Akutes Nierenversagen

Das akute Nierenversagen wird im medizinischen Sprachgebrauch auch als akute Niereninsuffizienz bezeichnet. Je nachdem ob die Ursache für die Schädigung vor (prärenal), hinter (Postrenal) oder in der Niere selbst (renal) liegt, wird die entsprechende Bezeichnung vorangestellt. So wird zum Beispiel ein akutes Nierenversagen, deren Ursache in der Niere liegt als renale Niereninsuffizienz bezeichnet.

Das akute Nierenversagen ist eine Erkrankung, die eine große Palette an Ursachen und Krankheitsverläufen zulässt. Diese reichen von einem einfachen Kreatinanstieg bis zum Verlust der Niere oder, wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, zum Multiorganversagen und damit zum Tod. Ein akutes Nierenversagen kann innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen einsetzen und muss unbedingt von einem Arzt behandelt werden. Dies ist zum einen notwendig um die Ursachen ausfindig zu machen und zum anderen um den Verlust der Niere zu verhindern beziehungsweise um zu verhindern, dass die Niere so stark geschädigt wird, dass eine chronische Dialysepflicht notwendig wird.

Je nach Ursache und Krankheitsverlauf kann das akute Nierenversagen bei einer rechtzeitigen Behandlung geheilt und die Nierenfunktion vollständig wieder hergestellt werden. Allerdings kann es in manchen Fällen noch während der Behandlung zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion kommen und somit zum Verlust der Niere führen.

Nierenversagen Ursachen

Akutes Nierenversagen Symptome & UrsachenWie bereits erwähnt, können die Ursachen für ein akutes Nierenversagen sehr vielfältig sein. Diese unterscheiden sich je nachdem, wo sich der Auslöser für das akute Nierenversagen befindet, also vor, in oder hinter der Niere sowie den Symptomen. Die Ursachen für ein prärenales akutes Nierenversagen, also ein Nierenversagen, bei dem die Ursache vor der Niere liegt, können Blutverlust oder Dehydrierung durch Wassermangel sein. Auch Schock oder eine Gefäßverengung der zur Niere führenden Blutgefäße kann die Ursache für ein prärenales akutes Nierenversagen sein.

Die Ursachen, die für ein postrenales Nierenversagen zuständig sein können, liegen in erster Linie bei einem unzureichenden Urinabfluss aus der Niere. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Tumor oder Harnleitersteine den Harntrakt verstopfen, beziehungsweise durch Narbengewebe nach einer Operation der Harnleiter verlegt ist. Ebenso können Entzündungen im Harnleiter eine Ursache für ein postrenales Nierenversagen sein. Weitaus vielfältiger wie bei dem prärenalen oder postrenalen Nierenversagen können die Ursachen bei einem renalen Nierenversagen sein. Hier sind vor allem allergische Reaktionen auf Antibiotika und Begleiterscheinungen bei Infekten als Ursache zu nennen.

Daneben können auch toxische Reaktionen durch Kontrastmittel, Medikamente die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden oder Antibiotika als Auslöser für ein akutes Nierenversagen gelten. Auch die Einnahme von Schwermetallgiften wie Cadmium oder Quecksilber sind als toxische Auslöser zu nennen. Ebenfalls können Embolien in der Niere oder Allergien als Ursache für ein renales Nierenversagen infrage kommen. Verstopfungen der Niere zum Beispiel durch Harnsäure oder den roten Blutkörpern sind unter anderem auch eine mögliche Ursache für ein akutes Nierenversagen.

Akutes Nierenversagen Symptome

Aufgrund der zahlreichen Ursachen kann man zu den Symptomen eines akuten Nierenversagens keine allgemeingültige Aussage treffen. Es gibt jedoch einige Symptome, die ein Hinweis auf ein akutes Nierenversagen sein können. Generell lässt sich sagen, dass anhaltende Schmerzen im Bereich der Niere und eine Verringerung der Urinmenge beim Wasserlassen ernst zu nehmende Hinweise auf ein Nierenversagen sind.

Verfärbter beziehungsweise Blut im Urin können Hinweise auf eine Entzündung in der Niere sein, die zum Nierenversagen führen kann. Wasseransammlungen in den Beinen können ein Hinweis darauf sein, dass ein akutes Nierenversagen bereits eingetreten ist und eine ärztliche Behandlung umgehend notwendig wird.

Diagnose

Aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen für ein akutes Nierenversagen kommt einer genauen Erhebung der Krankengeschichte eine besondere Bedeutung zu. Hier muss in erster Linie nach möglichen Risikofaktoren gesucht werden, um die Ursache einschränken zu können. Außerdem müssen die Niere, Blase und Prostata abgetastet werden und nach Anzeichen von Dehydrierung oder einer Überwässerung des Patienten gesucht werden. In der Notfallmedizin sind Hyperventilation, Schläfrigkeit, Koma oder ein urinähnlicher Geruch der aus dem Mund oder von der Haut freigesetzt wird Anzeichen für ein akutes Nierenversagen.

Außerdem wird die Menge des Urins beim Wasserlassen gemessen. Hinzu kommen Labortests, in denen die Menge an Harnstoff und Kreatin im Urin bestimmt wird. Am Sichersten um ein akutes Nierenversagen festzustellen ist die Messung des Harnstoffes im Urin. Liegt hier der Wert des Harnstoffs bei mehr als 25-33 mmol/l bei einem Urinabfluss von weniger als 500 Milliliter innerhalb von 24 Stunden beziehungsweise bei mehr als 50 mmol/l bei einem Urinabfluss von mehr als 3000 Milliliter in 24 Stunden gilt ein akutes Nierenversagen als gesichert und erfordert eine weitergehende Behandlung.

Akutes Nierenversagen Therapie / Behandlung

Es gibt derzeit keine Behandlung, die ein akutes Nierenversagen unterbrechen kann, möglich sind nur eine vorbeugende Therapie sowie eine Therapie bei einem akuten Nierenversagen. Bei der vorbeugenden Therapie ist das Ziel, schnellstmöglich die Durchblutung der Niere wiederherzustellen. Hierfür wird ein dreistufiges Behandlungsverfahren angewandt, welches aus der Sicherstellung durch eine Volumensubstitution beinhaltet, die Sicherung des Blutkreislaufes durch Medikamente und Versuche der Therapie mit Osmotischen Diuretika.

Ist ein akutes Nierenversagen bereits eingetreten, dann wird eine intensivmedizinische Behandlung notwendig. Diese beinhaltet eine zumindest vorübergehende Dialyse zur Unterstützung der Nierentätigkeit.

Verlauf

Aufgrund der verschiedenen Ursachen eines akuten Nierenversagens kann man keine gesicherten Erkenntnisse über den Verlauf des Nierenversagens treffen. Hier spielen Faktoren wie das Stadium, in dem das akute Nierenversagen festgestellt wurde und die Ursache eine entscheidende Rolle, welche unterschiedliche Verläufe indiziert

Es lässt sich jedoch sagen, dass in den meisten Fällen die Niere nach einem akuten Nierenversagen nicht wieder voll hergestellt werden kann. Allerdings wir nur in sehr seltenen Fällen wird eine dauerhafte Dialyse notwendig, welche die Funktion der Niere ersetzt.

Nierenversagen vorbeugen

Viele Medikamente, die frei erhältlich sind, können als Nebenwirkung die Niere schädigen. Deshalb sollte man vor der Einnahme den Arzt konsultieren, um mögliche Risiken klein zu halten. Außerdem sollte man vor allem die Nierengegend bei Nässe und Kälte gut schützen. Sollte man Schmerzen in der Nierengegend oder eine Verminderung der Urinmenge beim Wasserlassen feststellen, beziehungsweise Probleme beim Wasserlassen haben, muss man sofort einen Arzt aufsuchen, der weitere Untersuchungen veranlassen kann.

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