen wird. Die Opfer sind zwar oft noch in der Lage, komplexe Handlungen bis hin zum Autofahren zu vollführen, wissen jedoch anschließend nichts mehr davon. Sie erscheinen oft zusätzlich verwirrt, da sie sich an Orten wiederfinden, ohne sich erklären zu können, wie sie dorthin gelangt sind.

Amnesie Ursachen

Amnesie: Symptome und UrsachenDie Ursachen einer Amnesie sind nicht immer festzustellen. Es gibt jedoch eine große Anzahl von Faktoren, die das Auftreten einer solchen begünstigen oder auslösen können. Zu den Gewöhnlichsten zählen unter anderem neben Epilepsie auch Alkohol-, Drogen- und/oder Medikamentenmissbrauch sowie äußere Faktoren wie ein schwerer Schlag auf den Kopf.

Des Weiteren können auch psychologische Ausnahmezustände wie ein schweres Trauma oder eine Hypnose zu einem totalen Verlust des Gedächtnisses führen. Nicht abschließend geklärt sind derweilen die Gründe für das Auftreten der infantilen und der transienten globalen Amnesie, wobei in der Fachwelt unstrittig ist, dass die auslösenden Vorgänge in der Hippokampusregion auf beiden Seiten des Gehirns zu suchen sind. Amnesien können aber auch Folge oder Kennzeichen einer schweren Erkrankung wie Demenz, einem Hirntumor, Alzheimer oder einer Mangelversorgung des Gehirns, etwa durch einen Schlaganfall, sein.

Amnesie Symptome

Eine Amnesie tritt meist spontan auf und ist dementsprechend nicht zu prognostizieren. Es gibt leider mit extrem wenigen Ausnahmen keine vorhergehenden Warnsignale. Auch die Symptome sind mitunter nicht deutlich zu erkennen. So ist es beispielsweise durchaus möglich, mit einer Person, die sich gerade in dem Zustand einer transienten globalen Amnesie befindet, auf einer vernünftigen und für den Unwissenden normalen Ebene zu kommunizieren, solange der Inhalt dieser Kommunikation zu diesem Zeitpunkt nicht direkt von der Amnesie betroffen ist. Allerdings wird sich der Gesprächspartner in der Regel nach einem kurzen Zeitraum weder an das Gespräch noch an die Begegnung erinnern können.

Da die Formen einer Amnesie jedoch besonders vielfältig sind, ist auch hier keine klare Aussage möglich. So sind durchaus Fälle bekannt, in denen sich Patienten innerhalb einer Amnesie klar an alle Geschehnisse erinnern konnten, aber nicht an solche davor, während wenige Minuten oder Stunden später das Umgekehrte der Fall war.

Diagnose einer Amnesie

Für eine zuverlässige Diagnose einer Amnesie sind in jedem Fall umfangreiche Untersuchungen notwendig, die versuchen, die Ursache derselben zu erforschen. Das ist besonders deshalb wichtig, weil eine Reihe von schwerwiegenden Erkrankungen dafür infrage kommen, die ausgeschlossen werden müssen.

Hier kann eine Fehldiagnose tödliche Folgen für den Betroffenen, aber auch für unbeteiligte Personen haben. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Fällen, in denen keine klare Diagnose möglich ist. Insbesondere bei der transienten globalen Amnesie zeigen Computertomografie (CT) und Elektroenzephalografie (EEG) schon nach kurzer Zeit keine oder nur sehr geringe Auffälligkeiten, die keinen konkreten Aufschluss über die Aktivitäten während der Amnesie zulassen.

Amnesie Behandlung & Therapiemöglichkeiten

Die Behandlung einer Amnesie hängt primär von einer korrekten, eindeutigen und zweifelsfreien Diagnose der Ursache ab. Ist eine solche erfolgreich zu stellen, wird die auslösende Krankheit behandelt. Der Erfolg der Therapie variiert dabei in hohem Grad. So ist beispielsweise Epilepsie heutzutage mit geeigneten Medikamenten gut zu kontrollieren, und viele Erkrankte bleiben bei einer korrekten Diagnose und einer entsprechenden Behandlung viele Jahre oder gar ihr Leben lang beschwerdefrei.

Andere Krankheiten, vor allem Alterserscheinungen wie Alzheimer und Demenz lassen sich bislang gar nicht oder nur in einem sehr eingeschränkten Maße therapieren. Hier kann es nur darum gehen, den Patienten unnötige Leiden zu ersparen. Leider haben jedoch ein Großteil der dazu eingesetzten Medikamente teils gravierende Nebenwirkungen, die oft neue, zusätzliche Leiden nach sich ziehen. Sind die Ursachen wiederum psychologischen Ursprungs, so ist es Aufgabe von speziell ausgebildeten Psychiatern, diese aufzuspüren.

Es ist jedoch bis heute umstritten, ob eine totale Heilung von solch tief sitzenden Traumata gelingen kann. Auch über den Weg zu einer solchen Genesung ist sich die entsprechende Fachwelt mehr als uneinig. Es scheint, dass nur eine langwierige und individuell angepasste Behandlung gewisse Aussichten auf Erfolg schafft.

Verlauf

Es ist eine der großen Gefahren einer Amnesie, dass sie in der Regel spontan ausbricht und ebenso spontan auch wieder endet. Dabei sind weder der Ausbruch noch das Ende in irgendeiner Weise mit dem Stand der heutigen Technik vorhersehbar. Es gibt jedoch Fälle, in denen diese Regel nicht zutrifft. Dazu gehören beispielsweise Erkrankungen, die ältere Menschen befallen, allen voran Alzheimer und Demenz. Allerdings ist es hier unmöglich, den Grad des Erinnerungsvermögens genau zu bestimmen.

Besonders Ereignisse aus der frühen Kindheit und der Jugend scheinen bei den Erkrankten oft noch sehr präsent zu sein und sogar in den Vordergrund zu treten, während dahinter liegende Zeiträume nach und nach ausgelöscht werden. Mitunter erinnern sich die Erkrankten sogar an Details ihrer Kindheit, die sie bereits seit Jahrzehnten vergessen haben – etwa die Namen ihrer Klassenkameraden – vergessen aber dafür jene ihrer eigenen Kinder.

Die Amnesie aufgrund physischer Einwirkung wiederum zeigt andere Merkmale. Es ist nicht ungewöhnlich, dass in solchen Fällen das Gedächtnis mit zunehmendem zeitlichen Abstand wieder zurückkehrt und sich das Gehirn von den erlittenen Schäden im Laufe der Jahre komplett regeneriert.

Amnesie vorbeugen

Es gibt nur sehr wenige Maßnahmen, mit denen eine effektive Vorbeugung gegen Amnesie betrieben werden kann. Selbst diese eingeschränkten Möglichkeiten betreffen nur einen kleinen Teil der auftretenden Fälle. So ist es etwa möglich, durch eine allgemeine geistige und körperliche Ertüchtigung und einen gesunden Lebensstil das Risiko für eine Reihe von speziell definierten Krankheiten erfolgreich zu senken, die wiederum zu einer Amnesie führen können.

Darüber hinaus gehende Anstrengungen beeinflussen zwar die Lebensqualität und erhöhen generell die körperliche Konstitution, führen aber nicht zwangsläufig zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines Anfalls. Schließlich ist ein bedeutender Anteil der Gefahr zu erkranken, genetisch bedingt und kann aus diesem Grund nicht von außen beeinflusst werden.

Noch negativer sieht es bei der Risikovorsorge gegen die transiente globale Amnesie oder gar der Amnesie durch physische Einwirkungen von außen aus. Hier ist schlicht und ergreifend über die allgemein üblichen Schutzmaßnahmen (Vermeidung von übermäßigem Stress, Beachtung von Sicherheitsvorschriften) keine weitere Prävention möglich, die in einem adäquaten Rahmen zu dem Aufwand stehen würde.

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