Akute Bronchitis

Die akute Bronchitis bezeichnet eine neu auftretende Entzündung der Bronchien, also der größeren Atemwege in der Lunge. Der Begriff Bronchitis ist dabei etwas irreführend, da sich die bei der akuten Bronchitis auftretende Entzündung in der Regel nicht ausschließlich auf die Bronchien beschränkt, sondern auch andere Bereiche der Atemwege von der Krankheit betroffen sind.

Jeder erwachsene Deutsche erkrankt durchschnittlich zwei bis dreimal pro Jahr an der akuten Bronchitis, bei Kindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem liegt die Krankheitshäufigkeit sogar wesentlich höher. Die akute Bronchitis wird verstärkt in den kalten Jahreszeiten diagnostiziert, und geht oft mit anderen typischen Winterkrankheiten wie einer Erkältung oder Grippe einher.Obwohl die akute Bronchitis eine weitverbreitete Volkskrankheit darstellt, ist ihr Krankheitsbild nicht klar definiert. Es fehlt insbesondere an für die Diagnose verbindlichen Symptomen sowie verlässlichen Laboruntersuchungen.

Stattdessen dient sie vielmehr als Sammelbegriff verschiedener Krankheitsbilder, bei denen ein Infekt der Atemwege gemeinsam mit Symptomen wie starkem Husten auftritt. Oft werden daher auch allergische Symptome, vereinzelt sogar Nasennebenhöhlenentzündungen als Bronchitis bezeichnet. Diese unklare Abgrenzung macht die akute Bronchitis zu einer der am häufigsten gestellten Diagnosen in deutschen Arztpraxen.

Ursachen

Akute Bronchitis Symptome und UrsachenZwar besteht Einigkeit darüber, dass die akute Bronchitis stets eine Infektion der Atemwege voraussetzt, inwieweit und vor allem wie oft diese jedoch durch eine Viren- Pilz- oder bakterielle Infektion verursacht wird, ist bisher trotz der enormen Häufigkeit der Diagnosen noch nicht ausreichend erforscht. Das deutsche Gesundheitssystem differenziert jedoch je nach Erregungsform zwischen verschiedenen Arten der akuten Bronchitis und setzt finanzielle Anreize für die behandelnden Ärzte, den Krankheitserreger im Rahmen der Diagnose klar zu benennen.

Dennoch finden sich bisher kaum veröffentlichte und kritisch überprüfte Studien zu diesem Thema.Auch Raucher weisen eine erhöhte Krankheitshäufigkeit auf. Es wird zudem vermutet, dass eine erhöhte Feinstaubbelastung die Erkrankung fördert, zumal die Diagnose in städtischen Ballungszentren wesentlich häufiger auftritt, als in ländlichen Gebieten. Zudem erhöhen für die Verbreitung von Viren und Bakterien geeignete Situationen wie nasskaltes Wetter und der Aufenthalt in größeren Menschenmengen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung.

Ebenfalls nur sehr vage bekannt ist der Zusammenhang zwischen der akuten Bronchitis und Asthma. So weisen Patienten, bei denen eine akute Bronchitis diagnostiziert wurde, ein 9-fach höheres Risiko auf, an Asthma zu erkranken. Umgekehrt lässt sich feststellen, dass bei Asthmatikern bis zu 6,5-mal häufiger eine akute Bronchitis diagnostiziert wird. Der genaue Grund für diese Auffälligkeit wurde bisher noch nicht hinreichend erforscht. Es wird jedoch vermutet, dass eine unentdeckte und deshalb unbehandelte Infektion mit Chlamydien dazu führen kann, dass die akute Bronchitis in ein bronchiales Asthma umschlägt.

Akute Bronchitis Symptome und Anzeichen

Die akute Bronchitis äußert sich meist durch einen starken Husten, der zunächst trocken beginnt und später Schleim ausstößt. Dieser Auswurf ist meist dünnflüssig und eher zäh, variiert in seiner Farbe zwischen gräulich und grün. Es wird vermutet, dass ein gräulicher Schleim auf eine bakterielle, ein grün gefärbter Auswurf dagegen auf eine virale Infektion hindeutet.

Oft wird die akute Bronchitis von Begleiterscheinungen wie Fieber, erhöhter Tagesmüdigkeit und Kopfschmerzen begleitet.In einigen Fällen kommt es zu einer Muskelverkrampfung der Bronchien, die beim Atmen rasselnde Geräusche sowie Beschwerden verursacht. Diese Krankheitsform wird allgemein als spastische Bronchitis bezeichnet.

Bei einem Lungenfunktionstest verursacht die akute Bronchitis ähnliche Werte wie ein bronchiales Asthma. Da Studien einen Zusammenhang zwischen beiden Krankheiten nahe legen, sollten sich zumindest Patienten, die häufig an Bronchitis leiden nach Abklingen der Symptome auf Asthma testen lassen.

Diagnose der akuten Bronchitis

Die akute Bronchitis wird meist vornehmlich durch die Anamnese, also die Erforschung der Krankheitsgeschichte und der Beschwerden des Patienten, diagnostiziert. Auch eine körperliche Untersuchung, insbesondere das Abklopfen und Abhören der Atemwege kann Aufschluss über das Vorliegen der Krankheit geben.Besonders wichtig ist die Differenzialdiagnose. Da die akute Bronchitis Symptome wie Husten aufweist, die auch bei anderen, schwereren Krankheiten auftreten, müssen diese Alternativen zumindest in schweren Fällen zunächst ausgeschlossen werden. Hier ist insbesondere an Keuchhusten oder eine Lungenentzündung zu denken. In seltenen Fällen ist auch eine Krebserkrankung nicht auszuschließen.

Falls der Husten ungewöhnlich lange andauert oder besonders stark auftritt, sollte ein Röntgenbild der Lunge angefertigt werden. Eine Laboruntersuchung des durch den Husten ausgeworfenen Schleims kann Aufschluss über die genaue Erregerart geben und die Wahl des richtigen Antibiotikums ermöglichen. Da die akute Bronchitis jedoch meist ohne ernsthafte Komplikationen von selbst heilt, ist eine solche Untersuchung in der Regel zu zeit- und kostenaufwendig.

Akute Bronchitis Therapie / Behandlung

In der Regel klingt die akute Bronchitis nach einem Zeitraum von längstens vier Wochen von selbst ab, eine gesonderte Therapie ist deshalb nicht zwingend notwendig. Dennoch werden oft Antibiotika zur Behandlung eingesetzt, obwohl deren positiver Effekt auf die akute Bronchitis nicht wissenschaftlich belegt ist. Das liegt schon alleine an der Tatsache, dass Antibiotika nur bei bakteriellen Infektionen wirken, die akute Bronchitis aber oft durch eine Pilz- oder virale Infektion ausgelöst wird. Dennoch kann die Gabe von Antibiotika angezeigt sein, da die akute Bronchitis das Immunsystem schwächt und dadurch andere bakterielle Infektionen begünstigt.

Auch wenn der starke Husten den Patienten akut belastet, sollten keine hustenstillenden Mittel verabreicht werden, da die akute Bronchitis am schnellsten heilt, wenn der Schleim abgehustet werden kann.Vor allem bei Kleinkindern werden im Rahmen der Therapie oft Bronchospasmolytika eingesetzt, die zu einer Erweiterung der Atemwege führen. Bisher konnte zwar nicht erwiesen werden, dass diese Mittel einen positiven Effekt auf die Heilung haben, bei der Behandlung von Kindern können hierdurch jedoch Atembeschwerden gelindert werden.Auch im Bereich der Naturheilkunde gibt es Therapiemöglichkeiten.

Hier sollen vor allem die Inhalation ätherischer Öle oder Brustwickel mit Öl zu einer Linderung der Beschwerden führen. Ob diese alternativen Mittel jedoch tatsächlich zu einer schnelleren Heilung führen, konnte wissenschaftlich bislang nicht belegt werden.

Verlauf einer akuten Bronchitis

Die akute Bronchitis beginnt in der Regel mit einem schnell stärker werdenden Husten. Da die Atemwege vor der Schleimproduktion anschwellen, ist dieser zunächst trocken, führt jedoch später zu intensivem Schleimauswurf. Oft tritt auch Fieber auf, das vor oder nach dem Einsatz des Hustens beginnen kann. Durch den starken Husten kann es zu einer Reizung des Rachenraumes kommen, die sich mit Schmerzen oder Beschwerden beim Schlucken bemerkbar macht.

In der überwiegenden Mehrheit der Fälle heilt die akute Bronchitis binnen weniger Tage ganz ab, teilweise setzen sich einzelne Symptome über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen fort. Längere Beschwerden können auf andere Erkrankungen wie Keuchhusten hindeuten. Wenn eine unbehandelte Chlamydieninfektion vorliegt, kann die akute Bronchitis zu einem bronchialen Asthma führen.

Bronchitis vorbeugen

Eine wirksame medizinische Vorbeugung ist aufgrund der verschiedenen Ursachen für die akute Bronchitis nicht möglich, insbesondere gibt es keine Impfungsmöglichkeit. Bei älteren Menschen oder Patienten mit schwachem Immunsystem empfiehlt sich jedoch eine Grippeimpfung, da die akute Bronchitis oft mit dem Auftreten einer Grippe verbunden ist.

Der Nutzen von naturheilkundlichen Mitteln wie Sonnenhutpflanzen ist medizinisch nicht belegt.Da die akute Bronchitis häufig durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien verursacht wird, kann das Erkrankungsrisiko jedoch gesenkt werden, indem Situationen gemieden oder entschärft werden, die günstig für die Verbreitung dieser Krankheitserreger sind. So führt der Verzicht auf das Rauchen zu einem erheblich geringeren Erkrankungsrisiko. Nach dem Aufenthalt in großen Menschenmengen oder öffentlichen Gebäuden kann ein gründliches Waschen der Hände Infektionen vorbeugen. Auch Maßnahmen, die das Immunsystem stärken, beugen einer akuten Bronchitis vor. Hierzu gehören vor allem ausreichende Bewegung und Sport sowie eine gesunde und vitaminreiche Ernährung.

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