Allergie

Bei der Allergie findet eine Überreaktion des körpereigenen Abwehrsystems statt, welches auf ein sogenanntes Allergen reagiert. Allergene sind eine Gruppierung von chemisch unterschiedlich aufgebauten Stoffen wie beispielsweise Tierhaare, Pollen oder Staub. In der Regel sind die Stoffe ungefährlich und führen erst durch den Ausbruch einer Allergie zu verschiedenen Symptomen. Davon können verschiedene Stellen am Körper, die Atmung oder auch der Verdauungsapparat betroffen sein.

Ebenfalls kann eine Allergie einen anaphylaktischen Schock auslösen, welcher bis zum Tode führen kann. Wenn eines der Symptome ausbricht, werden bei der betroffenen Person zunächst spezielle Hauttests zur Diagnose vorgenommen. Es handelt sich dabei um Provokationstests, bei welchem auf die Haut mithilfe verschiedener Möglichkeiten unterschiedliche Tinkturen aufgetragen werden. Diese Tinkturen beinhalten Inhaltsstoffe mit Allergenen und führen bei positiver Reaktion zu einer sichtbaren Reizung der Haut. Seltener werden Provokationstests durchgeführt, die nicht mit der Haut, sondern beispielsweise per Nasenspray direkt mit der Schleimhaut oder anderen Bereichen in Berührung kommen.

Neben den verschiedenen Provokationstests ist auch teilweise eine Analyse durch eine Blutuntersuchung möglich. Nach einer festgestellten Allergie wird der Patient mit symptomlindernden Präparaten versorgt. Zur längerfristigen Besserung der Allergie wird die Hyposensibilisierung angewandt. Das jeweilige Allergen wird dabei in stetig größer werdenden Dosierungen unter die Haut gegeben oder in Tropfenform der Mundschleimhaut zugeführt.

Ursachen

Allergie: Symptome und UrsachenEs gibt unterschiedliche Ursachen für das Entstehen einer Allergie. Die Anzahl der Betroffenen ist dabei in den letzten Jahrzehnten angewachsen, auch wenn eine genaue Erklärung dafür weiterhin unbekannt ist. Der genetische Faktor ist eine der Ursachen. Kinder, bei denen ein Elternteil oder beide von einer Allergie betroffen sind, besitzen ein wesentlich höheres Risiko selbst zu erkranken. Jedoch handelt es sich nicht um ein bestimmtes Gen, welches für die hohe Empfindlichkeit zuständig ist, sondern um eine Aufteilung auf Dutzende Gene.

Ein weiterer Grund ist möglicherweise die Verbesserung der hygienischen Bedingungen. Forscher vermuten, dass Kinder in der ersten Phase ihres Lebens ohne den ausreichenden Kontakt mit Bakterien, ihr Immunsystem nicht ausreichend schulen können. Aber auch die Umweltverschmutzung trägt vermutlich bedingt zu diversen Allergien bei. Hierbei spielt vor allem eines eine wichtige Rolle, die Kombination aus Allergenen und durch den Fortschritt entstandenen Stoffen.

Ein Beispiel dafür sind Partikel vom Dieselruß, welche mit dem Allergen der Birke weiter als zuvor in die Lunge gelangen. Neben diesen drei Gründen sind jedoch noch viele weitere vorhanden. Darunter befinden sich etwa der Anstieg allergener Stoffe, Impfungen, die Veränderung der heimischen Flora und Fauna oder auch die Veränderungen der Lebensgewohnheiten des Menschen.

Allergie Symptome

Bevor eine Allergie erkannt wird zeigt sie sich an den Symptomen. Diese sind vielseitig und können den ganzen Körper betroffen. Wenn die Haut betroffen ist, kann es sich um Neurodermitis, Kontaktekzeme oder Urtikaria handeln. Bei der Neurodermitis entstehen rötliche Ekzeme auf der Haut, die schuppen oder auch nässen und ein starkes Jucken hervorrufen.

Kontaktekzeme hinterlassen ähnliche Spuren auf der Haut, es kommen allerdings Bläschen, Schwellungen und kleine Knötchen hinzu. Wird nichts gegen das Kontaktekzem unternommen, kann die Stelle verhornen. Die Urtikaria oder auch Nesselsucht hingegen kennzeichnet sich durch punktuelle Erhebungen und eine starke Rötung aus.

Neben der Haut kann können auch die Atemwege betroffen sein. Man spricht dann von Asthma bronchiale, was übersetzt schlicht „Atemnot“ bedeutet. Bei einem Anfall verengen sich die Atemwege und die betroffene Person bekommt schlechter Luft. Diese Verengung wird durch eine Verkrampfung, der Bildung von Schleim und durch eine Schwellung des Gewebes verursacht. Eine Allergie kann auch zu Problemen mit dem Verdauungssystem führen, was sich durch Durchfall und Erbrechen bemerkbar macht. Hiervon sind insbesondere Kinder und Babys betroffen.

Des Weiteren sind Symptome in den Schleimhäuten möglich. Die Nasenschleimhaut, Mundschleimhaut oder Bindehaut kann sich dabei entzünden, was zum Beispiel zu einer Rötung der Augen führt. Das schlimmste Symptom ist jedoch der anaphylaktische Schock. Dabei reagiert der komplette Organismus. Es kommt zu Kreislaufversagen, Stockungen der Organfunktion oder dem Organversagen und kann tödlich enden.

Diagnose

Für die exakte Diagnose der Allergie werden unterschiedliche Methoden angewendet. Die Provokationstests sind die gängigste Art herauszufinden, welche Allergie den Patienten plagt. Beim Pricktest werden Allergenextrakte und Histamine genommen und auf den Armrücken oder Unterarm getröpfelt. Direkt danach wird mit einer Nadel ca. einen Millimeter in die Stellen gestochen. Knapp 15 Minuten danach kann der Arzt bereits das jeweilige Resultat ablesen.

Ähnlich funktioniert auch der Scratchtest, jedoch wird die Unterarmseite mit einer Nadel leicht angeritzt. Der Test ist jedoch relativ ungenau. Beim Prick-to-prick-Test wird fast nach demselben Prinzip vorgegangen wie beim Pricktest. Allerdings nimmt man für diesen Test keine Extrakte, sondern sticht direkt in das vermeintliche Objekt, welches zur Allergie führt und direkt danach in den Arm. Wenn der Patient eine empfindliche Haut besitzt, wird der Reibetest verwendet. Die Arminnenseite wird mit dem infrage kommenden Auslöser eingerieben, worauf sich bei positiver Reaktion rote Stellen oder ein Ausschlag bilden. Bei Heuschnupfen oder Asthma greift man in der Medizin auch gerne auf zwei andere Methoden zurück. Der Patient sprüht in die Nase ein Allergenextrakt, worauf die Schwellung der Nasenschleimhaut überprüft wird.

Beim allergischen Asthma wird das Extrakt inhaliert und danach die Lungenfunktionalität überprüft. Dadurch kann man auf eine mögliche allergische Reaktion schließen.

Therapie / Behandlung

Nur die spezifische Immuntherapie oder auch Hyposensibilisierung wird erfolgreich bei Allergien angewandt, um die Sensibilisierung mindestens zu mindern. In vielen kleinen Etappen werden immer größer werdende Mengen des Allergens in den Körper gebracht. Das erfolgt entweder per Spritze, in Form von Tropfen oder per Tabletten. Letztere ist effizienter als die Tropfenform, da die Dosierung genauer ist.

Vor einer Hyposensibilisierung wird jedoch am Anfang der Erkrankung mit unterschiedlichen Medikamenten gegen die Symptome vorgegangen. Diese Antiallergika sind je nach Symptom, als Tablette sowie Spray einzunehmen oder als Augentropfen, Salbe und Creme auf der betroffenen Stelle einzureiben. Die Antiallergika beinhalten unter anderem die Wirkstoffe: Cromoglicinsäure, Loratadin, Theophyllin, Kortisol, Antihistaminika oder bei schlimmen Beschwerden Immunsuppresiva.

Verlauf

Es gibt vier unterschiedliche Typen des Verlaufs in der Medizin. Unter Typ 1 fallen die meisten allgemein bekannten Allergien. Diese Form wird auch als Soforttyp-Reaktion bezeichnet. Vom Immunsystem werden beim Zweitkontakt mit einem Stoff die gelösten Moleküle als Bedrohung angesehen. Durch eine Antigen-Antikörper-Bindung werden Entzündungsmediatoren aktiviert und führen direkt zu einer Entzündungsreaktion an einer Stelle im Körper.

Beispiele für die Soforttyp-Reaktion sind Asthma, Heuschnupfen oder aber auch der anaphylaktische Schock. Beim Typ 2 werden körpereigene Zellen als schädlich angesehen und durch Fresszellen und NK-Zellen zerstört. Dadurch kann beispielsweise der gesamte Bestand an weißen Blutkörperchen ausfallen. Typ 3 führt zu einer Bildung von Immunkomplexen im Körper, welche sich in Kapillaren absetzen und zu Entzündungen führen. Bekannte Typ 3 Krankheiten sind unter anderem die Arthus-Reaktion und Vaskulitis. Typ 4 wird durch T-Zellen ausgelöst und nochmals in vier Unterkategorien unterteilt, welche zum Beispiel zu Asthma oder Neurodermitis führen können.

Vorbeugen

Die beste Methode sich gegen Allergien zu schützen, besteht darin sich im ausreichenden Maß von Allergenen fern zu halten. Das betrifft beispielsweise die Arbeit. Menschen die mit bestimmten Staubarten Kontakt haben, wie etwa der Bäcker mit dem Mehl, sollten sich per Atemschutzmaske schützen. Ein positiver Effekt wurde auch gemessen, bei Kindern, die im Kleinkindalter mindestens bis zum vierten Monat gestillt wurden. Allergiker sollten außerdem auf die Haltung von Tieren verzichten, auch wenn sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf diese allergisch reagieren.

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